Im Bienwald – immer geradeaus!

Ich hatte in den letzten Jahren viel gehört vom Bienwald-Marathon. Und ich hatte mir im Kopf auch schöne Bilder gemacht. Bilder von Trails durch einen weitgehend naturbelassenen Wald, überall finden sich Bienenstöcke, die Wege sind voller Tannennadeln, aber weich und voller Wurzeln.
Und dann wurde ich gefragt, ob ich als Pacer für die Zeit „Sub 4:45 Stunden“ zur Verfügung stehen würde.
3 1/2 Stunden Anfahrt, Start um 10:00 Uhr, also den Wecker auf 5:00 Uhr stellen, sich auf „Katzenwäsche“ einstellen, mit Ellah kurz rausgehen, dann ab ins Auto und runter nach Kandel, zur Bienwaldhalle.
Passt, geht.

Und das Pacing macht mir immer wieder große Freude. Du kontrollierst jeden Kilometer und versuchst, Dich schnell auf die geforderte Laufzeit einzugrooven. Für mich ist es immer so, dass ich die Geschwindigkeit der ersten 10 Kilometer dann nicht mehr ändern kann, außer ich würde einbrechen, dann muss ich Gehpausen einschieben. Es gelingt mir dann aber nicht mehr, einfach langsamer zu Laufen.
Da ist die eingestellte Geschwindigkeit und der Körper will sie haben.
Dass ich mit 4:42:46 Stunden ins Ziel kam, ist OK, gerne hätte ich mir noch zwei Minuten mehr Zeit gelassen. Dabei habe ich auf den letzten vier Kilometern schon ein wenig eingebremst, zumindest wollte ich das. Mein Körper allerdings wollte das nicht, er war ja schon so eingestellt, wie ich das oben beschrieben habe.

Der Bienwald-Marathon geht aber fast gar nicht durch den Bienwald, sondern eben nur daran vorbei. Die Laufstrecke ist zu 100% asphaltiert und es sind die elend langen Geraden, die Dich verwirren. Ein Kurz zum „ballern“, für ziemlich schnelle Zeiten, wenn man das will.
Einzig die beiden 360 Grad Wenden sind Zeitkiller, ansonsten geht es immer schnurstracks geradeaus.
2.200 Teilnehmende waren da, mehr geht nicht, weil die Genehmigungen der Stadt nicht mehr hergeben. Davon war die überwiegende Zahl der Teilnehmenden beim Halbmarathon gemeldet, mehr als 1.600 Personen. Knapp 600 Personen hatten sich für die Marathonstrecke eingetragen.
Das Aufgebot an Pacern war dafür immens, die Organisation des Events war herausragend, die Verpflegungsstände waren reichlich bestückt, meist mit Elektrolyt-Getränken, Wasser, Tee, später auch mit Cola. Es gab Bananen und Orangen, einmal sogar Schokoladenstückchen. Wie nett ist das denn?

Die ersten 14 Kilometer ging es für die Halbmarathonis und die Marathonis auf der gleichen Strecke los. Die Strecke war natürlich ziemlich voll, das Feld hatte sich noch nicht allzu weit auseinander gezogen, bis dann die Halbmarathonis ihren Wendepunkt hatten. Vorher kamen uns natürlich schon die ersten Halbmarathonis entgegen. Schnelligkeit, Kraft und Eleganz war zu bestaunen, kein Vergleich mit dem elefantenartigen Trampeln von mir, leider geht es halt bei mir nicht besser. Aber wer langsam geht, der kommt auch ans Ziel und die Lasterjahre, nee, die Last der Jahre, hat mich ja auch deutlich langsamer, aber auch gewichtsmäßig schwerer, gemacht.

Das Fehlen von über 1.600 Teilnehmenden machte sich nach dem Wendepunkt deutlich bemerkbar, die Strecke wurde übersichtlich leer. Irgendwann kam dann ein Streckenteil, wo uns die schnelleren Marathonis entgegen kamen, das passierte später dann noch einmal- Dabei waren es da nicht die Cracks, die Allerersten, die uns entgegen kamen, die waren schon weiter und wieder abgebogen, es waren die LäuferInnen, die zwischen 3:30 Stunden und 4:15 Stunden ankommen wollten.
Einige Freunde waren dabei, Georg Hilden, mit dem ich im Ziel noch gefachsimpelt habe, Holger Hedelt, unverkennbar mit seinem weißen Bart, Thomas Rößler, mit dem ich über das Kölnpfad-Event im Juni gesprochen habe.

Zwei Wendepunkte auf der Marathonstrecke waren es also, alles genau durch RaceResult Matten und mobile Zeitnahmesysteme kontrolliert. Gut so, dachte ich.
Wir Pacer für 4:45 Stunden, das war außer mir noch Arnt Scheidler aus Aschaffenburg, haben ein recht konstantes Tempo vorgeben können. Rechnerisch 6:45 Minuten pro Kilometer, aber immer ein klein wenig schneller, um Zeit für die Verpflegungsstände und auch mal für eine Toilettenpause zu haben. Diese war aber nicht notwendig, vielleicht der Grund, dass wir etwas zu früh eingelaufen sind?
Aber die kleine Truppe, die sich anfangs um uns geschart hatte, wurde immer kleiner und am Ende war eben niemand mehr dabei, schade eigentlich.
Aber auf den letzten Metern stockten wir noch einmal kurz, um einem sehr engagierten Läufer noch die Gelegenheit zu geben, durch unsere Mitte zu rennen, um in einem fulminanten Schlussspurt noch all dass gut zu machen, was bis dahin versäumt wurde.
4 Stunden, 42 Minuten und 42 Sekunden, so die offizielle Zeitmessung, ich war sehr zufrieden.

Und nach dem Motto „Run now – Beer later“ gab es im Ziel für mich zwei Flaschen Bitburger 0,0, eine mit Grapefruit, eine neutral, aber beide sowas von lecker und erfrischend.
Und mit dem Bier in der Hand, selbstredend alkoholfrei, ging der Blick voraus zum nächsten Pacing, dann für 4:30:00 Stunden, in Freiburg beim Freiburg-Marathon.
Arnt wird wieder mein Partner im Pacing sein und ich hoffe, dass wir wieder die gleiche Schrittfolge hinbekommen, das es wieder so perfekt rundlaufen wird, nur dass die langen Geraden nicht mehr da sind, dafür vielleicht der eine oder andere Zuschauer mehr.

What a Beautiful Noise!

Lyrics: Beautiful Noise von Neil Diamond

What a beautiful noise
Comin‘ up from the street
Got a beautiful sound
It’s got a beautiful beat

It’s a beautiful noise
Goin‘ on everywhere
Like the clickety-clack
Of a train on a track
It’s got rhythm to spare

It’s a beautiful noise
And it’s the sound that I love
And it fits me as well
As a hand in a glove
Yes it does
Yes it does

What a beautiful noise
Comin‘ up from the park
It’s the song of the kids
And it plays until dark

It’s the song of the cars
On their furious flights
But there’s even romance
In the way that they dance
To the beat of the lights

It’s a beautiful noise
And it’s the sound that I love
And it makes me feel good
Like a hand in a glove
Yes it does
Yes it does

What a beautiful noise
It’s a beautiful noise…

https://www.youtube.com/watch?v=UVLv1El1vh4

Hey Trailers, what a beautiful noise!
Endlich mal wieder einmal die Geräusche der Trailpiste genießen, endlich mal wieder das Gefühl, eine Startnummer durch die Landschaft tragen, endlich mal wieder die vertrauten Geräusche der guten und langjährigen Läuferfreund*innen erleben und endlich mal wieder einer Begleitung zuhören, neben der die Stunden wie im Flug vergehen und wirklich keine Langeweile aufkommt!

Betty und der Rest der Trailwelt

Eigentlich gelang mir läuferisch ja nichts mehr seit dem genialen Lauf im Oman, an den ich so gerne zurück denke. Es war Ende November auf Anfang Dezember 2018, kurz nachdem meine kleine Welt zusammengebrochen war und ich ins tiefe Tal der Tränen absteigen musste, ein Tal, dass ich jetzt endlich auf der anderen Talseite wieder verlassen konnte.

Ein Start beim MaXi Race in Annecy, das ich ebenso wenig beenden konnte wie manch andere Rennen in 2019 und einige DNS in der Schweiz, in Italien und in Frankreich, das war „nix“, das war „gar nix“.

Und dann fehlten Training, Höhenmeter, Zeit und Motivation. Und es folgten Umzüge und Corona. Und dann kam der Bärenfels-Trail.
Gemeldet hatten sich Anna und ich ambitioniert für die 54 km Strecke, obwohl ich schon lange nicht mehr so weit gelaufen bin. Aber es war ja unser erster gemeinsamer Auftritt in der beschaulichen Trailrunner-Welt, außerdem hatte ich überhaupt nicht realisiert, dass man sich auch für kürzere Distanzen hätte anmelden können.
Für kürzere Distanzen anmelden? Kennst Du das, dass da die Augen beim Lesen versagen, die Finger die entsprechende Maustaste nicht finden und Dein Doktor dann stets eine akute und vor allem ansteckenden Langdistanzitis diagnostiziert?

Aber wenn man schon zwei Lieben hat, eine Liebe neben sich, eine Liebe unter den Laufschuhen, dann sollte man schon wagen, so lange zu laufen, bis beiden Lieben gerecht wurde.

Also raus aus den Federn um 3.15 Uhr, Schlaf wird ja stets überbewertet, das wissen wir alle und rein ins Auto um 4.00 Uhr und aus Viersen über Düsselstadt Richtung Idar-Oberstein gefahren.
Es war eine kleine Gemeinde von Läufer*innen, die sich dort für die 21, 42 oder 54 Kilometer versammelten, aber es war ein Gutteil bester Freund*innen da, sodass die Wiedersehensfreude groß war und sich manche Münder vor lauter Redeschwall nicht mehr schließen wollten.
Auch in Zeiten von Corona konnten wir Fotos voneinander machen, lachen, scherzen und Spaß haben. Dann ging es mit einer kleinen Verspätung auf die Piste.

10,8 km sollte jede Runde lang sein und die ersten beiden Runden waren tatsächlich fast exakt so lange. Erst die dritte Runde wurde etwas länger und die vierte Runde fühlte sich dann noch länger an, so lange, dass Anna und ich beschlossen, dass ein Marathon zum Wiedereinstieg mindestens genauso wichtig und richtig wäre wie ein Ultra. Nach vier Runden und gut 44 km raus, als Marathoni gewertet werden – alles war gut.
Vier Mal am Seil durch den Fluß geführt – vom Brückenbau versteht man glücklicherweise dort nicht viel, das macht den Trail spannender, die Füße nasser und die Blasen wahrscheinlicher.
Dazu hatte der Kurs etliche Höhenmeter gehabt, das sei auch erwähnt, insbesondere folgten nach dem ersten VP (Verpflegungspunkt) eineinhalb Kilometer, die Dich ständig nach oben führten. Trainingsdefizite wurden dort mehr als offensichtlich. Und von diesen Defiziten hatten Anna und ich reichlich.

Apropos Verpflegungspunkte: es gab zwei Stück davon, aber leider waren sie recht spartanisch ausgestattet, es gab Wasser, etwas Cola, es gab zum Glück Bananen und Zuckerzeug en masse. Und die Menschen, die uns dort betreuten, die taten mir leid, vor allem nach den zwei Runden, als die Halbmarathonis weg waren und die Wartezeiten lang wurden.
Stelle Dir einfach vor, Du stehst in der Mitte von Nirgendwo und wartest minutenlang auf Deinen nächsten Läufergast … aber bei all dem blieb die Laune gut und die Ladies waren überaus freundlich, wenn Du brav die Corona-Regeln eingehalten hast:
– Tuch vor Mund und Nase schon Meter vor dem VP
– Desinfektion der Hände am VP
– dann Essen und Trinken.
Es ist halt vieles anders geworden in der neuen schönen Coronawelt, in der neuen Normalität.
Aber was schreibe ich, Hauptsache, wir können wieder Laufen, Walken, Wandern. Hauptsache, wir können wieder unsere Läuferfreund*innen treffen, wieder Spaß haben, wieder scherzen und wieder etliche der gemeinsamen Erinnerungen austauschen.
Hauptsache, wir können immer wieder die schönen Geräusche der Trailpiste genießen!

#fuckcorona – so wie dieses Jahr hat uns noch nie ein Jahr durchgewirbelt. Aber jetzt heißt es für mich wieder:
Back on Trail!
Wir sehen uns!

Wer bis 2 zählen kann hat Vorteile …

Es war ein echtes Lauf- und Autofahrer – Wochenende für mich. 1.350 Kilometer Autobahn oder Bundesstraßen, ein Marathon und ein kleiner Ultra. Du kannst schnell zusammen rechnen, wie viel Zeit das alles in Anspruch nimmt:
Vielleicht 15 Stunden hinter dem Steuer und 9 bis 10 Stunden laufen, etwas Zeit für das Schlafen dazu rechnen, etwas Zeit für die Zeit vor den Starts …

Mein Wochenende begann also um 5.00 Uhr mit dem klingelnden Wecker. Am Abend zuvor haben wir noch den 18. Geburtstag unseres Sohnes Pascal gefeiert – im edlen Restaurant „Vieux Sinzig“ in Sinzig, dem Restaurant, das seine Bekanntheit nicht nur der expliziten Erwähnung in den berühmten Eifel-Krimis verdankt, sondern auch dem engagierten französisch-normannischen Patron Jean-Marie Dumaine, der auch selbst einige Koch- und Naturbücher geschrieben hat.
Vor allem die verschiedenen echten und falschen Trüffelpilze dieser Welt und auch die Naturkräuter haben es dem „Wildkräuter-Papst“ Jean-Marie Dumaine angetan. Dabei organisiert er noch Veranstaltungen wie das „Trüffel-Symposium“, Du kannst dort Kochkurse besuchen oder an Naturwanderungen teilnehmen.
Der Abend wurde auch deshalb lang, weil neben den drei Gängen des Menüs, dem obligatorischen „Amuse-Gueule“ und dem Brot mit Walnuss-Tapenade auch noch ein Apetizer für das Dessert gebracht wurde, damit sich der Gaumen schon langsam an die Süße gewöhnen kann.
Und die viele Zeit fehlte mir am nächsten Tag.

Schnell noch für die beiden kommenden Tage und Läufe packen hieß es also um 5 Uhr. eine kurze und eine knielange Laufhose, 1 Paar Kompressionsstrümpfe, 1 Paar kurze Laufstrümpfe, ein Paar Schuhe reichen, Laufshirt, lange Laufjacke, Laufweste, Laufuhr, 2 Buffs, eine Winter- und eine Sommermütze, dünne Laufhandschuhe …
… fehlte da nicht etwas?

Natürlich! Das zweite Laufshirt und auch die Entscheidung für nur ein Paar Schuhe war falsch, weil ich Leipzig nicht so schlammig und nass erwartet hatte, dass die Schuhe danach keinesfalls für einen zweiten langen Lauf hätten verwendet werden können.
Meine Lösungen waren zum einen, ohne Laufshirt nur mit der Laufweste zu laufen. Wie viele schmerzende Scheuerstellen das gab kann ich nicht sagen, aber ihc kann sicherlich bis über 10 zählen und die wunden Stellen auf beiden Seiten unter den Armen, am Schlüsselbein und auf der Brust waren mehr …
Und zum Laufen nahm ich die Brooks-Laufschuhe, die ich eigentlich nur als Zierde zu meinen Jeans als „casual wear“ trage. Für lange Läufe sind die nicht gemacht, vor allem haben sie nicht die zusätzliche Länge, die wir Marathonis oder Ultramarathonis stets unseren Laufschuhen gönnen. Das habe ich dann nach dem Ultra mit einer dicken und äußerst schmerzhaften großen Blutblase am zweiten rechten Zeh bezahlt.
Aber wer nicht bis zwei zählen kann …

Die beiden Läufe aber kompensierten all den Ärger, den ich über mich selbst hegte. In Leipzig war es ein 3-er Teamlauf, für den ich schon im November 2011 zwei ostdeutsche Laufpartner gefunden hatte. Matthias, ein Unternehmer mit bis dahin 8 Marathons in seiner persönlichen Statistik, mit einer PB, die fast exakt gleich ist wie meine aus Edinburgh und mit einer Biographie, die einige Parallelen zu meiner hat und Flo(rian), unser Küken, ebenfalls mit bis dahin 8 Marathons in seiner persönlichen Statistik und einem Beruf, der ihm Flügel verleiht.
Beim 3. Leipziger Winter! Marathon war einer der Sponsoren Red Bull. Gewöhnlich nutze ich die Kraft von Red Bull, um mich für lange Autofahrten wach und fit zu halten, in Leipzig erlebte ich dieser nach Gummibärchen schmeckende Flüssigkeit als Hot Bull, leicht angewärmt mit Orangensaft gemischt. Und das Red Bull – Promotionteam war auch super nett und jede der Ladies war unserem Teammitglied Flo(rian) bekannt.

Läuferisch war der Marathon wieder eine kleine Offenbarung. Wir sind im Gruppendruck natürlich zu schnell losgelaufen. Am liebsten hätte ich schon auf den ersten Kilometern auf die Laufbremse getreten, aber wer will schon der Bremser sein? Und wir Männer wollen das sowieso nicht zeigen, also geht es schnell weiter. Aber nach vielleicht 30 oder 32 Kilometern schmerzte Matthias seine Sehne sehr und Flo durfte mir seine Leidensfähigkeit beweisen. „Das war das Härteste, das ich bisher gemacht habe,“ sagte er am Ende und ich versuchte Kilometer für Kilometer die beiden zu motivieren.
Dennoch wurden wir vor allem auf den letzten eineinhalb Runden auch von Teams eingeholt, die wir längst hinter uns gelassen wähnten und auch das beste Damenteam passierte uns auf den letzten 1.000 Metern. Aber das sollte uns vollkommen egal sein, weil wir ja mit dem Ziel 4:30 Stunden unterwegs waren.
Mir aber wurde es am Ende schon richtig kalt. Am liebsten wäre ich wie ein junger Hund neben der Strecke hin- und hergelaufen, um meinen Kreislauf in Schwung zu halten, weil mein Rücken freundlich angeklopft hat und meinte, schmerzen zu müssen, zum Glück nicht im Bereich meines sensiblen Iliosakralgelenks, sondern etwas höher, knapp unter dem Rippenansatz, aber ich hätte am Samstag Abend eher gehen einen Start am Sonntag gewettet.

Der 3. Winter! Marathon war auch eine große Ansammlung von Marathon4U – Autoren. Klaus Duwe und seine Mannen waren omnipräsent und so gab es viele Hallos und Körperdrücker, nicht nur mit Klaus, Wolfgang und Bernie, sondern auch mit vielen der anderen M4U Jungs. Außerdem waren der MIAU-Organisator Bernd Kalinowski dabei, der ultraschnelle Ulf Kühne vom OEM (Oberelbe Marathon) Team und viele andere Lauffreunde, die mich Runde für Runde höher fliegen ließen.

Für das Wetter konnten die Leipziger Veranstalter nichts, nichts für das Schneetreiben, nichts für den Regen, nichts dafür, dass alles matschig, schlammig und überhaupt „usselig“ war. Aber das, wofür sie was konnten, war schon phänomenal. Für 45 EUR Startgebühr pro Team (!), also nur 15 EUR pro Starter, gab es einen gut organisierten Lauf, wo an jeder Ecke bedauernswerte Menschen in Neon-Schutzjacken herumstanden, um uns auf den richtigen Weg zu leiten, wo die Versorgung vorbildlich war, nicht nur wegen der Hot Bull Becherchen und nicht zuletzt gab es am Ende sogar noch kleine Geschenke für die Teams.
Leider war uns eine der wunderschönen Plastik-Schneekristalle am goldenen, silbernen oder bronzenen Band vergönnt, dafür waren wir einfach viel zu langsam, insgesamt gab es aber neben den Urkunden noch zwei Torten für unser Team.

Flo, Matthias und ich jedenfalls hatten uns viel zu erzählen, die Zeit verflog recht schnell und ich nutzte die mir durch das Red Bull – Team gewachsenen Flügel dann gleich noch, um nach Senftenberg zu fahren. Ich war ja schon im Vorjahr dort am Start des 50 K Hallen-Ultramarathons und damals erzielte ich eine neue persönliche Bestzeit über die 50K Distanz, jetzt, mit dem Marathon in den Beinen, wollte ich keinesfalls in die Nähe dieser Marke kommen, um auf keinen Fall doch motiviert zu sein, hier noch weiter „feilen“ zu wollen. Aber wenigstens unter 5 Stunden bleiben wollte ich schon.

In der X-BIONIC Laufweste ohne Laufshirt darunter sah ich einigermaßen gut aus, fand ich, und ich folgte als Schatten immer wieder anderen Läuferinnen und Läufern. Zwei, drei Runden gemütlich hinter einem anderen Läufer, dann wieder ein paar Runden allein mit etwas Druck aufs Tempo, so ging es letztendlich 4:56:10 Stunden lang, zuerst einfach, später dann zunehmend schmerzhaft. Das Entstehen und Wachsen der Blutblase bemerkte ich schon nach der Hälfte der 50 Kilometer auf der in den Kurven überbauten Indoor-Tartanbahn, das Scheuern der Weste kam dann etwas später in mein Bewusstsein.
Aber Weicheier sind wir Läufer ja alle nicht und so etwas muss halt jeder aushalten, der nicht bis zwei zählen kann, eine echte Lehre für das weitere Leben.

Der MIAU-Organisator Bernd Kalinowski, der auch in Leipzig gelaufen war, hatte zwischen den Senftenberger Ultra-Hallenmarathon und den Leipziger Winter! Marathon noch kurz den Senftenberger Hallen-Nachtmarathon eingeschoben, wahrscheinlich, weil auch Bernd nicht bis zwei zählen kann.
Und auch Marco Cych aus Bad Kreuznach lief außer in Leipzig noch in Senftenberg. Die Anzahl der „Verrückten“ nimmt also ständig zu …

In Senftenberg 2011 konnte ich meine Altersklasse gewinnen, 2012 erreichte ich nicht mehr als einen 6. Platz. Aber wer langsamer ist wie im Vorjahr, der kann auch nicht die Ergebnisse des Vorjahres erwarten. Es war mich auch egal, weil ich sowieso im Jänner nur viel Strecke laufen will, damit ich im Februar ohne Sorgenfalten auf das Laufen verzichten kann, wenn ich in Equador auf die hohen Berge wandere.
Und ein Glas der berühmten Spreewald-Gurken und eine Packung breiter Nudeln gab es dennoch für die Läufer.

Was ich aber wirklich unglaublich fand, war, dass selbst einige meiner Pacemaker noch fast eine Stunde nach meinem Zieleinlauf unterwegs waren, humpelnd, gehend, verzweifelt. Der Hallenboden und die Überbauung in den Kurven verlangen Dir schon einiges ab. Manche konnten schon nach 100 der zu laufenden 200 Runden nicht mehr richtig laufen, schoben Gehpausen ein oder änderten ihre Rennstrategie gänzlich auf das Walken oder Gehen.
Einen meiner Pacemaker vom Anfang des Laufs bewuderte ich, weil seine Runden immer exakt 1:30 Minuten lang waren, plus / minus eine einzige Sekunde.Ich lief so lange hinter ihm, bis er beim Verpflegungspunkt abgebogen ist. Später aber ging bei ihm nichts und meine ursprüngliche Annahme, es hier mit einem extrem erfahrenen und kontrollierten Läufer zu tun zu haben, schwand und ich bedauerte ihn, weil offensichtlich wurde, dass er dieses konstante Anfangstempo von exakt 6 Minuten pro Kilometer einfach nicht durchhalten konnte.

So skurril dieser Hallen-Ultra ist, so skurril ist auch die alte Niederlausitz-Halle, die noch den Charme der 70er und 80er Jahre verbreitet. Aber der Lauf dort ist einfach einzigartig, wenngleich man ihn leicht unterschätzen kann. Eine ganz besondere Erfahrung aber ist er auf jeden Fall.
Für mich aber war es nach 2011 der letzte Lauf dort, weil mich die rund 600 Kilometer bis Senftenberg immer wieder nerven.

Zumindest in diesem Punkt kann ich dann doch bis 2 zählen …

Der vierte Hinweis …

… ist nur winzig klein. Immerhin ist die Location schon relativ deutlich beschrieben:

– Kölner Süden
– am Rhein auf der richtigen Rheinseite
– an einer Laufstrecke, die einerseits vom „Kölnpfad“ und auch von der Laufstrecke Bonn-Köln begangen wird.


Heute gibt es den vierten Hinweis in die Richtung, was für ein kleiner Schatz denn gefunden werden kann …

Bei einem Schatz denkt man zuerst an eine Schatzkiste, alt und aus Holz. In meinem Fall stimmt das nur zum Teil. Richtig ist, dass es sich um eine Kiste handelt. Auch das Material Holz ist richtig, aber die Kiste ist neu.
Es ist eine von 24 von deutschen Bloggern versteckte „Florena Abenteuerkiste“.
Auf dem Blog www.natur-erleben.com/blog findest Du mich unter dem 5. Dezember.

Nun weiß ich ja, dass nicht jeder Leser, nicht jeder meiner lieben Lauffreunde in und um Köln lebt. Und ob es der kleine Schatz wert ist, dafür von München nach Köln zu fahren muss auch jeder für sich selbst beurteilen. Aber Du findest auch unter den anderen Daten bis zum Weihnachtsfest andere Blogger, die auch eine „Florena Abenteuerkiste“ verstecken – und vielleicht ist da jemand dabei, dessen Versteck näher an Deinem Wohnort liegt?

Die Blog-Seite wird übrigens ständig aktualisiert, die Verstecke nach dem 8. Dezember werden erst später gezeigt. Es lohnt sich also, dort später noch einmal nachzusehen.
Was genau in der Kiste ist verrate ich Dir hier natürlich noch nicht, aber so viel sei verraten:

Es ist etwas für Männer, Frauen können es dann am Nikolaustag dem Liebsten in den Stiefel packen, es pflegt und es ist so wie wir: naturverbunden, ökologisch und auch ein wenig wertvoll.

Morgen kommt dann der letzte Hinweis auf den genauen Fundort und dann, am Montag, freue ich mich, wenn Du diesen Schatz findest. Dabei wäre es super schön, wenn Du eine digitale Fotokamera dabei hättest …

Der dritte Hinweis …

Im Kölner Süden auf der richtigen Seite des Rheins gibt es eine Stelle, die mir besonders am Herzen liegt.

Sie ist nicht nur schön anzusehen, etwas abseits der Teilstadt Köln-Rodenkirchen, ein wahres „Läufer El Dorado“, wo täglich Hunderte von Läufern sich den Bürofrust aus dem Kopf und Kraft in die Oberschenkel und Waden laufen, sie ist mir auch deshalb wichtig, weil sich viele Erinnerungen damit verbinden.


Der „Kölnpfad“ geht dort vorbei, es ist auch ein Stück Strecke von dem verrückten Anlauf zum Ratinger 24-h Lauf im Vorjahr, der so viel Spaß gemacht hat.
Nach der Photokina bin ich über dieses Stück Kölner Bodens nach Hause gelaufen und jeder Lauf, den ich nach Köln absolviere, geht hier vorbei.

Dort bin ich 2009 beim „Kölnpfad“ von einem entgegenkommenden Fahrradfahrer angesprochen worden. Es war kurz vor dem VP3 gewesen, wir hatten schon bald 100 Kilometer auf der Uhr, noch lief ich mit und kurz hinter Hans-Peter Gieraths. Ich trug ein Finisher-T-Shirt vom Swiss Alpine, das schwarze mit dem roten stilisierten Steinbock drauf.
Der Fahrradfahrer fuhr an mir vorbei, hielt an, wendete und sprach mich an. Er wollte alles über den Swiss Alpine wissen, seinen Traumlauf, wie er sagte. Ich erzählte und er begleitete mich ein paar Kilometer lang, so lange, dass ich am VP3, der etwas erhöht nach einem Rechtsknick lag, geradeaus vorbei lief. Die Crew des VP3 dachte, dass der Fahrradfahrer meine Fahrradbegleitung wäre, rief uns, aber wir waren so ins Gespräch vertieft, dass die Rufe ungehört verhallten.

Dort überholte mich auch der ambitionierte Läufer, der für den Köln-Marathon 2010 trainierte, um dann, wenige Kilometer später, atemlos und vollkommen erschöpft am Rand zu stehen und nicht mehr weiter zu können. Das war bei meinem Lauf nach Ratingen-Breitscheid und ich nahm ihn langsam mit auf meinen weiteren Weg bis zu seiner Wohnung.
Wir unterhielten uns über das, worüber Läufer am liebsten reden, über diverse Läufe, passierten die Absperrungen des am nächsten Tag stattfindenen Cologne 226“ Triathlons und ich gewann wieder an Kraft durch diese Begegnung.

Du siehst, mein „schönster Platz in der Natur“ trägt viele Erinnerungen für mich, deshalb habe ich ihn ausgewählt für den Schatz, für die Schatzsuche.