Huub Stevens: „Die Null muss stehen!“

"Die Null muss stehen!" Mit diesem Ausspruch wurde Huub Stevens berühmt, holte als Trainer von Schalke 04 den Europapokal und er ist mein Vorbild für den Januar 2010!

Ich habe lange gebraucht, um Huub Stevens‘ Leitsatz für mich anzuwenden. Aber auch die, die länger brauchen, werden am Ende erfolgreich sein.

Zwar stimmt es, dass zwei geschäftliche Termine dazu kommen mussten, um dieses hervorragende Ergebnis zu erzielen. Erst war da das Jahrestreffen des Unternehmens, das am Vorabend des Senftenberger Hallenmarathons stattgefunden hat. Das dauerte fast bis Mitternacht und so war es nicht möglich, am nächsten Tag am Morgen in Senftenberg zu sein.
Und letzten Freitag musste ich in Heilbronn aushelfen und da war so viel los, dass ich erst so spät weggekommen bin, dass ich nur eine gute halbe Stunde des Dieter Nuhr – Programms „Nuhr die Ruhe“ in Sinzig erleben konnte.
Nach dem Programm ging es zwar gleich nach Hause, aber es war dennoch Mitternacht, bis ich ins Bettchen kam.

Am nächsten Morgen bin ich schon um 5.30 Uhr aufgestanden, um wenigstens noch die Dinge im Büro zu erledigen, die nicht aufschiebbar waren. Das waren ein paar Telefonate führen, das Erstellen eines digitalen Overlays für eine Samstag Abend Veranstaltung bei einer befreundeten Werbeagentur, das Lesen einiger eMails und das Einrichten eines WordPress-Blogs für das Schülerprojekt des Leistungskurses Erdkunde des Peter-Joerres-Gymnasiums in Bad Neuenahr, also für ein „OneWorld – OneFuture“ – Projekt in Tansania, wo die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse für drei Wochen auf dem Campus einer tansanischen Schule mit tansanischen Schülern gemeinsam leben und lernen wollen.

Dieses Blog heißt:
„Usambaraberge (www.usambaraberge.wordpress.com)“ und musste deshalb fertig werden, weil die Schüler gleich los ziehen wollten, um Sponsoren für das Projekt zu werben. Und da ist es ja nett, wenn man etwas zum Zeigen hat …

Ich merkte sehr schnell, dass ich mich zeitlich vollkommen verschätzt hatte und es war schon genau 7.30 Uhr, als ich auf die Uhr sah. Es war die spätest mögliche Zeit zum Losfahren zum RLT-Ultramarathon, weil ich die Startunterlagen in Rodgau bis spätestens 9.30 Uhr hätte abholen müssen. Und noch saß ich im Bademantel vor dem Rechner …
Ich hätte noch meine Sachen packen müssen, mich abkleben müssen, die Zehennägel wären noch zu schneiden gewesen und anziehen hätte ich mich wohl auch noch sollen.

Also beschloss ich, Huub Stevens Rat zu folgen und zumindest für diesen Januar festzulegen: „Die Null muss stehen!“

In 2010 will ich sowieso nicht so viele Wettkampf-Kilometer absolvieren wie in 2009, lieber konzentriere ich mich auf die wirklich langen und interessanten Läufe und bereite mich darauf gut vor. Gut vorbereiten bedeutet wiederum, dass die Grundlagenausdauer weiter trainiert werden muss. Ich habe in der letzten Zeit viel zu viele Läufe gemacht, aber auch viel zu wenige ruhige lange Trainingsläufe, die gezielt über die Pulsfrequenz gesteuert werden. Und weil Schnee wie Sand ist, wenngleich etwas kühler, dachte ich, dass es eine gute Idee wäre, lange ruhig durch den Schnee der Voreifel zu laufen.

Ich entschied mich für eine insgesamt 35,5 Kilometer lange Runde von meinem bescheidenen Häuschen über Bad Neuenahr-Ahrweiler, Altenahr und Kalenborn wieder nach Hause. Es war keine gute Entscheidung. Ich hätte nicht gedacht, wie anstrengend ein Lauf durch den tiefen und frischen Schnee ist. Ich bin auf Wegen gelaufen, die noch jungfräulich vor mir lagen, kein Mensch, kein Auto, niemand hatte den Schnee plattgedrückt. Spätestens kurz vor Altenahr war ich physisch und pyschisch fertig und ich gönnte mir eine Trinkpause in der Shell-Tankstelle meines Lauffreundes Peter Schmitz in Altenahr, um ein wenig zu regenerieren. Aber danach ging es gleichzeitig relativ steil nach oben, in immer tieferen Schnee hinein und es wurde später und später. Ich machte mir Sorgen, weil ich keine Stirnlampe mitgenommen hatte und versuchte, während des Laufens ein paar Freunde zu erreichen, immer mit dem Ziel, meine Botschaft zu übermitteln.
Und diese Botschaft hieß: bitte mache mir einen Gefallen und hole mich in Kalenborn ab!

Aber ich habe niemanden erreicht. Kein Wunder in einer Gegend und einer Jahreszeit, in der man entweder laufen geht oder sich auf einer Karnevals-Veranstaltung betrinkt. Zu Hause jedenfalls war niemand. Also musste ich noch die letzten 12 Kilometer über Esch und Gelsdorf laufen, aber ich entschied mich, einen Teil der Strecke neben der Straße zu laufen, um die Füße nicht so hoch heben zu müssen. Es war kurz vor der Dämmerung, als ich wieder zu Hause war. Trotz allem habe ich diesen Lauf genossen und habe Teile davon am gestrigen Sonntag noch einmal mit meiner Frau Gabi wiederholt, garniert mit einer parallel laufenden anderen Strecke.

All das im sonntäglichen Sonnenschein und nach erneut frisch gefallenem Schnee. Es war fantastisch und wunderschön. Wir sind an Wanderern vorbei gelaufen, haben seltene Exemplare der Spezies „Nordic Walker“ überholt, haben uns vor rund einem Dutzend frei laufender Hunde gefürchtet und haben Kinder gesehen, die jeden Abhang genutzt haben, um Schlitten zu fahren. Ein Sonntag im Schnee …
Schade, dass wir alle nebenbei noch ein wenig arbeiten müssen, sonst würde ich während der ganzen Winterzeit auf den Hügeln um Kalenborn herum meinen Körper bewegen.

Wenn ich nun aber an die bis zu 72 Kilometer-Etappen durch die marokkanische Wüste denke, dann bekomme ich schon gewisse Hemmungen und Ängste. Eigentlich sollten mir 230 Kilometer an 7 Tagen nichts ausmachen, aber wenn es nur durch Dünen geht, dann kommt da noch einiges an zusätzlicher Schwierigkeit dazu, von der Hitze und dem wenigen Wasser abgesehen. Das Schnee-Lauftraining vom Wochenende aber sollte mir beim „Marathon des Sables“ (MdS) helfen und wenn ich dort an die verschneiten Hügel der Voreifel denke, dann wird vielleicht auch die Hitze ein klein wenig erträglicher sein.

Auf jeden Fall habe ich so einen Lauf-Monat hinter mich gebracht, der tatsächlich eine Null bei Wettkampfkilometern stehen hat. Klasse Leistung, TomWingo!
Huub Stevens wäre stolz auf mich!

Helden für ein ganzes Leben …

Am Sonntag ist es wieder soweit:
der TOUGH GUY startet in England, in der Nähe von Wolverhampton!

Es ist zwar nicht das „härteste Rennen der Welt“, aber ein ganz besonderes Ding ist das schon. Immerhin treffen sich mehr als 5.000 Läufer aus der ganzen Welt, um wenigstens 110 Pfund Startgeld loszuwerden – und auch ein wenig mehr, wenn Du ganz vorne starten willst. Und wenn es Dir auf die Zeit ankommt, dann bist Du gut beraten, diese 75 Pfund Zuschlag zu bezahlen, denn es gibt nur eine Brutto-Zeit und die beginnt zu laufen, wenn die erste Startgruppe den Berg herunterrennt und so durch die Kanonenschläge hastet.

(klicken zum Vergrößern) - viele Fotos sind hier vom SMR, aber Bild 2 & 3, Bild 5 & 6 sowie Bild 11 & 12 (Feuer, Matsch, Balancieren) sind vom TG

Ich erinnere mich noch gut an meine Teilnahme in letzten Jahr, an die Kälte, an das Eiswasser, an den Schnee und an das unkontrollierte Zittern am Ende des Laufs – schade, dass ich 2010 nicht wieder dabei sein kann!
Ich allerdings war 2009 nicht bereit, jene 75 Pfund an Zusatzkosten zu berappen, um in einer vorderen Gruppe starten zu können, aber dennoch konnte ich am Ende ein respektables Ergebnis vorweisen. Von ganz, ganz hinten gestartet kam ich immerhin noch ins vordere Drittel.
Aber wer interessiert sich hier wirklich für die Zeit, die Du brauchst? Ist es nicht viel schöner, dieses Event ausgiebig zu genießen?

Jeder Sprung ins eiskalte Wasser, jeder Tauchgang unter den Holzbalken durch, jeder gefühlte Hammerschlag, der auf Deinen Kopf trifft, wenn Du in das braune und eiskalte Wasser eintauchst, alles ist eine klare Botschaft für Dich. Und die Botschaft heißt: „DANKE, lieber Gott, dass ich hier dabei sein darf! DANKE, dass ich leben darf!“
Die ersten Kilometer sind ja noch verhältnismäßig einfach, es sind die „Country Miles“, aber auch da gibt es schon schwierige Hindernisse, Stromschläge und zwei Dinge, die ich wohl nie vergessen werde:

„Slalom“, hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Anstieg auf einen Hügel, der nicht allzu hoch, dafür aber verdammt steil ist. Und kaum bist Du oben machst Du auch sofort eine 180 Grad-Wende und läufst parallel den Hügel wieder runter. Und Du machst eine 180 Grad-Wende und rennst wieder hoch … und wieder runter … und wieder hoch … und wieder runter … insgesamt 10 Mal geht es den Hügel hinauf und spätestens nach fünf Runden trennen sich die Läufer, denen es noch einigermaßen gut geht, von den Kraftsportlern, die jetzt von Wadenkrämpfen geschüttelt werden.

der Kanal, ein Wassergraben, der Dich bis zur Hüfte in schmutzig-kaltes Wasser bringt. Ein tiefer Sprung ins kalte Nass, zwei Meter durchwaten und eine schlammige und sehr hohe Kante wieder rauf. Dabei rutscht Du bestimmt ein paar Mal ab und somit wieder ins Nasse zurück und schließlich freust Dich, wenn sich jemand erbarmt und Dir aus dem Wasser hilft. Aber kaum hast Du diese Prozedur hinter Dich gebracht machst Du eine 180 Grad-Wende und … ach den Rest kennst Du ja schon vom Slalom. Aber es sind nicht 10, sondern 20 solcher Bahnen zu machen und die nassen Zehen frieren, Du zitterst am ganzen Körper und hoffst, dass Du danach wieder etwas Tempo aufnehmen kannst, um nicht mehr zu frieren.

Schade aber ist es um diejenigen, die keine Kraft mehr für einen Spurt haben, denn die frieren weiter. Wenn Du hier Deine Körpertemperatur nicht mehr hoch bekommst, dann brauchst Du die schwierigen Passagen erst gar nicht mehr angehen.

Die schwierigen Passagen heißen „The Killing Fields“ und nicht nur dort wirst Du stets gewarnt und erinnert, dass Du ja ein „Death Warrant“ unterschrieben hast, die Bestätigung, dass Du selbst verrückt genug warst, diese Herausforderung aus eigenem Antrieb zu bewältigen und dass Deine Angehörigen keinerlei Regress-Ansprüche gegenüber dem Veranstalter erheben werden, wenn Du dabei sterben solltest.
Sterben tut natürlich niemand dort, aber für eine eklige Hypothermie (Unterkühlung) und für Erschöpfungszustände aller Art ist dieser Lauf schon geeignet. Man kann es auch so formulieren: die Krankenhäuser der Umgegend bekommen durch dieses Event recht viel Arbeit.


Was dann auf den „The Killing Fields“ auf die Läufer zukommt?

Einiges, vor allem viel kaltes Wasser, immer und immer wieder. Vergleicht man den TG mit dem StrongManRun (SMR), dann merkst Du, dass viele Elemente des TG beim SMR Einzug gefunden haben, aber eben in einer abgemilderten Form und vor allem nicht so penetrant permanent. Ein Mal ins kalte Wasser beim SMR pro Runde, ein steiler Hügel, ein Hindernis dieser Art, aber eben nicht zehn, nicht zwanzig Mal das gleiche. Und endet das Wasser beim SMR beim Schwimmen, dann bist Du beim TG mindestens fünf Mal komplett unter Wasser, ob beim oben schon erwähnten Tauchen unter den Holzbalken und der Holzbrücke durch oder beim Sprung ins kalte Elend von dem drei, vier Meter hohen Balken.
Jump – hinein ins Vergnügen! Und tauchen und schwimmen und frierend schnattern!

Aber Du bekommst einen Anflug von homoerotischen Liebesgefühlen gegenüber den Tauchern, die mit Argus-Augen darüber wachen, dass keinem wirklich etwas Schlimmes geschieht. Die Taucher im Wasser sehen Dich an, fragen Dich etwas und nehmen Dich aus dem Rennen, wenn sie den Eindruck haben, dass Du nicht mehr Herr Deiner Sinne bist. Hypothermie kann ganz schön gefährlich sein, Du selbst bekommst das dabei noch nicht einmal mit, nur die Menschen um Dich herum denken über Deinen Geisteszustand nach …

Der Geisteszustand der Läufer muss sowieso nahe der Unzurechnungsfähigkeit sein, denn diese Strapazen nimmt der gewöhnliche Läufer auf sich, nur um in den „The Killing Fields“ Held für ein ganzes Leben zu werden. Und so bekommt auch der Sieger dieses Laufs regelmäßig nicht mehr als Ruhm und Ehre. Und einen Kakao, von dem Du die Hälfte, unkontrolliert zitternd, verschüttest.
Bekleckert mit Ruhm und Ehre, im Gefühl, Held für ein ganzes Leben zu sein, saß ich am Ende im Auto und beobachtete den fallenden Schnee und die Unglücklichen, die oft erst zwei, drei Stunden nach mir im Ziel ankamen. Und je langsamer Du läufst, desto mehr frierst Du.

Held für ein ganzes Leben sein ist wirklich nicht einfach!

„NO ARMS, NO LEGS, NO WORRIES!“

Es war der 22. November 2009, der Sonntag direkt nach meinem Geburtstag, als es mal wieder mein Freund René Gräber war, der mich mit einem seiner vielen BLOG-Beiträge motivierte. Es war kurz vor dem harten Weihnachtsgeschäft und mitten in einer Zeit, in der ich mit meiner aktuellen Situation haderte – wieder mal.

Denn der Ultraläufer TomWingo ist ein Weichei. Im Geiste und im „real life“. Kaum ein Zipperlein lasse ich aus und gleich denke ich, dass ich den anderen Läufern gegenüber benachteiligt bin. Ob es meine „L5 Spondylose“ ist, die mir die Ausmusterung beim „Bund“ mit einer glatten „T5“ eingebracht hat und die mir hin und wieder nicht nur das Läuferleben schwer macht, oder ob es meine Fußnägel sind, die sich nach oben wölben und immer für Schmerzen und Sorgen gut sind, stets wünsche ich mir, meinen Körper partiell verändern zu können.

Und da kommt Nick Vujicic und sagt im dritten Teil der unten folgenden Videos: „Ich bin dankbar für meinen Körper und ich würde nichts an mir ändern, wenn ich es könnte!“ Und René Gräber schreibt, dazu, dass Schluss sein muss mit dem Gejammere, wir hätten ein schweres Leben.


Ich habe diese Gedanken von René Gräber schon am 2. Januar in meiner Liste guter Vorsätze (Weg damit!) für das Jahr 2010 übernommen und auch in einem der vielen Links auf den BLOG-Beitrag über Nick Vujicic hingewiesen. Bei der Vielzahl der Links in diesem Beitrag ist die gute Botschaft, die sich dahinter verborgen hat, bei den meisten aber untergegangen.

„Ich bin dankbar für meinen Körper und ich würde nichts an mir ändern, wenn ich es könnte!“ sagt Nick Vujicic – aber wer ist dieser Mann? Er ist Golfer, Surfer, Börsenspekulant und einer der Motivationsredner der Welt, der in der allerersten Reihe der Top-Speaker steht.
Er referiert in der ganzen Welt vor Hunderttausenden von begeisterten Menschen und er bringt dort seine Botschaft den Menschen nahe: Perpektiven, Visionen und Wahlmöglichkeiten („Perspective, visions and choices!“), das sind die Dinge, die uns ausmachen, die unsere Zukunft ausmachen.

Und was schreibt unser aller Lieblingszeitung, die „BILD“, am 1. August 2009 über ihn?

Surfer ohne Arme und Beine

Dieser Mann macht allen Behinderten Mut

Er hat weder Arme noch Beine – trotzdem strotzt Nick Vujicic (26) vor Lebensmut. Er schwimmt, surft und spielt Golf. Als Motivationsredner hilft er Menschen auf der ganzen Welt. Doch das war nicht immer so: Als kleiner Junge versuchte er sich umzubringen, berichtet die britische Zeitung „Daily Mail“.
Nick Vujicic kam ohne Gliedmaßen zur Welt. Der Grund: ein seltener Gendefekt, Phokomelie. Als sein Vater den Jungen zum ersten Mal sah, musste er sich übergeben. Seine Mutter war so geschockt, dass es vier Monate dauerte, bis sie ihr Kind in den Arm nehmen konnte.
Nick Vujicic: „Meine Mutter war Krankenschwester und hat während der Schwangerschaft alles richtig gemacht, trotzdem gibt sie sich noch immer die Schuld.“
Doch die Eltern, strenggläubige Christen, liebten ihren Sohn abgöttisch: „Es war schwer für sie, doch von Anfang an taten sie alles, um mich unabhängig zu machen.“

Heute spielt der Mann Golf, schwimmt wie ein Fisch im Wasser und macht 360-Grad-Drehungen auf dem Surfbrett. Die Surfmeisterin Bethany Hamilton (19) brachte ihm auf Hawaii das Surfen bei.
Binnen 48 Stunden landete Vujicic auf dem Titel der „Surfer Magazins“. Vujicic: „Das hat noch niemand in der Geschichte des Surfens geschafft.“ Und: „Ich habe einen sehr niedrigen Schwerpunkt und daher eine sehr gute Balance.“ Hamilton selbst hatte mit zwölf Jahren einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen – ein Hai riss ihr den linken Arm ab.

• Nick Vujicic wächst in Melbourne (Australien) auf. Bereits mit 18 Monaten bringt ihm sein Vater das Schwimmen bei. Am Oberschenkelansatz hat er einen kleinen Fuß mit zwei Zehen: Er nennt ihn „Drumstick“ (Trommelstock). Damit kann er Fußball spielen und schreiben. Der junge Mann: „Im Wasser nutze ich ihn als Propeller.
• Zu Nicks Hilfsmitteln gehören eine umgebaute Dusche und ein spezieller Rollstuhl. Doch obwohl er vieles allein bewältigen kann, braucht Vujicic ein Team von Helfern. Seine Eltern unterstützen ihn, wo sie nur können.
• Mit sechs Jahren lernt er, mit seinem Fuß einen Computer zu bedienen. Er besucht eine normale Schule, wo er jedoch grausam gemobbt wird.
• Als Schüler ist er schließlich so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen will: Mit zehn Jahren versucht er sich in der Badewanne zu ertränken, doch der Versuch misslingt.

Sein Glaube, seine Familie und Freunde halfen Nick Vujicic, sich im Leben doch noch als Gewinner zu fühlen.

Heute hat er einen Studienabschluss als Finanzberater und spricht als Motivationsredner vor tausenden Menschen. 24 Länder hat er schon bereist und lebt jetzt in Los Angeles. 1990 erhielt er in Australien sogar die Auszeichnung „Young Citizen of the Year Award“ für seinen Mut und seine Ausdauer. Im Herbst 2009 erschien sein erstes Buch, Titel: „Keine Arme, keine Beine, keine Sorgen“.
Nick: „Ich habe mich entschieden, dankbar zu sein für das, was ich tun kann und nicht wütend zu sein über das, was ich nicht tun kann.“

Das Video in drei Teilen, das mich so bewegt hat (nimm Dir die Zeit, die drei Teile anzusehen und ihm gut zuzuhören, es lohnt sich wirklich!):

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Respekt, Nick, Respekt. Und jetzt will ich nicht mehr über mögliche Blasen beim „Marathon des Sables“ (MdS) oder über die Strapazen bei der „TorTOUR de Ruhr“ (TTdR) oder dem „La Petite Trotte à Léon“ (PTL) lamentieren, sondern das alles annehmen. In Demut.

Schlapp, schlapp, schlapp …

„Ich bin so schlapp, schlapp, schlapp … „

Am gestrigen Dienstag bin ich rund 2 Stunden gelaufen und das relativ schnell – aber danach war ich müde und kaputt und die Oberschenkel haben „gezogen“.
Nach nur einem Monat mit nahezu keinem Training bin ich wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen, am Bodensatz meiner Fitness. Und mir ging ein Bild durch den Kopf, das Bild des fetten Präfekten „Gracchus Überdrus“ aus dem „Asterix Band V – Die goldene Sichel“, der müde, vollgefressen und träge zu Tische liegt:


Ich startete exakt um 17.00 Uhr und ich hatte keine Pulsuhr dabei, um mich nicht durch den ständigen Blick auf die aktuelle Herzfrequenz zu bremsen, daher weiß ich auch nicht wirklich, ob ich in diesen zwei Stunden 22 oder 24 Kilometer weit gelaufen bin. Aber ich bin von zu Hause erst auf der Landstraße nach Eckendorf gelaufen, durch Eckendorf durchgelaufen und dann bin ich über die Felder bis zur „Burg Münchhausen“ gekommen.
Der Weg über die Felder war nicht sehr angenehm. Der Feldweg war noch verschneit, aber der Schnee war eher eine Art festes Wasser und bei jedem Schritt spritzte der Schnee, das Wasser und der Dreck hoch und die Füße waren schon nach wenigen Schritten klatschnass.
Macht ja nichts, bei rund Null Grad ist das ja auch eine Art der Erfrischung!

Weiter ging der Weg dann über die Töpferstadt Adendorf nach Meckenheim und dort lief ich den Berg hoch bis zur Gesamtschule in Merl, hinter der dann das Preuschoff-Stadion liegt, wo immer meine Laufgruppe von Montags und Mittwochs, der Lauftreff des TV Altendorf-Ersdorf, im Winter die Bahnrunden zieht. Als ich beim Preuschoff-Stadion ankam, war es genau 17.45 Uhr. Ich weiß das, weil ich einen dick eingepackten Spaziergänger nach der Uhrzeit gefragt hatte.
Er wirkte wegen meiner überaus starken Petzl-Kopflampe etwas irritiert, wegen der Kopflampe, die mir beim UTMB schon so gute Dienste geleistet hatte. Aber der Spaziergänger war überaus freundlich und hilfsbereit.

Da der Lauftreff erst um 18.00 Uhr startet, musste ich den hohen Zaun des Stadion überwinden, um dann, wiederum mit Kopflicht, dort ein paar Runden zu drehen, bis ich mit den Lauffreunden laufen konnte und mich ein wenig eingebremst hatte. Es tat mir aber auch sehr gut, nun etwas langsamer unterwegs zu sein, vor allem, weil nun mein Wunsch auf Kommunikation erfüllt wurde.
Und so lief ich 45 Minuten mit den Lauffreunden des TV Altendorf-Ersdorf und dann verabschiedete ich mich, um wieder nach Meckenheim in die Altstadt hinunter zu laufen, stets auf dem Radweg der um die ganze Stadt herumführenden Umgehungsstraße. Es war 19.04 Uhr, als ich im Meckenheimer „Kaiser’s Markt“ eintraf und ein paar Minuten später traf auch meine liebe Frau Gabi ein, um mit mir noch ein wenig einkaufen zu gehen.

Ich liebe es, ein wenig verschwitzt in Laufklamotten im Supermarkt zu sein und meinen Einkaufswagen zu schieben. Die Blicke der anderen Kunden schwanken zwischen Irritation, Befremden und einer leichten Bewunderung, weil diese Kunden daran erinnert werden, dass heute der richtige Tag gewesen wäre, um den eigenen Körper für ein paar Kilometer laufend zu bewegen. Und dass sie es heute mal wieder nicht getan haben …

Aber ich war wirklich froh, dass der Lauf zu Ende war und ich denke, ich hätte keine weiteren zwei Stunden ausgehalten. Und wenn ich an die „langen Kanten“, an die Herausforderungen des Jahres 2010 denke, dann erkenne ich, dass ich gnadenlos scheitern werde, wenn ich meinen Fitness-Zustand nicht signifikant verbessere.

Noch knapp 10 Wochen habe ich Zeit bis zum „Marathon des Sables“ (MdS), noch knapp über vier Monate bis zur „TorTOUR de Ruhr“ (TTdR) und noch über 7 Monate bis zum „La Petite Trotte à Léon“ (PTL).
Los, los, TOM, los, jeder Schritt zählt …

AllUKan … – wir brauchen ein Logo!

Beim „PTL“ starten wir als das Team „AllUKan“.
Als ich das erste Mal unseren Team-Namen gelesen habe, dachte ich, dass Barack Obama seinen Spaß an diesem Team-Namen hätte. Ein Team-Name, der eng verwandt ist mit seinem Wahlslogan aus dem Vorjahr, nur mit einer winzigen Rechtschreibschwäche garniert.
Carsten Quell, Bob Lovegrove und ich starten also mit leichter Legasthenie und geben alles, was wir können?“ dachte ich zuerst. Egal, alles geben ist akzeptabel.

Erst als Carsten dann den Team-Namen erklärte, verstand ich besser, woran er bei der Einschreibung dachte, nämlich an die drei Staaten, die wir beim Lauf repräsentieren wollen:
Für Deutschland, also für mich, steht Allemagne auf der ersten Position, dann folgt „The United Kingdom“ und den Abschluss bildet am anderen Ende Kanada.

Gut, dachte ich, einen Namen haben wir, aber wir brauchen noch ein Logo!
Es soll Läufer ohne Pulsuhr geben, auch ohne Windstopper-Jacke laufen mag möglich sein, ohne Logo laufen geht aber definitv nicht!

Und das Logo muss den Team-Namen zeigen und daran erinnern, dass wir auf dem Mont Blanc bei der UTMB-Veranstaltung laufen. Um klarer zu machen, was es mit dem All-UK-AN auf sich hat, muss man die Buchstaben in großen Lettern schreiben und ein wenig voneinander trennen, zudem habe ich entschieden, die mittleren Buchstaben auch noch größer darzustellen. Das United Kingdom ist ja auch groß und erhaben …
Dann habe ich entschieden, mich am Stil des UTMB-Logos anzulehnen und darauf aufzubauen. Die drei Länderflaggen sollten rein und auch das UNICEF-Zeichen, weil wir ja versuchen, ein wenig Geld für UNICEF zu erlaufen und für UNICEF ein wenig Aufmerksamkeit zu erzeugen. In einer Zeit, in der weltweit die Kinderrechte eingeschränkt werden, ist es notwendig, Flagge zu zeigen und sich für die Kinder dieser Welt einzusetzen. Für weltweite Kinderrechte laufen bedeutet auch, für unsere Zukunft laufen!

Nach ein paar Versuchen und drei Design-Vorschlägen und ein wenig anschließender Feinarbeit ist dieses Ergebnis herausgekommen:


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