4 aus 5, 3 aus Rheinland-Pfalz

Was haben Achim Knacksterdt, Rafael Fuchsgruber, Andreas Gast, Karl Will und ich gemeinsam?

Richtig, wir alle leben nach dem Motto: „Von Zeit zu Zeit braucht der Mensch ein wenig Wüste!“
Wir alle wollen im April 2010 durch den Sand der marokkanischen Wüste traben, um den berühmten „Marathon des Sables“ zu bewältigen, den „härtesten Lauf der Welt“ (ein Titel, den sich der MdS wohl mit ein paar anderen Läufen teilt).

4 von uns 5 wohnen dabei aus dem Postleitzahlengebiet „5“, einer wohnt im Postleitzahlengebiet „6“, 3 von uns 5 sind dabei Bürger des Landes Rheinland-Pfalz, zwei sind Bürger des Landes Nordrhein-Westfalen. Und alle sind meine „Nachbarn“, also diejenigen, an die ich mich halten will, wenn ich Fragen zum MdS habe, zur Ausrüstung oder zur Reise-Abwicklung. Weil ich ja so ein grottenschlechter Leser bin und ständig Hilfe benötige.

Von heute an sind es nur noch 5 Monate bis zum Abflug und die Spannung steigt mit jedem Tag. Aber ich habe diese Woche von meinem Laufpartner des TransAlpineRuns 2008, Heiko, das erste Teil bekommen, welches ich für den MdS brauche: Gamaschen von RaidLight. In hellblau, eben für Jungs. Das ist doch ein Anfang, oder?

Wueste

Über 700 Dünen musst Du geh'n, 700 Mal die Dünen übersteh'n ...

Heilfasten – Tage 6 und 7

Morgen früh ist alles vorbei …

… und ich freue mich auf die Birne, die ich mir schon am Anfang der Woche gekauft habe, damit sie schön reif ist, wenn ich sie mir zum Frühstück gönne!

Der sechste Tag war interessant: eingebunden in viel Arbeit habe ich überhaupt nicht gemerkt, dass ich nichts essen konnte. Der Einlauf am Morgen war hervorragend, ich hielt ihn ausnehmend lange und ich machte auch das Ölziehen fast 60 Minuten lang. Nach dem Motto „Viel hilft viel!“ wollte ich einfach mal übertreiben.

Grundsätzlich war es ein toller Tag mit der üblichen, schon oft erwähnten enormen Wassermenge. Aber am  späten Nachmittag und am Abend habe ich eine recht skurrile Szenerie erlebt: meine Schwägerin feierte ihren Geburtstag und als wir als Familie dort eintrafen, gab es das Übliche. Kuchen, Torte, Kaffee, Sahne …
… alles isst, außer ich.

Am Abend das Gleiche: es gab erst eine Kürbiskernsuppe mit Pesto, eigentlich sehr lecker, weil ich weiß, dass meine Schwägerin eine hervorragende Köchin ist …
… alle essen, außer ich.

Danach gab es Schweinelendchen mit schwäbischen Spätzle-Nudeln. Das bei uns, die wir seit Jahren fleischlos leben! Und es gab kein Gemüse, keinen Salat dazu …
Also aß mein Sohn die Nudeln trocken, meine Tochter und meine Frau aßen gar nichts …
… alle essen, außer die Familie Eller.

Der siebte Tag, heute, begann euphorisch und ich fühlte mich großartig. Ich fragte mich: wozu überhaupt noch essen? Ich hatte keinerlei Verlangen mehr danach. Das ist schon erstaunlich, oder?
Andererseits hatte ich schon zwei kleine Dellen in der Bauchdecke, obwohl rechts und links noch ein kleines Fettpölsterchen zu sehen ist. Zu sehen sind aber jetzt auch meine Rippen, das hatte ich als junger Mann immer – und ich habe es stets gehasst. Jetzt habe ich es wieder! Also doch wieder essen?

Am Vormittag hatte ich schon sehr früh einen Termin im Büro, so früh, dass ich weder zum Ölziehen noch zum Einlauf kam und zu Mittag hatten wir einen Auswärtstermin in Weilerswist. Dort gab es zwei Suppen, Canapées en masse und alkoholfreie Getränke, auch Wasser, dieses jedoch nur mit Kohlensäure. Da ich mein stilles Wasser „Pur Born“ vergessen hatte, musste ich also auf das Blubberwasser ausweichen und ich trank zwei Flaschen davon innerhalb von vielleicht 90 Minuten.

Als wir wieder zu Hause waren, war ich platt. Gehen geht kaum mehr, meine Oberschenkel vibrieren und ich fühle mich richtig schlecht und schwach. Vielleicht hilft mir die übliche „Suppe“ aus einem Teil Gemüsesaft und drei Teilen Wasser weiter, aber während ich das schreibe, hoffe ich sehr, dass morgen früh ist und ich mit dem Fastenbrechen beginnen darf. Momentan würde ich unter keinen Umständen noch einen Tag an die Heilfasten-Kur dranhängen.
Ist das so wie bei meinem Läufen? Auch da will ich nicht einen Meter weiter laufen, ich fange irgendwann an, im Kopf die Kilometer herunter zu zählen und so schaltet auch mein Gehirn auf „Schluss!“ und im Ziel beispielsweise eines Marathons frage ich mich dann stets: „Wie kannst Du 50, 60, 72,7, 75, 84,4, 100, 166, 171 oder sogar 177,520 Kilometer laufen? Ich bin doch heute wieder am Ende!“ Aber irgendwie geht immer alles, wenn Du Deinen Geist auf dieses größere Ziel programmierst! Oder liegt es daran, dass ich mir heute keinen Einlauf machen konnte, der eigentlich elementar zum Heilfasten gehört?

Aber dieses Heilfasten hat mir gezeigt, dass der Muskelabbau doch deutlich fühlbar ist, wenn Du nicht allzu viel Sport in der Woche treiben kannst. Und diese Woche war ich mangels Zeit und Motivation wirklich faul: ich bin nicht ein Mal gelaufen und ich habe nur eine Stunde lang Tennis gespielt.

Morgen werde ich nach den zwei Stunden Tennis Doppel noch 90 Minuten lang mit meiner Frau laufen gehen, am Abend spiele ich noch einmal eine Stunde Tennis Einzel.
Ab Montag wird dann wieder täglich gelaufen, am Freitag Abend beginnt dann das winterliche Spinning, damit ich wieder einigermaßen wiederhergestellt bin für den „schrägen O. Weg“ rund um Oberhausen mit dem Ultra-Yogi Jörg Schranz. Auf diesen Lauf freue ich mich zum einen deshalb, weil ich Jörg bisher noch nie persönlich kennengelernt habe und zum anderen, weil mein Lauffreund des SwissJuraMarathons, Achim Knacksterdt, der mit mir beim Marathon des Sables in Marokko sein wird, angedeutet hat, uns zu begleiten. Da der „schräge O. Weg“ ein Gruppenlauf ist, bleibt viel Zeit, mit den beiden ausgiebig über das Laufen und mir noch unbekannte Läufe zu reden.

Das Fastenbrechen morgen habe ich mir so gedacht: zum Frühstück gibt es eine Birne, in kleine und kleinste Stücke zerteilt. Nach dem Tennis gibt es eine Kürbissuppe, die aber keine Sahne enthält. Und am Abend will ich mir einen Rohkost-Teller gönnen, vielleicht auch mit einer kleinen Flasche Radler oder einem französichen Merlot! Das wäre dann mein erster bescheidener Alkohol nach bald 14 Tagen.

Noch 12 Stunden bis zur Birne …

Fastenbrechen

Aktuelles von der Webseite PROMIFLASH.DE

Endlich kann ich mich noch ein wenig mehr auf den „Marathon des Sables“ im April 2010 freuen, denn wir bekommen vielleicht eine prominente Mitläuferin. Niemand Geringeres als die Pop-Queen Madonna will mit uns schwitzen und mit uns leiden. Respekt!
Nach Joey Kelly wäre Madonna die zweite Musikerin, die zur Ultraläuferin wird. Und falls sie wirklich startet, dann versprechen wir anderen Läufer alle, dass wir sie über die Strecke tragen werden, wenn sie uns jeden Abend ein Schlaflied singt.
Bei SWR3 würde man diese Abendkonzerte dann „HAUTNAH“ nennen, Konzerte für nur ganz wenige Hörer und die sind so nah am Star wie es uns wohl nie wieder gelingen würde.
Auf auf, Madonna! Wir freuen uns auf Dich!

Aber lies den Artikel selbst:

Übernimmt sich die Pop-Queen?

Madonna trainiert für 230 Kilometer-Marathon

Ob sich Madonna (51) da nicht ein wenig zuviel zumutet? Die Pop-Queen will nun an dem berüchtigten „Marathon des Sables“ teilnehmen. Der dauert insgesamt 6 Tage und umfasst 230 Kilometer. Bis April hat Madonna noch Zeit, zu trainieren. Sie soll ihrem Management bereits aufgetragen haben, diesen Zeitraum für sie frei zu halten, damit sie auf jeden Fall teilnehmen kann.

Und das, obwohl Madonna bei einem ihrer Konzerte gleich zwei Mal in Ohnmacht gefallen war! Mit ihren 51 Jahren ist sie nun mal nicht mehr die Allerjüngste. Will sie das vielleicht nicht wahrhaben und muss sich mit solchen abenteuerlichen Aktionen ständig selbst beweisen, wie fit sie noch ist? Der „Marathon des Sables“ wird immerhin als härtester Lauf der Welt gehandelt.

Wir wünschen Marathonna trotz aller Zweifel viel Erfolg!

Das Sandmännchen kommt …


… und ich träume Nacht für Nacht vom Sand, von den Dünen und von der heißen Sonne Marokkos.

Ich erinnere mich an den Sommer 2008 in Namibia, als wir ein paar Dünen abgelaufen sind. Das war so anstrengend! Dort sind die Dünen auch teilweise 300 Meter hoch und die Namib Wüste, in der die Dünen gelegen sind, ist ja eine der trockensten und ältesten Wüsten der Welt.

Ganz besonderen Spaß gemacht hat das Quad-Bike fahren auf den Dünen. Milena, Pascal und ich übten uns als Quad-Bike Kapitäne und wir hatten so viel Spaß, dass wir gar nicht weg wollten. Aber eines ist mir aufgefallen: wenn Du ein paar hundert Meter in den Dünen bist, dann weißt Du nicht mehr, wo Norden und Süden ist. Ich hätte es mir nicht so dramatisch vorgestellt und verstehe, warum fast jeder Teilnehmer des MdS sich wenigstens ein Mal während dem Trip verläuft, trotz Kompass!

Und auf den Dünenkämmen dort wehte der Wind so stark, dass man sich fast hätte gegen den Wind fallen lassen können, ohne umzukippen. Und all das kommt nun im April richtig auf mich zu und das ohne die Aussicht, mich bei zu starkem Wind ins Auto zu retten. Jammere nicht, Du hast es so gewollt!

Noch 205 Tage bis zur Abreise! Das klingt viel und wenig zugleich, vor allem, wenn ich bedenke, was bis dahin noch alles zu tun ist:


– vor allem muss ich mir Gedanken machen, was ich alles brauche, wie viel das wiegen darf, wie viel Geld ich dafür ausgeben sollte und auch wo ich es kaufe.
Eine Adresse kann die „DARBAROUD boutik“ sein, zumindest bekomme ich die wirklich wichtigen Dinge des Lebens dort: den MdS-Buff!

Ansonsten werde ich mich wohl auf die „Einkaufsliste“ verlassen, die mir Heiko gemailt hat. Und darüber hinaus werde ich wohl ein wenig sparen müssen, um das alles zu bezahlen.
Also kein Kurztrip nach New York im November, voraussichtlich kein Ski fahren zwischen Weihnachten und dem 6. Januar und keine Reise zum Tough Guy, schade, schade, schade …
Auch beim StrongManRun 2010 habe ich auf meine vorgezogene Einschreibemöglichkeit für den Start verzichtet, nach 15 EUR in 2008, 35 EUR in 2009 sind es jetzt 75 EUR in 2010, die vom Veranstalter aufgerufen werden.
Zwar gibt es ein wunderschönes Finisher-Shirt dazu, aber für einen 16 Kilometer-Lauf ist das schon deutlich über der Marke für „gut und böse“, finde ich.

Ich mache mir auch Gedanke über die Laufshirts, die ich mitnehmen werde. Schön sollen sie sein, also werde ich sie wohl alle selbst designen. Wenn die Designs stehen werde ich darüber informieren … !

Keine Ausreden mehr …

Wäre das nicht schön gewesen: „ich wollte ja am Marathon des Sables (MdS) teilnehmen, aber ich habe leider keine Startnummer mehr bekommen“? Und dann hätte ich mich zurück gelehnt und gesagt, dass ich dort alles viel besser und viel schneller erledigt hätte.

Aber mein Pech ist, dass ich Glück hatte: heute bekam ich die Bestätigung, beim MdS 2010 dabei zu sein!

Also keine Ausreden mehr, kein Jammern, sondern nur voraus schauen, auf die Wüste freuen und mit dem Plan anfangen, festzulegen, für welche Ausrüstung man sich entscheidet, wann und wo man die kauft und vor allem: wie man das Ganze bezahlt.

Die Wüste in Marokko - 40 bis 50 Grad im Schatten, aber in der Wüste gibt es keinen Schatten!

Die Wüste in Marokko - 40 bis 50 Grad im Schatten, aber in der Wüste gibt es keinen Schatten!

Also fange ich jetzt mit meiner Suche nach einem Sponsor an. Ob ich lokal suche oder doch lieber die großen Unternehmen anspreche? Mal sehen …

Und ich fange auch mit dem Training an. Das bedeutet, dass ich ab sofort meistens mit einem Rucksack laufen werde, beschwert mit 8 bis 12 Kilogramm Orangen. (Vielleicht starte ich die ersten paar Jahre mit 8 Kilos im Rucksack und steigere dann das Gewicht in den nächsten paar Leben auf 10 oder 12 Kilogramm?)

Nur die Marathons in Berlin und in Sondershausen werde ich nicht mit Rucksack laufen. Das würde ja auch zu doof aussehen, oder?

Und ich werde wieder öfters in die Sauna gehen und dort vielleicht die eine oder andere körperliche Übung machen. Leider ist unsere Sauna relativ klein, ein Spinning-Fahrrad reinstellen wird wohl nicht gehen. Aber irgend etwas wird gehen.

Wer von Euch hat eine Idee, wie ich mich für den MdS fit bekomme? Welches Training empfiehlst Du für mich?
Schreibe mir einen Kommentar mit Deinen Vorschlägen, dann werde ich diese umsetzen. Vielen Dank!

Aallah i hafdek! (Das ist marokkanisch und heißt: Gott beschütze Dich!“)

Marokko