Mein 2010 – ein persönlicher Jahresrückblick …

Steffen Kohler und viele andere sind schneller als ich, Yogi Schranz und viele andere haben gewaltigere Dinge hinter sich als ich, Gerhard Börner und viele andere haben mehr Bergerfahrung als ich, Norman Bücher und viele andere haben spektakulärere Events hinter sich als ich, Jack B. Liver und viele andere haben längere Strecken nonstop gelaufen als ich und Joe Kelbel und viele andere haben mehr „Marathons und länger“ gelaufen wie ich.

Ich weiß, dass ganz viele unserer gemeinsamen und meiner lieben Lauffreunde höher kamen, weiter und schneller liefen, erfolgreicher waren, spektakulärere Event bestritten haben und insgesamt in 2010 besser waren als ich – und doch finde ich, das das Jahr 2010 mein Laufjahr war.


In den Jahren 2008, 2009 und 2010 wuchs ich vom „Marathoni“ zu einem, der Strecken läuft, die ich mir selbst vor einigen Jahren noch nicht zugetraut hätte.
Begonnen hat alles mit der Vorbereitung des TransAlpineRuns 2008, wo ich zwangsweise längere Strecken testen musste. Und durch den TransAlpineRun 2008 erhielt ich 3 UTMB Punkte, von denen ich bis dahin nicht einmal wusste, dass es sie gab und was sie bedeuten.
Erst Bernie Conradt’s  Hinweis, dass ich nun auch den UTMB probieren sollte, führte 2009 zu den langen Strecken um die 100 Meilen, aber erst 2010 kamen Herausforderungen, die ich jetzt, am Ende dieses Jahres, kaum noch zusammen bekomme.

War Jens Vieler’s TorTOUR de Ruhr mit ihren 230 Kilometern wirklich erst dieses Jahr im Mai? Und die sieben Wüstentage des Marathon des Sables – waren die auch in diesem Jahr? Ich war in Nizza beim Canyon du Verdon, in Chamonix beim PTL und in Verbier beim Verbier St. Bernard, ich war auf dem Kilimanjaro-Gipfel und dem Kilimanjaro-Krater, in Rom und Davos, gleich drei Mal in Dresden und in Brugg/CH – ein wirklich unglaubliches Jahr.

Eine besondere Freude war dabei, dass ich Menschen kennen gelernt habe, die ich vorher nur im weltweiten Netz erleben konnte. In Brugg war das Guido Huwiler, in Troisdorf waren es mit MissMonster und Melanie und Steffen Kohler gleich drei „virtuelle“ Menschen, die zu „realen“ Menschen wurden. Den Abschluss machte dann Anne aus Offenburg, die beim Eisweinlauf ein reales Gesicht für mich bekam.

Ich lief mit Hauke König und Susanne Alexi auf dem Elberadweg, mit Martin Raulf auf dem Ruhrradweg, mit Jeffrey Norris und Joey Kelly in Löningen, ich lief mit Steffen Kohler in Bad Berleburg und mit Achim Knacksterdt auf dem Rheinsteig.

Aber nicht alles in 2010 war läuferisch zufrieden stellend. 2010 ist für mich leider auch das Jahr von vier DNF’s. Beim Sächsischen Mt. Everest Treppenmarathon, beim Canyon du Verdon, beim Verbier St. Bernard und beim PTL erreichte ich das Ziel, mein Ziel, nicht. Waren es beim Sächsischen Mt. Everest Treppenmarathon noch die entzündeten Fersen, beim Canyon du Verdon die Sorge um meine Frau Gabi, so war es beim Verbier St. Bernard oben am Großen St. Bernard der unglaubliche Regen, aber spätestens beim PTL aber musste ich begreifen, dass nicht jedes Ziel, dass ich erreichen will, für mich auch wirklich erreichbar ist. Die Fähigkeit jedes Körpers ist begrenzt, meine Grenzen habe ich dieses Jahr in Chamonix kennen gelernt.
Ob hier mehr Training für bessere Resultate sorgt?
Das wünsche ich mir für 2011.
Bessere Resultate wünsche ich mir aber auch für die Politik. Hier war 2010 wieder ein Jahr, in dem die politische Führung deutlich gemacht hat, dass sie einerseits mit den Realitäten überfordert ist, andererseits von den führenden wirtschaftlichen Eliten an der Nase herum und vor uns als Publikum vorgeführt wurde.
Kritik daran wird allerdings nicht erst seit Zensursula Stück für Stück erschwert. George Orwell hätte seine Freude daran, sein Bestseller „1984“ hatte offensichtlich nur den falschen Titel, „2024“ wäre wohl richtig gewesen. Verlassen können wir uns aber darauf, dass „Big Brother“ Stück für Stück Realität wird.

Und während sich die Welt streitet, ob die Thesen von Thilo „Wunderlich“ mit dem scharfen Sarrazinen-Schwert richtig sind, ob es ein Skandal ist, dass ein junger Unteroffizier 250.000 vertrauliche, geheime und streng geheime Dokumente irgendwo auf der Welt einfach auf einen USB Stick laden kann oder ob es der Skandal ist, dass jemand diese geheimen Informationen öffentlich macht, laufen wir alle weiter und hoffen, am Ende des Weges auf eine Welt zu treffen, die besser ist als die, in der wir losgelaufen sind.

Eine Welt, in der die Menschen gebildeter sind, nachhaltiger wirtschaften, gesünder leben und sich nicht so schrecklich abhängig machen von dem, was der „income shortener“ (Joseph Mc´Clendon III. bei Tony Robbins „UPW“ über den Fernsehapparat) ihnen täglich als Wahrheit vorlügt.

Aber weil das alles wohl noch sehr lange dauert, laufe ich wohl auch noch viele Jahre nach dem Jahr 2011. In diesem kommenden Jahr jedoch teste mich bei richtig „langen Kanten“ wie dem „TRA Thames Ring Race“, schwierigen und langen Bergläufen oder einfach bei eiskalten Spaßläufen wie dem „Tough Guy“ in Wolverhampton.

Und irgendwann wird dann die Welt besser sein.

Mein Wunsch für Dich lautet …


_______________________________________________________________________

Irischer Segen:


Nicht, dass keine Wolke
Deinen Weg überschatte,
nicht, dass Dein Leben künftig
ein Beet voller Rosen sei.

Nicht, dass Du niemals
bereuen müsstest;
nicht, dass Du niemals Schmerzen
empfinden solltest.
Nein, das wünsche ich Dir nicht.

Mein Wunsch für Dich lautet:
Dass Du tapfer bist in Stunden der Prüfung;
wenn andere Kreuze auf Deine Schultern legen.
Wenn Berge zu erklimmen und
Klüfte zu überwinden sind;
wenn die Hoffnung kaum mehr schimmert.

Dass jede Gabe, die Gott Dir schenkt,
mit Dir wachse.
Und sie Dir dazu diene,
denen Freude zu schenken, die Dich mögen.

Dass Du immer einen Freund hast,
der es wert ist, so zu heißen.
Dem Du vertrauen kannst.
Der Dir hilft,
wenn Du traurig bist.
Der mit Dir gemeinsam den
Stürmen des Alltags trotzt.

Und noch etwas wünsche ich Dir:

Dass Du in jeder Stunde
der Freude und des Schmerzes
die Nähe Gottes spürst.

Das ist mein Wunsch für Dich,
und für alle, die Dich mögen.

Das ist mein Wunsch für Dich,
heute und alle Tage.
_______________________________________________________________________

DANKE, dass Du mein kleines BLOG mit Deinem Besuch beehrst,
DANKE,
dass Du teilnimmst an meinem Leben und
DANKE,
dass Du damit ein Teil meines Lebens bist. 

Schöne Weihnachten und einen „Guten Rutsch“ ins Jahr 2011!

Thomas Eller – „THE ego show“ …

Ich leide bestimmt nicht unter einem verkümmertem Selbstbewusstsein. Zumindest nicht an den Sonnentagen im Leben. An den Regentagen jedoch passiert es mir dann auch sehr leicht, dass ich mich nutzlos, wertlos und ungeliebt fühle.

Aber eine „ego show“ veranstalten?

Für alle, die es noch nicht wussten:

Thomas Eller, liebevoll THE abgekürzt, ist in Nürnberg, in Franken aufgewachsen. Er ist Träger des Käthe-Kollwitz-Preises, verliehen im Jahr 2006, des Villa Romana Preises aus dem Jahr 2000 und des Karl Schmidt-Rottluff Stipendiums 1996.

Er ist ein echter Künstler, der in verschiedenen Werkgruppen wie „THE bounty“ oder „THE objectile“ komplexe Raumgebilde erzeugt, in denen sich dieselben Objekte, mehrfach zu verschiedenen Zeitpunkten aufgenommen, auf verschiedenen Raumebenen hinter- und nebeneinander befinden.
Erst in der Wahrnehmung setzt der Betrachter die verschiedenen Objekte in einen sinnvollen zeitlichen Zusammenhang. Dadurch, dass der Betrachter auf die unterschiedlichen Raumebenen separat fokussiert, nimmt er die einzelnen Ebenen in einem zeitlichen Nacheinander wahr und setzt dadurch in seinem Kopf eine fast schon filmische Sequenz in den Gang. Es erscheint, als sähe man ein Objekt, wie es sich im Raum bewegt.
All das ist Thomas Eller.

Aber eine „ego show“ veranstalten?

Du ahnst es längst, ich schreibe nicht von mir. Obwohl ich auch in Nürnberg geboren bin, kaum drei Jahre älter bin als er, habe ich doch eine vollkommen andere, eine viel bescheidenere Biographie.
Aber THE, Thomas Eller aus Berlin, der von 2008 bis Mitte 2009 Geschäftsführer für den künstlerischen Bereich der Temporären Kunsthalle Berlin war, hat eine Vorzeige-Biographie. Und er hat ein neues Projekt: „THE ego show“ …

Thomas Eller: „THE ego show“

27.10.2010
Am 30. Oktober eröffnet der viel beachtete Ausstellungsraum, das Autocenter, die erste Einzelausstellung des Künstlers Thomas Eller in Berlin nach seiner Auszeichnung zum Käthe-Kollwitz-Preisträger der Akademie der Künste im Jahr 2006. Mit „THE ego show – Eine Gruppenausstellung“ zeigt Thomas Eller eine „Gruppenausstellung“, die einzig aus seinen eigenen Werken – Fotografien, Skulptografien, Anamorphosen, Zeichnungen und Lithografien etc. – besteht. 

Thomas-Ellerk.jpg

THE individuEller, 2007, RHO-print auf Aluminium, 666 Figuren, Größe variabel, © Thomas Eller

Nicht erst seitdem deutsche Finanzdienstleister intensive Werbekampagnen geschaltet haben, die zu gesundem Egoismus aufriefen („Mein Haus, mein Auto, mein Boot“, oder: „Unterm Strich zähl‘ ich“), stellt sich die Frage nach dem Erlebniskern von Personen und ihrem Weltzugang neu. Vergessen scheinen die poststrukturalistischen Theorien, die die Einheit unserer Selbste in Frage stellten und es wird uns suggeriert, dass wir zum Ego geronnene Images erzeugen müssten, um erfolgreich zu sein. Gegen diesen Kontext stellt Thomas Eller seine Ausstellung, die die unterschiedlichsten „Betriebstemperaturen“ visuellen Weltbezugs präsentiert.

Von einer überlebten Kontaktaufnahme mit einer Leitplanke einer deutschen Autobahn bei Tempo 210 km/h bis zu intimen (lithographischen) Körperabdrücken reicht die thematische Bandbreite der vorgestellten Kunstwerke. Zwischen Masse, Macht und Begehren spannt sich der Bogen der Ausstellung, die mögliche Intensitäten vorstellt und sich nicht unter den Zwang von Identifikationsstrategien stellt. Jenseits der Markenstrategien, nicht nur in der Praxis der zeitgenössischen Kunst, glaubt Thomas Eller an eine künstlerische Untersuchung unterschiedlicher Energien, die sich im Spannungsfeld zwischen menschlichen Körper und Geist entwickeln lassen. Die Verkörperung heterogener Erkenntnis- und Bedürfnisstrukturen innerhalb der Person bricht mit Identitätspolitiken aller Art. Der Ort, an dem sich diese Vielheit ausdrückt, ist das Selbst.

Thomas-Eller2k.jpg

THE closer 1, 2010, Kodak Endura, Diasec, 9 x 13 cm, © Thomas Eller

Der ironische Titel „THE ego show“ drückt die Distanz des Künstlers zu moralisch korrekten Identitätspolitiken einerseits und den nicht ernst gemeinten postmodernen Rollenspielen andererseits aus. Thomas Eller ist Künstler und lebt in Berlin und New York. Er ist Karl-Schmidt- Rottluff-Preisträger und war Stipendiat in der Villa Romana, Florenz.

Autocenter | Eldenaer Straße 34 a | 10247 Berlin
Eröffnung: Samstag, 30. Oktober 2010, 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 29. Oktober – 13. November 2010
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag, 16 bis 18 Uhr und nach Vereinbarung

Alle Jahre wieder kommt …

Anfang September 2008, genau eine Woche vor dem TransAlpineRun 2008, Ende September 2009, am Dienstag vor der Deutschen Meisterschaft im 100 Kilometer Straßenlauf in Bad Neuenahr am darauf folgenden Samstag und Ende Oktober 2010, also gestern …
alle Jahre wieder kommen die Schmerzen wieder. Und nicht nur die.

Sie sind gepaart mit der Unfähigkeit, mich bewegen zu können, höllischen Schmerzen und auch der Chance, jedes Mal aufs Neue eine andere Krankenhaus-Notaufnahme von innen kennen lernen zu dürfen. Neue Ärztinnen, neue Pfleger, neue Schwestern, stundenlanges Warten und halbwegs lustige Späße im Warteraum, um die bleierne Zeit etwas zu verkürzen.

Bisher war es immer eine durch Kälte bewirkte Verhärtung der Muskelstränge im Rücken, die diese zur Kontraktion brachten und deren Verhärtung auf die nur wenige Millimeter entfernt liegenden Nervenstränge dückte. Durch den ersten Schmerz, der sich wie ein Stich in den Rücken äußert, gehst Du gebückt wie Methusalix in den einzelnen Asterix-Heften.

Gestern aber war es anders, irgendwie neu für mich. Und ich habe ein Gelenk kennen gelernt, von dem ich zuvor noch nie etwas gehört hatte: das Ilio-Sakral Gelenk. Dieses Gelenk, das wie ein Teil der Kirchentheologie klingt, eben irgendwie heilig, ist für den aufrechten Gang des Menschen verantwortlich.


Das Iliosakralgelenk bzw. Sakroiliakalgelenk oder Kreuzdarmbeingelenk ist die gelenkige Verbindung zwischen dem Kreuzbein und dem Darmbein.
Es handelt sich dabei um ein straffes, wenig bewegliches Gelenk mit einer engen Gelenkhöhle. Die beiden aneinanderstoßenden Gelenkflächen werden jeweils Facies auricularis genannt. Um diese Gelenkflächen stellt Faserknorpel die weitere Verbindung her. Aufgrund des (reibungsfrei gedachten) Gelenkspaltes können die Gelenkflächen des Iliosakralgelenks ausschließlich Normaldruckkräfte übertragen.
Die Bänder (Ligamentum sacrotuberale, sacrospinale, iliosacrale ventrale und iliosacrale dorsale) müssen alle weiteren Kräfte soweit kompensieren, dass die resultierende Kraft stets durch das momentane Bewegungszentrum des Gelenkes verläuft.

Wenn nun aber dieses heilige Gelenk verschoben ist, dann drückt es auf das umliegende Gewebe, dieses kontraktiert wieder und Du hast die ähnlichen Schmerzen wie bei den altbekannten Problemen, die ich schon kannte, einzig das Zentrum des Schmerzes hat einen anderen Sitz. Statt mittig im Rücken liegt es etwas nach links versetzt, vielleicht der Grund, dass ich die ersten Anzeichen für mein aktuelles Problem nicht schnell genug erkannt hatte.

Also war ich gestern wieder beim Tennis spielen, wo mich das Malheur in drei Schüben ereilt hat, erst ein ganz leichter Stich, dann ein etwas stärkerer Stich, verbunden mit einem Wegknicken der Beine.
Das Gute daran war, dass wir diesen letzten Punkt im vorletzten Spiel des zweiten Satzes dadurch gewinnen konnten, die Überraschung der beiden Gegner ob meines Wegknickens wohl zu groß war.

Mein folgendes Aufschlagspiel zum Satz- und Matchgewinn brachte ich dann auch noch durch, obwohl ich nicht mehr in der Lage war, feste Schläge anzubringen, aber nach dem Matchgewinn und dem entscheidenden letzten Stich war es Zeit für mich, aufzuhören und mit Schmerzen nach Hause zu fahren.

Dort habe ich mir sofort ein Wärmepflaster auf den Rücken geklebt, mich warm eingepackt und gehofft, dass ich damit schnell genug gehandelt hätte. Hatte ich allerdings nicht, denn als wir Besuch bekamen und ich geschlagene 10 Minuten gebraucht habe, um aus dem Bett aufzustehen, da wusste ich, dass ich wieder eine unfreiwillige Laufpause einlegen darf.

Ich quälte mich nach unten ins Wohnzimmer, um wenigstens ein bisschen mit den beiden über die Themen des Tages zu reden, aber nach etwa zwei oder drei Minuten am Tisch sitzend, drückte plützlich kalter Schweiß mit Vehemenz aus meinen Poren. Innerhalb von Sekunden rann mit der Schweiß über die Nase und tropfte auf den Tisch. So etwas hatte ich noch nie erlebt, so viel Angst um mich wie in diesem Moment hatte ich noch nie.
Ich wurde kreidebleich, sah Sternchen, der Kreislauf kippte weg und meine liebe Gabi rief den Notarzt.
Ich fühlte mich wie ein alter Mann, dem seine letzten Stündchen geschlagen hatten.

Aber genauso schnell, wie der Schweißschub kam, verschwand er auch wieder und als die beiden netten Notärzte kamen, war ich schon wieder bester Laune und mitten in meinen Erzählungen vom Kilimanjaro-Aufstieg. Was für eine Tragödie wäre es gewesen, wenn mich diese Verschiebung des heiligen Gelenks auf einem der beiden hoch gelegenen Camps der Machamé-Route ereilt hätte.
Ein Abstieg wäre nicht mehr möglich gewesen und die Helikopterflieger hätten sich eine kleine goldene Nase verdient. Und ich, ich hätte einen der schönsten Tage in meinem Leben, eben den Gipfeltag mit dem anschließenden Kraterbesuch, verpasst.

Wie geht es nun weiter für mich? Wenn ich noch dreißg Jahre zu leben habe, dann werde ich vielleicht noch dreißig Mal diese oder eine andere Krankenstation besuchen müssen. Ob sich mein Problem durch das Laufen verstärkt oder verkleinert weiß ich ebenso wenig wie die Antwort auf die Frage, ob ich von nun an im Leben mehr oder weniger Gas geben sollte.

Eine nicht glücklich machende Idee habe ich in den folgenden Sätzen bei meiner Recherche im Internet gefunden:

Eine Behandlung muss zuerst identifizieren, in welcher Position das
Gelenk steht. Das ist schwierig, da nur wenige Tests eine echte Aussage
liefern können, dann muss das Gelenk korrigiert werden und in der Korrekturstellung „trainiert“ werden.
Nur so haben die Bänder Zeit und die Möglichkeit, dem Gelenk auch wieder passive Stabilität zu geben.
In dieser Zeit sind auch solche Sachen wie joggen, springen, sitzen,
Treppensteigen, etc. zu vermeiden oder zu minimieren – sonst verschiebt
sich das Gelenk wieder von neuem.

Bei Frauen nach der Entbindung ist das ganz leicht zu machen: sie
bekommen einen Beckengurt, den sie für 6 Wochen tragen. Danach sind die Beschwerden in der Regel weg. Die Ursache liegt hier in einer durch die
Schwangerschaft „erlittenen“ vorübergehenden Bänderschwäche.

Männer aber sind so ein Fall für sich …

Für mich endete der gestrige Tag also in der Notaufnahme des Bonner Universitätskrankenhauses und da blieb ich bis weit nach Mitternacht. Eine Schmerz stillende Infusion, eine Spritze ins Gelenk, muskelspannungslösende Tabletten, Ibu 600 und etwas, damit der Magen nicht verrückt spielt, all das gab es für mich … und heute eben einen Bett-Tag.

Tja,, und ich frage mich, was der unbekannte Autor dieser Zeilen unter „minimieren“ versteht? Ist es schon Minimierung genug, wenn ich dieses Jahr nicht mehr die 100km-Marke überschreite oder ist die Grenze beim Marathon oder sogar nur dem 10K-Lauf zu suchen?

Ich werde es erfahren … und Du auch!