Das Weihnachtswunder und die Kölnpfadfamilie!

Am Anfang war die Idee. Sie kam aus dem Kreis der Teilnehmenden und sie war noch sehr jung, noch ein sehr kleines Pflänzchen.
„Was wäre, wenn wir 2025 eine Wanderung durchführen würden, bei der Erlöse teilweise oder ganz dem „WDR2 Weihnachtswunder“ zugute kommen?“
Wir werden ja fast wöchentlich mit Ideen konfrontiert, was wir alles machen könnten oder sollten. Ideen gibt es viele, aber erst dann beginnt die eigentliche Arbeit.
– Passt diese Idee zu unserer Familienphilosophie?
– Sind wir personell und finanziell in der Lage, eine (bestimmt oft großartige) Idee umzusetzen?

Und erst wenn diese Fragen positiv beantwortet werden können, dann folgen die Fragen im Detail.
Im Fall der Wanderung für das „WDR2 Weihnachtswunder“ war zuerst zu klären, wie lange solch eine Wanderung sein soll. Da wir „aus Gründen“ die Zahlen 1, 7 und wieder die 1 lieben gelernt haben, entschieden wir uns für die Länge von 17,1km.
Danach entschieden wir die Frage, wo wir enden wollen, mit dem Kölner Dom, mit der Kölner Innenstadt. Für den Startpunkt haben wir dann zwei Szenarien entwickelt, entweder wir gehen vom Norden runter oder vom Süden rauf bis zur Hohenzollernbrücke, um diese wunderschöne Brücke mit den Tausenden von Liebesschlössern als Abschluss der Wanderung zu erleben. Wir entschieden uns für die zweite Variante und wählten die Endstation der Straßenbahn der Linie 7 in Köln Zündorf als Startpunkt.
Um aber nun wirklich 17,1km hinzubekommen mussten wir zwei Verlängerungen einbauen. Also zuerst ein paar Meter in den Süden gehen, das war das Eine. Und zwei zusätzliche Brücken einbauen war das Andere. Wir entschieden uns für die Südbrücke, eine reine Eisenbahnbrücke, bei der allein der Aufstieg durch die vielen Graffiti-Bilder ein Genuß ist und für die Deutzer Brücke, um auch eine längere Strecke linksrheinisch zu haben.

Die nächste Frage, die sich stellte war, wie wir es mit dem Spendengeld halten wollten. Wir haben die Möglichkeit diskutiert, einen festen Betrag jeder Anmeldung für das „WDR2 Weihnachtswunder“ zu verwenden, das schien uns aber nicht prägnant genug zu sein, kann da doch der Eindruck entstehen, dass man die Startgelder eben um jenen festen Betrag erhöht. Somit hätte man selbst keinen echten eigenen Beitrag geleistet.
Auch die Überlegung, „den Überschuss“ diesem sozialen Zweck zur Verfügung zu stellen, erschien uns nicht plausibel, weil es unser Ziel war, einen eigenen Beitrag zu dieser Veranstaltung zu leisten.
Also entschieden wir uns, das gesamte Startgeld als Spendenbetrag zu betrachten und die Kosten der Veranstaltung selbst zu tragen.
Um das Ganze für uns bezahlbar zu halten, entschieden wir uns, maximal 171 Teilnehmende zuzulassen.
Damit aber auch eine nennenswerte Summe für das „WDR2 Weihnachtswunder“ zusammenkommen konnte, baten wir um eine Mindestspende von 17,10 EUR pro Person. Dankenswerterweise haben die meisten Teilnehmenden diese Mindestspende aufgerundet, teilweise sogar signifikant. Das war ein Erlebnis, das ich wohl niemals vergessen werde.
Soweit, so gut.
Wir entschieden, einen VP einzurichten, der aber nicht im „Kölnpfadstandard“ ausgestattet sein sollte, sondern nur eine Grundversorgung ermöglichen sollte. Im Ziel sollte es einen Weckmann und ein Glas Glühwein für jeden Finisher geben.
Bei den benötigten maximal 171 Weckmännern fanden wir in der Bäckerei BOLTEN, Duisburg, einen Partner, der uns preislich entgegenkam, das war also einfach. Den Glühwein wollten wir selbst herstellen, so die Idee.
Nun kam aus dem Kreis der Kölnpfadfamilie die Nachfrage, ob wir diese Spendenwanderung auch virtuell anbieten könnten, damit hatten wir ursprünglich gar nicht gerechnet. Also neu überlegen und weitere 171 Startplätze zur Verfügung stellen.
Virtuelle Wanderer können aber keinen Weckmann und keinen Glühwein von uns bekommen, also müssen Urkunden her und Medaillen, damit der virtuelle Wanderer etwas „handfestes“ bekommt, um diese Veranstaltung gut in Erinnerung zu behalten. Beides musste designed und bestellt werden, aber das gehört dann eher in die Abteilung „macht doch Spaß“.

Und da war natürlich auch noch die Korrespondenz mit dem „WDR2 Weihnachtswunder-Team“. Die Teammitglieder mussten informiert und inspiriert werden, ein halbes Dutzend Mails gingen also Richtung WDR, bis wir die Zusage erhielten, dass eine Moderatorin des WDR, Katharina, sich bei uns wegen einen kleinen Interviews melden würde. Dieses Interview am Donnerstag, 11.12.2025, also zwei Tage vor dem Event, war großartig und brachte nochmal einen riesigen Schub in die Anmeldungen, vor allem für die virtuelle Wanderung. Vor allem aber brachte es Teilnehmende, die bisher noch nie ein Event von uns besucht hatten. Danke WDR2!
Den Mitschnitt dazu findest Du auf unserer Webseite https://koelnpfad.com/13-12-2025-die-koelnpfadfamilie-wandert-fuer-den-guten-zweck/.
Als Ziellocation hatten wir ein Hotel am Dom im Blick. Dort haben auch schon andere Laufveranstaltungen geendet. Wir waren also ziemlich sicher, dass das funktionieren würde.
Es war dann am Dienstag vor der Veranstaltung, dass uns dieses Hotel abgesagt hatte. Merde! Shit!

Was nun, dachten wir und ich begann „Klinken zu putzen“. An einem Adventssamstag kurz vor Weihnachten, zudem am Abend, war es schwer, überhaupt offene Ohren für solch eine Aktion zu finden ist schwierig, das habe ich bei den vielen Anfragen gelernt. Linksrheinisch in der ersten Reihe ging gar nichts, also weiter in der zweiten Reihe, vom Rhein aus gesehen. Auch hier – Fehlanzeige.
Der Blick ging dann über den Rhein, da gibt es den Landschaftsverband Rheinland mit einem großen Gebäude und … da ist doch ein Pop-up Glühweinstore. Da frage ich doch einfach mal nett nach.
Schnell wurden wir uns einig, wenngleich natürlich mit der Prämisse, dass der Shop seinen sehr guten Glühwein verkaufen kann, wir aber bekommen die Location mit einem atemberaubenden Blick auf die Hohenzollernbrücke und auf den Kölner Dom.

Die Bestätigung durch die Geschäftsleitung folgte einen Tag später – Bingo! So soll es sein.
Und als Belohnung für die Steckenänderung gab es für die Teilnehmenden der Präsenzwanderung einen neuen Track und die Zusage, ebenfalls eine Medaille zu erhalten.
Nun dachten wir über den VP nach und die Bestückung. „Nur ein Wasser-VP“ war ausgeschrieben, aber wer mich kennt, der weiß, dass es bei uns immer ein wenig mehr sein darf. Also gab es neben Wasser, still und mit Kohlensäure, auch einen warmen Zitronentee, Coca-Cola und weihnachtliche Spekulatius.

Was wir bekommen haben, das waren 280 Teilnehmende, davon 146 Teilnehmende in der Präsenzveranstaltung und stolze 134 Teilnehmende in der virtuellen Variante. Es gab eine Großspende einer befreundeten Wanderveranstaltung und es gab Personen, die zwar nicht wandern, aber helfend beitragen wollten. Großartig, wer hätte das gedacht?
Und diese 280 Teilnehmenden haben dann, zusammen mit der Großspende und den Gönnern, 7.079,20 EUR als Spendensumme eingebracht.

Für den 16. Dezember 2025 hatten wir geplant, den symbolischen Scheck an das „WDR2 Weihnachtswunder-Team“ zu übergeben. Also erst solch einen Riesenscheck besorgen, nach Essen fahren, ein wenig zeitliche Sicherheit einbauen. Aber wir waren pünktlich, sogar etwas überpünktlich.
Dort auf dem Bugplatz in Essen herrschte allerdings Karneval, Weihnachten und Ostern zusammen. So viele Menschen, Kameras, die das Ganze live ins Netz übertrugen, Schlangen von Menschen, die ihr Scherflein beitragen und einen Musikwunsch ergattern wollten und die Hauptschlange stand vor dem WDR2 Glashaus. Sie reichte über den ganzen Platz, um die Kurve herum und weit in die Nebenstraße hinein. 150 Minuten Anstehzeit waren vorhergesagt – und das mit einer bestenfalls minimalen Chance, im Radio wieder Gehör zu finden.
Also haben wir uns entschlossen, einen alternativen Plan zu entwickeln und wir haben uns mit der schönen Kölnpfad UltraWandern 2025 Rückwand vor eine große blaue „WDR2 Weihnachtswunder-Säule“ zu stellen, dort ein paar Fotos zu machen und machen zu lassen, die Überweisung des Geldes findet dann ganz banktechnisch mittels SEPA statt.

Was wirklich beeindruckend war, ist, wie viele Menschen, Gruppen, Vereine, Schulklassen dabei waren. Und welche Summen hier generiert wurden. Auf der Hinfahrt erzählte man im WDR2 von einer Schulklasse, die ein Sponsorenschwimmen veranstaltet hatte. Jede 25 Meter Bahn brachte Geld für das „WDR2 Weihnachtswunder“. Und die Kids schwammen mal 38 Bahnen, mal 45 Bahnen und sie schafften es, stolze 13.000+ EUR zusammenzuschwimmen.
All das zeigt, dass der WDR2 mit diesem Programm einen Nerv der Bevölkerung getroffen hat. Auch wenn wir uns eine schönere Scheckübergabe gewünscht hätten, angesichts dessen, dass wir nicht einmal ein Promille zur Gesamtspendensumme beitragen konnten, war es ein echtes Erlebnis, das Treiben auf dem Essener Bugplatz zu erleben, natürlich bei bestem „Frühlingswetter“ mit Sonne und 14 Grad Temperatur.
Alles richtig gemacht, denke ich und ich verneige mich in Demut vor allen Personen, die Teil dieser Spendenwanderung waren, ob als Teilnehmende, als Gönner oder auch als Partner.
Danke und auf ein Neues in 2026!

„Füße tragen Leben“ 2014

„Wenn wir jeder von uns bei uns selbst anfangen, uns zu bessern, und wenn wir uns zuerst selbst bessern, jeder von uns, dann kommen wir mit Gottes Hilfe zum inneren und äußeren Frieden.“ (Konrad Adenauer)

Stell‘ Dir eine Welt vor, in der es normal wäre, dass die, die reden können, denen zur Seite stehen, die stumm sind, stell‘ Dir eine Welt vor, in der es normal wäre, dass die, die sehen können, denen zur Seite stehen, die blind sind.
Und stell‘ Dir eine Welt vor, in der es normal wäre, dass die, die laufen können, denen zur Seite stehen, die schwächer sind.

Spendenlauf für den Bunten Kreis

„Frühchen“ sind schwach und deren Familien brauchen jede Menge Hilfe, finanzielle und ideelle, moralische und tatkräftige. Das beginnt schon vor der Entbindung und kurz nach der Entbindung, wenn die Verwandten und Bekannten es kaum wagen, den Eltern zur Elternschaft zu gratulieren, weil sich niemand sicher ist, ob das teilweise so unglaublich winzige Baby auch am nächsten Tag noch am Leben ist, wenn die Verwandten und Bekannten sich nicht trauen, mit einem Strauß Blumen in das Krankenhaus zu fahren, gepackt mit Babywäsche für die ersten Monate.
„Frühchen“und ihre Familien bleiben da oft allein, genauso alleine wie in den Monaten danach, wenn es darum geht, die Defizite, die das „Frühchen“ hatte, aufzuholen.

Und genau in diese Einsamkeit greift der BUNTE KREIS ein. Der BUNTE KREIS kümmert sich mit finanzieller Hilfe, mit Beratung und mit medizinischer Unterstützung vor allem um diese Familien. Und diese Familien sind und bleiben dem BUNTEN KREIS dann meist dauerhaft dankbar und verbunden.
Und der BUNTE KREIS, einst in Augsburg gegründet, wo auch heute noch der Hauptsitz der Organisation ist, erreicht in den letzten Jahren immer mehr Städte, immer mehr betroffene Familien.

Der BUNTE KREIS BONN/BAD NEUENAHR, für den ich ja schon im Vorjahr Gelder erlaufen habe (250 Miles Thames Ring Race 2013) macht da keine Ausnahme, auch er vergrößert sich. Und das gleich doppelt, in den Norden und in den Süden.

So betreuen Inka Orth und ihr unermüdlich arbeitendes Team nun auch über die Asklepios Klinik St. Augustin auch die Städte Sankt Augustin und ganz neu seit diesem Jahr über die Uniklinik Köln auch die Stadt Köln im Norden und im Süden über das Gemeinschaftsklinikum Koblenz – Mayen, Kemperhof Koblenz auch die Stadt Koblenz.

Und da fielen Max Biniek vom BUNTEN KREIS und mir zwei passende Worte dazu ein: „Grenzen erlaufen“. Und ein Projekt: „Grenzen erlaufen“.

Wir alle, die wir Ultraläufer sind, kennen das. „Grenzen erlaufen“ bedeutet für uns, unsere eigenen Grenzen zu finden, zu testen und nach Möglichkeit ein wenig zu verändern.
Beim nächsten Projekt „Grenzen erlaufen“ bedeutet das für mich, dass ich die Grenzen des Gebiets des BUNTEN KREISES KÖLN/BONN/KOBLENZ erlaufen möchte. Und Du merkst schon, dass das mehr sein kann, als „nur“ den Weg am schönen Rhein entlang zu nehmen.
Da ist der Rheinsteig rechtsrheinisch, da ist der RheinBurgenWeg linksrheinisch und da sind Teile des Kölnpfads im Norden. Nicht alles werde ich nutzen können, aber wir werden in den nächsten Wochen eine anspruchsvolle Route festlegen, die zumindest diese Fixpunkte verbindet:

1. Start wird an der „Großen Blumenwiese“ in den Bonner Rheinauen sein.
2. Es wird einen kurzen Halt in der Asklepios Klinik St. Augustin, Arnold-Janssen-Straße 29, Sankt Augustin, geben.
3. Ich werde die Uniklinik Köln, Kerpener Straße 62, Köln, anlaufen, um mich dort zu verpflegen.
4. Im Süden werde ich das Gemeinschaftsklinikum Koblenz – Mayen, Kemperhof Koblenz besuchen.
5. Das Ende der Reise wird in Bonn sein, mitten auf dem Marktplatz.

Um dem Ganzen aber einen größeren Rahmen zu geben, findet der Lauf in Zusammenhang mit einem 4-Stunden-Rundenlauf für Schüler Bonner Schulen in den Bonner Rheinauen statt. Ich werde dort erst einmal drei Stunden lang gemütlich mit den großen und kleinen Schülern Runden laufen, um dann ab 12 Uhr auf meine große Runde zu gehen. Die Schüler können dann noch eine weitere Stunde lang Runden laufen, ich werde dann Richtung St. Augustin unterwegs sein.

Stattfinden wird das Projekt am letzten Donnerstag vor dem Ferienbeginn der Sommerferien in Nordrhein-Westfalen, also am 03. Juli 2014 und das Ende meines Laufes ist für Samstag, 05. Juli 2014 gegen 16 Uhr geplant. Mir bleiben neben den drei Stunden „Runden drehen“ weitere 52 Stunden Zeit für eine Runde, die wir so erstellen werden, dass sie etwa 230 bis 250 Kilometer lang sein wird.
Ein Hauch vom JUNUT also, wenngleich die Stopps in St. Augustin, in Köln und in Koblenz Zeit kosten werden.

Ziel des Projektes ist es natürlich, möglichst viele Spendengelder zu erlaufen.
Die Eltern, Großeltern und Verwandten der Schüler dürfen dabei für deren Runden spenden, zugleich wird es auf dem Spenden- bzw. Rundenformular ein Feld geben, mit dem man auch für meine Kilometer und für mein Finish spenden kann.

Dabei werden wir meine Kilometer dieses Mal nicht fest vergeben, sondern jeder, der auf meine Kilometer spendet – und da ist jeder glatte EURO-Betrag willkommen – wird auf dem Laufshirt vertreten sein, sofern die Zusage zur Spende rechtzeitig vor dem Druck eintrifft.
Noch ist ja ausreichend Zeit, um viele Namen darauf zu verewigen, aber es ist ja oft so im Leben, dass die Zeit schneller vergeht, als es einem lieb ist.

Vielleicht begleitet mich sogar der Eine oder Andere auf der einen oder anderen Etappe des Laufs. Gemeinsam „Grenzen erlaufen“ macht halt schon mehr Spaß, finde ich.
Und so will ich, während ich die „Grenzen erlaufen“ werde, meinen Beitrag dazu tun, denen zur Seite zu stehen, die schwächer sind, denen zur Seite zu stehen, die unser aller Hilfe benötigen, denen zur Seite zu stehen, denen man trotzdem einen guten Start ins Leben ermöglichen kann.

Wenn Du das Projekt unterstützen willst, dann teile diesen Artikel. Oder „like“ und teile die Facebook-Seite „Füße tragen Leben“. Oder beides. Oder mehr …

Das ist das Anschreiben an die Bonner Schulen (jeweils klicken zum Vergrößern!):
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Der frubiase SPORT blog vom 2. August 2010

Ein Beitrag von Hauke König

Sind 560 km am Stück möglich?

Ich sage es ganz klar: Ich weiß es nicht, aber ich will es herausbekommen.

Deshalb laufe ich von Dresden nach Hamburg. Immer entlang der Elbe. 560 km nonstop, aber glücklicherweise nicht alleine. Dieses Experiment gehe ich zusammen mit den Ultraläufern Susanne Alexi aus Köln und Thomas Eller (Tom) aus der Grafschaft bei Bad Neuenahr an.
Unser Team komplettieren wird zudem auch Thomas Batteiger, der das Wohnmobil, das uns begleitet, fahren wird. Außerdem wird er uns bekochen, bemuttern, verhätscheln, filmen und fotografieren und alles dafür tun, damit wir uns auf die eine Sache konzentrieren können: Laufen, solange es geht.

Grundsätzlich sieht der Plan so aus: Tom, Susanne und ich laufen und Thomas fährt mit dem Wohnmobil parallel zum Elberadweg auf der Straße. Alle etwa 10-20 km treffen wir uns und können uns verpflegen. Sollte jemand schlafen müssen, was bei einer Gesamtlaufzeit von vier Tagen und drei Nächten sicher vorkommen kann, wird die Schlafpause im Wohnmobil eingelegt, wobei das Wohnmobil mit dem pausierenden Läufer zum nächsten Treffpunkt weiterfahren wird. Dort kann der Pausierende dann wieder zu den anderen dazu stoßen. Diese Regelung ist wichtig, weil die Versorgung der drei Läufer nur funktionieren kann, wenn wir beieinander bleiben. Über die Schlafpausen jedes Läufers wird akribisch Buch geführt werden.

Uns geht es aber auch darum, unsere eigenen Grenzen zu finden und deshalb wird es auf jeden Fall den Versuch geben, möglichst die komplette Strecke durchzulaufen. Ob das gelingt oder nicht ist im Grunde genommen sekundär. Die Aufgabe, die wir uns gestellt haben, ist ein Ausloten der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit jedes einzelnen von uns.

Wie weit können wir laufen? Das ist die Frage. Der Elberadweg von Dresden nach Hamburg wird uns die Antwort auf diese Frage geben.

Einen guten Zweck verbinden wir mit dieser Herausforderung ebenfalls. So sammeln wir für jeden gelaufenen Kilometer Spendengelder, die wir an den Verein „DUNKELZIFFER e.V.“ (www.dunkelziffer.de) weiterleiten werden. Dieser Verein hilft seit seiner Gründung im Jahre 1993 sexuell missbrauchten Mädchen und Jungen und ihren Vertrauenspersonen mit bundesweiter Erstberatung, Prävention an Schulen und Opferanwälten sowie Kindern im Großraum Hamburg mit Therapien.

Hilf auch Du mit: Es dürfen uns gerne viele Menschen ein Stück auf unserem langen Weg begleiten, die auf diese Art ebenfalls einen Euro pro Kilometer an den Verein „DUNKELZIFFER e.V.“ spenden wollen.
Start ist am Freitag, den 06. August um 06:00 am Theaterplatz in Dresden. Wir freuen uns auf euch!

Lauft mit, spendet mit, seid ein Teil unserer Mission!

Volksfest statt Volkslauf in St. Ingbert

„Soli-Lauf“ hieß er offiziell, „so nie – Lauf“ würde ich ihn nennen.

Ausgeschrieben war er als 24-Stunden-Lauf, aber ich hatte glücklicherweise an diesem Tag niemals das Verlangen, mehr als 5 bis 6 Stunden zu laufen. Und selbst diese Vorgabe habe ich schon in der ersten Laufstunde schnell Richtung „Marathon“ nach unten korrigiert.

Schon das „Mühlwald-Stadion“ in St. Ingbert hatte seine Tücken. Dort, wo gewöhnlich Fußballspiele der untersten Fußball-Ligen entschieden werden, war vieles alt und renovierungsbedürftig, die Umkleideräume waren genauso weit weg von der Laufbahn wie die Toiletten. So stand ein Toilettenwagen außerhalb des Stadions auf dem Parkplatz, gut für die zahlreichen Zuschauer, schlecht für die ambitionierten Läufer.

Die 400-Meter-Bahn, auf der alles stattfinden sollte, erwies sich als eine unebene, mit Erde aufgefüllte Staub-Bahn, auf der viel Gras wuchs. Dabei war die Strecke so uneben, dass an ein kontrolliertes Runden laufen nicht gedacht werden konnte. Aber das wäre sowieso nicht möglich gewesen, weil der Lauf mehr einen Volksfest-Charakter hatte und keine Ambitionen darauf hatte, irgendwann ein beachtetes Lauf-Event zu werden.
Schon im Vorfeld fiel mir auf, dass es sehr viele und riesengroße Staffeln, aber nur sehr wenige Einzelläufer gab. Wenn ich nun erwartet hätte, dass eine Staffel sich die Zeit auf der Bahn wie auch immer teilt, dann war ich vollkommen auf dem Holzweg. Manche Staffeln hatten zehn oder fünfzehn Läufer gleichzeitig auf der Bahn – oder auch mal gar keinen.
Und von Läufern kann nur bedingt gesprochen werden.
Zwei Mütter mit Kinderwagen waren spazieren gehend genauso auf der Strecke wie Nonnen in ihren Roben, es gab viele Nordic Walker und noch mehr Fußgänger und Dutzende von Kindern, die auf der Laufstrecke gerauft oder fangen gespielt haben, meist gegen oder quer zur Laufrichtung.
Und nur die wenigsten haben der Bitte der Organisatoren entsprochen, die Innenbahn frei zu halten. Gerade am Anfang dachte ich mehr an Slalom als an kontrolliertes Laufen.

Natürlich war auch die Politik vertreten. In der „heißen Phase“ des Wahlkampfs wollten fast alle großen Parteien Flagge zeigen. Warum tun die das eigentlich nicht, wenn gerade mal keine Wahl ansteht?
Die Linken wurden von zwei Damen repräsentiert, die Werbung für das LafonTEAM machten und auch so ganz adrett aussahen. Gelaufen sind die beiden aber eher wenig.

Die Jungen Liberalen (JuLis) waren mit dem FDP-Regionalboss Oliver „Olli“ Luksic gemeinsam in einer großen Truppe unterwegs. Allerdings redeten sie ununterbrochen von Politik und waren auch nur Spaziergänger. Ob der Spitzenkandidat so bis Sans-Souci spazieren will? Mit einem aber redete keiner der Parteien: mit den anderen Läufern, warum auch, wir sollen ja nur unser Kreuzchen machen …
Die CDU war mit einer großen Truppe angereist, alle hatten orangene Leibchen an, Poloshirts aus Baumwolle, ideal zum Laufen. Nur einer der CDU-ler war wirklich ein Läufer, der Rest war eher von der Walker-Fraktion. Da die CDU aber weniger Teilnehmer aufweisen konnte wie die SPD hat die CDU dafür gesorgt, dass das Gesamtgewicht der Läufer der CDU das der SPD-ler dennoch weit übertroffen hat.

Die SPD war mit einer jungen Truppe vertreten, ganz sicher die größte politische Gruppe überhaupt, die die lokale Bundestagsabgeordnete Astrid Klug unterstützten. Astrid Klug hielt vor dem Start noch eine unvermeidliche Rede, gelaufen ist sie aber nicht. Dafür gab es in ihrer Truppe einige wirklich gute Läufer, schnell und ausdauernd. Diesen politischen Wettbewerb hat also die SPD klar für sich entschieden. Das ist ein echter Trost, wenn man schon keine Wähler mehr hat, oder?

Eines gab es dort wieder, was wir Läufer auf unseren Veranstaltungen meist vermissen: Raucher! Und davon gab es reichlich. Und sie rauchten überall, selbst auf der Laufstrecke. Am liebsten waren mir die Raucher, wenn sie in Gruppen von acht oder zehn Personen nebeneinander auf der Bahn spazierten und aus dem Lauf ein echtes Hindernisrennen gemacht haben.

Und da gab es noch junge Männer, die ein spezielles Training absolvierten. Gelegentlich laufe ich ja mit Bleiweste oder mit Bleigewichten an den Armen, um meine Muskeln zu stärken. Diese Jungs liefen auch mit Gewichten in der Hand. Das war nett anzusehen. Schade war nur, dass diese Gewichte flaschenförmig und mit Bier gefüllt waren. All das waren echte Motivatoren, die dafür gesorgt haben, dass Du über alles nachdenkst, nur nicht über Dein Laufen.

Das Bild vervollständigt hat sich aber dadurch, dass es außer Apfelstückchen, Wasser und einem Eistee keinerlei Verpflegung gab. Was wäre gewesen, wenn ich vorgehabt hätte, hier 24 Stunden zu laufen? Wie aber willst Du Dich als 24-Stunden-Läufer selbst versorgen?

Dass bei dem Lauf die Zeitnahme-Chips von „meisterchip.de“ manche Runde doppelt aufgezeichnet hatten und ich daher bis jetzt nicht weiß, wie weit ich in den 5 Stunden gekommen bin, die ich laufend unterwegs war, passt noch ins Bild dieser Veranstaltung.
Ich hatte ja schon während des Laufs entschieden, nur 106 Runden zu laufen, was 42,4 Kilometern entsprochen hätte. Nun hing irgendwann ein Zettel im Start/Ziel-Bereich, dass die Zeitnahme in den ersten zwei Stunden wohl nicht richtig funktioniert hätte und mir wurde angedeutet, dass vier oder fünf Runden abgezogen werden könnten. Dazu weiß ich, dass ich mindestens zwei Runden gemacht habe, wo das System mich nicht gezählt hatte (der Rennleiter begleitetet mich auf einer Bahn, weil ihm der Ausfall des Zählsystems bei mir aufgefallen war) und ich wollte nicht das Risiko eingehen, dass ich nach der Korrektur mit einem Wert gewertet werde, der unterhalb der Marathon-Distanz lag. Deshalb lief ich über die 106 Runden hinaus noch 12 weitere, damit ich auf meiner GARMIN GPS Uhr und auch dort genug Sicherheit hatte, dass hier nichts passieren kann. Mal sehen, mit welchem Wert ich wirklich gewertet werde. „meisterchip.de“ sagt über sich selbst „Die besondere Art der Zeitmessung!“ Gut gebrüllt, Löwe, sage ich.

Ich habe mich wirklich gefragt, ob ich schon so abgehoben vom normalen Leben bin, dass ich von diesen Zuständen derart schockiert war? Oder ob die Veranstalter in ihrem Ehrgeiz, möglichst viele Spendengelder zu akquirieren, den Lauf vollkommen vergessen hatten? Es ist halt oft das Gleiche: wenn die Veranstalter selbst keine Läufer sind, dann werden auch die Bedingungen, die geschaffen werden, den Läufern nicht gerecht.

Alles in allem war es eine Veranstaltung, die unter der Rubrik „GUT GEMEINT“ abgehakt werden sollte. „GUT GEMACHT“ aber wäre mir erheblich lieber gewesen.