Andreas Klotz und sein Projekt mondberge.com

Ich kenne meinen Freund Andreas Klotz schon ziemlich lange. Aber ich werde nie ganz vergessen, wie ich ihn kennen gelernt hatte.
Es war ein privates Treffen von Läufern des TV Altendorf-Ersdorf, meines Lauftreffs, irgendwann Mitte 2004, jedenfalls noch lange vor meinem ersten Marathon. Ich war ganz frisch Mitglied des Lauftreffs und war von den beiden Läufern im Lauftreff, die schon einmal einen Marathon gelaufen waren, sehr beeindruckt und saugte jedes Wort der beiden tief in mich ein. Schließlich wollte ich ja auch mal ein Marathoni werden …

Andreas Klotz war einer der beiden. Und er war mehr. Er war auch Besteiger des Kilimanjaro, des Kilis, des Uhuru Peaks. Er trug an jenem Abend ein T-Shirt mit dem einschlägigen Kili-Motiv und er erzählte mir von der Besteigung und dem Weg durch die unterschiedlichen Klimazonen hindurch bis hoch ins ewige Eis. Die Klimazonen dort scheinen schichtartig angeordnet, scheinbar von jetzt auf gleich beginnt die nächste Klimazone. Er war davon sehr beeindruckt.
Und ich erinnerte mich an das, was Jahre zuvor mein Vater mir erzählt hat. Mein Vater ist bestimmt kein Vorzeigeexemplar, wenn es um Begeisterung für Dinge geht, die andere machen, aber eines Tages kam er von einem professionellen Dia-Abend zurück, den man heute wohl Multi-Media-Show nennen würde. Dort hat der Vortragende von seiner Kilimanjaro-Besteigung erzählt. Und mein Vater brannte …
Der Vortragende erzählte und mein Vater repetierte genau das Gleiche wie später Andreas Klotz, von den Klimazonen, von der Herausforderung und von dem unglaublichen Glück, das man empfindet, wenn man auf diesem Berg steht und im Morgengrauen auf die gut 4.000 Höhenmeter unter Dir liegende Hochebene schaut.

Das war der Abend, als ich Andreas Klotz kennen lernte. Und ich buchte meine Kilimanjaro-Reise noch in der darauf folgenden Woche. Ein paar Jahre später bin ich dann mit meiner Frau Gabi und ihm in Venezuela auf den Auyan Tepui, den wohl berühmtesten der vielen Tafelberge gestiegen, den Tafelberg, von dem aus der höchste Wasserfall der Welt, der ANGEL FALL, rund 1.000 Meter in freiem Fall herabstürzt. Andreas hatte damals über diese Reise ein Buch geschrieben, Gabi hat ein paar der Fotos dafür geliefert und ich war beeindruckt von der verlegerischen Leistung.

Der Auyan Tepui - eine abenteuerliche Trekking-Tour zu den Tafelbergen in Venezuela (bei Amazon als gebundene Ausgabe erhältlich, einfach auf das Foto klicken!)

Dieses Buch war aber nur die Übung für sein nächstes, weitaus größeres Projekt.
Direkt nach der Herausgabe dieses Buches begann er mit den Vorbereitungen zu einer Reise, die seinen wirklichen Zielen im Leben entspricht. So ist Andreas ein ambitionierter und wirklich guter Landschaftsfotograf und er liebt die Natur.

„Wenn wir in der Natur etwas bewahren können, dann retten wir auch ein Stück weit unsere eigene Welt!“ hat Andreas einmal zu mir gesagt. Und so widmete er sich einer aussterbenden Tierart, die uns Menschen genetisch so nahe steht wie keine andere, die Berggorillas des ugandischen Ruwenzori-Gebirges.

(klicken zum Vergrößern)

Die Berge des Ruwenzori-Gebirges werden auch die „Mondberge“ genannt. Noch streitet man sich, ob dort der Nil entspringt, sicher ist aber, dass wenigstens ein Teil des Nils dort seinen Ursprung hat. Und wen wundert das, gibt es doch dort mindestens unglaubliche 320 Regentage im Jahr, dort, in den höchsten Bergen Afrikas, vom Kilimanjaro abgesehen.

Genannt hat er dieses Projekt: MONDBERGE.COM, ein passender Name für ein derart ambitioniertes Projekt.

Die Leitideen waren dabei, Geld für die bedrohten Berggorillas zu sammeln. So gehen mindestens 10% der Projektumsätze und 100% der Spenden direkt und zweckgebunden an die Berggorilla & Regenwald Direkthilfe e.V.„.
Ein weiterer Aspekt war das Trekking auf die drei über 5.000 Meter hohen Berggipfel der Mondberge und der dritte Aspekt war, daraus eine Reise für ambitionierte Landschaftsfotografen zu machen, die danach ihre Bild- und Videoaufnahmen in einen gemeinsamen Pool stecken, aus dem dann ein Buch hervor gehen sollte, eine Multi-Media-Show und andere Dinge, die dem Zweck der Rettung der Berggorillas dienlich sind.

Das Buch ist schon lange erschienen und ich bin stolz, eines davon Mitte November zu meinem Geburtstag erhalten zu haben.

(klicken zum Vergrößern) Perle Afrikas - Impressionen aus Uganda

Klicke hier und Du findest das Buch im Shop von www.mondberge.com. Direkt nach der ISBN-Nummer gibt es einen Link, wo Du Dir das Buch online durchblättern kannst (JavaScript vorausgesetzt). Du siehst 212 aufregende Seiten voller Farbe, Abenteuer und Tiere in der natürlichen Umgebung. Ein Muss, finde ich!

Oder Du lädst Dir hier eine Leseprobe als PDF herunter:

hoch aufgelöst, ca. 21,5 MB
geringer aufgelöst, ca. 7,4 MB

Du kannst Dich übrigens stundenlang auf der ausführlichen und mit interessanten Informationen gespickten Webseite www.mondberge.com aufhalten und etwas über die Teilnehmer lesen, über die Sponsoren des Projekts, über den Central Circuit Trail durch das Ruwenzori-Gebirge, über die Berggorillas und über vieles mehr …
Es lohnt sich wirklich.

Genauso lohnt es sich, die professionelle Multi-Media-Show anzusehen. Bei der Premiere in Rheinbach Ende Januar 2010 war ich dabei, es war ein großartiges Erlebnis. Ich hätte mir am liebsten die Trekking-Schuhe geschnürt und wäre am liebsten gleich hingeflogen. Die nächste Multi-Media-Show wird am 20. April in der Bonner Beethovenhalle (Forum Süd) ab 19:00 Uhr gezeigt. Tickets für nur 14 EUR kannst Du hier buchen.

Das Projekt statete übrigens in dem Jahr (2009), das die UNO zum „Jahr des Gorillas“ ausgerufen hatte …

Schlapp, schlapp, schlapp …

„Ich bin so schlapp, schlapp, schlapp … „

Am gestrigen Dienstag bin ich rund 2 Stunden gelaufen und das relativ schnell – aber danach war ich müde und kaputt und die Oberschenkel haben „gezogen“.
Nach nur einem Monat mit nahezu keinem Training bin ich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, am Bodensatz meiner Fitness. Und mir ging ein Bild durch den Kopf, das Bild des fetten Präfekten „Gracchus Überdrus“ aus dem „Asterix Band V – Die goldene Sichel“, der müde, vollgefressen und träge zu Tische liegt:


Ich startete exakt um 17.00 Uhr und ich hatte keine Pulsuhr dabei, um mich nicht durch den ständigen Blick auf die aktuelle Herzfrequenz zu bremsen, daher weiß ich auch nicht wirklich, ob ich in diesen zwei Stunden 22 oder 24 Kilometer weit gelaufen bin. Aber ich bin von zu Hause erst auf der Landstraße nach Eckendorf gelaufen, durch Eckendorf durchgelaufen und dann bin ich über die Felder bis zur „Burg Münchhausen“ gekommen.
Der Weg über die Felder war nicht sehr angenehm. Der Feldweg war noch verschneit, aber der Schnee war eher eine Art festes Wasser und bei jedem Schritt spritzte der Schnee, das Wasser und der Dreck hoch und die Füße waren schon nach wenigen Schritten klatschnass.
Macht ja nichts, bei rund Null Grad ist das ja auch eine Art der Erfrischung!

Weiter ging der Weg dann über die Töpferstadt Adendorf nach Meckenheim und dort lief ich den Berg hoch bis zur Gesamtschule in Merl, hinter der dann das Preuschoff-Stadion liegt, wo immer meine Laufgruppe von Montags und Mittwochs, der Lauftreff des TV Altendorf-Ersdorf, im Winter die Bahnrunden zieht. Als ich beim Preuschoff-Stadion ankam, war es genau 17.45 Uhr. Ich weiß das, weil ich einen dick eingepackten Spaziergänger nach der Uhrzeit gefragt hatte.
Er wirkte wegen meiner überaus starken Petzl-Kopflampe etwas irritiert, wegen der Kopflampe, die mir beim UTMB schon so gute Dienste geleistet hatte. Aber der Spaziergänger war überaus freundlich und hilfsbereit.

Da der Lauftreff erst um 18.00 Uhr startet, musste ich den hohen Zaun des Stadion überwinden, um dann, wiederum mit Kopflicht, dort ein paar Runden zu drehen, bis ich mit den Lauffreunden laufen konnte und mich ein wenig eingebremst hatte. Es tat mir aber auch sehr gut, nun etwas langsamer unterwegs zu sein, vor allem, weil nun mein Wunsch auf Kommunikation erfüllt wurde.
Und so lief ich 45 Minuten mit den Lauffreunden des TV Altendorf-Ersdorf und dann verabschiedete ich mich, um wieder nach Meckenheim in die Altstadt hinunter zu laufen, stets auf dem Radweg der um die ganze Stadt herumführenden Umgehungsstraße. Es war 19.04 Uhr, als ich im Meckenheimer „Kaiser’s Markt“ eintraf und ein paar Minuten später traf auch meine liebe Frau Gabi ein, um mit mir noch ein wenig einkaufen zu gehen.

Ich liebe es, ein wenig verschwitzt in Laufklamotten im Supermarkt zu sein und meinen Einkaufswagen zu schieben. Die Blicke der anderen Kunden schwanken zwischen Irritation, Befremden und einer leichten Bewunderung, weil diese Kunden daran erinnert werden, dass heute der richtige Tag gewesen wäre, um den eigenen Körper für ein paar Kilometer laufend zu bewegen. Und dass sie es heute mal wieder nicht getan haben …

Aber ich war wirklich froh, dass der Lauf zu Ende war und ich denke, ich hätte keine weiteren zwei Stunden ausgehalten. Und wenn ich an die „langen Kanten“, an die Herausforderungen des Jahres 2010 denke, dann erkenne ich, dass ich gnadenlos scheitern werde, wenn ich meinen Fitness-Zustand nicht signifikant verbessere.

Noch knapp 10 Wochen habe ich Zeit bis zum „Marathon des Sables“ (MdS), noch knapp über vier Monate bis zur „TorTOUR de Ruhr“ (TTdR) und noch über 7 Monate bis zum „La Petite Trotte à Léon“ (PTL).
Los, los, TOM, los, jeder Schritt zählt …

Fremdgehen im Hause Eller …

Eigentlich bin ich ja eine treue, konservative und verlässliche Seele. Ich ändere nie etwas in meinem Leben. Fast nie.

Fast? Stimmt, da waren ein paar Weggabelungen, auf denen ich vom gewohnten Weg abgewichen bin, um zukünftig einen neuen und als besser empfundenen Weg einzuschlagen. So war es, als ich 30 Jahre alt wurde. Ich war bis dahin vollkommen unsportlich und unmusikalisch. Also beschloss ich, Tennis zu lernen und Klavierstunden zu nehmen.
Die Klavierstunden habe ich nach gut 6 Jahren dann mangels Zeit leider wieder aufgegeben, Tennis aber spiele ich heute noch, meine Lauffreunde meinen: zu Unrecht, weil ich mich dort auch gelegentlich verletze.

Als ich dann 40 Jahre alt wurde und bemerkte, „gewichtige“ Argumente zu haben, die ich mir gar nicht gewünscht hatte, beschloss ich, eine Diät zu beginnen, in deren Verlauf insgesamt 14 Kilogramm Gewicht verloren gegangen sind. Ich entschied mich damals für die „BCM-Diät“. Warum gerade diese Diät, es gibt doch so viele Alternativen?

https://i0.wp.com/images.eurip.com/yp/images/2564.jpgGute Frage!

Ich erinnere mich noch genau an den Abend, als ich zum ersten Mal von der BCM-Diät gehört habe. Ich war als Hochzeitsfotograf bei der Hochzeit des Tischtennis-Traumpaares Elke Schall (Wosik) und Torben Wosik da und durfte am Abend bei Gala-Essen dabei sein. An meinem Tisch saß der damalige Tischtennis-Bundestrainer, der uns allen berichtet hat, dass er gerade 15 Kilogramm durch eben diese BCM-Diät abgenommen hätte. Er erzählte, wie die Diät ablief, dass sie ärztlich begleitet wurde und bei all dem dachte ich mir: „Wenn so ein Mann, Sportler und ein sportmedizinisch bewanderter Sport-Funktionär sich für so eine Diät entscheidet, dann ist das ein echtes Argument!“

Schon zwei Tage später machte ich mich auf die Suche nach einer entsprechenden BCM-Ärztin, die ich dann in Rheinbach fand. Ich brach mit meiner Ernährung, baute Fett ab und ließ mich wöchentlich auswiegen nach dem Wasseranteil, dem Fettanteil und dem Knochenanteil und ich bekam insgesamt 72 Tage lang eine Ernährungsberatung, auf die ich heute noch baue. Und auch heute noch schiebe ich eine BCM-Woche ein, wenn ich das Gefühl habe, dass ich „den Anfängen wehren“ und ein paar Kilogramm abnehmen muss. Das ist aber selten, weil ich meist genut laufe und zudem ja auch kein Fleisch esse.

Durch das Abnehmen hatte ich dann die Chance, überhaupt zum Läufer zu mutieren und so begann ich im April 2004 mit meinen ersten Laufversuchen und lief dann Ende Oktober 2005, also vor knapp fünf Jahren, in Frankfurt meinen Marathon „Nummer 1“. Heute garnieren 80 „Marathons und länger“ meinen Lauf-Lebenslauf, ohne BCM wäre das wohl nicht möglich gewesen.

Und jetzt stehe ich vor einer erneuten Weg-Gabelung und wieder will ich fremdgehen …

Seit meinem ersten Wettkampf, einem 10km-Lauf irgendwo in NRW im Juni 2004, starte ich für den TV Altendorf-Ersdorf. Das ist ein netter Verein mit einem harmonischen Lauftreff, in dem ich mich über die Jahre immer sehr wohl gefühlt habe, trotz einiger Differenzen, die zwangsläufig entstehen, wenn einer der Lauftreffler vom Hobbyläufer zum „Verrückten“ mutiert. Die dortigen Lauf-Kollegen haben meine Veränderung stets mit freundlicher Verwunderung, aber nicht ohne Respekt, wahrgenommen, ohne aber mich wirklich unterstützen zu wollen oder zu können. Und jetzt meine ich, dass über 5 Jahre dort genug sind.

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Ich bin bekennender Ultra-Marathoni und deshalb habe ich mich entschieden, schon bald für die LG-DUV, die „Laufgemeinschaft der Deutschen Ultramarathon Vereinigung e.V.“ zu starten. Den Aufnahmeantrag habe ich schon ausgefüllt. Das ist keinesfalls eine Abkehr vom DLV, aber eine Ergänzung ist es schon.

Dort werde ich einer von zurzeit  27 (ohne mich) Athleten/innen sein und die Namen der zukünftigen KollegInnen klingen so gut und die meisten davon kenne ich schon lange. Ob das der geschätzte Michael Irrgang ist, der Mitte August den KÖLNPFAD gewonnen hat oder Michael Eßer, mit dem ich unter anderem den KÖLNPFAD und auch den UTMB gelaufen bin, oder ob es mein badischer Freund Peter Wiedemann oder eben der Sportwart und Veranstalter des KÖLNPFAD, Wolfgang Olbrich ist, ich bin sicher, dass ich dort gut aufgehoben sein werde.
Und da gibt es noch einen, auf den ich mich ganz besonders freue: Christian Mohr, mit dem ich dieses Jahr bei SwissJuraMarathon (SJM) gelaufen bin und mit dem ich mich dort so gut verstanden habe. Christian, ich freue mich auf Dich!

Stolz darauf, dort dabei sein zu dürfen, bin ich schon jetzt.

Also packe ich mein Schäufelchen und mein Eimerchen, um mit diesen 27 großartigen AthletInnen in deren Sandkasten zu spielen. Spielst Du dann auch mit?

TV Altendorf-Ersdorf, mein Lauftreff …

„Doppelt hält besser,“ sagte meine Mutter immer. Ob das immer gilt?
Spontan fallen mir viele Situationen ein, bei denen „doppelt hält besser“ nicht geht oder nicht durchsetzbar ist.

Aber bei Laufgruppen passt es. Deshalb laufe ich meist mit dem TV Altendorf-Ersdorf, meinem Lauftreff, bei dem ich auch die ersten Schritte unternommen habe.
Das passiert Montags und Donnerstags, wenn immer ich das zeitlich hinbekomme. Nur am Mittwoch ziehe ich den „JOUR FIXE“, das Tennis in Grafschaft-Ringen, vor.
Und Samstag Mittags bin ich ja sowieso nie da, zwei Termine, wo die Altendorf-Ersdorfer Lauffreunde ohne mich unterwegs sein müssen.

Der Dienstag Abend aber ist der Abend des LT Grafschaft. Da starten wir in Grafschaft-Vettelhoven fast direkt vor meiner Haustüre. Und die Grafschafter laufen auch deutlich schneller als die Kollegen von Altendorf-Ersdorf, also ist dieser Abend gewissermaßen gleich mein Tempotraining.

Heute versuche ich es wieder mit dem Laufen, das erste Mal seit der DLV Challenge in Oldenburg. Nach 177,52o Kilometer vielleicht weitere 8 bis 12 Kilometer, je nachdem, welche Strecke gewählt wird …

Es wird schon gehen …