Vor dem SwissJuraMarathon …


N.T. carbon
Morgen Abend packe ich meine Sachen für den bis dahin längsten Lauf meines kleinen Lauflebens: 350 Kilometer an 7 Tagen mit 11.000 Höhenmetern.

Das sind noch 50 Kilometer mehr als beim GoreTex TransAlpineRun 2008 und das bei einem Lauftag weniger. Mal sehen, wie das wird.

Über die Veranstalter geärgert habe ich mich aber schon drei Mal: zuerst, als ich hörte, dass es seit zwei Jahren kein Funktions-Shirt mehr gibt, sondern nur noch eines aus Baumwolle. Und das kannst Du nicht bei Deinen Läufen tragen … tragisch, finde ich.
Und dann wieder, als der Speiseplan erschien. Da findest Du Fleisch, Fleisch, Fleisch. Für mich ist das eine kleine Katastrophe. Einzig die Supermärkte der einzelnen Orte werden sich freuen, dort werde ich täglicher Gast sein. Also wieder eine Stunde, die weg ist.
Besonders ärgerlich aber fand ich die Reaktion auf meine Bitte, doch auch ein vegetarisches Gericht anzubieten. So kalt und gleichgültig bin ich selten abgefertigt worden.
Und seit gestern habe ich ein weiteres Problem mit dem Veranstalter. Ich habe mich beim GoreTex TransAlpineRun 2008 so daran gewöhnt, die Bergpassagen mit meinen superleichten Comperdell Carbonsticks zu bewältigen. Beim SJM aber ist das vorgestern verboten worden.
Die Begründung: Stöcke hätte ja nicht jeder und so sei es eine Bevorteilung derer, die mit Stöcken laufen würden. Zudem sei das sowieso nur eine Mode, die vorbei gehen würde. Na ja, selbst die „Mutter aller Bergläufe“, der UTMB, empfiehlt Stöcke sogar ausdrücklich. Vielleicht sollten die Schweizer hier mal Nachhilfe nehmen und für 2010 etwas ändern.

Ich habe mir aber vorgenommen, ohne negative Assoziationen nach Genf zu fahren, deshalb habe ich mir heute ein Funktions-Shirt designed, das morgen in den Druck geht. Da freue ich mich drauf und ich werde das bei der ersten und bei der letzten Etappe tragen.

Bald geht es los: schon vom SJM träumen …

Am Samstag in einer Woche beginnt die Anreise nach Genf zum SwissJuraMarathon (SJM). Wirklich nicht mehr lange hin …
Zeit, dass ich mir Gedanken mache über das, was da vor mir liegt.
Insgesamt sind es 350 Kilometer an 7 Tagen.

Klar ist für mich, dass ich mich ausschließlich an den Cut-Off Zeiten bewegen will. Ich will viele Fotos machen und mir keinen unnötigen Stress machen.
Noch vor zwei Tagen habe ich gezweifelt, ob ich überhaupt mitlaufen könnte, mittlerweile sind die Füße soweit abgeheilt, dass ich Hoffnung habe, dass es gehen wird.
Aber auf eine „gute Zeit“ gehen und eine gute Position im Ranking anstreben? Nein, ganz bestimmt nicht.

Tag 1 – Sonntag: es beginnt nicht einfach. 47 Kilometer und ein richtig hoher Berg.

Swiss Jura Marathon Etappe 1

Tag 2 – Montag: die Etappe scheint nicht allzu hart. Nur 1.290 Höhenmeter.

Swiss Jura Marathon Etappe 2

Tag 3 – Dienstag: die längste Etappe, immerhin 56 Kilometer lang.

Swiss Jura Marathon Etappe 3

Tag 4 – Mittwoch: auch ein harter Tag, 47 Kilometer und über 2.000 Höhenmeter.

Swiss Jura Marathon Etappe 4

Tag 5 – Donnerstag: wieder eine lange Etappe mit vielen Abstiegen, schlecht für meine Knie, aber auf Biel freue ich mich.

Swiss Jura Marathon Etappe 5

Tag 6 – Freitag: glatte 50 Kilometer, aber die Strecke kenne ich.

Swiss Jura Marathon Etappe 6

Tag 7 – Samstag: die Abschluss-Etappe hat es noch einmal in sich, aber ich freue mich, in Basel meinen Bruder zu sehen und mit ihm zu feiern.

Swiss Jura Marathon Etappe 7

Ich bin meinem Lauffreund Achim und seiner Frau sehr dankbar, dass ich mit ihm nach Genf fahren darf.  So erspare ich es mir, mich ohne Begleitung vorbereiten zu müssen. Wir können uns unterhalten, vielleicht kann ich im Auto noch etwas lesen.
Ein richtig schöner Ruhetag bevor es richtig losgeht.