SA, 12. 09. 2009 – Bonner Rundschau

Am Samstag vor einer Woche staunte ich nicht schlecht.
Erst hatte ich einen Anruf eines Lauffreundes erhalten, in dem ich gebeten wurde, die tagesaktuelle „Bonner Rundschau“ zu kaufen, was ich auch sogleich tat.
Schon auf der Titelseite ging das Staunen weiter: ein „Teaser“, ein „Anreißer“ wies schon auf der Titelseite auf einen Bericht über meinen UTMB-Lauf hin.

Titelseite Bonner Rundschau vom 12. September 2009

Titelseite Bonner Rundschau vom 12. 09. '09 (Vergrößern durch klicken!)

Und dann folgte auf der ersten Seite des „Lokalsports“ ein langer Bericht über den UTMB, auf den ich recht stolz bin.

Seite 37 der Bonner Rundschau vom 12. 09. '09 (Vergrößern durch klicken!)

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Ich fand es klasse, dass dieser Lauf so stark beachtet wurde – und Du? Wie fandest Du den Artikel? Stimme doch ab …

Mt. Everest Treppenmarathon 2010 – UPDATE

So schnell geht es: schon sind aus 19 Einzelstartern 23 geworden!

Und über einen freue ich mich ganz besonders: Michael Eßer aus Wesseling, der wahrscheinlich wieder Spenden sammelt für seinen Kinder-Verein running-for-kids.de.
Auch Michael hat 2009 enorm häufig mein Leben gekreuzt – und er wird es auch in 2010 weiterhin tun.

Eigentlich habe ich ja sein Leben gekreuzt, muss ich doch zugeben, viel meiner Läufe dieses Jahres und auch des kommenden Jahres bei ihm abgeschaut zu haben.
So war er er, der mich auf den KÖLNPFAD gebracht hat und nur zwei Lauf-Verrückte wie Michael und ich gehen so einen 171 Kilometer Lauf nur zwei Wochen vor dem UTMB an.
Also sind wir den UTMB zusammen gestartet und wir werden auch beide beim KiLL50 Anfang November die Nacht zum Tag machen und uns gemeinsam auf 50 Meilen ohne ordentliche Markierung fürchten.

Auch die TorTOUR de Ruhr im Mai 2010 habe ich bei ihm abgeschaut und habe mich dann darum gekümmert, bei diesem Einladungslauf eingeladen zu werden. Es hat funktioniert und so darf ich mit Michael und zwei Dutzend anderer Extremläufer am Pfingstwochenende nonstop die 230 Kilometer der Ruhr ablaufen, von der Quelle der Ruhr bei Winterberg im Sauerland bis zur Mündung in den Rhein in Duisburg-Rheinorange.

Und nun hat Michael bei mir nachgesehen, damit ich mich über viele Stunden gemeinsamen Treppenlaufens in Radebeul freuen darf. Schön ist auch, dass wir vielleicht die eine oder andere Trainingseinheit im neuen Jahr gemeinsam laufen dürfen. In Köln und Wesseling gibt es ja nur wenige Treppen, da ist ein Besuch an der Ahr und den dortigen Weinbergen schon angeraten. Ich freue mich auf Dich, Michael!

... bei einer Labestation des UTMB

Michael Eßer bei einer "Labestation" des UTMB

Der UTMB – Norman Büchers und mein Bericht für das XING-Forum

Es ist fast eine Woche her, dass Norman Bücher und ich in Chamonix beim UTMB ins Ziel eingelaufen sind. Und noch immer denken wir an diesen großartigen Zieleinlauf, an die vielen begeisterten Menschen in diesem schönen französischen Mont Blanc – Städtchen und hören die aufmunternden Wortez: „Courage!“ oder „Allez! Allez!“, die uns schon die vielen vergangenen Stunden getragen haben.

Einerseits sehnen wir uns die Ziellinie herbei. Nach 166 Kilometern bei rekordverdächtigen 9.400 positiven und auch negativen Höhenmetern wollen wir endlich aufhören zu laufen. Aber es geht noch durch die ganze Stadt Chamonix durch und wieder um einen Häuserblock und noch einmal um eine Straßenbiegung. Die Beine sind müde, der Kopf noch mehr, aber wir laufen, weil uns die Begeisterung trägt und pushed.

Andererseits hoffen wir aber auch, dass die Ziellinie nie kommen möge. Zu imposant ist dieses Erlebnis, durch diese Menschenmengen zu laufen, die ungeheuer sachkundig sind und alle genau wissen, dass jeder, der hier läuft, ein Held ist.

Ob man wie Norman nach 42:30:14 Stunden ins Ziel kommt, wie ich nach 41:53:22 Stunden oder erst mit dem Cut-Off nach 46:00:00 Stunden ist unerheblich, entscheidend ist nur, dass man diesen Lauf gesund und glücklich bewältigt hat.
Jeder ist ein Sieger, ein Sieger über sich selbst, über die Strecke und über den eigenen Willen.

UTMB1

Für Norman ist es schon der dritte Einlauf in Chamonix, ein „Hattrick“ gewissermaßen, für mich ist es der bisher größte sportliche Erfolg als Läufer. Für uns beide aber ist es ein weiterer Mosaikstein, um das eigene Bild eines Extremläufers weiter zu malen, wenngleich es auch ein recht großer Mosaikstein ist.

2.300 Läufer aus Ländern aller Kontinente dieser Welt waren am Freitag um 18.30 Uhr gestartet, um diesen härtesten Berglauf der Welt zu wagen. Schon weil jeder einzelne Läufer für den Start beim UTMB Qualifikationsläufe nachweisen muss, ist das Starterfeld hochkarätig und die Läufer sind durchweg bergerfahren.
Und dennoch werden 46 Stunden später nur 1.378 Läufer in Chamonix ankommen, die anderen werden selbst aufgeben oder wegen des Nicht-Erreichens der Cut-Off Zeiten vom Veranstalter aus dem Rennen genommen werden. Dabei sein im Ziel ist also schon sehr, sehr viel.

Das schlimmste für mich waren die Abstiege, nicht die Aufstiege. Rauf kommt man immer irgendwie – und wenn man extrem langsam wird. Aber runter schiebt der ganze Körper nach vorne, die Oberschenkel brennen und die Füße rutschen in den Schuhen so weit nach vorne, dass Schmerzen unvermeidlich sind. Nie sind es Ziehwege, die die Läufer des UTMB nach unten führen, sondern mit Steinen bewehrte und mit Wurzeln durchwachsene, fast immer senkrecht nach unten führende, Trails. Und diese Trails bringen uns insgesamt 10 Mal 700 bis 1.100 Höhenmeter nach unten. Und das in dem Bewusstsein, dass es auf der anderen Seite nach der Wasserstelle gleich wieder genauso steil nach oben geht.

„Ein Königreich für eine Brücke,“ denkt man noch und weiß, dass man in 90 Minuten unten im Tal sein wird, in dem kleinen Dorf, das als winziger Punkt von oben schon zu ahnen ist. Und man weiß, dass man weitere zwei, zweieinhalb Stunden später wieder oben sein wird, wieder spektakuläre Blicke auf den „weißen Berg“ bekommt und wieder in großer Höhe kühle, aber reine Luft atmen darf.
Und das wiederholt sich dann, das eine um das andere Mal.

Knapp 1.700 Höhenmeter am Stück ist der längste, der zweite Aufstieg auf 2.479 Höhenmeter lang und der längste Abstieg geht vom höchsten Punkt des Laufen auf 2.537 Höhenmeter herab bis auf etwa 1.100 Höhenmeter, steil und unerbittlich.

Zwei Nächte laufen wir durch, Nächte, die kalt sind und windig. Die Stirnlampen leisten echte Spitzenarbeit und der Rucksack ist spätestens in Chamonix Dein bester Freund.
Aber nach dem letzten Abstieg durch die heiße Sonne des frühen Sonntag Mittags will man nur noch in Ziel, die letzten Kilometer Laufen und den Zieleinlauf genießen.

Aber die Ziellinie soll doch noch nicht gleich kommen, es ist so schön hier zwischen den grölenden Menschen, den Fotografen, den anderen Helden …

UTMB2

Norman Bücher und Thomas Eller

Das Neueste gibt es heute auf der HP …

… ich habe meine normale Laufseite www.marathonundlaenger.de schon lange ein wenig vernachlässigt.
Deshalb habe ich meinen ersten Bericht über den UTMB dort eingestellt und nicht hier im Blog.

Dort habe ich auch eine Unterseite speziell für den UTMB, die Du Dir ansehen solltest: UTMB.html

Hier im Blog will ich von morgen an möglichst täglich einen kurzen Beitrag über meine Lauffreunde und Lauffreundinnen beim UTMB schreiben, weil ich glaube, dass Du schon genug Berichte darüber gelesen hast, wie der Weg war, wer gewonnen hat, wie kalt es in der Nacht war und wie heiß am Tag. Aber die persönlichen Erfolge und das persönliche Leid, das meine Freunde erfahren und erlitten haben, davon gibt es zu Hauf zu erzählen. Das will ich tun.

Jetzt erst mal viel Freude mit meinem ersten Bericht auf: UTMB.html

Lange 166 Kilometer, steile 9.400 HM Aufstieg und Schmerz verursachende 9.400 HM Abstieg …

UTMB-Ziel

Foto: Klaus Duwe - http://www.marathon4you.de

Ein großes Erlebnis ist vorbei und ich schwebe noch immer auf „Wolke 7“. Ich kann zwar kaum mehr aus dem Stuhl aufstehen und beim Treppen steigen sehe ich aus wie ein alter Mann, aber ich bin stolz und beseelt von dem Gefühl, ein UTMB-Finisher zu sein.

Noch habe ich nicht ausreichend Zeit, den detaillierten Bericht über den UTMB zu schreiben, aber das Wichtigste schon vorab: Ja, ich habe gefinished!
Und ich habe es in einer fantastischen Zeit gepackt, was will ich mehr?

777. von allen 2.300 Startern, 340. meiner Altersklasse, 41:53:22 Stunden bei einem Zeitlimit von 46:00:00 Stunden und das trotz 150 Minuten Schlaf in Trient, einfach ein super Gefühl!