BRAVEHEART-BATTLE: die letzten Updates vor der Schlacht …

BraveheartBattle 2010 – hart, härter, Braveheart!

Die heiße Phase der Schlachtvorbereitungen für den Braveheart Battle 2010 hat begonnen, denn es sind nur noch 3 Tage bis zum Start dieses Extremlaufs.
Langsam bekommen wir Klarheit über das Wetter – es wird richtig gut: eiskalt, windig, eklig, vielleicht wird es in Franken sogar schneien, soll doch keiner sagen, dass wir es kuschelig warm hatten!
Und wir kennen jetzt die Strecke: es ist ein 18,64 km langer Laufparcours ausgewiesen und wir Läufer des Braveheart Battle 2010 müssen uns warm anziehen:


an 33 Folterstationen müssen wir beweisen, dass wir wahrlich echte Bravehearts sind und wir müssen uns mit Tapferkeit, Mut, Ausdauer und absolutem Siegeswillen durch den Höllentrip kämpfen. Ab dem Startschuss am Samstag um 12:00 Uhr bleiben genau 6 Stunden Zeit, um die Strapazen des Rockstar Braveheart Battle 2010 zu bewältigen und die „Medal of Honor“ zu erkämpfen.

6 Stunden? Beim ToughGuy, der ähnlich lang ist, habe ich kaum mehr als 120 Minuten gebraucht! Wenn ich mich also auf 360 Minuten einstellen muss, dann bedeutet dies, dass ich noch mehr frieren werde. Vielleicht sollte ich heute Abend und auch noch bis zum Start am Samstag ordentlich essen, um mir noch eine wärmende Speckschicht anzufuttern, damit ich diesem Problem Herr werde?
Beim Zielfoto allerdings sollten die Speckröllchen wieder weg sein, immerhin könnte ja jemand die Fotos ansehen und erstaunt rufen: „Schau mal da, Dickie Tom!“

Bereits jetzt freue ich mich auf die die Braveheart Battle-Partys vor und nach dem Lauf. Wenn diese nur halb so professionell sind wie die des StrongManRuns, dann werde ich mich doppelt freuen, dass ich auch noch von Samstag auf Sonntag in Münnerstadt schlafen werde. Schade nur, dass ich – entgegen dem StrongManRun – hier wohl nicht in die VIP-Zelte gehen darf. Oder hat einer der vielen Götter im Himmel ein Einsehen mit mir und lässt eine VIP-Karte vom Himmel fallen?

Ich werde schon am Freitag Nachmittag ins Frankenland fahren und habe mir für zwei Nächte eine Bleibe gebucht. So kann ich mich am Samstag früh gut auf die Schlammlöcher vorbereiten, auf den 6,5 m hohen Wall und auf die rutschigen Seilstege. Aber ich hoffe doch, dass die 6,5 Meter optimistisch gemessen wurden und wir alle nach dem Lauf feststellen, dass das „keine 20 Zentimeter“ waren, die 32,5 Mal diese 6,5 Meter ergeben sollten.

Ich werde mich dann mit einer ganzen Dose Melkfett einreiben, meine ToughGuy Handschuhe reaktivieren und mich in alte Laufklamotten werfen, bei denen es nicht schade ist, wenn ich hier oder da ein Löchlein ins Gewebe reiße.
Den Lauf selbst werde ich sehr bedächtig angehen, um Zeit zu haben, vor den Kameras zu posieren. Außerdem muss ich meine Kraft einteilen, weil ich am Sonntag ja noch einen kleinen „Bonbon“-Lauf absolvieren möchte.

Die Reihenfolge der Hindernisse des Braveheart Battle 2010:

1. Schäferswand „Brave Wall“: Ein höllisch hohes Kletterhindernis eröffnet den Braveheart Battle 2010 Parcours und macht uns Braveheart-Anwärter sogar insgesamt 4 mal schwindelig.
2. Direkt danach zwingt uns der „Creep Trench“ für 50 m auf die Knie. So schön haben wir noch nie gebetet!
3. Schweißtreibend sein wird es sein, wenn wir uns durch das Kriech- und Kletterhindernis „Hell Pipes“ / Seger-Tunnel kämpfen. Wir Kampf-Säue werden dort ein ständiges „Auf und Nieder“ erleben.
4. Das Stufenhindernis „Step Peel“ bringt uns Himmelsstürmer dann dem Braveheart Battle Himmel entgegen und dem Sieg einen Schwertschlag näher. Schlimmer als der „Sächsische Mt. Everest Treppenmarathon“ kann das nicht werden!
5. Danach wird endlich ein wenig gelaufen. Nach einer längeren Strecke an der Lauer entlang, auf der wir richtig Tempo machen können, müssen wir den Fluss über die „Soapy Ropes“ von überqueren – wer hier fällt, holt sich mehr als nur nasse Füße. Aber wer fällt, der fällt wenigstens auf.

Dann ist Halbzeit des Braveheart Battle 2010. Bestimmt bekommen wir dann einen Pausentee und vom Inspektor einen ordentlichen Einlauf. Schon jetzt höre ich die melodische Stimme des Drill Inspektors, der, um die säuselnde Stimme zu schonen, durch ein auf „extrem laut“ gestelltes Megaphon ruft: „Los Ihr Luschen!“. Und damit sich diese freundliche Botschaft bis in die Zehenspitzen verteilt, hält der Coach jedem einzelnen der ermatteten Tee-Trinker dieses röhrende Megaphon direkt ans Ohr. Das Klingeln im Kopf wird uns dann in die gesamte zweite Hälfte begleiten …

Dann wird die Kampflaufstrecke auf der anderen Flussseite ohne weitere Hindernisse zurückgelaufen, wie schade. Aber zum Glück droht an der Verpflegungsstation der Kampf um Wasser, Obst und isotonische Getränke. Wer Glück hat und etwas davon abbekommt, der darf am Ende dieser Braveheart Battle Etappe noch einmal die Hindernisse 3, 2 und 1 bezwingen.

6. Mit einem „Riverdance“ – Tanz über den Fluss – geht es weiter bei Station 6: nur wer seine innere Balance erlangt, kommt trocken über die rutschige Dünisch-Brücke. Ich glaube, ich setze mich dort im Schneidersitz auf das Holz, falte meine Hände zur Meditation auseinander, lasse ein tiefes „Ommm“ durch den Körper jagen und stehe erst wieder auf, wenn ich so viel innere Balance gefunden habe, dass ich über diese Hürde fliegen kann.
7. Direkt danach folgen die „Straw Hump“ Swinger-Barrikaden: Münnerstadts „rote Meile“ besteht aus mehreren Strohballen verschiedener Höhen. Offensichtlich wissen die Münnerstädter also nicht, dass Swinger ihr Glück nicht unbedingt in Strohballen suchen.
8. Bis wir Braveheart-Möchtegerns uns wieder bei einer langen, geraden und hindernisfreien Sprint-Strecke erholen können, kommen wir erst noch zum „Hoop Tomb“, der „Knochenbrecher“-Hürde.
9. Eine wahrlich große Herausforderung des Braveheart Battle 2010 wird der enorm kräftezehrende Quad-Schwarz-Graben, „Death Valley“ genannt, bei dem es durch einen unwegsamen Hohlweg 3,5 km steil bergauf geht. Dagegen wird mein Juni-Trip zum „Canyon du Verdon“ ein wahres Zuckerschlecken sein. Aber Zucker kann sehr gefährlich sein …
10. Zum Abkühlen dürfen wir dann durch die „Sludge Zone“ kriechen, durch 50 m Schlamm. Das klingt irgendwie eklig. Zwar hat Mutti gesagt: „Dabei sein ist alles!“, aber sie hat auch gesagt, dass ich mich nicht schmutzig machen soll.

11. Danach wartet das  „Straw Hump“ Strohhindernis, die Reichenbacher Barrikaden, errichtet von der Reichenbacher Dorfjugend, auf uns, der ideale Hautkitzel, bevor wir anschließend durch den Reichenbacher Schlammsee getrieben werden. Den Schlamm seh’n im Schlammsee …, aber „Dabei sein ist alles!“
12. Das „Loch Ness“ ist nur für Braveheart-Schwimmer geeignet. Mitte März bietet es sicher eine erholsame Badetemperatur, zumindest wird das Wasser ein halbes Grad wärmer sein als die umgebende Luft – diese Schikane wird von den Fischfreunden aus Reichenbach betreut. Vielleicht sollte ich mir von meinem Vater doch die Angelrute leihen und dort nach Fischen und Ertrinkenden fischen?
13. Beim Outdoor-Extrem-Berglauf „Hamburger Hill“ auf 380 m quer durch den Wald wird es uns Braveheart Battle 2010 „fast schon“ Bezwingern sicher schnell wieder warm werden – der eine oder andere wird aber vermutlich auf der Strecke bleiben, das ist aber auch wichtig, damit die Nachfolgenden die Gestrauchelten nach dem Weg fragen können …
14. Die Bad Kissinger Höhe wird masochistischen Läufern mit Sicherheit „ein königliches Vergnügen“ bereiten. Hier verteilt der Slalomparcours „Iron Curtain“ leichte elektrische Schläge an ungeschickte Braveheart Battle Torkler. Beim ToughGuy gab es diese Stromschläge auch. Sie sind preiswerter als die Qual im örtlichen S/M – Studio, also ran an die Fäden: „Gimme more, more, more, more, more …“
15. Zu guter Letzt geht der Spaziergang wieder in das beschauliche fränkische Städtchen Münnerstadt zurück, doch muss erneut ein Braveheart Battle 2010 Schlammhindernis durchquert werden, die „Funk Holes“ der Gessner-Gräben. Langsam glaube ich doch, dass ich nicht vollkommen sauber bleiben kann. Mutti wird sich ärgern …

Bevor der kräftezehrende Rückweg beginnt gibt es noch eine erneute „Schlacht am kalten Buffet“. Zwar gilt da: „All U Can Eat“, aber nicht jeder wird zwei, drei Stündchen verweilen können, um dieses Angebot auch ausgiebig zu nutzen. Vielleicht, ganz vielleicht, haben die Betreuer der Verpflegungsstelle auch einen DELIVERY SERVICE? Sicherheitshalber schreibe ich die Adresse und die Zimmernummer meines Hotels mal auf ein Zettelchen, das ich dort liegen lasse. Wer weiß, am Ende bekomme ich noch abendlichen Besuch vom Pizza-Buffet-Man?

Nach der ausgedehnten Mittagspause am „All U Can Eat“-Stand geht es über die Folterkammern 11 – 6 zurück nach Münnerstadt und noch einmal am Fluss entlang über die Stationen 2, 3, 4, 5 sowie 3 und 2. Wenn ich es dann, noch vollgefuttert von dem Mittags-Buffet, erneut über die mörderisch hohe Schäferswand „Brave Wall“ schaffe, dann bin ich verdient im Braveheart Battle 2010 Himmel angelangt, schnappe mir die begehrte „Medal of Honor“ und trinke den Veranstaltern den ganzen Rest an ROCKSTAR-EnergyDrink leer.

Und ich werde feiern und mich derart daneben benehmen, damit die Veranstalter mich im nächsten Jahr auf keinen Fall erneut einladen.
Der gute Eindruck, den ich noch vor dem Lauf gemacht habe, wird dann weg sein, die „Medal of Honor“ aber wird bleiben!

Was will ich mehr?

Braveheart Battle in Münnerstadt – mehr Arbeit für die Bestatterschule?

In der fränkischen Stadt Münnerstadt befindet sich nicht nur das Bundesausbildungszentrum Bestatter, sondern dort gibt es auch 30 Gräber, an denen niemals Trauernde stehen ...

Ob die Veranstalter des Braveheart Battle gerade Münnerstadt als Schlachtfeld ausgewählt haben, weil es dort eine Bestatterschule gibt? Im Zweifel hat das für uns Teilnehmer ja Vorteile, es entstehen nur geringe Wartezeiten, um nach dem Scheitern auf dem „Battlefield“ in die weiche, warme Erde zur letzten Ruhe gebettet zu werden. Was in diesem Fall wohl auf den Grabsteinen stehen würde?
Andererseits kann eine Beerdigung in Münnerstadt auch ein echtes Problem werden. Wenn die Schüler der Bestatterschule sich nicht sicher sind in dem, was sie tun, kann das übel enden.

Nicht übel enden aber wird unser Kampf auf dem Schlachtfeld gegen die Barrikaden, gegen kaltes Wasser, zähen Schlamm und gegen uns selbst. Und härter als die „langen Kanten“ im derzeitigen Schnee kann es ja eigentlich auch nicht werden. Gespannt bin ich, wie die Abschnitte sein werden, wo wir durch den Schlamm robben müssen. Beim ToughGuy sind nur wenige Zeitimeter über Dir Metalldrähte gespannt, gute Gründe, den Kopf auch tief unten zu halten und immer wieder von dem teigigen Schlamm zu kosten.

Beim ToughGuy gab es auch etwas höher gehängte Netze, die scheinbar leichter zu bewältigen sind. Sind sie aber nicht, weil ruckzuck eine Schnur des Netzes einen roten Striemen auf der Stirn hinterlässt und Dein Kopf gleichzeitig in den Nacken gestoßen wird. Noch nach mehr als einem Jahr denke ich an den Schmerz, den schon das erste Netz bei mir verursacht hat. Danach habe ich mir immer einen groß gewachsenen Vorläufer ausgesucht und bin hauteng hinter ihm unter den Netzen durchgelaufen, das hat geholfen.
Das Risiko aber war, dass sich Deine Nase, wenn der Vorläufer überraschend stehen geblieben ist, mitten in der Po-Ritze dieses Läufers bohrt und Deine Wangen nehmen unangenehmen Kontakt mit den Po-Backen von ihm auf. Aber besser als einen weiteren Striemen zu riskieren. Es riecht zwar, aber es tut nicht weh.

Gespannt bin ich auch darauf, ob wir durch Wasser laufen, im Wasser schwimmen oder sogar im Wasser tauchen müssen. Sicherlich wird dieses, bestimmt unappetitlich schmutzige Wasser Mitte März nicht nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt kalt sein, das wird den Kontakt mit dem kühlen Nass angenehmer machen.

Ob aber die Veranstalter angenehmer sein werden als Mr. Mouse vom ToughGuy oder die professionellen Kollegen vom StrongManRun wage ich zu beweifeln. Während die Veranstaltungsagentur des StrongManRuns mit dem „Ausbilder Schmidt“ einen kabarettistischen Bundeswehr-General engagieren, der Dich mit liebevollen Worten wie „Los Du Lusche!“ motiviert, sind die Veranstalter des Braveheart Battle selbst und wirklich Drill-Inspektoren der „Truppe“.
Die Liegestützen, die wir machen müssen, wenn eine Übung misslingt, machen mir schon jetzt Kopfschmerzen und sie sind wohl noch die geringsten Strafen, die uns blühen, wenn wir schwach und ausgelaugt wirken.

Noch müssen wir harte 28 Tage, exakt einen Monat, warten, bis wir erst auf dem Schlachtfeld in Münnerstadt Erfolg haben und siegen werden, um dann eines der dreißig räber in Münnerstadt zu besichtigen, an denen niemals getrauert wird, weil es ja nur Übungsgräber sind.

Wir jedenfalls werden auch nicht trauern, sondern ein oder zwei der leckeren oberfränkischen Biere im Ziel austrinken, nicht um diese zu genießen, sondern, um denen zu gedenken, die am 13. März 2010 auf dem Schlachtfeld in Münnerstadt aufgeben müssen …
Und wir trinken auf die Sinnsprüche, die im Bundesausbildungszentrum Bestatter an der Wand hängen, so beispielsweise zwischen Raum 1.16 und der Übungskapelle:

„Den eigenen Tod immer ein bisschen im Auge behalten: das beruhigt und erfrischt zugleich.“ Oder:
„Meine Tante antwortete mir neulich auf die Frage, ob sie Angst vor dem Tode habe: ›Nein, nein. Nur ein bisschen Reisefieber.‹“

Helden für ein ganzes Leben …

Am Sonntag ist es wieder soweit:
der TOUGH GUY startet in England, in der Nähe von Wolverhampton!

Es ist zwar nicht das „härteste Rennen der Welt“, aber ein ganz besonderes Ding ist das schon. Immerhin treffen sich mehr als 5.000 Läufer aus der ganzen Welt, um wenigstens 110 Pfund Startgeld loszuwerden – und auch ein wenig mehr, wenn Du ganz vorne starten willst. Und wenn es Dir auf die Zeit ankommt, dann bist Du gut beraten, diese 75 Pfund Zuschlag zu bezahlen, denn es gibt nur eine Brutto-Zeit und die beginnt zu laufen, wenn die erste Startgruppe den Berg herunterrennt und so durch die Kanonenschläge hastet.

(klicken zum Vergrößern) - viele Fotos sind hier vom SMR, aber Bild 2 & 3, Bild 5 & 6 sowie Bild 11 & 12 (Feuer, Matsch, Balancieren) sind vom TG

Ich erinnere mich noch gut an meine Teilnahme in letzten Jahr, an die Kälte, an das Eiswasser, an den Schnee und an das unkontrollierte Zittern am Ende des Laufs – schade, dass ich 2010 nicht wieder dabei sein kann!
Ich allerdings war 2009 nicht bereit, jene 75 Pfund an Zusatzkosten zu berappen, um in einer vorderen Gruppe starten zu können, aber dennoch konnte ich am Ende ein respektables Ergebnis vorweisen. Von ganz, ganz hinten gestartet kam ich immerhin noch ins vordere Drittel.
Aber wer interessiert sich hier wirklich für die Zeit, die Du brauchst? Ist es nicht viel schöner, dieses Event ausgiebig zu genießen?

Jeder Sprung ins eiskalte Wasser, jeder Tauchgang unter den Holzbalken durch, jeder gefühlte Hammerschlag, der auf Deinen Kopf trifft, wenn Du in das braune und eiskalte Wasser eintauchst, alles ist eine klare Botschaft für Dich. Und die Botschaft heißt: „DANKE, lieber Gott, dass ich hier dabei sein darf! DANKE, dass ich leben darf!“
Die ersten Kilometer sind ja noch verhältnismäßig einfach, es sind die „Country Miles“, aber auch da gibt es schon schwierige Hindernisse, Stromschläge und zwei Dinge, die ich wohl nie vergessen werde:

„Slalom“, hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Anstieg auf einen Hügel, der nicht allzu hoch, dafür aber verdammt steil ist. Und kaum bist Du oben machst Du auch sofort eine 180 Grad-Wende und läufst parallel den Hügel wieder runter. Und Du machst eine 180 Grad-Wende und rennst wieder hoch … und wieder runter … und wieder hoch … und wieder runter … insgesamt 10 Mal geht es den Hügel hinauf und spätestens nach fünf Runden trennen sich die Läufer, denen es noch einigermaßen gut geht, von den Kraftsportlern, die jetzt von Wadenkrämpfen geschüttelt werden.

der Kanal, ein Wassergraben, der Dich bis zur Hüfte in schmutzig-kaltes Wasser bringt. Ein tiefer Sprung ins kalte Nass, zwei Meter durchwaten und eine schlammige und sehr hohe Kante wieder rauf. Dabei rutscht Du bestimmt ein paar Mal ab und somit wieder ins Nasse zurück und schließlich freust Dich, wenn sich jemand erbarmt und Dir aus dem Wasser hilft. Aber kaum hast Du diese Prozedur hinter Dich gebracht machst Du eine 180 Grad-Wende und … ach den Rest kennst Du ja schon vom Slalom. Aber es sind nicht 10, sondern 20 solcher Bahnen zu machen und die nassen Zehen frieren, Du zitterst am ganzen Körper und hoffst, dass Du danach wieder etwas Tempo aufnehmen kannst, um nicht mehr zu frieren.

Schade aber ist es um diejenigen, die keine Kraft mehr für einen Spurt haben, denn die frieren weiter. Wenn Du hier Deine Körpertemperatur nicht mehr hoch bekommst, dann brauchst Du die schwierigen Passagen erst gar nicht mehr angehen.

Die schwierigen Passagen heißen „The Killing Fields“ und nicht nur dort wirst Du stets gewarnt und erinnert, dass Du ja ein „Death Warrant“ unterschrieben hast, die Bestätigung, dass Du selbst verrückt genug warst, diese Herausforderung aus eigenem Antrieb zu bewältigen und dass Deine Angehörigen keinerlei Regress-Ansprüche gegenüber dem Veranstalter erheben werden, wenn Du dabei sterben solltest.
Sterben tut natürlich niemand dort, aber für eine eklige Hypothermie (Unterkühlung) und für Erschöpfungszustände aller Art ist dieser Lauf schon geeignet. Man kann es auch so formulieren: die Krankenhäuser der Umgegend bekommen durch dieses Event recht viel Arbeit.


Was dann auf den „The Killing Fields“ auf die Läufer zukommt?

Einiges, vor allem viel kaltes Wasser, immer und immer wieder. Vergleicht man den TG mit dem StrongManRun (SMR), dann merkst Du, dass viele Elemente des TG beim SMR Einzug gefunden haben, aber eben in einer abgemilderten Form und vor allem nicht so penetrant permanent. Ein Mal ins kalte Wasser beim SMR pro Runde, ein steiler Hügel, ein Hindernis dieser Art, aber eben nicht zehn, nicht zwanzig Mal das gleiche. Und endet das Wasser beim SMR beim Schwimmen, dann bist Du beim TG mindestens fünf Mal komplett unter Wasser, ob beim oben schon erwähnten Tauchen unter den Holzbalken und der Holzbrücke durch oder beim Sprung ins kalte Elend von dem drei, vier Meter hohen Balken.
Jump – hinein ins Vergnügen! Und tauchen und schwimmen und frierend schnattern!

Aber Du bekommst einen Anflug von homoerotischen Liebesgefühlen gegenüber den Tauchern, die mit Argus-Augen darüber wachen, dass keinem wirklich etwas Schlimmes geschieht. Die Taucher im Wasser sehen Dich an, fragen Dich etwas und nehmen Dich aus dem Rennen, wenn sie den Eindruck haben, dass Du nicht mehr Herr Deiner Sinne bist. Hypothermie kann ganz schön gefährlich sein, Du selbst bekommst das dabei noch nicht einmal mit, nur die Menschen um Dich herum denken über Deinen Geisteszustand nach …

Der Geisteszustand der Läufer muss sowieso nahe der Unzurechnungsfähigkeit sein, denn diese Strapazen nimmt der gewöhnliche Läufer auf sich, nur um in den „The Killing Fields“ Held für ein ganzes Leben zu werden. Und so bekommt auch der Sieger dieses Laufs regelmäßig nicht mehr als Ruhm und Ehre. Und einen Kakao, von dem Du die Hälfte, unkontrolliert zitternd, verschüttest.
Bekleckert mit Ruhm und Ehre, im Gefühl, Held für ein ganzes Leben zu sein, saß ich am Ende im Auto und beobachtete den fallenden Schnee und die Unglücklichen, die oft erst zwei, drei Stunden nach mir im Ziel ankamen. Und je langsamer Du läufst, desto mehr frierst Du.

Held für ein ganzes Leben sein ist wirklich nicht einfach!

BraveheartBattle 2010 – ich freue mich darauf!

18 Kilometer durch Matsch und Schlamm - aber mit den besten Freunden!

Der 13. März 2010 wird für die Tapfersten der Tapferen ein ganz besonderer Tag sein. Ein Tag, an dem die ToughGuys und die StrongMen zu Bravehearts werden können!

Es ist der Samstag knapp drei Wochen, bevor es Richtung Marokko zum MdS (Marathon des Sables) gehen wird, der Samstag, der kein normaler Samstag sein wird. Wieder werde ich viele Freunde treffen, Mädels und Jungs, die sich beim UTMB bewährt haben, die nonstop 166 Kilometer um den MontBlanc gelaufen sind und dabei 9.400 positive Höhenmeter bezwungen haben.
Mädels und Jungs, die eisenhart scheinen und das bei unzähligen Marathons und Ultra-Marathons bewiesen haben – und doch werden wir alle zittern!

Zittern, ob wir auch dieser Prüfung gewachsen sein werden: dem Braveheart Battle 2010!

Das Battlefield: 18 Kilometer sind zu absolvieren und unzählige Hindernisse und Barrikaden sind zu überwinden. Dreck wird gefressen werden, wie die Säue werden wir uns im Schlamm suhlen und durch kaltes und trübes Wasser waten. Wir werden über Hindernisse klettern, den einen oder anderen Hieb abbekommen und ohne Blessuren wird der Tag nicht zu Ende gehen – aber wir werden Spaß haben!

Hindernisse mit so wohlklingenden und romantischen Namen wie Loch Ness, Brave Wall, Creep Trench, Step Peel, Hell Pipes, Sludge Zone, Hoop Tomb, Soapy Rope, Hamburger Hill, Water Zone, Iron Curtain, Riverdance, Woodpecker oder Straw Hump versprechen all das Schöne, das Weicheier hassen: Kälte, Pein und Krämpfe!

Szene aus dem ToughGuy in England - so schön soll es auch beim BraveheartBattle werden!

Der Höllenparcours wird zumindest mich an die psychischen und physichen Grenzen bringen – das hoffe ich zumindest.
Mein Maßstab für die Qualität dieses Events wird zweifelsohne der ToughGuy im englischen Wolverhampton sein, die Erinnerung an zwei Dosen Melkfett im Gesicht und auf dem Körper, an das häufige Tauchen in Wasser am Gefrierpunkt und an das unkontrollierte Zittern im Ziel bei diesem Event sind bei mir ja noch allgegenwärtig. Von dem heißen Kakao, den es im Ziel gab, habe ich zumindest die Hälfte bei diesen Zitterattacken verschüttet!

Der Veranstalter des BraveheartBattle, das PAS-Team, hat sich einiges ausgedacht und hat uns Schweiß, Schmerzen und Spaß garantiert! Wenn Du also mit Grace, Bernie, Kurt und mit mir leiden willst, dann sei dabei!

All das werden wir unter den Augen von Thomas D, dem „real Braveheart“ tun, angefeuert von Musik und einem hoffentlich großen und begeistertem Publikum. Und stattfinden wird dieser Lauf in der schönen fränkischen Stadt Münnerstadt. Als gebürtiger Franke habe ich zwar nicht erwartet, diese Region bald wegen so einer schweißtreibenden Sauerei zu besuchen, aber ich freue mich, dass ich nun das Frankenland gedanklich nicht nur mit Lebkuchen, diverse Biersorten und Nürnberger Rostbratwürste verbinden kann, sondern dass dieses nordbayrische Gebiet auch für die angenehmen Seiten des Lebens steht, für Blut, Schweiß und Erde. Und natürlich auch für die Medal of Honor, die das bestätigen wird, dass ich dieses Battelfield am 13. März als Braveheart verlassen haben werde.

Wetten wir, dass ich das schaffe?

Edit: ich habe am 27. Januar einen Artikel über die „Mutter des BraveheartBattle“, über den „ToughGuy“ geschrieben. Interessiert? Dann klicke hier …

Edit 2: ich habe am 13. Februar 2010 einen ergänzenden Artikel über das „BraveheartBattle“ geschrieben. Du willst ihn lesen? Dann klicke hier …

Edit 2: ich habe am 10. März 2010 ein letztes Update über das „BraveheartBattle“ geschrieben. Etwas zum lachen oder zumindest zum lächeln! Klicke hier …

BRAVEHEART Battle – … durch die Hölle gehen!

15 Kilometer durch Matsch und Schlamm - aber mit den besten Freunden!

15 Kilometer durch Matsch und Schlamm - aber mit den besten Freunden!

BraveheartBattle 2010 – … durch die Hölle gehen:

Der 15-Kilometer-Höllenlauf für die Tapfersten der Tapferen! Der BraveheartBattle, ein höllischer 15-Kilometer-Fun-Lauf quer durch die fränkische Wildnis, wird es uns und jedem zeigen! Am 13. März 2010 steigt der spektakuläre Event, bei dem Weicheier definitiv nichts zu suchen haben und auch die härtesten Männer und Frauen an ihre physischen und psychischen Grenzen stoßen. Auf uns Teilnehmer wartet ein echter Höllenparcours. Bei dem mörderischen Lauf durch die präparierte Strecke fordert der Battle uns Bravehearts durch etliche natürliche und künstliche Hindernisse heraus. Wir müssen durch Schlamm und Dreck, tiefe Gräben und über hohe Barrikaden. Überall lauern Herausforderungen, die nur mit Mut, Ausdauer, Kraft, Härte und dem eisernen Willen anzukommen bewältigt werden können – der Veranstalter hat sich einiges ausgedacht. Schweiß, Schmerzen und Spaß garantiert!

Die Strecke muss in einer Zeit von maximal 3 Stunden bewältigt werden, wer das schafft, ist offiziell ein Braveheart und bekommt nach dem Battle die Medal of Honor, die das bestätigt. Wer später ins Ziel kommt, ist tough, aber kein Braveheart und wird in der Ergebnisliste nicht unter den offiziellen Bravehearts gelistet. Sieger ist, wer die kürzeste Zeit für die Strecke braucht.

Grace, Bernie, Kurt und ich sind schon angemeldet – aber Achtung: wenn auch Du teilnehmen willst, dann musst Du schnell sein, denn es können nur 4.996 weitere Bravehearts mitmachen! Die Startgebühr beträgt 54 Euro inklusive Starterpack und T-Shirt. Veranstaltungsort ist Münnerstadt in Unterfranken.

Anmelden kannst Du Dich hier!

Samstag, 09. Januar 2010 – Ergänzung – ich habe einen ergänzenden Artikel über dieses Event geschrieben. Lies ihn hier: Braveheart Battle 2010 – ich freue mich darauf!

Edit: ich habe am 27. Januar 2010 einen Artikel über die „Mutter des BraveheartBattle“, über den „ToughGuy“ geschrieben. Interessiert? Dann klicke hier …

Edit 2: ich habe am 13. Februar 2010 einen ergänzenden Artikel über das „BraveheartBattle“ geschrieben. Du willst ihn lesen? Dann klicke hier