Der filetierte Pfefferkarpfen-Lauf …

(klicken zum Vergrößern) - Die ersten Zeilen des Eifel-Krimis "VINO DIAVOLO" von Carsten S. Henn, der bei uns in Bad Neuenahr spielt.

Samstag, der 20. Februar, 6.00 Uhr, ich sitze im Auto, unterwegs Richtung Nürnberg-Schnepfenreuth, zum „Pfefferkarpfen-Lauf“ nach Pommersfelden. Ich war aufgeregt und freute mich, Olaf Schmalfuß, den Veranstalter des Laufs und Alexander von Uleniecki mal persönlich kennen zu lernen. Außderdem freute ich mich, Kurt Süsser, Klaus Neumann und Gottfried „Gotti“ Oel wieder zu sehen.

Mein Plan war, zwischen 9.00 Uhr und 9.30 Uhr in Nürnberg-Schnepfenreuth anzukommen, da der Lauf um 10 Uhr beginnen sollte. Für die rund 390 Kilometer hatte ich also ausreichend Zeit. Die Autobahn war leer und trocken, ich schaltete den Tempomat also auf 150 km/h und schob die erste CD des Hörbuchs „VINO DIAVOLO“ in den CD-Schlitz, das meine Frau Gabi mir am Tag zuvor noch gekauft hat. „Damit es Dir beim Auto fahren nicht so langweilig ist … !“ sagte sie.

Ich muss ja gestehen, ein großer Fan von Hörbüchern zu sein, was aber nicht bedeutet, dass ich keine Bücher lesen würde. Aber ein Hörbuch oder ein Hörspiel während der langen Fahrten erheitert oft ungemein. Und der fette Koch Julius Eichendorff aus unserem Ahrtal ist schon ein paar Lacher wert. Der Autor, Carsten Sebastian Henn, schreibt in einer unnachahmlich bildhaften Art und schon der Anfang der Geschichte hat mich fasziniert. Ich stellte mir vor, dass mir auch das passieren würde, was Julius Eichendorff erlebt hat, nämlich, dass ein schwarz gescheckter Wiederkäuer von wo aus auch immer direkt auf meinen Wagen fallen würde.


Aber das passierte natürlich nicht, es ist ja für Kühe überaus unüblich, vom Himmel zu fallen, also konnte in Ruhe zwei der vier CD’s anhören, bis ich in Erlangen-Tennenlohe von der A3 abfahren musste. Gleich sechs Kilometer weiter war dann auch das Sportheim des TB Johannis 1888, wo alle der 30 gemeldeten Läufer eintrudeln sollten. Viele waren schon da – und ich war froh, noch viel mehr Läufer zu kennen als die, auf die ich mich eingestellt hatte. Es gibt ja viele, die man oft gesehen hat, aber denen man keinen Namen zuordnen kann.

Nach ein paar Startfotos ging es auch pünktlich los, immer der Regnitz entlang, eine wunderschöne Strecke, die durch lange vermisste Sonnenstrahlen weiter verschönert wurde. Die meisten waren zu dick angezogen und ich wollte hier Vorbild sein und trug vier dünne Schichten, ein SKINFIT Unterhemd, ein kurzärmliges Laufshirt, eine dünne SKINFIT Windjacke und darüber noch eine ERIMA Laufjacke.
Und weil es ja heißt „Viel hilft viel!“ habe ich mir noch SKINFIT Armlinge gegönnt.
Kein Wunder, dass ich schon bei der ersten Verpflegungsstelle am Fuß des schon mit einem Umweltpreis ausgestatteten Schutt- und Energieberges nach 11 Kilometern klitschnass war. Hier verzichtete ich auf die Armlinge und die Windjacke. War das ein gutes Gefühl, wieder luftiger gekleidet zu sein!

Sorgen machte mir schon zu diesem Zeitpunkt mein Rücken. Nachdem ich jetzt wochenlang schmerzfrei war und auch beim Tennis die neu gewonnene Lauffreiheit genossen habe, rumorte es wieder an der neuralgischen Stelle über dem Popo. Nicht dramatisch, aber ich bin ja super vorsichtig zurzeit. Auf keinen Fall darf mir etwas vor dem Marathon des Sables passieren!
Das Rumoren des Rückens war dann den ganzen Tag lang zu spüren, aber den berühmten Stich ins Kreuz gab es nicht, zum Glück.


Nachdem wir auch auf den Schutt- und Energieberg gelaufen und auch dort oben fotografiert hatten, ging es von der Regnitz ab über das platte Land, viel Straße, ein paar Dörfer, viel Wald und vor allem noch viel Schnee. Aber kein schöner Schnee wie bei meinen Eifel-Läufen durch unberührte Schneefelder, sondern schwerer, nasser Schnee, zusammengedrückt von den Reifen von landwirtschaftlichen Fahrzeugen, wirklich unangenehm zu laufen.

Die insgesamt 55,57 Kilometer bis zum Pommersfeldender Hotel „Grüner Baum“ waren insgesamt eher wenig erbaulich, von der Strecke bis zur ersten Verpflegung einmal abgesehen. Aber die Verpflegungspunkte waren sensationell. Bei der zweiten Verpflegung waren nicht nur Dutzende der berühmten Nürnberger Rostbratwürstchen gebraten, die Gastgeber dieser Verpflegungsstelle waren auch eifrig am grillen und brutzeln. Und damit wir nicht auskühlen, durften wir sogar in das eigens für uns leer geräumte Wohnzimmer gehen. Die Stühle, auf denen wir saßen, rieten uns genauso, da zu bleiben und nicht mehr weiter zu laufen wie auch die frischen Biere mit Bügelverschluss, die da auf die Leerung warteten. Aber angesichts der vielen Fleischesser und der vielen geöffneten Bierflaschen fühlte ich mich wie Julius Eichendorff und fragte mich, wo ich hier nur rein geraten bin …

Da ich ja kein Fleisch esse und auch nur wenig Alkohol trinke, konnte ich diese Angebote nicht genießen, aber ich sah das schiere Glück in den Augen der anderen Läufer und ich dachte, wenn Gott ein Deutscher ist, dann muss er im Frankenland leben, weil die Würstchen und das Bier sicher göttlich sind. Olaf hatte mich ja schon vor dem Lauf gewarnt, dass die Versorgung beim Pfefferkarpfen-Lauf so gut ist, dass wir Läufer eher zu- als abnehmen würden. Und Olaf hat nicht übertrieben, das Angebot war jedes Mal üppig und vorbildlich, fast zu viel. Für mich sowieso, da ich ja beim Laufen stets nur geringe Mengen Nahrung zu mir nehme.

Die letzte Verpflegungsstelle, die wir allerdings erst suchen mussten, war dann in einem Fahrrad-Geschäft. Auch hier konnten wir länger ausharren, weil wir nicht in der Kälte stehen mussten und die dortigen Gastgeber haben sich viel Mühe gegeben, uns alle Wünsche von den Augen abzulesen. Überhaupt habe ich an diesem Samstag nur nette Menschen erlebt, alles Freunde von Olaf. Es bewahrheitet sich auch im Frankenland immer wieder: nette Menschen haben eben nette Freunde!


Trotz der hervorragenden Verpflegung war ich am Ende sehr froh, endlich im Hotel angekommen zu sein. Der Rücken schmerzte, die Beine wollten nicht mehr und die Psyche war gebrochen. Ich entschied bereits bei km 30, dass ich diese Strecke am nächsten Tag wohl nicht zurück laufen, sondern Olafs Angebot annehmen werde, mit dem Auto noch am Samstag Abend nach Nürnberg zu fahren. So würde zwar die „104 Kilometer lange Läuferparty“ wie ein Pfefferkarpfen filetiert und halbiert sein, aber zur Rückenschonung war die Entscheidung richtig und wichtig. Und ein halber Pfefferkarpfen ist doch besser als gar keiner, oder?

Ich blieb noch zum Abendessen und redete lange und viel mit Gerhard Börner, dem PTL-Finisher des Jahres 2009, der bei Marathon4you.de den legendären Artikel geschrieben hat: „Es gab Überlebende!“
Gerhard war einer derjenigen, die ich schon oft gesehen hatte, denen ich aber keinen Namen zuorden konnte. Gleichzeitig wusste ich viel von Gerhard, weil er zwei Wochen vor dem UTMB 2009 die virtuelle Trainingsgruppe um Bernie Conradt, in der auch Kurt Süsser und ich vertreten waren, angeschrieben hatte, weil er kurzfristig noch einen Mitläufer gesucht hatte.

Ich war zwar nicht so verrückt, diese Einladung anzunehmen, weil ich mir gesagt habe, dass ich zumindest erst einmal den UTMB finishen muss, bevor ich mich an die nächste Aufgabe wage. Aber den Samen für meinen PTL Lauf im August dieses Jahres hat er damit gesät. Und als ich nach dem UTMB seinen Laufbericht gelesen hatte, wusste ich, dass ich meinen inneren Frieden nicht werde finden können, wenn ich diesen Lauf nicht probiere.
Es war schön, dass ich mich mal richtig lange mit Gerhard unterhalten konnte, vor allem, weil er beim Abendessen mein direkter Sitznachbar zur Rechten war.

Schade war, dass ausgerechnet Olaf, der Veranstalter, das Geburtstagskind, keinen der vielen Pfefferkarpfen bekommen konnte, weil zu wenige dieser Spezialitäten vorbestellt waren. Ich für meinen Teil habe mich für Sprossentaler auf leicht verkochtem Gemüse und für einen kleinen Salat entschieden, dazu gab es eine große Flasche Mineralwasser, eine gute Wahl.

Dann musste es allerdings schnell gehen, weil das Auto nach Nürnberg abfuhr, kaum Zeit, sich zu verabschieden. Nicht von Kurt, nicht von Gerhard, nicht von Tanja, Alexander, Petra … und auch nicht vom Veranstalter, vom Geburtstagskind, von Olaf.


HAPPY BIRTHDAY Olaf, danke für diesen Lauf!

Auf dem Rückweg hörte ich mir die beiden letzten CD’s des Eifel-Krimis „VINO DIAVOLO“ und ich hatte am Ende, als der Mörder gefunden und seine bewegende Beichte vorbei war, ein paar Tränchen in den Augen, so ergreifend war das weinselige Gespräch zwischen Julius Eichendorff und dem Täter, voller Liebe und Romantik.

„In vino veritas“ – im Wein liegt Wahrheit, im Laufen auch.

Der Dienstag war der Freutag …

… der „Marathon des Sables“ (MdS) beschäftigt mich schon sehr.

Jeder Trainingskilometer dient dazu, dort gut durch die Sahara zu kommen, jedes Schneefeld, das durchlaufen wird, wird im Geiste zu einer Sanddüne, weil das Laufen durch Schnee sehr ähnlich sein soll wie das Laufen durch den Sand. Zumindest belasten beide Untergründe die Sehnen und Bänder gleichermaßen stark, auf beiden Untergründen musst Du permanent die Fußstellung ausgleichen und eine gewisse Vorsicht walten lassen.

Der Mittelrhein-Marathon von Oberwesel nach Koblenz, immer mit Blick auf den Rhein! (http://www.mittelrhein-marathon.de)

Und Stück für Stück wird die Ausrüstung für den MdS komplettiert.
Begonnen hat das alles mit einem extrem langen Titanlöffel, mit einem superleichten Taschenmesser und mit Einmalhandtüchern, die aussehen wie Reinigungspads für die Geschirrspülmaschine, alles Dinge, die mir mein Freund und MdS-Mitstreiter Achim Knacksterdt zum Geburtstag geschenkt hat; und es ging weiter mit einer Kopfbedeckung, die tatsächlich nach australischem Standard UV-abweisend ist und mit dem Horten von Mahlzeiten, an die ich schon langsam anfange, mich zu gewöhnen. „Travellunch“ heißen diese Tütchen, die es für das Frühstück, das Mittagessen, das Abendessen und auch als Dessert gibt, glücklicherweise gibt es die auch in einer vegetarischen Version. Für mich.

Die Ausstattungsliste geht weiter mit einem speziellen Schlafsack, einem Rucksack, der das Gewicht besser verteilt und vieles mehr. Teuer ist das ganze in jedem Fall, aber so hat man wenigstens schon Monate vor dem MdS die Gelegenheit, Stück für Stück das Leiden zu üben. Zwar schwitzt Du nicht unter der heißen Wüstensonne, aber Du schwitzt beim Begleichen der entsprechenden Rechnung und leidest bei der Vorstellung, wie teuer etwas sein kann. Teuer vor allem deshalb, weil es weniger ist!
Weniger Gewicht vor allem – und jedes Gramm zählt! Und wie bei Fahrrädern, insbesondere bei Straßenmaschinen, steigen die Preise höher, je leichter das Teil ist.

Schön, dass ich beim MdS wenigstens nicht auch noch die Running Sportswear kaufen muss, sondern stolz mit meiner Lieblingsmarke ERIMA auf der Brust durch Marokko traben darf. Und die neue Kollektion kam am Dienstag, am Freutag. Und die Sachen sind so schön!
Die kurze Laufhose ist etwas anders als die vorherigen und sie hat jetzt einen seidig anmutenden schwarzen Streifen eingenäht. Aber das, was ich am meisten liebe, ist geblieben: das Netz im Schritt.

Jetzt werden die Sachen noch beflockt bzw. beflext und alles passt.
Den neuen Prospekt kannst Du hier einfach downloaden:

Und weil ERIMA ganz neu ein Partner des Mittelrhein-Marathons vom 29. Mai 2010 ist und ich ja zwei Marathons hinter meinem Zeitplan bin, habe ich mich dort auch gleich angemeldet.

Aber bis dahin bin ich ja schon wieder aus Marokko zurück, hoffentlich behängt mit der Medaille, nach der ich schon so lange sehnsüchtig giere …

„NO ARMS, NO LEGS, NO WORRIES!“

Es war der 22. November 2009, der Sonntag direkt nach meinem Geburtstag, als es mal wieder mein Freund René Gräber war, der mich mit einem seiner vielen BLOG-Beiträge motivierte. Es war kurz vor dem harten Weihnachtsgeschäft und mitten in einer Zeit, in der ich mit meiner aktuellen Situation haderte – wieder mal.

Denn der Ultraläufer TomWingo ist ein Weichei. Im Geiste und im „real life“. Kaum ein Zipperlein lasse ich aus und gleich denke ich, dass ich den anderen Läufern gegenüber benachteiligt bin. Ob es meine „L5 Spondylose“ ist, die mir die Ausmusterung beim „Bund“ mit einer glatten „T5“ eingebracht hat und die mir hin und wieder nicht nur das Läuferleben schwer macht, oder ob es meine Fußnägel sind, die sich nach oben wölben und immer für Schmerzen und Sorgen gut sind, stets wünsche ich mir, meinen Körper partiell verändern zu können.

Und da kommt Nick Vujicic und sagt im dritten Teil der unten folgenden Videos: „Ich bin dankbar für meinen Körper und ich würde nichts an mir ändern, wenn ich es könnte!“ Und René Gräber schreibt, dazu, dass Schluss sein muss mit dem Gejammere, wir hätten ein schweres Leben.


Ich habe diese Gedanken von René Gräber schon am 2. Januar in meiner Liste guter Vorsätze (Weg damit!) für das Jahr 2010 übernommen und auch in einem der vielen Links auf den BLOG-Beitrag über Nick Vujicic hingewiesen. Bei der Vielzahl der Links in diesem Beitrag ist die gute Botschaft, die sich dahinter verborgen hat, bei den meisten aber untergegangen.

„Ich bin dankbar für meinen Körper und ich würde nichts an mir ändern, wenn ich es könnte!“ sagt Nick Vujicic – aber wer ist dieser Mann? Er ist Golfer, Surfer, Börsenspekulant und einer der Motivationsredner der Welt, der in der allerersten Reihe der Top-Speaker steht.
Er referiert in der ganzen Welt vor Hunderttausenden von begeisterten Menschen und er bringt dort seine Botschaft den Menschen nahe: Perpektiven, Visionen und Wahlmöglichkeiten („Perspective, visions and choices!“), das sind die Dinge, die uns ausmachen, die unsere Zukunft ausmachen.

Und was schreibt unser aller Lieblingszeitung, die „BILD“, am 1. August 2009 über ihn?

Surfer ohne Arme und Beine

Dieser Mann macht allen Behinderten Mut

Er hat weder Arme noch Beine – trotzdem strotzt Nick Vujicic (26) vor Lebensmut. Er schwimmt, surft und spielt Golf. Als Motivationsredner hilft er Menschen auf der ganzen Welt. Doch das war nicht immer so: Als kleiner Junge versuchte er sich umzubringen, berichtet die britische Zeitung „Daily Mail“.
Nick Vujicic kam ohne Gliedmaßen zur Welt. Der Grund: ein seltener Gendefekt, Phokomelie. Als sein Vater den Jungen zum ersten Mal sah, musste er sich übergeben. Seine Mutter war so geschockt, dass es vier Monate dauerte, bis sie ihr Kind in den Arm nehmen konnte.
Nick Vujicic: „Meine Mutter war Krankenschwester und hat während der Schwangerschaft alles richtig gemacht, trotzdem gibt sie sich noch immer die Schuld.“
Doch die Eltern, strenggläubige Christen, liebten ihren Sohn abgöttisch: „Es war schwer für sie, doch von Anfang an taten sie alles, um mich unabhängig zu machen.“

Heute spielt der Mann Golf, schwimmt wie ein Fisch im Wasser und macht 360-Grad-Drehungen auf dem Surfbrett. Die Surfmeisterin Bethany Hamilton (19) brachte ihm auf Hawaii das Surfen bei.
Binnen 48 Stunden landete Vujicic auf dem Titel der „Surfer Magazins“. Vujicic: „Das hat noch niemand in der Geschichte des Surfens geschafft.“ Und: „Ich habe einen sehr niedrigen Schwerpunkt und daher eine sehr gute Balance.“ Hamilton selbst hatte mit zwölf Jahren einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen – ein Hai riss ihr den linken Arm ab.

• Nick Vujicic wächst in Melbourne (Australien) auf. Bereits mit 18 Monaten bringt ihm sein Vater das Schwimmen bei. Am Oberschenkelansatz hat er einen kleinen Fuß mit zwei Zehen: Er nennt ihn „Drumstick“ (Trommelstock). Damit kann er Fußball spielen und schreiben. Der junge Mann: „Im Wasser nutze ich ihn als Propeller.
• Zu Nicks Hilfsmitteln gehören eine umgebaute Dusche und ein spezieller Rollstuhl. Doch obwohl er vieles allein bewältigen kann, braucht Vujicic ein Team von Helfern. Seine Eltern unterstützen ihn, wo sie nur können.
• Mit sechs Jahren lernt er, mit seinem Fuß einen Computer zu bedienen. Er besucht eine normale Schule, wo er jedoch grausam gemobbt wird.
• Als Schüler ist er schließlich so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen will: Mit zehn Jahren versucht er sich in der Badewanne zu ertränken, doch der Versuch misslingt.

Sein Glaube, seine Familie und Freunde halfen Nick Vujicic, sich im Leben doch noch als Gewinner zu fühlen.

Heute hat er einen Studienabschluss als Finanzberater und spricht als Motivationsredner vor tausenden Menschen. 24 Länder hat er schon bereist und lebt jetzt in Los Angeles. 1990 erhielt er in Australien sogar die Auszeichnung „Young Citizen of the Year Award“ für seinen Mut und seine Ausdauer. Im Herbst 2009 erschien sein erstes Buch, Titel: „Keine Arme, keine Beine, keine Sorgen“.
Nick: „Ich habe mich entschieden, dankbar zu sein für das, was ich tun kann und nicht wütend zu sein über das, was ich nicht tun kann.“

Das Video in drei Teilen, das mich so bewegt hat (nimm Dir die Zeit, die drei Teile anzusehen und ihm gut zuzuhören, es lohnt sich wirklich!):

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Respekt, Nick, Respekt. Und jetzt will ich nicht mehr über mögliche Blasen beim „Marathon des Sables“ (MdS) oder über die Strapazen bei der „TorTOUR de Ruhr“ (TTdR) oder dem „La Petite Trotte à Léon“ (PTL) lamentieren, sondern das alles annehmen. In Demut.

Schlapp, schlapp, schlapp …

„Ich bin so schlapp, schlapp, schlapp … „

Am gestrigen Dienstag bin ich rund 2 Stunden gelaufen und das relativ schnell – aber danach war ich müde und kaputt und die Oberschenkel haben „gezogen“.
Nach nur einem Monat mit nahezu keinem Training bin ich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, am Bodensatz meiner Fitness. Und mir ging ein Bild durch den Kopf, das Bild des fetten Präfekten „Gracchus Überdrus“ aus dem „Asterix Band V – Die goldene Sichel“, der müde, vollgefressen und träge zu Tische liegt:


Ich startete exakt um 17.00 Uhr und ich hatte keine Pulsuhr dabei, um mich nicht durch den ständigen Blick auf die aktuelle Herzfrequenz zu bremsen, daher weiß ich auch nicht wirklich, ob ich in diesen zwei Stunden 22 oder 24 Kilometer weit gelaufen bin. Aber ich bin von zu Hause erst auf der Landstraße nach Eckendorf gelaufen, durch Eckendorf durchgelaufen und dann bin ich über die Felder bis zur „Burg Münchhausen“ gekommen.
Der Weg über die Felder war nicht sehr angenehm. Der Feldweg war noch verschneit, aber der Schnee war eher eine Art festes Wasser und bei jedem Schritt spritzte der Schnee, das Wasser und der Dreck hoch und die Füße waren schon nach wenigen Schritten klatschnass.
Macht ja nichts, bei rund Null Grad ist das ja auch eine Art der Erfrischung!

Weiter ging der Weg dann über die Töpferstadt Adendorf nach Meckenheim und dort lief ich den Berg hoch bis zur Gesamtschule in Merl, hinter der dann das Preuschoff-Stadion liegt, wo immer meine Laufgruppe von Montags und Mittwochs, der Lauftreff des TV Altendorf-Ersdorf, im Winter die Bahnrunden zieht. Als ich beim Preuschoff-Stadion ankam, war es genau 17.45 Uhr. Ich weiß das, weil ich einen dick eingepackten Spaziergänger nach der Uhrzeit gefragt hatte.
Er wirkte wegen meiner überaus starken Petzl-Kopflampe etwas irritiert, wegen der Kopflampe, die mir beim UTMB schon so gute Dienste geleistet hatte. Aber der Spaziergänger war überaus freundlich und hilfsbereit.

Da der Lauftreff erst um 18.00 Uhr startet, musste ich den hohen Zaun des Stadion überwinden, um dann, wiederum mit Kopflicht, dort ein paar Runden zu drehen, bis ich mit den Lauffreunden laufen konnte und mich ein wenig eingebremst hatte. Es tat mir aber auch sehr gut, nun etwas langsamer unterwegs zu sein, vor allem, weil nun mein Wunsch auf Kommunikation erfüllt wurde.
Und so lief ich 45 Minuten mit den Lauffreunden des TV Altendorf-Ersdorf und dann verabschiedete ich mich, um wieder nach Meckenheim in die Altstadt hinunter zu laufen, stets auf dem Radweg der um die ganze Stadt herumführenden Umgehungsstraße. Es war 19.04 Uhr, als ich im Meckenheimer „Kaiser’s Markt“ eintraf und ein paar Minuten später traf auch meine liebe Frau Gabi ein, um mit mir noch ein wenig einkaufen zu gehen.

Ich liebe es, ein wenig verschwitzt in Laufklamotten im Supermarkt zu sein und meinen Einkaufswagen zu schieben. Die Blicke der anderen Kunden schwanken zwischen Irritation, Befremden und einer leichten Bewunderung, weil diese Kunden daran erinnert werden, dass heute der richtige Tag gewesen wäre, um den eigenen Körper für ein paar Kilometer laufend zu bewegen. Und dass sie es heute mal wieder nicht getan haben …

Aber ich war wirklich froh, dass der Lauf zu Ende war und ich denke, ich hätte keine weiteren zwei Stunden ausgehalten. Und wenn ich an die „langen Kanten“, an die Herausforderungen des Jahres 2010 denke, dann erkenne ich, dass ich gnadenlos scheitern werde, wenn ich meinen Fitness-Zustand nicht signifikant verbessere.

Noch knapp 10 Wochen habe ich Zeit bis zum „Marathon des Sables“ (MdS), noch knapp über vier Monate bis zur „TorTOUR de Ruhr“ (TTdR) und noch über 7 Monate bis zum „La Petite Trotte à Léon“ (PTL).
Los, los, TOM, los, jeder Schritt zählt …

BraveheartBattle 2010 – ich freue mich darauf!

18 Kilometer durch Matsch und Schlamm - aber mit den besten Freunden!

Der 13. März 2010 wird für die Tapfersten der Tapferen ein ganz besonderer Tag sein. Ein Tag, an dem die ToughGuys und die StrongMen zu Bravehearts werden können!

Es ist der Samstag knapp drei Wochen, bevor es Richtung Marokko zum MdS (Marathon des Sables) gehen wird, der Samstag, der kein normaler Samstag sein wird. Wieder werde ich viele Freunde treffen, Mädels und Jungs, die sich beim UTMB bewährt haben, die nonstop 166 Kilometer um den MontBlanc gelaufen sind und dabei 9.400 positive Höhenmeter bezwungen haben.
Mädels und Jungs, die eisenhart scheinen und das bei unzähligen Marathons und Ultra-Marathons bewiesen haben – und doch werden wir alle zittern!

Zittern, ob wir auch dieser Prüfung gewachsen sein werden: dem Braveheart Battle 2010!

Das Battlefield: 18 Kilometer sind zu absolvieren und unzählige Hindernisse und Barrikaden sind zu überwinden. Dreck wird gefressen werden, wie die Säue werden wir uns im Schlamm suhlen und durch kaltes und trübes Wasser waten. Wir werden über Hindernisse klettern, den einen oder anderen Hieb abbekommen und ohne Blessuren wird der Tag nicht zu Ende gehen – aber wir werden Spaß haben!

Hindernisse mit so wohlklingenden und romantischen Namen wie Loch Ness, Brave Wall, Creep Trench, Step Peel, Hell Pipes, Sludge Zone, Hoop Tomb, Soapy Rope, Hamburger Hill, Water Zone, Iron Curtain, Riverdance, Woodpecker oder Straw Hump versprechen all das Schöne, das Weicheier hassen: Kälte, Pein und Krämpfe!

Szene aus dem ToughGuy in England - so schön soll es auch beim BraveheartBattle werden!

Der Höllenparcours wird zumindest mich an die psychischen und physichen Grenzen bringen – das hoffe ich zumindest.
Mein Maßstab für die Qualität dieses Events wird zweifelsohne der ToughGuy im englischen Wolverhampton sein, die Erinnerung an zwei Dosen Melkfett im Gesicht und auf dem Körper, an das häufige Tauchen in Wasser am Gefrierpunkt und an das unkontrollierte Zittern im Ziel bei diesem Event sind bei mir ja noch allgegenwärtig. Von dem heißen Kakao, den es im Ziel gab, habe ich zumindest die Hälfte bei diesen Zitterattacken verschüttet!

Der Veranstalter des BraveheartBattle, das PAS-Team, hat sich einiges ausgedacht und hat uns Schweiß, Schmerzen und Spaß garantiert! Wenn Du also mit Grace, Bernie, Kurt und mit mir leiden willst, dann sei dabei!

All das werden wir unter den Augen von Thomas D, dem „real Braveheart“ tun, angefeuert von Musik und einem hoffentlich großen und begeistertem Publikum. Und stattfinden wird dieser Lauf in der schönen fränkischen Stadt Münnerstadt. Als gebürtiger Franke habe ich zwar nicht erwartet, diese Region bald wegen so einer schweißtreibenden Sauerei zu besuchen, aber ich freue mich, dass ich nun das Frankenland gedanklich nicht nur mit Lebkuchen, diverse Biersorten und Nürnberger Rostbratwürste verbinden kann, sondern dass dieses nordbayrische Gebiet auch für die angenehmen Seiten des Lebens steht, für Blut, Schweiß und Erde. Und natürlich auch für die Medal of Honor, die das bestätigen wird, dass ich dieses Battelfield am 13. März als Braveheart verlassen haben werde.

Wetten wir, dass ich das schaffe?

Edit: ich habe am 27. Januar einen Artikel über die „Mutter des BraveheartBattle“, über den „ToughGuy“ geschrieben. Interessiert? Dann klicke hier …

Edit 2: ich habe am 13. Februar 2010 einen ergänzenden Artikel über das „BraveheartBattle“ geschrieben. Du willst ihn lesen? Dann klicke hier …

Edit 2: ich habe am 10. März 2010 ein letztes Update über das „BraveheartBattle“ geschrieben. Etwas zum lachen oder zumindest zum lächeln! Klicke hier …