René Göldner: „Füße tragen Leben“ – ein Spendenlauf der besonderen Art

HFTLeute habe ich beim „Ego-googeln“ diesen Artikel über meinen Juli-Charity-Lauf in England zu Gunsten des BUNTEN KREISES gefunden …
Nein, nicht genau so, eher durch einen Alert bei yasni.de

Wie auch immer, ich habe dieses schöne Blog gefunden. Und dieser Artikel dort ist hübsch gemacht und er hat mich geistig in den Sommer 2013 zurück versetzt …

Durch einen Klick auf das Bild links kommst Du zur Originalseite.
Viel Spaß beim Lesen!

Avatar von wirsprechentriathlonRené Göldner

Normalerweise berichte ich auf meinem Blog über „mich“ und „meine Wettkämpfe“. Das soll sich auch nicht ändern!

Heute jedoch möchte ich über eine ganz besondere und tolle Aktion berichten, die ein Läufer aus unserer Region für einen guten Zweck durchführt.

Die Organisation „Bunter Kreis“ unterstützt Familien, deren Kinder schwer erkranken, oder verunglücken. Diese Hilfe findet vor unsere Haustür in der Region Bonn-Ahr-Rhein-Sieg statt und wird auch mit Spenden finanziert.  Detaillierte Informationen über die Arbeit des Bunten Kreises gibt es hier: http://www.bunterkreis-bonn.de/home.php

Ein besonderes Spendenprojekt hat sich Thomas Eller einfallen lassen, der in Grafschaft bei Bad Neuenahr lebt. Neben Ultraläufen wie den Berglauf in Andora mit 170 km und 13.000 Höhenmetern ( Zeitlimit von 62 Stunden), ist es Ihm ein besonderes Bedürfnis mit seinen Läufen die Welt ein bisschen besser zu machen.

So wird „Tom“ am 03. Juli 2013 um 9 Uhr beim „The TRA 250 Miles Thames Ring Race“ westlich…

Ursprünglichen Post anzeigen 164 weitere Wörter

Dream a Little Dream with Me …

Dream a Little Dream of Me …

Ob es das Original von Doris Day ist, oder die Version von Robbie Williams mit Lily Allen oder Emma Bunton, ob sich Michael Bublé an diesen Zeilen versucht hat, Ella Fitzgerald, Louis Armstrong oder die Mamas & Papas, oder ob Du mit mir die wunderschöne Version von The Beautiful South aus dem großartigen Film „French Kiss“ favorisierst, die Version, die es auch in einer französischen Variante gibt: es ist ein wunderschöner Song, der die Zeit überdauert hat und ständig wach und präsent ist.
Geschrieben wurde der Song übrigens von Gus Kahn, Wilbur Schwandt und Fabian Andre und er erinnert uns ständig daran, dass wir alle einen kleinen Traum haben, unseren kleinen Traum.
DreamUnd dieser kleine Traum kann materiell sein. Da träumt der Eine von dem Großauftrag, der sein Unternehmen retten kann.
Dieser kleine Traum kann und darf gerne auch immateriell sein. Mancher träumt davon, einmal im Ferrari auf der Nordschleife des Nürburgrings zu fahren oder davon, einen Zwei-Zentner-Fisch aus einem Baggerloch zu ziehen.
Dieser kleine Traum kann flach sein und der Träumende sieht sich mit einer neuen persönlichen Bestzeit bei einem Marathon auf ebenstem Geläuf über die Ziellinie fliegen, dieser kleine Traum kann aber auch schroff und bergig sein.
Und das ist mein kleiner Traum und ich vermute, das ist auch Deiner. Und den würde ich gerne an dieser Stelle hier in den nächsten Monaten mit Dir teilen.

Mein kleiner Traum 2014 ist der kleine Spaziergang des Léon und ich lade Dich ein, diesen kleinen Traum mit mir mitzuträumen.
Weil ich darin schon ein wenig erfahren bin.
Zwei Mal habe ich schon diesen Traum angeträumt, aber zwei Mal bin ich dann leider wach geworden und konnte den Rest des Traums nicht zu Ende träumen. Dabei ist bemerkenswert, dass dieser kleine Traum immer länger wird, von 230 Kilometern und 21.000 Höhenmetern über 280 Kilometer und 24.000 Höhenmeter auf jetzt 306 Kilometer und 28.000 Höhenmeter.
Wenn beim Hochsprung die Latte höher gelegt wird, obwohl Du die alte Höhe noch gerissen hast, dann ist der Hochspringer sauer. Wir Läufer aber träumen einfach etwas mutiger.MB

Der Traum fängt immer gleich an:
Stelle Dir vor, Du bist in Chamonix, in einem der ganz besonders interessanten Berg-Städtchen dieser kleinen Welt. Rechts oben schaut eine Gletscherzunge zu Dir herunter und wohin Du schaust geht es nur steil und weit bergauf. Du stehst auf einem zentralen Platz mitten in der City, vor Dir hängt etwas weiter oben eine bunte Banderole, die Deinen Lauf ankündigt.
Mit Dir stehen 300 weitere Läufer herum, alle ähnlich ausgestattet, mit Rucksäcken, Kopflampen und Stöcken bewaffnet. Und alle sind ganz merkwürdig ruhig und konzentriert, gleichzeitig aber auch sehr aufgeregt. Und dann beginnt die laute Musik, der Countdown auf Null wird runtergezählt und dann setzen sich diese 300 Menschen in Bewegung.
Beim UTMB geht es nach rechts, beim PTL, dem kleinen Spaziergang des Léon, geht es nach links, aber der Weg ist gesäumt von Hunderten, von Tausenden von Menschen, die jubeln und Daumen drücken, die Tröten klingen lassen und die Dir und Deinen Mitstreitern „bonne chance“ wünschen. Nach vielleicht Hundert Metern oder etwas mehr macht dann die Straße einen scharfen Knick nach links und Du läufst an den gleichen jubelnden Menschen wieder vorbei, die in der Zwischenzeit ihre Position einige Höhenmeter nach oben verlegt haben.
Kinder recken ihre kleinen Hände raus und freuen sich, wenn Du die abklatschst. Es ist lärmig und laut und Du siehst nicht allzu viel, weil die Augen feucht sind von den Tränen, die Du wegen dieses begeisternden Anfangs vergossen hast. Aber Du bist glücklich wie selten im Leben und Du bist stolz, diesen Anfang eines schönen Traums mit diesen Menschen um Dich herum träumen zu dürfen.

Diese Menschen um Dich herum tragen häufig Ehrfurcht einflößende Namen, manche aber sind auch eher Rookies, ambitionierte Amateurläufer wie ich, aber alle wissen, dass sich die nächsten Tage und Nächte nur noch in den Bergen rund um das „Dach Europas“ abspielen werden. Sie alle wissen, dass sich die Temperaturen, die es beim Start gab, in diesen nächsten Tagen und Nächten noch deutlich nach unten oder oben verändern können, verändern werden.
Wenn es nass war, wird es trocken werden und vielleicht auch wieder nass. Und was trocken begann endet häufig im Regen. Oder im Schnee. Und Du gehst, während Du an den grölenden Zuschauern vorbei läufst, im Kopf zum Hundertundelften Mal durch, ob Du alles dabei hast, ob Du alle Eventualitäten bedacht hast und ob Dein Konzept, dass Du in warmer Stube bei heißem Tee, trockenem Wetter und vollkommen ausgeschlafen geschrieben hast, funktionieren kann.
Du schüttelst Dutzende von Händen, die der kleinen und großen Zuschauer, die etlicher Mitstarter und auch die für Dich und Deinen Traum wichtigsten Hände, die in den nächsten 141 Stunden über darüber mitentscheiden, ob ich 2014 diesen Traum endlich bis zum Ende träumen darf, die Hände Deines oder Deiner Teamkollegen.

Jeder Traum ist nur so gut wie der Mensch, der ihn träumt. Und bei Teamläufen kann ein Traum nur so gut sein wie die zwei oder drei Menschen, die ihn zusammen träumen. Wie eine Kette, bei der das schwächste Glied die Stärke des Ganzen definiert, so ist das auch bei diesem kleinen Spaziergang, weit um den weißen Berg herum. Und wie es im Song „Dream a Little Dream of Me“ heißt, so startet auch der erste Abend und die erste Nacht bei diesem außergewöhnlichen Lauf:
„Sterne scheinen hell über dir, Nachtbrisen scheinen <Ich liebe dich> zu flüstern“ und „Vögel singen im Platanebaum,“ während Du mit dem Tross der anderen Läufer langsam, aber stetig Deinen Weg durch das Dunkel nimmst. In den ersten 24 Stunden bleiben alle Läufer fast noch zusammen und in der Nacht siehst Du vor Dir ein langes Band kleiner Leuchten die Wege hinauf auf die Pässe und Gipfel und hinter Dir, wenn Du Dich umdrehst, siehst Du auch ein langes Band ebensolcher Leuchten von denjenigen, die diese Herausforderung etwas langsamer angehen als Du.
Es ist ein so eindrückliches Bild, das Dich niemals mehr verlassen wird.

Dieser Traum, ob Du ihn zu Ende träumen darfst oder nicht, wird Nacht für Nacht immer wieder kommen, später dann, zu Hause. Und das geht dann wohl so lange, bis Du diesen Traum wirklich mal bis ganz ans Ende träumen darfst, bis zu dem Punkt, an dem Du, übermüdet, mit Schmerzen am ganzen Körper, humpelnd die Straßen von Chamonix entlang gehst, vielleicht ein paar Laufschritte versuchend und wo Du dann gar nicht die Beachtung der Zuschauer erhältst, die dieser Leistung angemessen wäre. Aber Du machst Dir nichts daraus und siehst auf die Finisher des CCC, des TDS oder des UTMB, nimmst wahr, wie in diesem Jahr die Westen aussehen, die Du dann gleich in Empfang nehmen darfst, wenn Du dann endlich die Ziellinie überquerst.
Und wenn Du die dann überquert haben wirst, dann gibt es auch kein Halten mehr und Du wirst einen ganzen Fluß weinen, minutenlang – und das wird so gut tun.

Dann werden 306 Kilometer abgelaufen sein, unzählige Leitern und Kletterpassagen werden bewältigt sein, 28.000 Höhenmeter wirst Du auf- und auch wieder abgestiegen sein, Du wirst durch 6 Nächte gelaufen sein, wovon Du in zwei Nächten wohl nicht geschlafen haben wirst und in den anderen vier Nächten hast Du mit Schlaf gegeizt und Du willst dann, wenn Du die Weste hast, nur noch eines: ins Bett. Schlafen, ausschlafen bis zum nächsten Morgen.
Du wirst dann pralle Sonne, aber auch eisigen Schnee erlebt haben, prasselnden Regen, dicken Nebel und wohl auch strammen Wind. Du wirst viel zu wenig gegessen haben, weil Du gar nicht so viel essen kannst, wie Du bräuchtest, aber Du hattest wahrscheinlich die schönste Zeit in Deinem Leben. Und Du hast einen oder zwei Freunde neben Dir, mit denen Du eine Erinnerung teilen kannst, wie es nur wenigen Menschen auf dieser Welt vergönnt ist, eine Erinnerung, die Du auch noch Deinen Enkeln erzählen kannst.
Vielleicht kannst Du dann nicht mehr laufen, aber Deine Enkel werden wissen, dass Du mal einer von denen warst, die solche Läufe gemacht haben.

Noch wissen Jörg Kornfeld und ich nicht, wer uns als Teampartner begleiten wird. Eine kleine Vorliebe aber haben wir schon. Noch sind es 231 lange Tage bis zum Start des PTL in Chamonix, lange genug, um mich wieder in Form zu bringen, wieder ein paar Kilos zu verlieren, wieder ein paar Längen- und Höhenkilometer zu absolvieren, um mich vorzubereiten auf diesen kleinen Traum.

Und dann, nach dem 31. August, hoffe ich, dass dieser Traum auch die Zeit überdauern wird und ständig wach und präsent bleibt, dass ich in jeder Nacht wieder Teile dieses Traums neu erleben darf, dieses Traums, in dem die Sterne hell über dir scheinen, in dem Nachtbrisen <Ich liebe dich> zu flüstern scheinen und in dem Vögel im Platanebaum singen.
Und dieser Traum wird wispern: „Halt mich fest und sag mir, Du vermisst mich,“ während ich allein bin und traurig, wie man sein kann, weil der echte, der reale Traum dann eben vorbei ist.

Das wird dann gehen, bis erneut die Einschreibungen für den UTMB, den PTL oder den TdG möglich sind und Du erneut von Deinem kleinen Traum träumen darfst …
„Sweet dreams“ wünsche ich Dir!

Täglich 63 Mal „Danke“ …

Alle Jahre wieder, wenn die Silvester-Raketen abgeschossen sind, die Sektflaschen bis auf den letzten Tropfen geleert wurden und der anschließende Kater entweder auskuriert oder durch das Laufen verschwunden ist, dann gibt es von WordPress.com ein paar Zahlen zum vergangenen Jahr.
Die emsigen Statistik-Elfen fertigten wieder einen Jahresbericht dieses kleinen Blogs für das Jahr 2013 an.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2013 etwa 23.000 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 9 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Ich bin sehr dankbar, dass Du, dass Ihr regelmäßig hier an dieser Stelle wart. Eure Anregungen, Eure Kritik und natürlich vor allem Eure Beteiligung machten es mir leichter, diese Seiten zu schreiben.
Oft hatte ich dabei eine Schreibblockade, vor allem im Sommer, als ich mit dem Darmvirus aus Nepal überhaupt nicht fertig zu werden befürchtete. Und natürlich auch im für mich beruflich so anstrengenden Weihnachtsgeschäft, in dem auch der eine oder andere Beitrag ausfallen musste.

Jetzt, im neuen Jahr, im „Year of the PTL“, werde ich wieder eifriger sein …

Danke für das Lesen, danke für das Teilen, danke für das Empfehlen

Danke für dieses Jahr 2013


.
Mein Laufjahr 2013 war ähnlich wie der „Zug des Lebens“ in diesem YouTube-Video.

Ich saß in meinem Abteil und nahm wie jeder andere seinen Weg nimmt, meinen Weg. Dieser führte mich über das India Ultra Race in den indischen Kerala-Bergen, besucht vorwiegend von neuen französischen, belgischen und singapurianischen Freunden, unter anderem nach Andorra, ins österreichische Pitztal, zum schweizer Eiger und zu Günter Kromer ins schöne Baden.
Vor dem TransGranCanaria durfte ich drei Wochen lang auf dieser imposanten Insel Urlaub machen, dann ging mit Frank Nicklisch an und um den Müritz-See, es gab Nachtläufe in der Eifel, auf der berühmten Treppe in Radebeul, bei Gerhard Börner’s JUNUT und auch einige lange Nächte in England beim Thames Ring Race, dem bisher zeitlich und entfernungsmäßig längsten Lauf meines kleinen Sportler-Lebens.
In Nepal rückte ich menschlich eng mit Henk Sipers zusammen und in Chamonix lernte ich viele Bewohner des Deutschen Hauses entweder besser und näher oder sogar ganz neu kennen. Der Lauf war dabei für mich ein genauso freudig prägendes Erlebnis wie das Erleben dieser wunderbaren Menschen. Noch heute trage ich das rot-weiße UTMB-Bendelchen um mein Handgelenk, um mich ständig an diese vielleicht schönste Woche des Jahres 2013 zu erinnern.

Manch einer von Euch ist in diesem Jahr in mein Abteil eingestiegen, einige haben es aber auch verlassen. Manche haben nur kurz herein geschaut, manche sind gerne darin sitzen geblieben. Jeder, wie er es mag. Gerne hätte ich mein Abteil weiter aufgemacht für den Einen oder Anderen und auch manche hätte ich gerne daran gehindert, mein Abteil zu verlassen, aber im Leben müssen wir alle den Weg gehen, der uns vorbestimmt ist, der für uns gut ist und der uns weiter bringt.

Manch einen habe ich in meinem Abteil ungerecht behandelt, nicht ausreichend gewürdigt oder sogar seine Erwartungen nicht erfüllen können oder wollen. Ich bin jedoch dankbar, dass es einige von Euch gab, die eingetreten sind und noch immer in meinem Abteil verweilen und die mit ihrer Aufmerksamkeit und Freundlichkeit dieses Abteil wärmen und die damit dafür sorgen, dass ich hoffe, dass es für diese Fahrt niemals ein Ziel, ein Ende geben möge.

Neben den Erfolgen und Glücksgefühlen in diesem Jahr gab es natürlich auch die kleinen und großen Enttäuschungen. Jin Cao und Niels Grimpe-Luhmann haben eine davon aus der Nähe erlebt. Der Darmvirus (Giardia-Lamblia-Infektion), den ich mir aus Nepal mitgebracht habe, hat mir in Andorra und in der Schweiz den Lauf verleidet und mich zum Abbruch gezwungen, im Pitztal habe ich mich deswegen gleich entschlossen, „nur“ den kleineren Lauf zu wagen.

Jetzt schaue ich gespannt aus dem Abteilfenster, strecke meinen Kopf in die Kühle des Fahrtwinds und schaue gespannt und mit Freude nach vorne. Und ich sehe da zuerst den kleinen privaten KoBoLT, den ich mit Andreas Haverkamp gemeinsam rein privat ablaufen werde. Vom 11. Januar auf den 12. Januar sehe ich uns auf dem Rheinsteig zwischen Koblenz und Bonn, die gute Tradition fortsetzend, die wir auf Gran Canaria begonnen und mit dem kompletten Hermannsweg fortgesetzt haben.
Schon kurz danach sehe ich mich unter anderem mit Joe Voglsam um den Neusiedler See laufen, 120 hoffentlich schneereiche Kilometer meist auf österreichischen, teils aber auch auf ungarischem Staatsgebiet. Es wird eine hervorragende Möglichkeit sein, mich bei Joe für die Unterstützung und bei fitRabbit für die zusätzliche Power zu bedanken, die mich schon ein Jahr lang anschiebt und motiviert.

Ein wenig weiter vorne sehe ich dann den hohen und wahrscheinlich tief verschneiten Brocken, auf dem nicht nur die Hexen Walpurgisnacht feiern, sondern wir auch mit einer ganzen Heerschaar an hervorragenden Läufern ein gemeinsames Gipfelfest feiern werden, alles zum Wohl derer, die weniger Glück im Leben haben wie wir.
Und um diesem Gedanken der Nächstenhilfe gerecht zu werden, sehe ich mich im Juli, weit hinter den Läufen auf Gran Canaria, auf dem Hermanns- und dem RheinBurgenWeg, auf dem ich auch 2014 wieder den Einen oder Anderen von Euch begrüßen darf, im Altmühltal und an der Ruhr, hinter dem Trail Yonne im schönen Burgund und dem GUCR im sommerlichen England, eine große Runde um Köln und Koblenz laufen, um erneut Gelder zu sammeln für den Bonner Bunten Kreis, dessen Grenzen sich im neuen Jahr im Norden bis nach Köln und im Süden eben bis nach Koblenz ausdehnen werden. Jeder Euro, der dabei erlaufen werden wird, wird dann vor allem Frühchen und ihren Familien helfen, mit ihrem Schicksal besser umgehen zu können und ein glückliches und normales Leben leben zu können.

Und direkt danach sehe ich schon die hohen Berge Andorras, die Alpen zwischen Sölden und Meran und ganz weit hinten am Horizont sehe ich durch den Dampf der Lokomotive in der Ferne den majestätischen Mont Blanc. In 2014 will ich mir endlich die Finisher-Weste des PTL abholen und das gemeinsam mit Jörg Kornfeld und einer dritten Frau oder einem dritten Mann, die oder der aber bisher noch nicht gefunden sind. Aber es ist hier so romantisch wie bei einer Verlobung: versprochen sind wir schon!

Und auch in 2014 werden wahrscheinlich einige neue Freunde in mein Abteil einsteigen und auch dann werden einige wieder gehen.
Ich aber hoffe, dass Du, der Du Dich im Moment in meinem Abteil befindest, noch ein langes Weilchen bleibst und mich mit Deinen Hinweisen, Deiner Kritik und Deiner Aufmerksamkeit unterstützt.

Ich sage Dir DANKE FÜR DIESES JAHR 2013 und ich wünsche Dir und mir eine GUTE REISE … !

Glücklich gefinished …

14 Tage lang habe ich jetzt mein „raw vegan experiment“ erlebt.
14 Tage, in denen ich viele neue Menschen kennenlernen durfte, viele neue Denkweisen erlebte, viele Tipps und Rezepte gemailt bekam und auch allgemein sehr viel gelernt habe.

Ob es die Wirkung der Folsäure aus Obst auf die Leber ist oder auch, wie gesund in so einer Ernährungssituation eine frische Avocado ist, dass man eine Kiwi besser mit Schale und braune Champignons besser roh isst, alles brachte mich ein Stück weiter.
Und wer geglaubt hat, ich falle sofort nach dem Ende des Experiments über das nächstgelegene Brötchen her, das es nicht schnell genug ins Körbchen geschafft hat, der irrt gewaltig.
Einzig eine Honigwaffel gönnte ich mir auf dem ersten Weg ins Büro am Morgen nach dem Experiment.
Das richtige Frühstück aber wird es wieder roh vegan geben, auch nach den fest definierten 14 Tagen.
GoodByeIch schaue zurück und sage „Good Bye“ zu einer Ernährungsart, die mich hin- und hergerissen hat.
Da gibt es Dinge, die ich wirklich vermisst habe: einen duftenden Jasmin-Tee beispielsweise, ungesüßt, natürlich, aber so wohlig von innen wärmend. In der Pfanne gebratene Pilze, die, mit etwas Limetten-Salz gewürzt, Dir schon aus der Küche entgegen duften. Ich habe aber auch mal einen gekühlten Energy-Drink vermisst, obwohl ich weiß, dass der Zucker darin vieles kaputt macht, was man sich auf einer anderen Seite mühsam an- oder abtrainiert hat.
Da gibt es aber auch Dinge, die einfach fantastisch waren: es hat sich ein Körpergefühl eingestellt, das ich so lange vermisst habe.
Du fühlst Dich leicht und frei, das Leben scheint sich aus der Körpermitte auf den ganzen Körper zu verteilen. Du fühlst Dich verantwortungsbewusst und gut, weil Du nur Nahrung zu Dir nimmst, die unverdächtig ist, dem menschlichen Körper zu schaden, Nahrung, die auch unsere Vorfahren so hätten zu sich nehmen können.
Laktoseintoleranz, Allergien gegen Weizen und Roggen, Aufnahme von Antibiotika und anderen Giftstoffen durch den Konsum von Eiern und anderen tierischen Produkten, viele der bekannten problematischen Körperreaktionen entfallen, Körperreaktionen, die im besten Falle „nur“ Energie kosten, aber diesen Preis will ich nicht mehr bezahlen. Auch deshalb fühlst Du Dich frisch und vital, energiegeladen und frei. Und Du beteiligst Dich nicht mehr an der Ausbeutung der Tiere, trägst nichts bei zum Tierleid auf dieser Welt.

Ich schaue nach vorn und sage „Hello“ zu einem Lebensentwurf, der mich schon immer fasziniert hat.
Der Lebensentwurf, der uns tagtäglich vom Mainstream der Gesellschaft vorgebetet wird, über die Medien transportiert und in jedem Supermarkt zu erleben, der kann es für mich jedenfalls nicht sein. Und als wäre diese Einsicht nicht schon genug, liefen gestern Abend auf ARTE, zweifellos kein Sender für die Vielen, gleich zwei Sendungen hintereinander, die beide diesen faszinierenden Lebensentwurf unterstreichen.
„Weniger ist mehr“ und „Kein Müll“ waren zwei Sendungen, die mal wieder klar machten, dass es einfach nicht genug sein kann, auf der ewigen Jagd nach Geld und Besitz zu sein und auch nicht, dass unser Verbrauch so riesig sein muss, dass unzählige Müllhalden noch Generationen später Zeugnis ablegen von unserem aktuellen Wahnsinn auf diesem Planeten, diesem Planeten, der aber dann der Rohstoffe, die mal in Hülle und Fülle vorhanden waren, beraubt sein wird.
Verantwortung und Nachhaltigkeit sind da Stichworte, die mir einfallen. Und da passt der unkonventionelle Lebensentwurf des Vegetariers, der ich ja schon viele Jahre lang bin, des Veganers und des Rohkost-Veganers hervorragend dazu. Da bin ich sicher gefordert, eine für mich passende Antwort zu finden.Müll

Was hat sich körperlich bei mir getan?

Die erste Frage ist immer die nach der Fitness. Ich fühle mich da gut aufgestellt, schon deshalb, weil ich keine unnötigen Pfunde mit mir herumschleppen muss, na ja, zumindest nicht mehr so viele davon. Nun hatte ich ja spätestens nach dem Nepal-Darmvirus sowieso stark abgenommen, was mir aber vor allem sehr gut gefällt, ist, dass ich dort merklich Fett abbauen konnte, wo es am Schönsten ist: am „Schwimmring“ über den Hüften, ganz sicher meiner Problemzone Nummer 1. Der totale Entzug von zusätzlichem Zucker und industriellen Fetten hat den Körper schon nach so kurzer Zeit dazu gezwungen, sich an meine Fettreserven heran zu machen. Und es hat funktioniert, prima.

Ob und wie ich im Moment läuferische Herausforderungen meistern kann, weiß ich nicht. Ich bin wenig gelaufen in den letzten Wochen, es war ein Regenerationsmonat. Mein Gefühl aber sagt mir, dass sich da gar nicht so viel verändert haben dürfte. Überprüfen werde ich das heute Abend beim Lauf in Sinzig. Mal sehen, wie es klappt, wieder einen Marathon zu traben.
Interessant ist für mich auch gewesen, zu beobachten, wie sich das Gewicht verändert hat. Obwohl die reine Zahl, die man auf die Waage bringt, nur wenig aussagt, weil ich die Trennung zwischen Fettanteil, Wasseranteil und Muskelanteil nicht vornehmen kann. Aber ich habe etwas Gewicht verloren, nicht allzu viel. Und ich glaube, dass ich dieses Gewicht vor allem aus den Problemzonen geschnitten habe. Ein nennenswerter Muskelabbau hat hoffentlich nicht stattgefunden – und falls doch, dann kann ich diesen Mangel im Oktober, dem Monat, in dem wieder intensiver gelaufen werden wird, leicht und schnell wieder ausgleichen.

Der Stuhl und der Stuhlgang, sicher kein wirklich appetitliches Thema, ist auch ein paar Zeilen wert.
Am Anfang und jetzt auch wieder am Ende der Experimentierzeit war der Stuhl weich und die gute Regel, dass man, idealerweise täglich um die gleiche Uhrzeit, ein Mal pro Tag seinen Stuhlgang haben sollte, konnte nicht eingehalten werden. Manchmal waren es drei Mal am Tag, die ich auf das „stille Örtchen“ musste. Dabei waren die Konsistenz und Farbe ungewohnt, deutlich anders als bei der bisherigen Kost.
Interessant fand ich, dass die Menge, die ausgeschieden wurde, deutlich geringer war als früher, obwohl ich ja signifikant mehr gegessen habe als normal. Der verwertbare Anteil bei der Rohkost ist also offensichtlich erheblich höher als bei normaler vegetarischer Kost und mutmaßlich noch viel höher als bei der „Mainstream-Ernährung“. Vielleicht erklärt das den Umstand, dass man so mit erheblich weniger Kalorien auskommt als es die konventionellen Tabellen vorgeben.
Ich konnte sowieso nie wirklich die Frage beantworten, warum jemand, der dick ist und offensichtlich über Fettreserven verfügt, die ihn monatelang am Leben erhalten sollten, Hunger hat. Wozu legt der Körper denn Fettreserven an, wenn nicht für den Notfall? Aber wenn dieser dann eintritt, warum muss der Mensch dann dennoch etwas essen, weil die Fettreserven da nicht ausreichen? Dabei ist die Antwort so einfach: es sind die Nährstoffe, die im Essen enthalten sind, die fehlen.

Ein amerikanischer Ayurveda-Arzt, bei dem ich vor Jahren mal ayurvedische Anwendungen am schönen Starnberger See bekam, lebt beispielsweise von 800 – 900 kcal pro Tag. Und das seit Jahren und sehr glücklich. Er sagte mir, dass sein Geheimnis der Umstand wäre, viele Wildkräuter zu suchen und zu sammeln. Der Körper bräuchte ein gewisses Maß an Bitterstoffen und sei so lange hungrig, bis er diese bekäme. Gibst Du ihm die reichlich und früh, dann bist Du auch früh satt.

Ich glaube schon lange nicht mehr an die konventionelle Lehre vom Doofenspiel „Kalorienzählen“. Das ist ein Erklärungsmodell, das die komplizierte Wirklichkeit nur unzureichend und deutlich vereinfacht darstellt.
Es erklärt eben nicht den Umstand, dass ein Mensch in unterschiedlichen Situationen Kalorien unterschiedlich verwertet. Wenn Du beispielsweise eine Diät machst, dann lernt der Körper, mit weniger Kalorien auszukommen. Endet die Diät, vergisst der Körper aber das neu Gelernte nicht sofort. Das Resultat ist, dass Du mit der alten Menge an Nahrung noch dicker wirst, weil der Körper eben mehr rausholen kann aus jeder zugeführten Kalorie.
Oder andersherum: es gibt viele Menschen, die 4.000 kcal oder mehr täglich zu sich nehmen. 2.000 kcal – 3.000 kcal braucht der Mensch nach den gängigen Modellen pro Tag. Wenn Du nun die überschüssigen Kalorien nimmst und in eine daraus zu gewinnende Fettmenge umrechnest, dann müssten diese Menschen nicht nur dick sein, sondern auch permanent dicker werden. Das aber tun sie nicht, weil sich irgendwann ein neues Gleichgewicht auf hohem Niveau einstellt.
Nun suche ich mein neues Gleichgewicht auf niedrigerem Niveau.

Wie geht es für mich weiter?

Ganz sicher bin ich mir noch nicht. Ich will auf jeden Fall sehr viel von diesen zwei Wochen beibehalten. Ein vollwertiges Rohkostfrühstück, eine Avocado als Snack zwischendurch, möglichst wenig Zucker in der Nahrung, das sind gute Dinge. Die Milch habe ich ja schon sehr lange aus meinem Leben eliminiert und auch weitgehend die anderen „Dairy Products“. Nur der Verzicht auf Käse wird mir schwer fallen, befürchte ich.
Auch den Konsum von Weizen- und Roggenprodukten hatte ich schon seit Jahren minimiert, ich hoffe, dass er durch die Erfahrungen der letzten Tage fast auf Null sinkt.
Wenn ich aber sehr viel Rohkost in meinen Speiseplan integrieren will, so will ich dann doch hin oder wieder Pilze braten, zusammen mit einem Stück Tofu. Ich will auch mit meiner Familie gemeinsam mal wieder schön warm zu Abend essen, auch wenn es vielleicht nicht die reine Lehre ist.
Freiheit
Aber essen ist eben mehr als nur Nahrungsaufnahme. Essen ist auch ein gesellschaftlicher Akt, etwas, das Menschen verbindet. Essen ist auch Kultur und sogar etwas Kunst.
Auch deshalb freue ich mich, dass ich mich nun frei entscheiden kann, ohne durch die Medien erzeugte Vorurteile gegen vegane oder roh vegane Kost, aber auch ohne messiastische Reue, wenn ich mich mal für etwas entscheide, was eigentlich nicht auf dem Speiseplan stehen sollte.
Für diese Freiheit und diese Erfahrung bin ich dankbar und ich werde es immer sein.

Und noch etwas:
Es ist jetzt mehr als ein Jahr her, dass ich der „Veggie-Messias“ genannt wurde.
(Lies hier den Artikel „Veggie-Messias?“ von damals)
Obwohl ich nicht messiastisch sein will, frage ich mich, ob ich irgendwann der „Vegan-Messias“ genannt werde?