SA, 12. 09. 2009 – Bonner Rundschau

Am Samstag vor einer Woche staunte ich nicht schlecht.
Erst hatte ich einen Anruf eines Lauffreundes erhalten, in dem ich gebeten wurde, die tagesaktuelle „Bonner Rundschau“ zu kaufen, was ich auch sogleich tat.
Schon auf der Titelseite ging das Staunen weiter: ein „Teaser“, ein „Anreißer“ wies schon auf der Titelseite auf einen Bericht über meinen UTMB-Lauf hin.

Titelseite Bonner Rundschau vom 12. September 2009

Titelseite Bonner Rundschau vom 12. 09. '09 (Vergrößern durch klicken!)

Und dann folgte auf der ersten Seite des „Lokalsports“ ein langer Bericht über den UTMB, auf den ich recht stolz bin.

Seite 37 der Bonner Rundschau vom 12. 09. '09 (Vergrößern durch klicken!)

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Ich fand es klasse, dass dieser Lauf so stark beachtet wurde – und Du? Wie fandest Du den Artikel? Stimme doch ab …

Aktuelles von der Webseite PROMIFLASH.DE

Endlich kann ich mich noch ein wenig mehr auf den „Marathon des Sables“ im April 2010 freuen, denn wir bekommen vielleicht eine prominente Mitläuferin. Niemand Geringeres als die Pop-Queen Madonna will mit uns schwitzen und mit uns leiden. Respekt!
Nach Joey Kelly wäre Madonna die zweite Musikerin, die zur Ultraläuferin wird. Und falls sie wirklich startet, dann versprechen wir anderen Läufer alle, dass wir sie über die Strecke tragen werden, wenn sie uns jeden Abend ein Schlaflied singt.
Bei SWR3 würde man diese Abendkonzerte dann „HAUTNAH“ nennen, Konzerte für nur ganz wenige Hörer und die sind so nah am Star wie es uns wohl nie wieder gelingen würde.
Auf auf, Madonna! Wir freuen uns auf Dich!

Aber lies den Artikel selbst:

Übernimmt sich die Pop-Queen?

Madonna trainiert für 230 Kilometer-Marathon

Ob sich Madonna (51) da nicht ein wenig zuviel zumutet? Die Pop-Queen will nun an dem berüchtigten „Marathon des Sables“ teilnehmen. Der dauert insgesamt 6 Tage und umfasst 230 Kilometer. Bis April hat Madonna noch Zeit, zu trainieren. Sie soll ihrem Management bereits aufgetragen haben, diesen Zeitraum für sie frei zu halten, damit sie auf jeden Fall teilnehmen kann.

Und das, obwohl Madonna bei einem ihrer Konzerte gleich zwei Mal in Ohnmacht gefallen war! Mit ihren 51 Jahren ist sie nun mal nicht mehr die Allerjüngste. Will sie das vielleicht nicht wahrhaben und muss sich mit solchen abenteuerlichen Aktionen ständig selbst beweisen, wie fit sie noch ist? Der „Marathon des Sables“ wird immerhin als härtester Lauf der Welt gehandelt.

Wir wünschen Marathonna trotz aller Zweifel viel Erfolg!

Volksfest statt Volkslauf in St. Ingbert

„Soli-Lauf“ hieß er offiziell, „so nie – Lauf“ würde ich ihn nennen.

Ausgeschrieben war er als 24-Stunden-Lauf, aber ich hatte glücklicherweise an diesem Tag niemals das Verlangen, mehr als 5 bis 6 Stunden zu laufen. Und selbst diese Vorgabe habe ich schon in der ersten Laufstunde schnell Richtung „Marathon“ nach unten korrigiert.

Schon das „Mühlwald-Stadion“ in St. Ingbert hatte seine Tücken. Dort, wo gewöhnlich Fußballspiele der untersten Fußball-Ligen entschieden werden, war vieles alt und renovierungsbedürftig, die Umkleideräume waren genauso weit weg von der Laufbahn wie die Toiletten. So stand ein Toilettenwagen außerhalb des Stadions auf dem Parkplatz, gut für die zahlreichen Zuschauer, schlecht für die ambitionierten Läufer.

Die 400-Meter-Bahn, auf der alles stattfinden sollte, erwies sich als eine unebene, mit Erde aufgefüllte Staub-Bahn, auf der viel Gras wuchs. Dabei war die Strecke so uneben, dass an ein kontrolliertes Runden laufen nicht gedacht werden konnte. Aber das wäre sowieso nicht möglich gewesen, weil der Lauf mehr einen Volksfest-Charakter hatte und keine Ambitionen darauf hatte, irgendwann ein beachtetes Lauf-Event zu werden.
Schon im Vorfeld fiel mir auf, dass es sehr viele und riesengroße Staffeln, aber nur sehr wenige Einzelläufer gab. Wenn ich nun erwartet hätte, dass eine Staffel sich die Zeit auf der Bahn wie auch immer teilt, dann war ich vollkommen auf dem Holzweg. Manche Staffeln hatten zehn oder fünfzehn Läufer gleichzeitig auf der Bahn – oder auch mal gar keinen.
Und von Läufern kann nur bedingt gesprochen werden.
Zwei Mütter mit Kinderwagen waren spazieren gehend genauso auf der Strecke wie Nonnen in ihren Roben, es gab viele Nordic Walker und noch mehr Fußgänger und Dutzende von Kindern, die auf der Laufstrecke gerauft oder fangen gespielt haben, meist gegen oder quer zur Laufrichtung.
Und nur die wenigsten haben der Bitte der Organisatoren entsprochen, die Innenbahn frei zu halten. Gerade am Anfang dachte ich mehr an Slalom als an kontrolliertes Laufen.

Natürlich war auch die Politik vertreten. In der „heißen Phase“ des Wahlkampfs wollten fast alle großen Parteien Flagge zeigen. Warum tun die das eigentlich nicht, wenn gerade mal keine Wahl ansteht?
Die Linken wurden von zwei Damen repräsentiert, die Werbung für das LafonTEAM machten und auch so ganz adrett aussahen. Gelaufen sind die beiden aber eher wenig.

Die Jungen Liberalen (JuLis) waren mit dem FDP-Regionalboss Oliver „Olli“ Luksic gemeinsam in einer großen Truppe unterwegs. Allerdings redeten sie ununterbrochen von Politik und waren auch nur Spaziergänger. Ob der Spitzenkandidat so bis Sans-Souci spazieren will? Mit einem aber redete keiner der Parteien: mit den anderen Läufern, warum auch, wir sollen ja nur unser Kreuzchen machen …
Die CDU war mit einer großen Truppe angereist, alle hatten orangene Leibchen an, Poloshirts aus Baumwolle, ideal zum Laufen. Nur einer der CDU-ler war wirklich ein Läufer, der Rest war eher von der Walker-Fraktion. Da die CDU aber weniger Teilnehmer aufweisen konnte wie die SPD hat die CDU dafür gesorgt, dass das Gesamtgewicht der Läufer der CDU das der SPD-ler dennoch weit übertroffen hat.

Die SPD war mit einer jungen Truppe vertreten, ganz sicher die größte politische Gruppe überhaupt, die die lokale Bundestagsabgeordnete Astrid Klug unterstützten. Astrid Klug hielt vor dem Start noch eine unvermeidliche Rede, gelaufen ist sie aber nicht. Dafür gab es in ihrer Truppe einige wirklich gute Läufer, schnell und ausdauernd. Diesen politischen Wettbewerb hat also die SPD klar für sich entschieden. Das ist ein echter Trost, wenn man schon keine Wähler mehr hat, oder?

Eines gab es dort wieder, was wir Läufer auf unseren Veranstaltungen meist vermissen: Raucher! Und davon gab es reichlich. Und sie rauchten überall, selbst auf der Laufstrecke. Am liebsten waren mir die Raucher, wenn sie in Gruppen von acht oder zehn Personen nebeneinander auf der Bahn spazierten und aus dem Lauf ein echtes Hindernisrennen gemacht haben.

Und da gab es noch junge Männer, die ein spezielles Training absolvierten. Gelegentlich laufe ich ja mit Bleiweste oder mit Bleigewichten an den Armen, um meine Muskeln zu stärken. Diese Jungs liefen auch mit Gewichten in der Hand. Das war nett anzusehen. Schade war nur, dass diese Gewichte flaschenförmig und mit Bier gefüllt waren. All das waren echte Motivatoren, die dafür gesorgt haben, dass Du über alles nachdenkst, nur nicht über Dein Laufen.

Das Bild vervollständigt hat sich aber dadurch, dass es außer Apfelstückchen, Wasser und einem Eistee keinerlei Verpflegung gab. Was wäre gewesen, wenn ich vorgehabt hätte, hier 24 Stunden zu laufen? Wie aber willst Du Dich als 24-Stunden-Läufer selbst versorgen?

Dass bei dem Lauf die Zeitnahme-Chips von „meisterchip.de“ manche Runde doppelt aufgezeichnet hatten und ich daher bis jetzt nicht weiß, wie weit ich in den 5 Stunden gekommen bin, die ich laufend unterwegs war, passt noch ins Bild dieser Veranstaltung.
Ich hatte ja schon während des Laufs entschieden, nur 106 Runden zu laufen, was 42,4 Kilometern entsprochen hätte. Nun hing irgendwann ein Zettel im Start/Ziel-Bereich, dass die Zeitnahme in den ersten zwei Stunden wohl nicht richtig funktioniert hätte und mir wurde angedeutet, dass vier oder fünf Runden abgezogen werden könnten. Dazu weiß ich, dass ich mindestens zwei Runden gemacht habe, wo das System mich nicht gezählt hatte (der Rennleiter begleitetet mich auf einer Bahn, weil ihm der Ausfall des Zählsystems bei mir aufgefallen war) und ich wollte nicht das Risiko eingehen, dass ich nach der Korrektur mit einem Wert gewertet werde, der unterhalb der Marathon-Distanz lag. Deshalb lief ich über die 106 Runden hinaus noch 12 weitere, damit ich auf meiner GARMIN GPS Uhr und auch dort genug Sicherheit hatte, dass hier nichts passieren kann. Mal sehen, mit welchem Wert ich wirklich gewertet werde. „meisterchip.de“ sagt über sich selbst „Die besondere Art der Zeitmessung!“ Gut gebrüllt, Löwe, sage ich.

Ich habe mich wirklich gefragt, ob ich schon so abgehoben vom normalen Leben bin, dass ich von diesen Zuständen derart schockiert war? Oder ob die Veranstalter in ihrem Ehrgeiz, möglichst viele Spendengelder zu akquirieren, den Lauf vollkommen vergessen hatten? Es ist halt oft das Gleiche: wenn die Veranstalter selbst keine Läufer sind, dann werden auch die Bedingungen, die geschaffen werden, den Läufern nicht gerecht.

Alles in allem war es eine Veranstaltung, die unter der Rubrik „GUT GEMEINT“ abgehakt werden sollte. „GUT GEMACHT“ aber wäre mir erheblich lieber gewesen.

Das Sandmännchen kommt …


… und ich träume Nacht für Nacht vom Sand, von den Dünen und von der heißen Sonne Marokkos.

Ich erinnere mich an den Sommer 2008 in Namibia, als wir ein paar Dünen abgelaufen sind. Das war so anstrengend! Dort sind die Dünen auch teilweise 300 Meter hoch und die Namib Wüste, in der die Dünen gelegen sind, ist ja eine der trockensten und ältesten Wüsten der Welt.

Ganz besonderen Spaß gemacht hat das Quad-Bike fahren auf den Dünen. Milena, Pascal und ich übten uns als Quad-Bike Kapitäne und wir hatten so viel Spaß, dass wir gar nicht weg wollten. Aber eines ist mir aufgefallen: wenn Du ein paar hundert Meter in den Dünen bist, dann weißt Du nicht mehr, wo Norden und Süden ist. Ich hätte es mir nicht so dramatisch vorgestellt und verstehe, warum fast jeder Teilnehmer des MdS sich wenigstens ein Mal während dem Trip verläuft, trotz Kompass!

Und auf den Dünenkämmen dort wehte der Wind so stark, dass man sich fast hätte gegen den Wind fallen lassen können, ohne umzukippen. Und all das kommt nun im April richtig auf mich zu und das ohne die Aussicht, mich bei zu starkem Wind ins Auto zu retten. Jammere nicht, Du hast es so gewollt!

Noch 205 Tage bis zur Abreise! Das klingt viel und wenig zugleich, vor allem, wenn ich bedenke, was bis dahin noch alles zu tun ist:


– vor allem muss ich mir Gedanken machen, was ich alles brauche, wie viel das wiegen darf, wie viel Geld ich dafür ausgeben sollte und auch wo ich es kaufe.
Eine Adresse kann die „DARBAROUD boutik“ sein, zumindest bekomme ich die wirklich wichtigen Dinge des Lebens dort: den MdS-Buff!

Ansonsten werde ich mich wohl auf die „Einkaufsliste“ verlassen, die mir Heiko gemailt hat. Und darüber hinaus werde ich wohl ein wenig sparen müssen, um das alles zu bezahlen.
Also kein Kurztrip nach New York im November, voraussichtlich kein Ski fahren zwischen Weihnachten und dem 6. Januar und keine Reise zum Tough Guy, schade, schade, schade …
Auch beim StrongManRun 2010 habe ich auf meine vorgezogene Einschreibemöglichkeit für den Start verzichtet, nach 15 EUR in 2008, 35 EUR in 2009 sind es jetzt 75 EUR in 2010, die vom Veranstalter aufgerufen werden.
Zwar gibt es ein wunderschönes Finisher-Shirt dazu, aber für einen 16 Kilometer-Lauf ist das schon deutlich über der Marke für „gut und böse“, finde ich.

Ich mache mir auch Gedanke über die Laufshirts, die ich mitnehmen werde. Schön sollen sie sein, also werde ich sie wohl alle selbst designen. Wenn die Designs stehen werde ich darüber informieren … !

Keine Ausreden mehr …

Wäre das nicht schön gewesen: „ich wollte ja am Marathon des Sables (MdS) teilnehmen, aber ich habe leider keine Startnummer mehr bekommen“? Und dann hätte ich mich zurück gelehnt und gesagt, dass ich dort alles viel besser und viel schneller erledigt hätte.

Aber mein Pech ist, dass ich Glück hatte: heute bekam ich die Bestätigung, beim MdS 2010 dabei zu sein!

Also keine Ausreden mehr, kein Jammern, sondern nur voraus schauen, auf die Wüste freuen und mit dem Plan anfangen, festzulegen, für welche Ausrüstung man sich entscheidet, wann und wo man die kauft und vor allem: wie man das Ganze bezahlt.

Die Wüste in Marokko - 40 bis 50 Grad im Schatten, aber in der Wüste gibt es keinen Schatten!

Die Wüste in Marokko - 40 bis 50 Grad im Schatten, aber in der Wüste gibt es keinen Schatten!

Also fange ich jetzt mit meiner Suche nach einem Sponsor an. Ob ich lokal suche oder doch lieber die großen Unternehmen anspreche? Mal sehen …

Und ich fange auch mit dem Training an. Das bedeutet, dass ich ab sofort meistens mit einem Rucksack laufen werde, beschwert mit 8 bis 12 Kilogramm Orangen. (Vielleicht starte ich die ersten paar Jahre mit 8 Kilos im Rucksack und steigere dann das Gewicht in den nächsten paar Leben auf 10 oder 12 Kilogramm?)

Nur die Marathons in Berlin und in Sondershausen werde ich nicht mit Rucksack laufen. Das würde ja auch zu doof aussehen, oder?

Und ich werde wieder öfters in die Sauna gehen und dort vielleicht die eine oder andere körperliche Übung machen. Leider ist unsere Sauna relativ klein, ein Spinning-Fahrrad reinstellen wird wohl nicht gehen. Aber irgend etwas wird gehen.

Wer von Euch hat eine Idee, wie ich mich für den MdS fit bekomme? Welches Training empfiehlst Du für mich?
Schreibe mir einen Kommentar mit Deinen Vorschlägen, dann werde ich diese umsetzen. Vielen Dank!

Aallah i hafdek! (Das ist marokkanisch und heißt: Gott beschütze Dich!“)

Marokko