Der KÖLNPFAD nonstop

– oder  „Der KÖLNPFAD – Einmol öm Kölle röm“

„Der KÖLNPFAD – was ist denn das schon wieder?“

Koelnpfad

Als ich von der Veranstaltung des fleißigen Ultraläufers Wolfgang Olbrich zum ersten Mal hörte, ging mir genau diese Frage durch den Kopf: „Der KÖLNPFAD – was ist denn das schon wieder?“

Also, der KÖLNPFAD ist ein 171 km langer Wanderweg rund um Köln. Er wurde im Herbst 2008 durch den Kölner Eifelverein offiziell eröfffnet und eigentlich sind es 11 Wanderungen zwischen 9 und 22 Kilometern.Für die Läufer unter uns die Chance, all das in 28 Stunden zu packen.

Was liegt für einen „gefühlten“ Kölner Ultraläufer also näher, als diesen Weg selbst einmal in einem Rutsch zu laufen? Vor allem, weil von den voraussichtlich 17 Teilnehmern zwei Läufer enge Lauffreunde von mir sind:

Michael Eßer aus Wesseling, mit dem ich schon zwei Wochen später die 166 Kilometer des UTMB („Ultra Trail de Mont Blanc“)  bewältigen will und Hans-Peter Gieraths aus Königsfeld bei Bad Neuenahr, mit dem ich im Vorjahr gemeinsam zum GONDO EVENT gefahren bin und mit dem ich unzählige Läufe gemeinsam bestritten habe, zuletzt auch den SwissAlpine in Davos. Er ist ja gewissermaßen mein direkter Nachbar als Ultra-Läufer und ich bewundere ihn und seine Laufergebnisse sehr.

Aber 171 Kilometer? Schon wieder so viel?

Noch immer erinnere ich mich an die äußerst schmerzhaften Blasen der 177,520 km DLV Challenge in Delmenhorst, an den Zehennagel des kleinen linken Zehs, den ich dort verloren habe und an die Sehnenscheiden-Entzündungen in beiden Füßen, die ich beim 350 km SwissJuraMarathon bekommen habe. Und jetzt schon wieder so weit, nur zwei Wochen vor dem UTMB?

Aber Michael traut sich das auch zu – und Ultraläufer sein ist eben kein „Kindergeburtstag“. Finde ich jedenfalls. Nach kurzer Überlegung stand dann mein Entschluss fest: ja, das mache ich!

Und so laufe ich am Samstag den Lauf, den ich vor drei Monaten noch kaum aussprechen konnte.

KölnpfadKarte

Karte des Kölnpfades, Maßstab 1:25.000 Quelle: J. P. Bachem Verlag, Köln 2008. 1. Auflage Urheber bzw. Nutzungsrechtinhaber Stadt Köln, Amt für Liegenschaften, Vermessung und Kataster, Nr.: KT 121/2007 Datum: 22.09.2008 Genehmigung: J.P. Bachem Verlag GmbH, Ursulaplatz 1, D-50668 Köln Anmerkungen: Niedrigauflösende Kopie aus Kölnpfad - Der Kölner Rundwanderweg, Copyright beim J. P. Bachem Verlag

Natürlich freue ich mich und bin sehr dankbar, dass mein Tennis-, Lauf- und RealLife-Freund Detlev B. aus Leichlingen mich läuferisch ein paar Kilometer durch die dunkle Kölner Nacht begleitet und dass meine Frau Gabi die Autobegleitung übernimmt. Ohne diese Hilfe wäre dieser Lauf nicht machbar!
Immerhin gibt es nur vier Verpflegungspunkte – viel zu wenig, um ohne Begleitung autark zu sein.

Und noch immer hoffe ich, dass sich noch der eine oder andere Läuferfreund bei mir meldet, der ein paar Kilometer „schönes Köln“ mit mir laufen will. Langsam, extrem langsam und bedächtig, versteht sich …
Wäre das nichts für Dich, was meinst Du?

Noch etwas ganz zum Schluß: in der „Kölnischen Rundschau“ vom 29. Juli 2009 erschien auf Seite 30 dieser Bericht über den KÖLNPFAD: hier klicken!

Davos K78 – da wo’s schön ist!

K78, C42, K42, K31, K21, K11, dazu noch Walk K11 und Mini A, Mini B und Mini C
… so viele Zahlen!

Und gleich noch eine: die 75!

Davos

An den legendären Lauf in Davos habe ich eigentlich keine guten Erinnerungen.
Im Vorjahr war ich für den K78 angemeldet, aber ich wurde eine Woche davor beim Nachtlauf Baiersbronn nach Baden-Baden krank, richtig krank.
Von Versorgungsstelle zu Versorgungsstelle wurde es schlimmer, ich wurde schlapper, die Augen wurden glasiger und das Fieber stieg.
Getröstet hat mich nur der Umstand, dass ich mal wieder mit meinem Lauffreund Dirk Joos laufen durfte. Da er am Bodensee wohnt und zudem meist eher kürzere Rennen absolviert, ist es eher selten, dass wir uns live beim Laufen sehen.
So bleibt mir nur, ihn aus der Ferne zu beobachten, seine ständig neuen persönlichen Bestzeiten zu bewundern und zu hoffen, ihn hin und wieder irgenwo zu treffen.

Ein weiterer Motivator war, dass ich bei diesem Lauf nach Baden-Baden den „Cool Runner“ Bernie Conradt kennen gelernt habe. Und gleich haben wir uns schon zu Beginn des Laufs für Davos K78 verabredet.

Aber meine Krankheit war so schlimm, wie ich sie schon lange nicht mehr erlebt habe. Drei Tage musste ich anschließend im Bett verbringen und ich blieb schwach bis Davos.
Mein Büro und alle Freunde rieten mir dann dringend, auf den Start in Davos zu verzichten und ich stimmte zu. Am Freitag Nachmittag, also direkt vor dem Lauf, war ich dann dabei, meine gepackten Laufsachen wieder auszupacken, als sich Träne um Träne aus den Augen schlich. Da wusste ich, dass ich einfach starten muss.

Also fuhr ich um 16 Uhr los Richtung Davos und erreichte Davos kurz vor Mitternacht. Ich glaube, ich habe das letzte freie Zimmer bekommen, nachdem mir ein Mitarbeiter der Reception eines großen Davos Hotels einen Tipp gegeben hat. Das letzte Zimmer, bezogen endlich um 0.30 Uhr, aufstehen um 5 Uhr!
Viel Geld für wenig Schlaf, aber ich war glücklich. Und das TURMHOTEL hatte ein Läuferfrühstück mit Nudeln und Tomatensauce und allem, was das Läuferherz erfreut.

Beim Start ging es mir noch gut. Schon bald fand ich Bernie Conradt und dort lernte ich auch Kurt Süsser kennen, den ich dann spätestens beim TransAlpineRun 2008 (TAR) noch viel besser kennen und schätzen gelernt habe. Ich schloss mich den beiden an, bis zu der „Stelle der Entscheidung“ kurz vor dem km 30. Da geht es nach links ab in die Berge. Ich fühlte mich schwach und hatte Angst, noch nicht wieder fit zu sein, die Zeitlimite nicht zu schaffen oder sogar ein echtes körperliches Problem zu bekommen.
Da geht es nach rechts das Tal entlang, das ist der C42, die Versuchung. Ich bin ihr erlegen. Geärgert habe ich mich aber spätestens im Ziel, weil ich in einem kleinen Dörfchen ohne Atmosphäre ankam, mit dem Züglein wieder nach Davos gebracht wurde und das schönste des Davoser Laufs, den Einlauf ins Stadion, nicht erleben durfte.
Und mir fehlten die Höhenmeter für das Training für den bald folgenden TAR, auch etwas, was mir Sorgen machte.

Diesem Umstand ist zu verdanken, dass ich das GONDO EVENT kennen gelernt habe. Genau eine Woche später und der schönste Lauf, den ich in 2008 gemacht habe. Viele Läufer des folgenden TAR waren da und ich konnte die Höhenmeter in die Beine bekommen, die mir eine Woche zuvor in Davos abgegangen sind. Für mich war das das große Glück und ich bedauere, dass ich dieses Jahr dort nicht mehr dabei sein kann. Wirklich schade!

Der legendäre Berglauf in der Schweiz

Der legendäre Berglauf in der Schweiz


Und dieses Jahr? Die Geschichte wiederholt sich. Wieder habe ich glasige Augen, ich huste sehr viel und ich schwitze in der Nacht drei Garnituren Nachtwäsche durch.

Ob mich das wieder den K78 kostet?

Aber eines weiß ich sicher: wenn ich mir den K78 nicht zutraue, dann starte ich nicht in Davos, sondern in Bergün.
Dort startet der K42, eine Marathon wie der C42, aber eben gebirgig und wunderschön – und der Zieleinlauf findet auch da im Davoser Stadion statt.

Ich will, ich will, ich will!

Mal sehen, wie ich mich entscheide. Leider werde ich Dich vermutlich lange nicht darüber informieren können, weil meine liebe Familie und ich direkt im Anschluss an den Zieleinlauf weiterfahren nach Istrien / Kroatien, um den Urlaub dort zu verbringen. Kein Asien, kein Amerika, mal wieder Europa.

Ob ich dort häufig online gehen kann und will?

Was aber war mit der Zahl 75?

Na ja, Davos wird ein kleines Jubiläum sein, es ist mein 75. Marathon und länger … ach was, jetzt schon?

Vor dem SwissJuraMarathon …


N.T. carbon
Morgen Abend packe ich meine Sachen für den bis dahin längsten Lauf meines kleinen Lauflebens: 350 Kilometer an 7 Tagen mit 11.000 Höhenmetern.

Das sind noch 50 Kilometer mehr als beim GoreTex TransAlpineRun 2008 und das bei einem Lauftag weniger. Mal sehen, wie das wird.

Über die Veranstalter geärgert habe ich mich aber schon drei Mal: zuerst, als ich hörte, dass es seit zwei Jahren kein Funktions-Shirt mehr gibt, sondern nur noch eines aus Baumwolle. Und das kannst Du nicht bei Deinen Läufen tragen … tragisch, finde ich.
Und dann wieder, als der Speiseplan erschien. Da findest Du Fleisch, Fleisch, Fleisch. Für mich ist das eine kleine Katastrophe. Einzig die Supermärkte der einzelnen Orte werden sich freuen, dort werde ich täglicher Gast sein. Also wieder eine Stunde, die weg ist.
Besonders ärgerlich aber fand ich die Reaktion auf meine Bitte, doch auch ein vegetarisches Gericht anzubieten. So kalt und gleichgültig bin ich selten abgefertigt worden.
Und seit gestern habe ich ein weiteres Problem mit dem Veranstalter. Ich habe mich beim GoreTex TransAlpineRun 2008 so daran gewöhnt, die Bergpassagen mit meinen superleichten Comperdell Carbonsticks zu bewältigen. Beim SJM aber ist das vorgestern verboten worden.
Die Begründung: Stöcke hätte ja nicht jeder und so sei es eine Bevorteilung derer, die mit Stöcken laufen würden. Zudem sei das sowieso nur eine Mode, die vorbei gehen würde. Na ja, selbst die „Mutter aller Bergläufe“, der UTMB, empfiehlt Stöcke sogar ausdrücklich. Vielleicht sollten die Schweizer hier mal Nachhilfe nehmen und für 2010 etwas ändern.

Ich habe mir aber vorgenommen, ohne negative Assoziationen nach Genf zu fahren, deshalb habe ich mir heute ein Funktions-Shirt designed, das morgen in den Druck geht. Da freue ich mich drauf und ich werde das bei der ersten und bei der letzten Etappe tragen.

Bald geht es los: schon vom SJM träumen …

Am Samstag in einer Woche beginnt die Anreise nach Genf zum SwissJuraMarathon (SJM). Wirklich nicht mehr lange hin …
Zeit, dass ich mir Gedanken mache über das, was da vor mir liegt.
Insgesamt sind es 350 Kilometer an 7 Tagen.

Klar ist für mich, dass ich mich ausschließlich an den Cut-Off Zeiten bewegen will. Ich will viele Fotos machen und mir keinen unnötigen Stress machen.
Noch vor zwei Tagen habe ich gezweifelt, ob ich überhaupt mitlaufen könnte, mittlerweile sind die Füße soweit abgeheilt, dass ich Hoffnung habe, dass es gehen wird.
Aber auf eine „gute Zeit“ gehen und eine gute Position im Ranking anstreben? Nein, ganz bestimmt nicht.

Tag 1 – Sonntag: es beginnt nicht einfach. 47 Kilometer und ein richtig hoher Berg.

Swiss Jura Marathon Etappe 1

Tag 2 – Montag: die Etappe scheint nicht allzu hart. Nur 1.290 Höhenmeter.

Swiss Jura Marathon Etappe 2

Tag 3 – Dienstag: die längste Etappe, immerhin 56 Kilometer lang.

Swiss Jura Marathon Etappe 3

Tag 4 – Mittwoch: auch ein harter Tag, 47 Kilometer und über 2.000 Höhenmeter.

Swiss Jura Marathon Etappe 4

Tag 5 – Donnerstag: wieder eine lange Etappe mit vielen Abstiegen, schlecht für meine Knie, aber auf Biel freue ich mich.

Swiss Jura Marathon Etappe 5

Tag 6 – Freitag: glatte 50 Kilometer, aber die Strecke kenne ich.

Swiss Jura Marathon Etappe 6

Tag 7 – Samstag: die Abschluss-Etappe hat es noch einmal in sich, aber ich freue mich, in Basel meinen Bruder zu sehen und mit ihm zu feiern.

Swiss Jura Marathon Etappe 7

Ich bin meinem Lauffreund Achim und seiner Frau sehr dankbar, dass ich mit ihm nach Genf fahren darf.  So erspare ich es mir, mich ohne Begleitung vorbereiten zu müssen. Wir können uns unterhalten, vielleicht kann ich im Auto noch etwas lesen.
Ein richtig schöner Ruhetag bevor es richtig losgeht.