Farbiges, schönes, romantisches Facebook-Land …

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Der TransGranCanaria Lauf war wichtig für mich, sehr wichtig.
Seit meinem Ausscheiden beim TdG im September bin ich keine Strecke über 56 K mehr gelaufen. Und vor allem waren bei den Läufen keine wirklich schwierigen Strecken dabei.
Ich bin im September ausgestiegen, weil ich leer war im Kopf, meine Gedanken nicht ausreichend kontrollieren konnte und auch, weil ich zu wenig Berge trainiert habe. Das sollte mir 2012 nicht wieder passieren, sagte ich mir zum Jahreswechsel und skizzierte ein Laufjahr, das ambitioniert, aber auch machbar scheint.

Die Highlights 2012 sind dabei sicher die „langen Kanten“, also die Läufe über 100 K. Der TransGranCanaria, der RheinBurgenWeg-Lauf, der Jurasteig, die TorTOUR de Ruhr und dann natürlich der SwissIronTrail. Und danach geht es Anfang September mit Herbert Paulus an den „extreme-run4life“, über die Heckmair-Route in sechs Tagen von Oberstdorf nach Riva di Garda. Zu Gunsten der Organisation JAM, die sich vor allem in Afrika für Kinder in Not einsetzt.
Mehr darüber gibt es in der nächsten Zeit hier und in einem eigenen Blog.

Wenn ich also schon bei der ersten Hürde, beim ersten Highlight, die Segel gestrichen, aufgegeben hätte, dann wäre die weitere Entwicklung des Jahres vorhersehbar gewesen. Das also durfte nicht passieren, sagte ich mir. Immer wieder.
Immer wieder, wenn ich zwischen den Kilometern 35 und 80 überlegt habe, ob der TransGranCanaria Lauf für mich noch zu einem guten Ende kommen könnte. Und es gab genügend Gründe zu zweifeln. genügend Gründe, stehen zu bleiben, zu jammern und der Hitze, den Organisatoren und der ganzen Welt die Schuld zu geben dafür, dass ich nicht finishte.
Nein, sagte ich immer, das darf einfach nicht sein.

Und so beginnt diese Geschichte mit den schönen Seiten dieses Laufs, aber ohne das eigentlich obligatorische „Es war einmal …“. Sie beginnt mit dem, was vorher, dabei und auch nachher etwas ganz Besonderes war.
Und das war der Lauf zweifelsohne. Schon die Anmeldeliste versprach ungeheuer viel Freude. Halb Facebook war scheinbar auf der Insel eingeschrieben und schon in den Wochen und Monaten zuvor wirbelten die Hotel- und die Ausrüstungstipps quer durch das romantische Facebook-Land. Und wenn am Ende einige Facebook-Bewohner dann doch passen mussten, so war es schön, mit meinem Freund Achim Knacksterdt in einem Hotelzimmer auf diese Reise zu gehen, im Hotel, beim Transfer, auf der Promende von Las Palmas oder wo auch sonst, Freunde und Bekannte zu treffen.
Mit Tanja Neumann und Kurt Süsser hatte ich dieses Abenteuer geplant, auf Rolf Kaufmann und seine Ulla, HaPe Roden und seine TransAlpineRun-Laufpartnerin Manuela, Julia und Jens Vieler und den kleinen Rest der TTdR-Truppe freute ich mich schon während des Fluges. Mohamad Ahansal, den Seriensieger des Marathon des Sables, traf ich gleich zwei Mal auf der Promenade.

Achim und ich hatten uns für die Hotelempfehlung von Rolf entschieden. Es hatte W-LAN, saubere und einigermaßen großzügige Zimmer, es lag nahe des Ziels und nahe der Promenade. Und wenn das Frühstück auch noch essbar gewesen wäre, dann wäre es wirklich perfekt gewesen. Aber für ein langes Wochenende war es insgesamt OK.

Am Donnerstag Nachmittag kam ich am Flughafen von Gran Canaria an. Dort traf ich gleich einen TorTOURisten, Oliver Arndt und seinen Freund. Die beiden halfen mir, mich zu orientieren, immerhin war es das erste Mal, dass ich auf Gran Canaria war.
Später dann war ich bei Tanja und Kurt im Hotel und aß mit den beiden zu Abend. Es gab dort im Hotel ein ausgiebiges Buffet. Es schmeckte herrlich.

Beim Abholen der Startunterlagen gab es zuerst drei wichtige Dinge.
Ein Leibchen, das wir über unsere Laufsachen zu ziehen hatten. Kein Traum in blau, viel zu weit, aber notwendig, wenn Du keine Disqualifikation riskieren wolltest.
Ein Rucksack in rot als Drop-Bag. Ein echter Fang, finde ich, immerhin hat er sogar ein separates Fach für Schmutzwäsche. Nur eine Lasche zum Schließen fehlt, das ist schade. Der Rucksack an sich ist aber wirklich toll.
Ein Rucksack in blau als Tasche für die Sachen, die Du im Ziel deponiert haben willst. Der gleiche Rucksack wie der rote, nur eben in einer anderen Farbe.

In der Zwischenzeit waren auch Achim. Julia und Jens eingetroffen, es war Freitag Mittag und wir alle trafen uns bei der Startnummernausgabe, um uns alle zu drücken, zu herzen und auch, um über unsere Heimat, das schöne Facebook-Land, zu reden. Und dann ging es ins Bettchen, etwas Ruhe vor dem Start mitten in der Nacht.
Erst trafen wir uns im Zielgebiet, dann ging der Bus Richtung Playa des Ingles, Richtung Start. Dort gönnten wir uns alle in großer Runde noch einen Kaffee oder eine Dose Red Bull, Hauptsache etwas, das uns ein wenig pushed.

Und dann ging es auch schon los. Ich bin noch nie in der Nacht am Strand entlang gelaufen. Und dieser Laufbeginn war wirklich großartig. Der Halbmond stand am Himmel und Du siehst die Wellen leicht erhellt. Es waren 14 angenehme Grad und überall vor Dir waren die rot blinkenden Rücklichter der anderen Läufer und überall hinter Dir leuchteten die Stirnlampen der Läufer hinter mir. Fünf wunderschöne Kilometer ging es so durch die Nacht bis hin zum Leuchtturm, wo wir dann nach rechts abgebogen sind, um die berühmte Passage durch das trockene Flussbett zu betreten.
Das war aber ganz anders wie ich es mir vorgestellt hatte. Ich dachte es mir eher so, wie ich es ganz am Ende erlebt hatte. Aber ich will ja nicht vorgreifen, auch wenn im schönen Facebook-Land vielleicht schon das eine oder andere Foto von dieser Passage zu sehen gibt.
Dieses Flussbett war im wesentlichen aus Beton mit eingelassenen großen Steinen. Alles war fest und es war trocken. Wenn das Bett aber Wasser führt und Du den Grund nicht mehr siehst, dann ist dieser Einstieg doch ganz erheblich schwieriger. Und dennoch waren wir alle froh, als wir wieder normale Trails belaufen durften. Zu dieser Zeit war ich mit Rolf unterwegs, ließ mich aber dann zurück fallen, um mein eigenes Tempo zu suchen.

Es ging immer nach oben, der Höhenmesser zeigte immer größere Zahlen. Und die Sterne leuchteten. Und die roten Rücklichter vor mir leuchteten. Und die Stirnlampen hinter mir leuchteten. Es war einfach perfekt dort. Ein großer Güllewagen versorgte uns bei Kilometer 30 mit Wasser und nach einem Marathon gab es zum ersten Mal etwas zu Essen. Die Auswahl empfinde ich auch rückblickend noch als eher bescheiden, vor allem, wenn man den sonstigen Aufwand bedenkt, der da getrieben wurde. Einige der Läufer haben sich komplett selbst versorgt, vielleicht wäre das richtig und sinnvoll gewesen.

Ungefähr schon bei der ersten Wasserstelle, dem großen Güllewagen, begannen meine Waden zu krampfen. Das war ein Grund, darüber nachzudenken, wie es für mich dort weiter gehen kann. Und als dann vielleicht zwanzig Kilometer später noch die Oberschenkel zu krampfen begannen, mal rechts, mal links, mal oben, da merkte ich gar nicht, wie die Krämpfe in den Waden einfach so verschwanden. Ich habe sie aber nicht wirklich vermisst.
Dann teilte sich die Strecke und die Läufer, die nur die 96 Kilometer Strecke ausgewählt haben, bogen nach rechts ab, wir aber durften nach links, um einen langen Bogen zu laufen. Einen langen Bogen, der vielleicht die schönsten Streckenabschnitte zusammen gefasst hat. Erst war es ein Höhenweg zwischen 1.100 und 1.200 Metern, der ständig hoch und runter führte. Längst war die Morgensonne heraus gekommen und ich lief mit einem Spanier, der auch 2008 beim TransAlpineRun dabei war. Der Seeberger-Buff hat es mir erzählt. Und als ich ihn darauf ansprach, war er stolz, schüttelte meine Hand und wir liefen dann im Geiste vereint schweigend hintereinander her, bis sich noch ein zweiter Spanier zu uns gesellte.

In einem Supermarkt in einem kleinen Dörfchen erstanden wir jeder zwei eiskalte Coca-Cola. Es war schon richtig heiß zu diesem Zeitpunkt und das Getränk tat jedem von so gut. Es ging nun wieder abwärts, vorbei an Stauseen durch wildes Gelände. Es war die Phase, in der mir, wenn ich mit verbundenen Augen dort ausgesetzt worden wäre, hätte suggeriert werden können, mich im amerikanischen Mittelwesten, im Grand Canyon oder in Canyonlands, zu befinden. Einfach wunderschön.
Und es war auch die Phase, wo wir den Blick auf eine der kanarischen Nachbarinseln, auf Teneriffa hatten. Und mächtig und erhaben thronte der 3.718 Meter hohe Teide über dieser Nachbarinsel. Lange, ganz lange, begleitete uns dieses Bild. Und es ging höher und höher herauf, immer höher Richtung höchstem Berg Gran Canarias, immer Richtung Pico de las Nieve mit seiner meterologischen Station auf dem Gipfel.

Davor schon gab es einen Aufstieg auf rund 1.750 Meter, supersteil und durch Fixseile gesichert, rauf auf eine Steinebene, über die sich der 1.813 Meter hohe Roque Nublo erhebt, das Wahrzeichen der Insel. Rauf, ran an die Matte und gleich wieder zurück. Und die Sonne brannte erbarmungslos auf uns herunter.
Und irgendwo dort wäre ich fast gestürzt. Ich meine dabei nicht die kleinen Aufreger, wo Du kurz die Bodenhaftung verlierst, das passierte bald jede Minute. Die Aufstiege waren steil, die Abstiege noch steiler. Sand, Geröll, Steine, alles was Deinen Halt nimmt, war da. Nein, es war eine der Situationen, die ganz übel hätten enden können.
Es ging steil nach unten, ich verlor die Haftung und warf instinktiv meine Stöcke weg. Aber ich sah, dass es neben dem Weg den Berg runter geht. Und ich lief, um mich zu halten, um wieder Führung zu bekommen. Kurz vor einem Felsen gelang es mir. Die beiden mich begleitenden Spanier waren kreidebleich und applaudierten spontan ob dieser kleinen Einlage. Ich aber war von diesem Moment an noch etwas vorsichtiger.

Der Roque Nublo wäre ein Felsen vom Geschmack der Kletterer auf meiner Ecuador-Tour gewesen. Majestätisch stand er da und genauso dominant stand die Sonne über ihm. Ein unglaubliches Bild, das eine Pause verdient gehabt hätte. Aber mir ging zu dieser Zeit dauernd das Lied von Ideal aus den 80er Jahren durch den Kopf:

„Jeder denkt das eine, doch dafür ist’s zu heiß! Sex! Sex in der Wüste.“

Für das Fotografieren aber war es auch zu heiß, so blieb es bei ganz wenigen Aufnahmen. Aber dafür gibt es ja das fantastisch bunte Facebook-Land. In dieser unserer Wahlheimat findest Du sicher vieles, von dem ich Dir hier nur erzählen kann. Ein hervorragendes Beispiel findest Du hier bei Hans-Peter Roden oder hier bei Jens Vieler.

Die letzten Schritte rauf auf den höchsten Punkt der Insel taten schon sehr weh. Bei jedem Schritt schmerzten und krampften die Oberschenkel. Wieder dachte ich kurz daran, hier auszuruhen oder auszusteigen, aber ich konzentrierte mich und versuchte, meine Gedanken zu lenken. Wenn ich gewusst hätte, wie eklig steil es gleich nach Teror herunter gehen würde, vielleicht hätte ich den destruktiveren Gedanken mehr Raum gegeben.
Die Menschen oben auf dem Pico de las Nieve aber waren großartig. Obwohl die meisten von uns, von der Sonne, den Kilometern und den Aufstiegen gezeichnet, enorm langsam waren, feierten sie uns da oben, als wären wir nicht gerade von müden, von hinten kommenden Schnecken bergauf überholt worden. Es war großartig.

In Teror gab es dann Pasta. Vor dem Berg wären sie zwar sinnvoller gewesen, aber besser spät, als gar nicht. Ich traf Kurt Süsser dort und fragte ihn, wann er mich überholt hätte. Aber er hatte das nicht. Er verließ das Rennen schon vor dem Berg, vielleicht, weil er einfach zu wenig getrunken hatte. Schade für ihn, aber die Hitze ist einfach nicht seine Stärke.
Kurti, sofern Du das liest, Du bist dennoch der stärkere Läufer von uns beiden, Du hast das oft genug bewiesen.
Die Pasta bekam ich nicht runter, aber Simone gab mir flüssiges Magnesium. Und das half zügig.
Noch waren es rund 40 Kilometer bis zum Ziel, hier in Teror war auch der Start des Marathons gewesen. Und noch waren wir auf 1.650 Metern Höhe. Las Palmas liegt auf 4 Metern, eigentlich ging es nur noch bergab.

Wie steil bergauf aber bergab sein kann, das bekamen wir an einigen Konteranstiegen gezeigt. Ich war mittlerweile mit Markus und einem Italiener unterwegs und wir kämpften uns tapfer Stück für Stück nach unten. Dann wechselte ich die Partner, weil sich meine Krämpfe immer mehr lösten und ich noch etwas schneller sein wollte. Meiner Gabi habe ich gesagt, dass ich auf 26 Stunden laufe, aber das von Rolf Kaufmann gesteckte Ziel, unter 24 Stunden zu bleiben, hat mich von Anfang an begleitet. Es war längst in Vergessenheit geraten, längst war klar, dass ich auch am Sonntag noch laufen werde.
Dabei hat Jens Vieler hat im informativen Facebook-Land vor dem Lauf geschrieben, dass er beantragt hätte, das Zeitlimit von 30 auf 25 Stunden herunter zu nehmen. Es war ein Scherz, den ich aber nicht aus meinen Gedanken verbannen konnte.
Aber der „worst case“ für mich war zu diesem Zeitpunkt, für jeden Kilometer noch 15 Minuten zu brauchen und das hätte in der Spitze bis zu knapp 27 Stunden geführt.

Ich lief nun also wieder mit einem Spanier und einem Finnen. Es kamen die berühmt-berüchtigten letzten 25 Kilometer. Der Weg durch das trockene Flussbett. Ein Stein neben dem anderen, einer lockerer als der andere. Es ist anstrengend, da zu laufen, es ist dunkel und die Stirnlampen drohen mit Streik, Du bist müde, musst aber vollkommen konzentriert sein. Du fluchst, Du jammerst und Du hoffst, dass es vielleicht am Ende doch besser werden würde.
Irgendwann kommst Du nach Las Palmas, durch die Stadt, die Promenade entlang … ein großer Traum, eine kleine Illusion.

Es stinkt nach Kloake am Ende des Flussbetts. Du wirst durch eine Gewerbegebiet geführt, weit weg von der Stadt Las Palmas. Aber wenigstens hast Du wieder festen Boden unter den Füßen. Georg Kunzfeld hatte uns schon vor den letzten 25 Kilometern gewarnt, Schonung habe ich also nicht erhofft.
Als es noch rund 13 Kilometer waren, dachte ich, dass wir doch eine Chance haben, wenigstens unter 25 Stunden zu bleiben. Aber mein spanischer und mein finnischer Freund sind etwas langsam. Wir verlieren Zeit auf meinen Plan.
Achim müsste mittlerweile schon lange im Hotelzimmer sein, dachte ich. Alle sind schon drin. Nur ich nicht.

Bei der letzten Versorgung trennen sich unsere Wege. Ich gehe alleine weiter, verzichte auf frisches Wasser oder etwas zu essen. Noch acht Kilometer, hieß es. Mit diesen acht Kilometern käme ich auf 126,6 K auf meiner Uhr. Und ich habe noch knapp über 80 Minuten dafür. Unter 25 Stunden, das ist zu packen.
Weitere 5, 4 Kilometer später steht auf dem Asphalt, ja, es war mittlerweile laufbar, die Krämpfe waren komplett verschwunden und ich konnte auf niedrigstem Niveau sogar wieder laufen, dass es noch 3 Kilometer seien, also doch 400 Meter weiter als berechnet.
Noch hatte ich 27 Minuten. Neun Minuten pro Kilometer. Das sollte reichen, dachte ich.

Weitere 700 Meter später stand da ein Schild: noch drei Kilometer! Ich rechnete neu. Ich musste schneller werden, deutlich schneller, wenn dieses Schild richtig war.
Und ich lief und lief und lief.
Erst einen Kilometer vor dem Ziel war ich mir sicher, dass es reichen würde, egal, ob die ominösen 700 Meter nun noch dazu kommen würden oder nicht.
Sie kamen nicht mehr dazu, ich finishte um 0:51 Uhr. Ich hätte noch vielleicht eineinhalb Kilometer mehr gehen können, bevor es 1 Uhr wurde. Ich war versöhnt mit dem Lauf, immerhin hatte ich es geschafft, Jens Vielers Zeitlimit zu unterbieten.

Ich nahm ein Taxi für die wenigen Hundert Meter zum Hotel und schlich mich humpelnd in unser Zimmer. Aber Achim war noch nicht da. Ich ließ mir viel warmes Badewasser ein, wärmte stets nach und schlief in der Wanne ein. Ich wachte auf, weil ich einen enormen Durst verspürte.
Aus der Wanne zu steigen war ein Erlebnis. Hätte jemand zugesehen, dann wäre ich sofort in die Kategorie der alten Männer gepackt worden. Und das Anziehen der Jeans und der Strümpfe war nicht weniger peinlich.
Warum sind auch die Füße und der Boden so tief unten?

An der Rezeption kaufte ich zwei Flaschen kalten Wassers, wankte nach oben und dann kam auch Achim ins Zimmer. Die Hände aufgerissen, die Knie blutig. Er hatte mehr Pech beim Laufen und stürzte einige Male, vor allem bei den steilen Bergabpassagen. Er kam rund 14 Minuten nach mir ins Ziel, allerdings gleich als nächster Läufer. Irgendwann muss ich ihn überholt haben, wahrscheinlich, als er für ein paar Meter einen falschen Weg nahm. Meine alten Mitläufer, der Finne und der Spanier, kamen erst nach Achim ins Ziel, alles richtig gemacht, dachte ich.

Am Sonntag frühstückten wir nicht, aßen nicht zu Mittag und gingen am Abend wieder zu Tanja und Kurt ins Hotel, um uns dort am Buffett zu bedienen. Es schmeckte fürchterlich.
Und auch am Rückflugtag, dem Montag, konnte ich bis zum Abend nichts essen. Nichts schmeckte, der Körper hatte sich verändert. Schon das war eine Erfahrung, die jeder missen muss, der nie so lange, so harte und so heiße Läufe gemacht hat.

Beim Abholen des Drop-Bags und der Rückgabe der Chips gab es dann die Finisher-Shirts und die Finisher-Weste. Beide waren superschön. Im Flugzeug war ich aber der Einzige, der das Shirt und die Weste trug. Achim flog schon zwei Stunden vor mir, Ulla und Rolf, Tanja und Kurt durften noch zwei Tage lang auf dieser schönen Insel bleiben.

Und weil es doch eine schöne Geschichte aus dem virtuellen Facebook-Land ist, soll sie auch wie eine schöne Geschichte enden:
… und wenn sie nicht gestorben sind, dann dürfen sie jetzt auch von dieser schönen Insel träumen …

Troisdorf oder warum ein 6-Stunden-Lauf schon nach 90 Minuten zu Ende war …

Am Morgen des vorigen Samstags, am Morgen vor dem 6-h Lauf in Troisdorf, der wie immer liebevoll von den engagierten M-U-T’lern organisiert wurde, fühlte ich schon wenig Motivation, diesen Lauf zu machen.
Vom Vortag taten mir die Oberschenkel noch weh, ein Handicap, das meinem akuten Trainingsrückstand geschuldet war, ich war nicht wirklich ausgeschlafen, und hatte so ein Grummeln im Magen, genug Gründe, die Bettdecke wieder über den Kopf zu ziehen und noch ein paar Schlafstündchen dran zu hängen.
Aber die vermeintliche Pflicht siegte.

Der Troisdorfer 6-h Lauf, immerhin 2005 mein Einstieg in die Welt der Ultras, wenn ich von dem Gruppenlauf rund um Ratingen, den „Ratinger Rundlauf“ am 3. Oktober 2005 absehe, stand sowieso nicht auf meiner Laufagenda, weil es eigentlich das letzte Wochenende war, an dem ich hätte arbeiten müssen, dieses Mal in der Drei-Flüsse-Stadt Passau.
Da meine Gabi mir aber für dieses letzte Wochenende frei gegeben hatte, erinnerte ich mich an die freundliche Einladung von Michael Irrgang, der mich via Facebook zu diesem Lauf hatte überreden wollen, was ich unter dem Verweis auf den Arbeitseinsatz ablehnte.
Außerdem hat mich der XING-Lauffreund Thorsten Stelter gefragt, ob wir dort in Troisdorf ein paar Worte miteinander wechseln könnten. Live hatte ich ihn seit einem nur wenige Minuten dauernden Treffen vor dem Rennsteiglauf Anfang dieses Jahres nicht mehr gesehen, alles Gründe, doch nach Troisdorf zu fahren.

Zu Troisdorf sei für diejenigen, die noch nie in diesem Städtchen waren, erklärt, dass man das „i“ im Namen nicht mitspricht. Troisdorf heißt also eher Trosdorf, hier in der Region wird Tro(i)sdorf auch liebevoll „Trostlos“ genannt. Es ist eben eine eher gesichtslose Wohnstadt für Bonn und Köln, eine der vielen Wohnstädte, die sich rund um diese schönen Städte gebildet haben.
Troisdorf ist vor allem für mich sehr nah. Und Nahes hat von jeher nur einen bedingten Charme, finde ich. Eine gesichtslose Stadt in Sachsen-Anhalt oder in Bayern ist allemal besser als etwas, das nahezu direkt vor der Haustüre liegt.

Dazu kommt, dass es in Troisdorf eine Tradition gibt, fast schon eine Gleichung. Wenn der Lauf in Troisdorf ist, dann ist auch das Wetter schlecht. Immer. Schlecht, nass, kalt.
Im Vorjahr hat es fast permanent geregnet, es begann nur wenige Minuten nach dem Startschuss, steigerte sich gegen Mittag zum Wolkenbruch und endete auch erst wieder kurz vor dem Ende des Rennens. Noch immer sehe ich die unermüdlichen Helferinnen und Helfer, die versucht haben, die schlimmsten Wasserpfützen auf dem Damm hinter dem Aggertal-Stadion weg zu wischen. Ich erinnere mich an den verzweifelten Versuch, sogar die Cola anzuwärmen, damit uns die nasse Kälte nicht allzu sehr zusetzte.
Ich erinnere mich an meinen ersten Lauf dort, damals, 2005. Beim Lauf selbst war es einigermaßen trocken, aber der Weg war noch nass vom Regen am Vortag und vom Regen in der Nacht vor dem Start.
Wenn Du dort vom Damm herunter kommst und auf die Straße trittst, dann gibt es da mitten im Laufweg eine kleine Senke im Asphalt, in der sich immer das Wasser sammelt. Damals bin ich drei oder vier Stunden lang brav um diese Senke herum gelaufen, in den letzten beiden Stunden aber war mir der Umweg zu weit und meine innere Abwägung „nasse Füße“ oder „Umweg“ wurde anders beantwortet wie in den ersten Laufstunden.
Damals hatte ich mich von den Lauffreunden des TV Altendorf-Ersdorf begleiten lassen. Ein paar Runden mit Rainer, ein paar Runden mit Katrin, ein paar Runden mit Dietmar, ein paar Runden mit meiner Gabi – und natürlich viele Runden alleine, vor allem in den ersten beiden Laufstunden.
Damals hat es aber nicht gereicht für die 60 Kilometer – und auch beim zweiten 6-h Lauf, ein halbes Jahr später in Stein/NL nicht. Erst dann, ein weiteres Jahr später, beim dritten Versuch, in Steenbergen/NL, kam ich mit ca. 64,5 Kilometern auf ein zufrieden stellendes Ergebnis. Seither habe ich keinen 6-h Lauf mehr mit Engagement gelaufen.
Im Vorjahr hatte ich in Troisdorf nach einem Marathon noch die Runde beendet und bin dann gegangen, nass und kalt wie ich war.
Und das war auch mein Plan für 2011 an diesem Morgen, wo ich unmotiviert war und besser im Bettchen geblieben wäre.

Auf der Starterliste aber hatte ich neben Melanie und Steffen Kohler auch Birger Jüchter gesehen. Melli und Steffen hatte ich schon Monate lang nicht mehr live gesehen und auch mit Birger bin ich zuletzt beim Allgäu Panorama Ultra gemeinsam gelaufen. Seine Finishertrophäe, ein Metall-Läufer auf einem Pflasterstein, steht noch immer bei uns.
Er hatte Gabi und mir seine Trophäe mitgegeben, weil ihn sein Weg weiter geführt hat zu Hauke Königs höchst privatem Frubiase TransGermany Lauf und Birger war dorthin mit dem Fahrrad unterwegs. Da hätte so eine Trophäe sicher eher gestört.
Nicht zuletzt freute ich mich auch, den stets freundlichen Michel Irrgang mal wieder zu sehen.

Mein erstes Ziel war, gut auszusehen. Ich erinnte mich bei der Beantwortung meiner Frage, in welcher Farbe ich wohl laufen würde, an das Zitat von Henry Ford.
Jens Vieler erwähnt dieses Zitat auch sehr oft und vieles bei seiner TorTOUR de Ruhr basiert auf diesem Zitat.

„Egal welche Farbe – Hauptsache: schwarz!“

Als Wintertyp steht mir schwarz sowieso am besten. Und das, was X-BIONIC in schwarz produziert, habe ich schon beim ersten Ansehen in mein Herz geschlossen.
Das Outfit war also schnell klar, eine ganz kleine Motivationsspritze war das schon. Aber eben nur eine  kleine, die nicht allzu lange anhält.

Schon an der Startlinie habe ich gemerkt: ohne eine ausreichende Portion Motivation laufen ist einfach Mist. Du haderst an allem, Du spürst Deinen Körper schon, bevor Du losgelaufen bist und Du fragst Dich von Anfang an: „Was soll ich hier?“
Noch freute ich mich über die vielen anderen Lauffreunde, darüber, Conny und Sigi Bullig, zu sehen. Und ich startete mit Thorsten Stelter und auch Birger, Melanie und Steffen waren lange bei mir.
Aber wer mich nicht begleitete, war die Begeisterung. Es war Pflicht von Anfang an, Pflicht und Zwang. Selbst auferlegt, zweifellos, aber eben dennoch Pflicht und Zwang.

Das Wetter war fantastisch, überhaupt nicht Troisdorf-typisch. Es war mild, sonnig, ein wunderbarer Tag. Ein Tag, an dem man, wie Michael Irrgang mir irgendwann sagte, auch mal Gehpausen einlegen könnte, sich intensiv versorgen lassen könnte, alles langsam angehen lassen könnte. Stimmt.
Stimmt aber irgendwie auch nicht. Denn an so einem Tag kannst Du auch etwas anderes Schönes machen als Dich von anderen Läufern überholen zu lassen. Wenn Du anfängst, das peinlich zu finden, was Du da ablieferst, dann ist es Zeit, aufzuhören.

Melanie und Steffen Kohler waren mittlerweile einhundert oder zweihundert Meter vor mir. Ich gab mir noch Mühe, die beiden einzuholen, lief noch den Rest der Runde mit den Beiden, um dann meine Startnummer abzunehmen und mit meiner Entscheidung zufrieden das Terrain zu verlassen.
Ein Drittelmarathon, immerhin. Etwas zum Auslaufen, immerhin.

Nun bleiben noch zwei Wochen Zeit, mein Pensum wieder deutlich nach oben anzupassen, lange Einheiten zu probieren, damit der KoBoLT nicht hinter einem der Tausend Bäume hervorlugt und mir eine lange Nase zeigt.

Aber zwei Wochen sind ja auch wirklich noch eine sehr lange Zeit …

TorTOURisten im Anmarsch …

Was haben die alle gemeinsam:

Markus Flick, Rainer König, Bernd Rohrmann, Susanne Alexi, Gunter Rothe, Harald Ehlers, Hauke König, Mike Pieprytza, Elke Dörnfeld, Martin Büchter, Tilman Gurries, Michael Kohlbrok, Annett Bahlcke, Oliver Arndt, Peter Jansen, Conny Bullig, Steffen Kohler, Dorothe Wolf, Fjelline Zausel, Ylvi Smilla von Unruh, Joachim Siller, Tom Kuschel, Torsten Riemer, Günther Bergs, Peter Kaminski, Dirk Vinzelberg, Georg Kunzfeld, Ralf Ruppert, Achim Knacksterdt, Oliver Schoiber, Sabine Schäfer, Angela Ngamkam, Thomas Eller, Holger Sakuth, Eckhard Rump, Michael Hechler, Günther Bruhn, Frank Schacht, Ulrich Meininger, Grit Seidel, Roland Riedel, Andre Lange, Herbert Weingärtner, Heinz-Werner Hilgenberg, Jens Hilpert, Hans-Christoph Weiß, Jörg Kupfer, Michael Geske, Ralph Dietz, Lutz Schweizer, Bettina Mecking, Werner Hölscher, Michael Ortmann, Stefan Beckmann, Mark Becker, Martin Ottersbach, Norbert Fasel, Jörg Just, Iris Eschelbach, Michael Frenz, Thomas Ehmke, Oliver Scheer, Jutta Jöhring, Peter Ludden, Jörg Eberling, Chris Wolfe, Ricarda Bethke, Uwe Kiehn, Jürgen Baumann, Raimund Slabon, Thomas Strohmeyer, Peter Neumann, Alois Wimmer und eine 6-köpfige Marathon-Staffel?

Und worauf warten die alle:

Wolfgang Olbrich, Niels Grimpe-Luhmann, Christian Pflügler, Dietmar Rosenau, Michael Snehotta, Harald Retzlaff, Said Kahla?


Das wunderschöne Kult-Shirt der TorTOUR de Ruhr allein kann es nicht sein, dass sich so viele hervorragende Ultraläufer alle zwei Jahre zusammenfinden, um den Ruhr-Radweg zwischen Winterberg und Duisburg-Rheinorange unsicher zu machen.

Es ist wahrscheinlich das freundlich- positive Flair, das dieser längste nonstop Ultralauf Deutschlands verbreitet und es ist der Veranstalter Jens Vieler, für den alleine manche der Ultraläufer diese Veranstaltung besuchen.

Noch sind es rund achteinhalb lange Monate hin bis zu diesem Event, aber ich zähle schon die Tage bis es heißt:
„Auf, Ihr TorTOURisten, auf geht’s, 230 Kilometer weit nach Duisburg-Rheinorange!“

2010 habe ich mich so oft verlaufen, dass ich erst im Dunklen am Ziel ankam, 2012 aber will ich den Zieleinlauf noch im Hellen erleben, um mich dann an die orangene Säule zu lehnen, die dem Wasser der Ruhr zeigen soll, dass die Ruhr hier zu Ende ist und der Rhein beginnt.

Danke Jens, dass ich wieder dabei sein darf.
Danke Jens, dass ich bald ein zweites dieser Kult-Shirts bekomme …

X-BIONIC® Trekking Summerlight

Letzte Woche erhielt ich einen Anruf as der schönen Schweiz.
„TOM,“ hörte ich von Michi Raab, Pressesprecher von X-BIONIC und Teampartner vom Rheinburgenweg-Läufer Tom Siener aus Koblenz beim TransAlpineRun 2009, „wir haben etwas ganz Neues. Ein Produkt, das wie für den Tor des Géants geschaffen ist. HighTech eben …“

Ich war gespannt. Mir wurde eine tolle Technologie versprochen, Abstandsplättchen, damit der Rucksack besser hinterlüftet ist und etwas, das einfach gut aussieht, eben das passende für den TdG.
Anschließend haben wir uns noch über den UTMB unterhalten und über Bergläufe im Allgemeinen.

Zuletzt drückten wir uns noch gegenseitig die Daumen, Michi steht vor der Aufgabe UTMB, mir drückt er die Daumen für den TdG. Und noch eine letzte Frage: „Ich welcher Farbe wünscht Du Dir das Shirt?“
Eine schwere Frage, aber mir fiel gleich die Antwort ein. Einerseits bin ich ein „Wintertyp“, außerdem fiel mir spontan Jens Vieler ein, der so gerne Henry Ford mit diesen Worten zitiert:
„Egal welche Farbe – Hauptsache schwarz!“

Und was schreibt X-BIONIC selbst über das neue Shirt?
Lies es selbst:

X-BIONIC® Trekking Summerlight…
… weniger Gewicht, mehr Energie

Die erste Schicht ist entscheidend für Klimahaushalt und Leistungsfähigkeit.

Das neue X-BIONIC Trekking Summerlight Shirt Short:

Egal ob auf 800 oder 8.000 Metern – wir schwitzen bei Hitze oder großer Anstrengung und frieren bei Kälte oder in Ruhepausen. Beides kostet Energie. Deshalb benötigt der Körper auch im Sommer eine erste Bekleidungsschicht, die seine Temperatur auf optimalen 37 °C hält. Dies schafft die neue X-BIONIC Hightech Underwear Trekking Summerlight mit innovativen Funktionen und patentierten Details. Nano-Technologie und exakt dosierte Kompression garantieren ein perfektes Tragegefühl.

Effektive Kühlung bei schweißtreibenden Touren und optimale Isolation bei der Rast. Ein Hightech-Shirt muss beides können: wärmen und kühlen, genau wenn es der Körper benötigt. Und auch unter dem mechanischen Druck des Rucksacks funktionieren. Selbstverständlich leicht sein und auf Mehrtagestouren geruchstechnisch neutral bleiben.

Andere bekämpfen den Schweiß, X-BIONIC nutzt ihn.

Hightech ist mehr als eine funktionelle Faser. Erst mit der dreidimensionalen Verarbeitung des Garns entstehen intelligente Lösungen wie das patentierte 3D-BionicSphere® System, die den Körper beim Klimamanagement unterstützen.

Etwa 90 % der Wärmeabgabe des Menschen erfolgt über die Haut. Verdunstender Schweiß gestaltet diesen Prozess höchst effektiv. Deshalb lässt das Shirt zunächst eine bestimmte Restfeuchte auf der Haut und verteilt den Schweiß großflächig. So unterbindet es einerseits eine Überproduktion und unnötigen Mineralienverlust und optimiert andererseits den Kühlvorgang.

Bleibt der Schweiß aus, speichern die Kanäle und Hohlräume warme Luft und schaffen ein isolierendes Luftpolster. Dadurch muss der Körper weniger Energie für die Thermoregulierung aufwenden. Es steht mehr Energie für die Leistungsfähigkeit zur Verfügung. Am Berg bedeutet dies mehr Sicherheit, insgesamt mehr Ausdauer.

Hightech bis ins kleinste Detail.

Im Zusammenspiel von funktionellen Fasern und patentierten X-BIONIC Technologien entsteht ein Hochleistungsprodukt mit hervorragendem Leistungsgewicht, bei dem Details keine Nebensache sind:

– 5 Millimeter starke AirDuctTM Pads an Schulter und Hüfte polstern und hinterlüften die Auflagenpunkte des Rucksacks.
– Die mittlere Kompressionsstärke der X-Impact Technologie mindert Muskelvibrationen und stützt gleichzeitig Gelenke und Muskeln. Ebenso optimiert sie den Bewegungsablauf und regt die Blutzirkulation für eine erhöhte Nährstoffversorgung an.
– Das klimaaktive Nano-Filament Skin NODOR® wird durch die Körperwärme aktiviert und gibt langsam hautneutrale Ionen frei. Unbedenklich für das sensible Ökosystem der Haut, tödlich aber für die geruchsverantwortlichen Mikroorganismen.

Details sind keine Nebensache, sie sind das Produkt.

3D-BionicSphere® System – das patentierte Herzstück der Klimaanlage.

Der Decision Layer* Trekking Summerlight bildet die unterste und damit entscheidende Schicht im Bekleidungs-System: Er unterstützt das natürliche Klimasystem des Körpers und nutzt die kühlende Funktion des Schweiß.

Das 3D-BionicSphere® System auf Brust, Rücken und am Steißbein lässt zunächst eine bestimmte Restfeuchte auf der Haut. Damit unterbindet es eine Überproduktion an Schweiß und erzielt durch das Verdunsten eine kühlende Wirkung. Beginnt der Schweiß zu rinnen, nimmt das System das Zuviel über Schweißfallen, sogenannte „SweatTraps“ auf und gibt es an die „Evaporation Surface Expander“, einer aufgesplitterten Faser mit vergrößerter Oberfläche zur Verdunstung weiter. Damit diese so effektiv wie möglich arbeitet, führen „OuterAirChannels“ kontinuierlich Frischluft zu.

In Ruhephasen werden die „InnerAirChannels“ aktiv: Die in den Kanälen gespeicherte warme Luft dient sofort zur Isolation und bewahrt vor Auskühlung. Gleiches gilt für die „Iso-Pads“, welche die kälteempfindlichen Hüftknochen schützen.

X-BIONIC nimmt Ihnen mit den AirDuctTM Pads den Druck.

Die Auflagenpunkte des Rucksacks im Schulter- und Hüftbereich sind einerseits besonders schwitzintensiv, andererseits erhöhter Belastung aufgrund von Reibung ausgesetzt. X-BIONIC setzt für diese extrem beanspruchten Zonen spezielle AirDuctTM Pads ein:
Die fünf Millimeter starke 3D-Struktur verteilt den Druck des Rucksacks großflächig. Gleichzeitig garantiert sie eine vollständige Hinterlüftung und damit beste Kühlung.

Mit Smart Kompression und Energiereserve ans Ziel.

Schon einmal vor Müdigkeit über einen Stein oder Wurzel gestolpert? Ermüden die Muskeln, wird die Frequenz ihrer Schwingungen langsamer, Muskelflattern spürbar und die Reaktion beeinträchtigt. Die „X-Impact-Technology“ der Trekking Summerlight stabilisiert Muskeln und Blutgefäße von Anfang an. Zusätzlich entlastet sie das Herz-Kreislauf-System und verbessert die Sauerstoff- wie auch Nährstoffversorgung, indem das Blut schneller zum Herzen zurückfließt. Der Körper spart wertvolle Energieressourcen für die Schlüsselstellen einer jeden Tour.

Skin NODORÒ – Keine Chance für üble Gerüche.

Je intensiver die Tour, desto höher das Schweißaufkommen, desto größer der Nährboden für unangenehme Gerüche. Damit Outdoorsportler die Rast auf der Alm ungeniert genießen können, kommt jetzt die im Skin NODORÒ Garn integrierte Nanotechnologie zum Einsatz:
Sie reduziert wirkungsaktiv das Bakterienwachstum und lässt unangenehme Gerüche gar nicht entstehen.

X-BIONIC® Energizer Summerlight Shirt Man/Woman

Technische Materialkomposition: 58 % Skin NODORÒ, 28 % Polyamid, 12 % Elastan, 2 % MythlanTM
Größen: Herren S/M, L/XL, XXL – Damen XS, S/M, L/XL
Farben: White / Pearl Grey, Black / Anthracite

* X-BIONIC System Gear, bestehend als Kombinationsbekleidung aus drei Bekleidungsschichten, sogenannten Layern:
1. X-BIONIC Decision Layer
2. X-BIONIC Transmission Layer
3. X-BIONIC Shelter Layer

Mein 2010 – ein persönlicher Jahresrückblick …

Steffen Kohler und viele andere sind schneller als ich, Yogi Schranz und viele andere haben gewaltigere Dinge hinter sich als ich, Gerhard Börner und viele andere haben mehr Bergerfahrung als ich, Norman Bücher und viele andere haben spektakulärere Events hinter sich als ich, Jack B. Liver und viele andere haben längere Strecken nonstop gelaufen als ich und Joe Kelbel und viele andere haben mehr „Marathons und länger“ gelaufen wie ich.

Ich weiß, dass ganz viele unserer gemeinsamen und meiner lieben Lauffreunde höher kamen, weiter und schneller liefen, erfolgreicher waren, spektakulärere Event bestritten haben und insgesamt in 2010 besser waren als ich – und doch finde ich, das das Jahr 2010 mein Laufjahr war.


In den Jahren 2008, 2009 und 2010 wuchs ich vom „Marathoni“ zu einem, der Strecken läuft, die ich mir selbst vor einigen Jahren noch nicht zugetraut hätte.
Begonnen hat alles mit der Vorbereitung des TransAlpineRuns 2008, wo ich zwangsweise längere Strecken testen musste. Und durch den TransAlpineRun 2008 erhielt ich 3 UTMB Punkte, von denen ich bis dahin nicht einmal wusste, dass es sie gab und was sie bedeuten.
Erst Bernie Conradt’s  Hinweis, dass ich nun auch den UTMB probieren sollte, führte 2009 zu den langen Strecken um die 100 Meilen, aber erst 2010 kamen Herausforderungen, die ich jetzt, am Ende dieses Jahres, kaum noch zusammen bekomme.

War Jens Vieler’s TorTOUR de Ruhr mit ihren 230 Kilometern wirklich erst dieses Jahr im Mai? Und die sieben Wüstentage des Marathon des Sables – waren die auch in diesem Jahr? Ich war in Nizza beim Canyon du Verdon, in Chamonix beim PTL und in Verbier beim Verbier St. Bernard, ich war auf dem Kilimanjaro-Gipfel und dem Kilimanjaro-Krater, in Rom und Davos, gleich drei Mal in Dresden und in Brugg/CH – ein wirklich unglaubliches Jahr.

Eine besondere Freude war dabei, dass ich Menschen kennen gelernt habe, die ich vorher nur im weltweiten Netz erleben konnte. In Brugg war das Guido Huwiler, in Troisdorf waren es mit MissMonster und Melanie und Steffen Kohler gleich drei „virtuelle“ Menschen, die zu „realen“ Menschen wurden. Den Abschluss machte dann Anne aus Offenburg, die beim Eisweinlauf ein reales Gesicht für mich bekam.

Ich lief mit Hauke König und Susanne Alexi auf dem Elberadweg, mit Martin Raulf auf dem Ruhrradweg, mit Jeffrey Norris und Joey Kelly in Löningen, ich lief mit Steffen Kohler in Bad Berleburg und mit Achim Knacksterdt auf dem Rheinsteig.

Aber nicht alles in 2010 war läuferisch zufrieden stellend. 2010 ist für mich leider auch das Jahr von vier DNF’s. Beim Sächsischen Mt. Everest Treppenmarathon, beim Canyon du Verdon, beim Verbier St. Bernard und beim PTL erreichte ich das Ziel, mein Ziel, nicht. Waren es beim Sächsischen Mt. Everest Treppenmarathon noch die entzündeten Fersen, beim Canyon du Verdon die Sorge um meine Frau Gabi, so war es beim Verbier St. Bernard oben am Großen St. Bernard der unglaubliche Regen, aber spätestens beim PTL aber musste ich begreifen, dass nicht jedes Ziel, dass ich erreichen will, für mich auch wirklich erreichbar ist. Die Fähigkeit jedes Körpers ist begrenzt, meine Grenzen habe ich dieses Jahr in Chamonix kennen gelernt.
Ob hier mehr Training für bessere Resultate sorgt?
Das wünsche ich mir für 2011.
Bessere Resultate wünsche ich mir aber auch für die Politik. Hier war 2010 wieder ein Jahr, in dem die politische Führung deutlich gemacht hat, dass sie einerseits mit den Realitäten überfordert ist, andererseits von den führenden wirtschaftlichen Eliten an der Nase herum und vor uns als Publikum vorgeführt wurde.
Kritik daran wird allerdings nicht erst seit Zensursula Stück für Stück erschwert. George Orwell hätte seine Freude daran, sein Bestseller „1984“ hatte offensichtlich nur den falschen Titel, „2024“ wäre wohl richtig gewesen. Verlassen können wir uns aber darauf, dass „Big Brother“ Stück für Stück Realität wird.

Und während sich die Welt streitet, ob die Thesen von Thilo „Wunderlich“ mit dem scharfen Sarrazinen-Schwert richtig sind, ob es ein Skandal ist, dass ein junger Unteroffizier 250.000 vertrauliche, geheime und streng geheime Dokumente irgendwo auf der Welt einfach auf einen USB Stick laden kann oder ob es der Skandal ist, dass jemand diese geheimen Informationen öffentlich macht, laufen wir alle weiter und hoffen, am Ende des Weges auf eine Welt zu treffen, die besser ist als die, in der wir losgelaufen sind.

Eine Welt, in der die Menschen gebildeter sind, nachhaltiger wirtschaften, gesünder leben und sich nicht so schrecklich abhängig machen von dem, was der „income shortener“ (Joseph Mc´Clendon III. bei Tony Robbins „UPW“ über den Fernsehapparat) ihnen täglich als Wahrheit vorlügt.

Aber weil das alles wohl noch sehr lange dauert, laufe ich wohl auch noch viele Jahre nach dem Jahr 2011. In diesem kommenden Jahr jedoch teste mich bei richtig „langen Kanten“ wie dem „TRA Thames Ring Race“, schwierigen und langen Bergläufen oder einfach bei eiskalten Spaßläufen wie dem „Tough Guy“ in Wolverhampton.

Und irgendwann wird dann die Welt besser sein.