Adam und Eva beim UTMB

„Du hast jetzt drei UTMB Punkte, jetzt musst Du auch zum UTMB!“
So oder ähnlich stellte Bernie Conradt meine Weichen für den UTMB 2009, nachdem ich den TransAlpineRun 2008 gefinished hatte.
UTMB? Was ist denn das für ein Lauf?

Und ich lernte schnell. Die atemberaubende Länge, die damals noch unglaubliche Summe der Höhenmeter – und das für mich? Ich hatte damals gerade zwei Mal die 100 Kilometer in Biel hinter mich gebracht, aber der UTMB schien da schon eine andere Hausnummer.
Ich lernte auch, dass der UTMB der Berglauf schlechthin ist, unübertroffen, exorbitant und wunderschön. Und der Lauf, der die Spreu vom Weizen der Läufer trennt.

Er, Bernie, hatte diesen Lauf 2008 nach gut 100 Kilometerchen abgebrochen. Er, der besser und schneller ist als ich. Er, der den „Sächsischen Mt. Everest Treppenmarathon“ bewältigt hat (seinen Bericht findest Du hier). UTMB, das geht nicht. Nicht für mich, dachte ich.

Als letztes lernte ich, dass es den UTMB schon seit Anbeginn aller Zeiten gibt. Nur zu Zeiten von Adam und Eva waren die Teilnehmerzahlen eben noch etwas kleiner.

Aber 2012 findet der THE NORTH FACE ULTRA TRAIL DU MONT BLANC (erst) zum 10. Mal statt. Und unter diesem Aspekt sieht die Bilanz durchaus durchwachsen aus.
Ein Rennabbruch nach 32 Kilometern vor zwei Jahren, schlechtes Wetter und Streckenänderung im Vorjahr, eine Verkürzung am 88 Kilometern vor einigen Jahren und auch dieses Jahr nue eine Miniaturausgabe dieses Laufs.
Keine gute Quote, oder?

Was ist denn der optimale Termin für so einen Lauf? Dieses Jahr fielen schon viele lange Bergläufe dem Wetter zum Opfer, gibt es also ein optimales Datum?
Zu früh im Jahr gibt es vor allem auf den Nordhängen noch viel zu viele Schneefelder und Schneereste. Der Juli ist wettertechnisch immer unbeständig und im frühen August kollidiert der Lauf mit ausgebuchten Hotels in Chamonix und in der gesamten Region.
Und selbst dann wäre ständig gutes Wetter auch nicht garantiert.

Der Lauf findet halt nicht im Paradies statt und Adam und Eva dürften am UTMB sowieso nicht teilnehmen.
Die Liste der Pflichtausrüstung umfasst halt mehr als nur ein Feigenblatt …

Der Countdown läuft …

Am Donnerstag beginnt am Flughafen Köln-Bonn um 9:25 Uhr mit dem Flug nach Genf über München mein kleines „Abenteuer UTMB“. Obwohl ich nicht laufe – und das ist angesichts meiner aktuellen Schwäche auch gut so – bin ich ähnlich euphorisch wie damals, 2009, als ich dort als Läufer dabei sein durfte.

Es war wie im Märchen damals … (weiter im Text hier klicken …)

Die große Welt der kleinen Läufer …

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Der kleine Kilian ist einer der Favoriten bei diesem UTMB, wahrscheinlich zumindest. Und die kleine Julia ist die Favoritin bei den Mädchen. So richtig sicher ist sich da aber niemand und entschieden ist auch dieser Lauf erst am Ende, nach dem Zielstrich.
Chamonix ist halt ein Ziel für viele. Und Wettbewerbe gibt es dort zuhauf.

… weiter im Text geht es durch einen Klick hier …

So sehen Sieger aus …

Nach dem Frust von Chamonix hatte ich ja im letzten Blog-Beitrag versucht zu zeigen, wie schwer es mir gefallen ist, dort aufgegeben zu haben.
Viele fanden die Fotos, die vom akkreditierten Fotografen des TdG gemacht wurden, bewegend, offen und berührend.
Andere fanden es „unpassend“, so viele Emotionen öffentlich zu zeigen.

Wie dem auch sei, wie Du Dich selbst diesem Thema näherst, für mich steht fest, dass ich auch weiterhin die Emotionen zeigen will, auch wenn es besser positive Bilder sein sollten. Das tue ich vor allem, weil ich der Ansicht bin, dass ein Blog mehr sein soll als nur eine Online-Zeitung. Ein Blog soll zusammen bringen, ein Blog soll erklären …

Aber Emotionen sollten in so positiven Bildern wie denen vom Zieleinlauf von Thomas Ehmke daherkommen, Fotos, die ich in einem Web-Album zusammengefasst habe. Das Schönste daran ist, dass sich das größer gezeigte Foto ständig verändert, Du musst also nicht klicken, einfach ansehen, wie Thomas in Chamonix einläuft.

Karwendelmarsch / Karwendellauf

Als Kind, noch im bayrischen Bad Tölz lebend, besuchte ich oft das Karwendel-Gebirge. Am Achensee gingen wir damals oft Ski laufen. Von Bad Tölz aus war das Karwendel nah und eben ein perfektes Naherholungsgebiet.
Dass ich dort aber irgendwann einen Lauf machen würde hätte ich mir damals nicht träumen lassen. Doch jetzt ist es soweit.


Schon vor zwei Jahren bin ich eher zufällig auf den Karwendelmarsch gestoßen. Wegen der Teilnahmen am UTMB und ein Jahr später am PTL konnte ich dort jedoch noch nicht dabei sein.
So ein Jahr ohne Chamonix hat also auch Vorteile …

Das besondere an diesem Lauf ist nicht, dass es eine kurze und eine Ultra-Strecke gibt, sondern, dass man wählen kann, ob man marschiert oder läuft. All das erinnert mich an den 100 km Dodentocht-Lauf in Belgien vor wenigen Wochen.
Natürlich laufe ich und mein Zeitziel ist es dabei, keinesfalls länger zu brauchen als die 9 Minuten 11 Sekunden pro Kilometer, die ich in der Hitze von Sonthofen für den Allgäu Panorama Ultra gebraucht habe.
Es darf aber gerne auch 41 Sekunden schneller sein, mal sehen …

3 Berge sind zu bewältigen, die Bergspitzen liegen dabei auf 1.771 Metern, auf 1.848 Metern bzw. auf 1.903 Metern über dem NormalNull (N.N.). Immerhin addieren sich die Höhenmeter auf 2.281, in etwa auch das, was der legendäre Davoser K78 bietet.
Verteilt auf eine Länge von ca. 52 km bedeutet das, dass es deutlich mehr bergauf geht als in Davos, ein gutes letztes Training vor dem TdG.


Der Start ist dabei im österreichischen Scharnitz, auf Anfang 900 Höhenmetern und das Ziel ist im österreichischen Pertisau, einen hübschen Dörfchen direkt am Achensee. Die Berge, über die es geht, durfte ich beim diesjährigen MIAU (München-Innsbruck-Alpin-Ultra) schon bewundern.

Das letzte Training vor dem TdG, wie wahr. So schnell geht das dann plötzlich.
Uwe Herrmann hatte vor einigen Wochen den „halben TdG“ in Les2Alpes gelaufen, Eric Tuerlings holt sich seine Höhenmeter beim UTMB, ich bescheide mich mit dem Allgäu Panorama Ultra am vergangenen und diesem Karwendellauf an diesem Wochenende.
Fast alle österreichischen und bayrischen Berge sind besser als die Hügel der Eifel …

Vorbildlich scheint mir die Versorgung zu sein. Insgesamt gibt es 11 Verpflegungspunkte an der Strecke und neben Wasser und Tee freue ich mich vor allem auf den Hollasaft (von den Bäuerinnen aus Niederndorferberg). Was das genau ist, weiß ich nicht. Wenn ich danach aber „Holla“ dazu sagen kann, dann wird der Hollasaft alleine die Reise Wert gewesen sein.

Es ist das vorletzte Wochenende vor dem Start zum TdG in Courmayeur, das letzte Bergtraining. Am kommenden Wochenende geht es noch einmal um die „schönste Stadt der Welt“ herum, um Köln und dann … dann … zählt es wirklich!