Der Kater nach dem MIAU

Es ist bald Mitternacht, irgendwo vielleicht 25 Kilometer vor Innsbruck.
Österreich hat viele wunderschöne Stellen, diese Stelle hier in dem Tal vor Innsbruck gehört sicherlich nicht dazu. Schon gar nicht, wenn es dunkel ist.

„Warum tust Du Dir das an?“ frage ich mich. „Brauchst Du so viel Frust und Pein wirklich?“

Ich habe mich ein paar Mal schon fast verlaufen, aber bisher war das noch akzeptabel. Mein Glück war, dass ich sehr früh gestartet bin, schon um drei Uhr, statt der beiden normalen Starts um 5 Uhr für die anderen und um 7 Uhr für die schnellen Läufer.
Ich war zwar nach der langen Trainingspause nicht so unfit wie ich es befürchtet hatte, aber ich habe zu diesem Zeitpunkt in der österreichischen Nacht längst vom Laufen auf eine Mischung aus schnellem Gehen, meinem gefürchteten Stechschritt, und Laufen umgeschaltet, wobei das Gehen das Laufen immer stärker überwiegt.
Ich weiß genau, dass die Wegmarkierungen über diese Brücke geführt haben, aber jetzt finde ich keinen Weg mehr, keinen Anschluss und ich habe keine Idee, wie es weiter gehen könnte.

Zu meinem Glück kommt mir der Nürnberger Armin Roucka entgegen. Er sucht auch das, was ich nicht finden konnte. Wenn man aber gemeinsam verloren ist, dann beruhigt das ein wenig und wir entscheiden uns, einfach der Bundesstraße 171 zu folgen, einfach Richtung Innsbruck. Keine schlechte Idee eigentlich, wenn da Bürgersteige gewesen wären. Die aber gab es immer nur in den Örtchen, um danach wieder zu verschwinden.


Also laufen wir hintereinander auf der linken Seite, bewaffnet mit einer Sicherheitsweste, dem Kopflicht und der Erkenntnis, dass es so weit nicht mehr sein kann, nicht mehr sein darf.
Wie aus dem Nichts erscheint dann aber irgendwann doch wieder ein Richtungspfeil. Ich könnte jubeln, aber dafür bin ich zu müde und zu kaputt.
Armin lässt sich jetzt wieder etwas zurück fallen, vielleicht war ihm mein Stechschritt zu schnell oder meine immer seltener werdenden Ausflüge ins Laufen. Armin ist schon in einem Zustand, in dem er ausschließlich noch gehen will, es sei ihm gegönnt, denke ich, immerhin ist er zwei Stunden nach mir gestartet.
Vielleicht wollte Armin aber auch nur meiner Konversation entgehen. Oder Ruhe haben.
Der Radweg nach Innsbruck nimmt überraschende Wendungen, die ich glücklicherweise alle sehe. Nur Armin sehe ich nicht mehr und so hoffe ich, dass er diese Tücken ebenfalls erkennt.

Aber irgendwann erwischt es mich doch wieder, das Verlaufstierchen.
Ich schwanke und rate und nehme das Roadbook zur Hand, das, nebenbei bemerkt, extrem schlecht gemacht war.
Aber ich brauche in diesem Moment doch keine Hilfe, weil mir geholfen wird. Eine der Betreuerinnen eines längst vergangenen Verpflegungspunktes sieht mich und erklärt mir, dass ich am einfachsten wieder die Bundesstraße entlang gehen sollte bis zum Kreisverkehr, dort die erste Ausfahrt nach rechts nehmen, dann wäre es gleich bei den „Kristallwelten“.
Es ist weit bis zum Kreisverkehr und es gibt wieder keinen Bürgersteig und so trotte ich vor mir her, versuche, die PKW-Fahrer mir meinem Kopflicht nicht allzu sehr zu stören, hoffe, nicht von den hell aufgeblendeten Fernlichtern irritiert zu werden und beschließe, jeden Autofahrer irgendwann auch einmal anzufahren, der das in den nächsten Stunden mit mir tun will.
Will aber keiner.

Der Kreisverkehr kommt näher, die Ausfahrt kommt, ich frage mich, ob die Ausfahrt für mich eher ein Ausgang ist, ich fahre ja nicht – und ein Auslauf kann es auch nicht sein, weil ich kaum noch laufe und so trotte ich Schritt für Schritt weiter, bis ich ein Schild sehe, auf dem steht: „Kristallwelten“ nach links. Und links sind auch diese „Kristallwelten“, das Imperium der Swarovski-Steine. Ich schaue noch einmal auf dem Roadbook nach. „Gegenüber den „Kristallwelten““ steht da, also hat die Kollegin, die mir vorhin den Weg erklärt hat, diese Abbiegung vergessen.
Ich schlurfe nach links und wieder nach rechts und befinde mich auf dem großen Parkplatz von Swarovski, niemand sonst ist da, vor allem aber kein Verpflegungspunkt. Da glitzert und funkelt auch nichts. Der Parkplatz vor dem Kristall-Imperium ist öde und staubig wie der Parkplatz vor einem örtlichen Bauhof.


Das einzige, was blinkt, ist Daddy Kalinowski, ganz weit hinten, auf der Straße, auf der ich wäre, wenn ich nicht nach links abgebogen wäre. Er hat mich gesehen und so versuche ich, diesen letzten Verpflegungspunkt, den VP7, zu erreichen.
Susanne Alexi war auch da, mal wieder. Und Julia Vieler.
Ein Stück Vertrautheit.
Ich muss im Himmel sein.

Ich nehme nur wenig zu mir, weil ich weiß, dass ich für die restlichen 20 Kilometer noch über 12 Minuten pro Kilometer Zeit hätte, um wenigstens unter de2 24-Stunden-Marke zu bleiben. Da geht noch was, denke ich.
Keine 6er-Zeit mehr, aber so eine 8er Zeit, die sollte schon drin sein. Bis dahin bin ich immer in 5-Kilometer-Einheiten gelaufen und ich habe darauf geachtet, dass ich nie mehr als 40 Minuten dafür gebraucht habe. Auch nicht am Berg, auch nicht, wenn ein Verpflegungspunkt etwas Zeit gekostet hatte.
Auf ebenem und asphaltiertem Geläuf sollte das also möglich sein.

Susanne hilft mir noch, meine Batterien des Kopflichts erst in der Bauchtasche zu finden und dann zu wechseln. Diese Lektion habe ich beim RheinBurgenWeg-Lauf gelernt. Wenn Du versuchst, in stockdunkler Nacht die Batterien zu wechseln, dann bist Du verloren. Nur bei Vollmond kannst Du auf eine zweite Lampe oder einen Lauffreund, der Dir leuchtet, verzichten.

Ein schneller Läufer, wohl einer von denen, die vier Stunden nach mir gestartet sind, begleitet mich ein Stück. Ich weiß nicht wer, ich weiß nicht warum, aber ich weiß, dass mir das sehr gut tut. Nach einer Weile aber ist er vor mir. Mein „Slowtab“ hat ihm wohl nicht gefallen. Und ich musste auch wieder ein paar Schritte gehen.
Er bleibt aber in Sichtweite. Lange.

Genau so lange, bis ich mich wieder verlaufe.
Rechts? Links? Geradeaus? Niemand ist zu sehen, keine Wegmarkierung ist zu erkennen, aber ein Licht. Eine Tankstelle. Dort bekommst Du mehr als nur Benzin, dort gibt es auch Rat.
Drei Männer sitzen dort in dem durch dickes Glas abgetrennten Teil, stark rauchend, um dem Namen dieser Raucherecke Ehre zu machen. Ganz kurz frage ich mich, ob Raucher nur deshalb rauchen, damit sie nicht für eine Viertelstunde zu den Nichtrauchern gehören.
Aber sie sind sehr nett und begrüßen mich wie einen alten Freund, das macht Mut und sie fragen mich, ob ich auch zum „Goldenen Dachl“ will. Da waren wohl schon mehrere auf die gleiche Idee gekommen wie ich.

Aber warum können die Drei nicht einfach eine klare Frage beantworten? Wo, Sacklzementnocheinmal, geht es auf den Radweg nach Innsbruck?
Was ich aber erlebe, ist, dass zwei der drei sich streiten. Der eine will mir wohl den Weg zum Radweg erklären, der andere hat einen viel einfacheren und sichereren Weg, auf den die beiden sich einigen. Sekunden fühlen sich an wie Minuten, wie Stunden gar, bis ich mit der Botschaft aus dem verqualmten Glaskäfig gehen darf, die Straße entlang zu laufen, dann beim „Red Zack“ Elektrohändler nach rechts einzubiegen, anschließend über das Feld auf dem Feldweg zu gehen und dann wäre ich auch schon im nächsten Örtchen.
Dort dann direkt nach links und dann „einfach die Bundesstraße entlang“. Ich wusste es!
Die Bundesstraße 171 nach Innsbruck hat es auf mich abgesehen.


Ich will nur noch nach Innsbruck, will mich nicht erneut verlaufen und so folge ich diesem Rat und der Bundesstraße und spare.
Insgesamt wohl so um die 2 Kilometer, denn meine GPS-Uhr, auf der beim VP7 noch rund 2 Kilometer mehr standen als auf dem Roadbook, zeigt einen Abschlusswert von 159,1 Kilometern, fast exakt das, was im Roadbook als Endstand angekündigt war.

Sogar zwei Polizeistreifen fahren ohne Meckern an mir vorbei, Bürgersteige gibt es wieder hauptsächlich nicht und PKW-Fahrer blenden zwar für entgegen kommende PKWs ab, nicht aber für entgegen kommende Läufer. Vielleicht tun sie das nicht, weil der PKW Fahrer sich mit seinem Fernlicht rächen könnte, mein Kopflicht vermag so viel Licht nicht herzugeben.
Ich bin im Tran, als ich in Innsbruck ankomme, ich fühle mich ausgelaugt und leer. Stolz sieht anders aus.

So viel zum Kater nach dem MIAU.

Selbst laufen?

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„Halte Dir ja den 3. September frei,“ sagte „Eule“ zu mir.

„Eule“ ist ein lieber und auch recht schneller Lauffreund aus Altenahr, der aber, bis ich ihn mit nach Luxemburg zum „Trail Uewersauer“ mitgenommen hatte, noch nie über die Grenze des Marathons gelaufen war. Überhaupt waren ihm Gedanken an Entfernungen jenseits der Marathon-Markierung fremd, fast sogar suspekt.
Und dann lief er einen – und jetzt organisiert er einen.
So kann es gehen …

„Eule“ ist ein interessanter Typ. Er ist einer der wenigen, die es geschafft haben, ihren kultivierten Spitznamen sogar ins Telefonbuch zu bekommen. Vorname: „Eule“ steht da, den richtigen Vornamen kennt er wahrscheinlich selbst auch nicht mehr.
Gerne gehe ich mit ihm zum Laufen, ob nun auf einen Wettkampf, wo er mir immer schon das Finisher-Getränk anreichen kann, bis ich im Ziel bin oder einfach auf eine der schönen Trainingsstrecken rund um das wunderschöne Städtchen Altenahr.
„Eule“ wiederum verfolgte meine Ultra-Läufe zuerst mit Argwohn, später dann mit Interesse und irgendwann, da bin ich mir sicher, wird auch im der Marathon alleine nicht lang genug sein, spätestens dann, wenn er irgendwann langsamer wird.

„Wir haben extra eine Strecke oberhalb der Marathon-Grenze ausgesucht – für Dich. Und für Deine Freunde. Informiere die bitte alle darüber!“ Lieber „Eule“, das tue ich hiermit gerne.

Gestartet wird dort, wo wir („Eule“, die anderen Altenahrer Läufer der Laufgruppe „Selbstläufer Altenahr“, meine Gabi und ich) in der Sylvesternacht von oben auf das Altenahrer Feuerwerk sehen konnten, wo wir bei einem schönen Buffet und guter Stimmung im Kreise dieser Alt-Achtundsechziger das neue Jahr willkommen geheißen haben, an der Martinshütte bei Altenahr.
Wenn an diesem Abend in diesem Kreis ein Meinungsforscher nachgefragt hätte, dann hätte es wohl nach einer Zwei-Drittel-Mehrheit für „Die Grünen“ ausgesehen.

Viele Vegetarier waren da, Veganer, aber dennoch gab es auch „totes Tier“ auf dem Buffet, eine sensationellen Weinkollektion, natürlich von der Ahr, natürlich von einem Läufer, der ein recht großes Weingut hat und ein ganz besonderes Händchen für Kuvees hat, es war als farbenfroh, aber mit Tendenz grün.
Und so grün sollen auch diese Läufe sein, vom Schülerlauf angefangen bis hin eben zu dem einzigen Lauf, der uns interessiert, dem 47K Ultralauf.

Hügelig wird es sicher sein, dort geht es ja auch nicht anders, aber eben nicht bergig, das geben die Weinberge aus Schiefergestein nicht her. Ich selbst kenne keine Streckenführung, aber ich bin sicher, dass „Eule“ genau weiß, was wir Läufer wollen. Es sollte also trailig sein, viel durch den Wald gehen, nur wenige Straßenetappen haben – ich bin sehr gespannt, wie diese Wünsche berücksichtigt werden.

Die „Selbstläufer Altenahr“ sind eben auch die Organisatoren dieser Läufe, die für ganz kleines Geld (der Ultra kostet auch nur Mitte 20 EUR) bestimmt ein ganz großes Event starten. Es ist immer gut, wenn die Organisatoren eines Laufs selbst Läufer sind, die wissen dann, was wir für unsere zarten Körper brauchen.
Und bei so vielen Argumenten für das Laufen am 3. September 2011 werde ich dann wohl dort auch selbst laufen müssen.

Ach ja, Anmeldungen? Gerne über mich, die Webseite gibt noch nichts her …

Wenn Marathon einfach nicht reicht

Rhein-Burgen-Weg-Ultralauf über 108 Kilometer und 4.000 Höhenmeter

Was ist schon ein Marathon über 42,195 Kilometer gegen die Leistung, die 19 laufbegeisterte Extremsportler am vergangenen Wochenende auf dem Rhein-Burgen-Weg vollbracht haben? Insgesamt 108 Kilometer und 4.000 Höhenmeter galt es für die Ultraläufer um die beiden Initiatoren  Thomas Eller und Achim Knacksterdt zu bewältigen.

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„Ein bisschen verrückt sind wir schon“, lautet der Tenor der Gruppe. Verrückt aufs Laufen halt, und das über alle Grenzen hinaus. Beginnend in Koblenz um 13.40 Uhr am Samstag, schafften es die ersten der 18 Läufer bereits um 8.50 Uhr am Sonntag ins Ziel nach Bingen. Vier stiegen unterwegs aus.

Ausgerüstet mit GPS und Stirnlampen stellten sie sich der Herausforderung, den Rhein-Burgen-Weg auch nachts zu laufen. Begleitet vom Rhein, als schwarzes Band ständiger Begleiter, ging es über Stock uns Stein. Über breite Wege, schmale Pfade und alpine Trails. Der Lauf war psychisch wie physisch eine große Herausforderung.

Viele der Läufer haben schon an ähnlichen Events teilgenommen. Besonders stolz sind die Organisatoren über die Teilnahme von Michael Irrgang, einem der Top-Langstreckenläufer Deutschlands.

Erschöpft, aber glücklich erreichten die Ultraläufer das Ziel in Bingen. „Wir haben unsere Grenzen kennengelernt“, zog die Gruppe ihr Resümee, „wir hatten optimales Laufwetter, eine super Strecke, drei tolle Verpflegungspunkte und motivierte Läufer“ sagte Thomas Eller zum „Trainingslauf unter Freunden“.


active
-Tipp: Es muss ja nicht gleich ein solcher Gewaltmarsch sein. Aber Wanderungen am Rhein stehen hoch im Kurs. Spezielle Angebote dazu gibt es hier.

active-Info:
Romantischer Rhein Tourismus, Loreley-Besucherzentrum, St. Goarshausen, Tel.: 06771/9593819, www.rheinburgenweg.com, www.romantischer-rhein.de.

Der RheinBurgenWeg-Lauf – ein Vorbericht

Es geschah beim „Kleinen KOBOLT“ und es muss so nach 20 Stunden auf dem Rheinsteig gewesen sein. Achim und ich liefen im kalten Dezember die Strecke des Rheinsteigs auf und ab von Koblenz Richtung Bonn. Die eisige und dunkle Nacht war schon vorbei, wir waren also wach und bei Sinnen, als Achim mir erzählte, dass es auf der anderen Seite des Rheins auch eine Laufstrecke gäbe, die weit weniger bekannt, aber fast noch schöner sei als die des Rheinsteigs.
Auf der anderen Seite des Rheins?

Ich dachte kurz nach und fühlte mich wie eine Kuh, die, sich an den Stacheldrahtzaun drückend, sicher ist, dass das Gras auf der anderen Seite des Zauns grüner, saftiger und besser sein muss. „Und welche Strecke ist das?“ fragte ich Achim. „Der RheinBurgenWeg,“ antwortete er.
Nie gehört, dachte ich. Aber ich war auch interessiert und so beschlossen wir während der nächsten Laufstunden, dort einmal einen gemeinsamen Lauf zu organisieren.


Ein kleiner Lauf sollte es werden, nur für Freunde und Bekannte. Aber eben für Freunde und Bekannte, die sich schon als Ultraläufer ausgezeichnet haben, erfahrene Läufer, die in der Lage sind, die ersten 108 Kilometer dieses über 200 Kilometer langen RheinBurgenWegs zu bewältigen. Gespickt mit unzähligen Anstiegen wie der Rheinsteig, aber auf deutlich schmaleren Pfaden ist das eine echte Herausforderung.

Wir wollten keinen Wettkampf organisieren, zum einen, weil die Verpflegungsstände sonst so schwer zu besetzen wären (die Spreizung zwischen dem führenden Läufer und den Läufern am Ende der Gruppe könnte beim Zieleinlauf durchaus 10 oder sogar 12 Stunden betragen) und zum anderen, weil wir gerne mit dem einen oder anderen über das reden wollen, was uns alle bewegt: eben über das Laufen.
Also musste es ein Gruppenlauf werden und das bedeutet, dass alle Teilnehmer genug Disziplin haben müssen, um zu akzeptieren, dass die Langsamsten der Gruppe das Tempo bestimmen werden. Im Zweifel werde ich das sein.

Ich war Feuer und Flamme für die Idee dieses Laufs und machte dann sofort das, was ich besonders gerne tue: ich registrierte das BLOG zum RheinBurgenWeg-Lauf und eröffnete eine Gruppe „RheinBurgenWeg“ auf Facebook, also dort, wo sichviele Läufer tummeln. Ich muss gestehen, ein ausgesprochener Facebook-Fan geworden zu sein. Keine andere Community im großen Netz fasziniert mich ähnlich wie Facebook und das, obwohl ich früher viel mehr in anderen Communities unterwegs war und Facebook bald zwei Jahre nur „nebenher“ besucht habe.
Beide Dinge hatten großen Erfolg. Über die neu errichtete Gruppe bei Facebook lud ich etliche hervorragende Läufer zu diesem Event ein und auch der Traffic auf dem BLOG wuchs ständig an und hat heute Zahlen erreicht, die ich nicht zu hoffen gewagt hätte. Es ist ja nur ein BLOG über ein einziges Thema, ein einziges Event. Danke an dieser Stelle allen, die sich dort mal umgesehen haben.


Ich muss gestehen, am Anfang ein wenig zu viel „geguttenbergt“ zu haben und so musste ich das Logo nach einem freundlichen Hinweis der “Romantischer Rhein Tourismus GmbH”, Loreley-Besucherzentrum, 56346 St. Goarshausen noch einmal ändern. Aber ich hatte in dieser Vermarktungsfirma für den RheinBurgenWeg einen Verbündeten gefunden und uns wurden wunderschöne Fotos der Strecke überlassen inklusive einer Aufnahme der Wegebeschilderung, die dann zum Logo für diesen Lauf wurde.
Ohne diese Hilfe wäre vieles schwerer geworden, denn wo im Himmel nimmst Du mitten im Winter schöne Fotos einer Laufstrecke her?
Wir wurden von der “Romantischer Rhein Tourismus GmbH” freundlich beraten und unterstützt.
Im Grunde wollen wir ja alle das Gleiche: raus in die Natur, schöne Strecken kennen lernen und schöne Strecken laufen.

Für die Details des Laufs war im Wesentlichen Achim zuständig. Er legte die Eckpunkte fest wie die Positionierung der drei Verpflegungsstellen, den Starttag und ähnliche Dinge und dann, als es immer konkreter wurde, sind wir gemeinsam an einem Samstag an die Strecke gefahren, um vor Ort nachzusehen, worauf zu achten ist.
Es war ein kleines Desaster an dem Tag, weil die B9 vollkommen überschwemmt war und wir deshalb immer riesige Umwege fahren mussten, um von Ort zu Ort zu kommen, aber beim Anblick der vielen Burgen wusste ich: dieser Lauf wird richtig schön, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt!

Achims Sorge war, dass wir viel zu viele Starter haben werden, meine Sorge ging in die ganz andere Richtung. Ich befürchtete, weitgehend alleine zu sein und bin heute rückblickend sehr dankbar, welch tolle Truppe wir für einen Gruppenlauf zusammen bekommen haben. Am Ende haben wir statt der geplanten 12 Mitläufer die Grenze auf 19 Mitläufer erhöht, insgesamt ist es aber noch eine Teilnehmerzahl, die überschaubar ist.

Achim war danach voll in seinem Element. Insgesamt fünf Mal machte er sich auf, eine der drei Teiletappen zu laufen. Drei Mal war er alleine unterwegs, ein Mal war er mit Tom Siener und ein Mal mit mir auf der Strecke, mit Tom Siener allerdings erheblich schneller und ambitionierter als mit mir.
Seine Berichte im BLOG haben mir zunehmend mehr Vorfreude auf dieses Event gemacht. Ich wurde mir aber auch klar, dass es bei weitem nicht so einfach sein würde, wie ich diese Strecke am Anfang eingeschätzt hätte.

Der nächste Punkt waren die drei Versorgungspunkte. Der dritte VP war schnell besetzt, die Mainzer „Bretzelwetzer“ Axel und Roman sowie Achims Frau Antje haben schnell ihre Unterstützung zugesagt. Meine Gabi, die eigentlich einen VP besetzen wollte, musste aber passen, weil ein wichtiger Geschäftstermin an diesem Wochenende angesetzt wurde. Eigentlich hätte ich da dabei sein sollen, aber sie macht das jetzt alleine und ich darf laufen gehen. Danke Gabi!

Der nächste VP, der eine Betreuung fand, war der VP1. Martina Irrgang hat sich mit dem Troisdorfer M.U.T. dieser Aufgabe angenommen, eigentlich, um dort mit uns und „ihrem“ Michael Irrgang gemeinsam etwas zu feiern. Leider wird Michael wohl entweder gar nicht mitlaufen können oder, so ist meine große Hoffnung, wenigstens vom Start eben bis zu diesem VP1 mitlaufen.

Tom Siener wiederum war es, der uns die Betreuung des VP2 vermittelt hat. Als Apotheker in Koblenz hat er einen Geschäftsfreund, der ihm den Kontakt zur Unternehmensleitung des Restaurants vom Schlosshotel der Burg Rheinfels vermittelt hat.
Und die dortige Belegschaft hat sich dann spontan bereit erklärt, die Betreuung des VP2 zu übernehmen. Mehr als Läufernahrung für Ultrasportler wollen wir ja nicht haben, Austern und Médoc-Rotwein wie beim Médoc-Marathon dürften es ja wahrlich nicht sein, immerhin werde wir dort erst die Hälfte der Strecke hinter uns haben.

Wir haben dann noch den Transport der Drop-Bags nach Bingen für diejenigen Läufer organisiert, die erst in Koblenz zu uns stoßen werden, Achim hat noch ein paar Informationsmails verschickt und jetzt bleibt uns nur noch, auf gutes Wetter zu hoffen.

Gutes Wetter? Wetter.de sagt dazu: es wird schön und einigermaßen trocken, nachts aber eher kalt.

Mo

07.03

Di

08.03

Mi

09.03

Do

10.03

Fr

11.03

Sa

12.03

Temp. (°C)  -2° 12° -6° 12° 12° 12° 13°

514 Mal „DANKE“: was bisher geschah …

Vor einer Woche, genauer am 18. Februar, habe ich den Blog-Beitrag über meinen Lauf von Nürnberg nach Nürburg geschrieben. Und ich habe nach Hilfe gefragt, weil es viel leichter ist, so ein Vorhaben mit guten Freunden im Rücken zu stemmen.

Viele haben sich spontan beteiligt, ich will nur einige Beispiele davon nennen, die stellvertretend stehen für alle, die mich angerufen, angemailt, angetwittert oder sonstwie unterstützt haben.

So hat „Monsterliesel“ Eva dazu aufgerufen, den Platz auf der Couch freizumachen und hat einen entsprechenden Tweet an ihre Follower auf Twitter und Facebook geschickt. Achim Knacksterdt hat mir eine Schlafgelegenheit mit heißer Dusche und heißem Tee angeboten, Jeffrey Norris hat sich lange mit mir über diesen Lauf ausgetauscht und mir hilfreiche Tipps gegeben, zudem hat er mich eingeladen, wieder in Brugg/CH mit ihm zu laufen und auch wieder den Sprecher der Veranstaltung zu machen.
Torsten Riemer versucht, seinen Dienst so zu tauschen, dass er mich am ersten und vielleicht sogar am zweiten Tag mit dem Auto supporten kann, sensationell, ein herzlichstes „Danke schön“!

Die große Marke SKINS hat auch spontan per Tweet geholfen und auf diesen Lauf hingewiesen und sie haben mir ihren Facebook-Account als Darstellungsfläche angeboten.
Gerne werde ich das im März nutzen.

Unzählige „Gefällt mir“ – Buttons wurden gedrückt und vielleicht wird auch Niels Grimpe-Luhmann beim Lauf vertreten sein. Und wenn, dann definitiv im Röckchen. Ob ich dann einen indonesischen Sarong tragen sollte?

Eine ganz besondere Freude allerdings machte mir Udo Schick aus Fürth bei Nürnberg. Udo Schick ist bei vielen regionalen Läufern Werbeläufer im Kilt für World Vision, er ist in vielen sozialen Bereichen engagiert, so bei Greenpeace, Verdi, Vier Pfoten/Europäisches Tierhilfswerk und eben auch World Vision, er und seine Familie haben seit 2005 ein Patenkind in Kenia.
Udo ist Organspender, Mitglied in der DMKS und Fan vom Laufclub 21/Down-Syndrom Marathonstaffel e.V. und …

… er wird mit mir in Nürnberg an den Start gehen und mich einen Tag lang begleiten!


Darauf freue ich mich und darauf bin ich stolz.

Und wenn Niels noch im Röckchen dazu kommt, wenn Udo im Kilt und ich im indonesischen Sarong laufen würden, dann wäre eine Horde „vollkommen durchgeknallter Läufer“ beisammen.

Eigentlich fehlst dann nur noch …. DU !