Ein neuer Anzug für mein BLOG …

Morgen ist ja ein ganz besonderer Tag für mich. Kein großer, stolzer Tag, aber eben ein ganz Besonderer, einer, vor dem ich mich schon lange gefürchtet habe.
Warum ich ihn nicht feiern kann erkläre ich in meinem Blog-Beitrag von morgen früh, aber dennoch ist es eben ein ganz besonderer Tag, ob ich das will oder nicht.

Und für besondere Tage zieht man sich auch hübsch an. Deshalb habe ich meinem Blog auch einen neuen Anzug gegönnt.
Der alte war jetzt fast 2 1/2 Jahre im Gebrauch, er hat zwar noch gepasst und sah noch einigermaßen aus, aber hier und da war er doch ein wenig unmodern geworden.
Zwar hat er schon zwei, drei Mal einen neuen Hintergrund bekommen, das Wesentliche aber blieb doch immer gleich.

Und der neue Anzug? Wie findest Du ihn?
Gefällt er Dir oder gefällt er Dir eher nicht?
Ist er optisch zu nahe am alten Anzug?
Hätte ich mutiger sein sollen?

Fragen über Fragen, ich freue mich über Deine Antworten …

So sehen Sieger aus …

Nach dem Frust von Chamonix hatte ich ja im letzten Blog-Beitrag versucht zu zeigen, wie schwer es mir gefallen ist, dort aufgegeben zu haben.
Viele fanden die Fotos, die vom akkreditierten Fotografen des TdG gemacht wurden, bewegend, offen und berührend.
Andere fanden es „unpassend“, so viele Emotionen öffentlich zu zeigen.

Wie dem auch sei, wie Du Dich selbst diesem Thema näherst, für mich steht fest, dass ich auch weiterhin die Emotionen zeigen will, auch wenn es besser positive Bilder sein sollten. Das tue ich vor allem, weil ich der Ansicht bin, dass ein Blog mehr sein soll als nur eine Online-Zeitung. Ein Blog soll zusammen bringen, ein Blog soll erklären …

Aber Emotionen sollten in so positiven Bildern wie denen vom Zieleinlauf von Thomas Ehmke daherkommen, Fotos, die ich in einem Web-Album zusammengefasst habe. Das Schönste daran ist, dass sich das größer gezeigte Foto ständig verändert, Du musst also nicht klicken, einfach ansehen, wie Thomas in Chamonix einläuft.

Benno – gesünder geht nicht …

Zum Thema „etwas zum Lachen“ hat Benno Hellwig eine Mail geschickt, die so lustig war, dass ich sie hier kurz erwähnen will. Vorausschicken will ich aber, dass ich nicht nur die drei „Guttenberg-Tastenkombinationen“ STRG+A, STRG+C und STRG+V gewählt habe, sondern ich habe ordentlich nachgefragt, ob ich die Rückmeldung seiner „Gesundheitskasse“ an dieser Stelle verwenden darf.
Dieser Hinweis sei als meine Fußnote gestattet …

Benno hatte also eine Idee, nämlich die, nach dem von seiner „Gesundheitskasse“ angebotenen „Fitnesscoach“ anzufragen. Dieses Programm ist fraglos löblich, es schadet ja nicht, ein paar Couch-Potatoes auf die Wege, das Spinning-Fahrrad oder das Laufband zu bekommen.

Was aber passiert, wenn sich „jemand wie wir“ dort meldet, also Leute, die durchaus wissen, dass nach 7 Kilometern langsamen Laufens noch etwas geht, die schon so sagenhafte Leistungen wie 80 Minuten Ausdauersport hinbekommen?
80 Minuten, das sind, je nach Tempo, vielleicht 11, vielleicht auch 17 Kilometer laufen.
Ich finde ja, solchen Leuten ist nicht mehr zu helfen.

Die „Gesundheitskasse“ schließt sich da gerne meinem Urteil an und schreibt Benno:

„Die Gesundheitskasse rät:

Ihr TK-Gesundheitscoach -> Anmeldung Fitnesscoach

Inhaltsbereich

Anmeldung zum Fitnesscoach

Danke für Ihr Interesse an unserem Fitnesscoach.

Sie haben angegeben, dass Sie problemlos länger als 80 Minuten am Stück Ausdauersport betreiben können. Damit haben Sie bereits ein sehr hohes Leistungsniveau erreicht. Unser Fitnessprogramm richtet sich in erster Linie an Anfänger, Wiedereinsteiger oder ambitionierte Freizeitsportler. Somit können wir Ihnen bei Ihrem Leistungsstand leider kein adäquates Programm anbieten.

Zurück …“

Zurück aufs Sofa, fragen wir uns hier?
Und wir fragen uns, was wir aus dieser Antwort lernen.

Da wäre zum Einen, dass wir keine ambitionierten Freizeitsportler sind. Was aber sind wir dann? Professionals?
Dann wäre die passende Antwort: „Liebe TK-„Gesundheitskasse“, darf ich Euch meine Kontonummer mitteilen?“

Zum Anderen lernen wir daraus, dass es kein Interesse der TK-„Gesundheitskasse“ daran gibt, dass wir allzu gesund sind. Das ist auch logisch, weil ja nur am Kranken Geld verdient wird.
Gesundheit ist da ein eher hinderliches Gut, leichte chronische Krankheiten sind ideal, für die Pharmaindustrie, für die Ärzte und Krankenhäuser und auch für die „Gesundheitskassen“, denn nur durch Ausgaben begründen sich anteilige Verwaltungskosten.

Warum, frage ich mich, werden dort bei der „Gesundheitskasse“ nicht auch Trainings- und Fitnessprogramme für Halb-Marathonis, Marathonis und auch für Ultramarathonis hinterlegt?

Bei mir bleibt dann also der Verdacht, dass Bennos „Gesundheitskasse“ entweder im Hinblick auf den kommenden Karneval gedacht hat, dass Lachen auch gesund ist und sie Bennos Lachmuskeln trainieren wollte oder dass es sich beim dem „Fitnesscoach“ nur mal wieder um eine Alibi-Veranstaltung handelt, die die „Gesundheitskasse“ ziert, ohne allzu hohe Ziele zu verfolgen.

Und was sagt Benno dazu? „Allemalache“ hat er geschrieben.

Und das tun wir dann auch …

Rain Man in der Pfalz

Das Phänomen des Autismus kennen wir alle spätestens, seit Dustin Hofmann in „Rain Man“ einen ganz besonderen autistischen Menschen gespielt hat. Autismus hat nichts zu tun mit mangelnder Intelligenz, Autismus ist …

… fragen wir mal „Tante Wikipedia“, die weiß ja alles:

Autismus (v. gr. αὐτός „selbst“) wird von der WHO, der Weltgesundheitsorganisation, als eine tiefgreifende Entwicklungs-Störung klassifiziert. Sie wird von Ärzten, Forschern, Angehörigen und Autisten selbst als eine angeborene, unheilbare Wahrnehmungs- und Informationsverarbeitungsstörung des Gehirns beschrieben, die sich schon im frühen Kindesalter bemerkbar macht.
Andere Forscher und Autisten beschreiben Autismus als angeborenen abweichenden Informationsverarbeitungs-Modus, der sich durch Schwächen in sozialer Interaktion und Kommunikation sowie durch stereotype Verhaltensweisen und Stärken bei Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis und Intelligenz zeigt.

In den aktuellen Diagnosekriterien wird zwischen frühkindlichem Autismus (Kanner-Syndrom) und dem Asperger-Syndrom unterschieden, das sich oftmals erst nach dem dritten Lebensjahr bemerkbar macht. Viele Ärzte vermuten jedoch mittlerweile ein Autismusspektrum (Autismusspektrums-Störung), das verschiedene Schweregrade kennt.

Soweit als zu „Tante Wikipedia“.

Was aber ist, wenn Deine Kinder von dieser Krankheit betroffen sind? Eine liebe und langjährige Freundin aus der Pfalz hat seit einigen Jahren so ein Kind. Und sie hat einmal geschrieben, wie es ist, Mutter eines solchen Kindes zu sein. Sie hat diese Situation in so klaren Bildern beschrieben, die mir so ans Herz gingen, dass ich sie hier einmal vorstellen will. Und ich hoffe, sie bewegen Dich ähnlich wie mich …

Was sie geschrieben hat, heißt: „Willkommen in Holland!“ und ist eine Abwandlung von Emily Pearl Kingsley’s Geschichte „Welcome to Holland“.

Willkommen in Holland
(nach Emily Pearl Kingsley)

Ich werde oft gefragt, zu erklären, wie man sich fühlt, ein Kind aufzuziehen, das anders ist als die anderen. Um Leuten das Gefühl dieser einzigartigen Beziehung zu erklären, benutze ich gerne eine Parabel.

Es ist so:

Wenn man ein Baby bekommt, ist es so, als ob man sich auf eine fantastische Reise begibt — nach Italien. Man kauft eine Menge an Touristenführern und macht wundervolle Pläne.
Das Kolosseum, den Michaelangelo, David, die Gondeln in Venedig…
Man lernt bestimmt auch ein paar Wörter auf italienisch, freut sich im Voraus auf italienische Küche, auf mediterranes Flair und auf Ciabatta mit Olivenöl. Kurz, es ist eine sehr schöne Zeit.

Nach einigen Monaten der schönen Vorbereitung und der schönen Tagträume ist endlich der große Tag da, du packst deine Koffer!!! Einige Stunden später, das Flugzeug landet und die Stewardess kommt zu Dir und sagt „Willkommen in Holland“!

Holland?“ sagst du. „Was sagen Sie da? Ich habe doch einen Urlaub nach Italien gebucht!!! Ich soll doch in Italien sein. Mein ganzes Leben habe ich davon geträumt, nach Italien zu fliegen.“

Aber da war eine Flugplanänderung. Der Flieger ist in Holland gelandet und du musst da bleiben.

Das wichtigste ist, dass du nicht in einem dreckigen, seuchenverpesteten Land gelandet bist. Holland ist nur anders.

Also fängst du wieder an und kaufst neue Touristenführer. Du musst jetzt eine völlig neue Sprache lernen. Und du wirst eine total neue Gruppe von Menschen treffen, die du vielleicht niemals kennengelernt hättest, wenn die Dinge anders wären.

Es ist nur ein anderer Ort. Es ist langsamer als Italien, vielleicht nicht so viel Glamour. Aber wenn du eine Zeit lang dort bist, merkst du schnell, dass es auch seine Vorteile hat. Du fängst an, um dich zu schauen:
Holland hat wunderschöne Windmühlen, Holland hat Tulpen. Holland hat sogar Rembrandt.

Aber jeder, den du kennst, ist viel zu beschäftigt, um die Schönheit Hollands zu erkennen, denn alle sind auf dem Weg nach Italien. Alle erzählen, wie toll es doch in Italien ist und was für eine fantastische Zeit der Urlaub dort doch war.

Und für den Rest deines Lebens wirst du dir sagen:
„Italien, ja, das ist der Urlaub den ich geplant hatte! Da wollte ich auch hin!“

Und das Gefühl, verletzt zu sein, einen Traum verloren zu haben, wird nie verschwinden. Denn ein großer Traum ist nicht wahr geworden, das ist ein großer Verlust.

Aber wenn du immer und immer wieder den Verlust deines Italienurlaubs beweinst, wirst du niemals die Schönheit Hollands und dessen spezielle Sehenswürdigkeiten sehen, kennen und lieben lernen. Denn Holland ist genauso wie Italien eine grandiose Erfahrung für sich und den Betrachter. Man muss sich nur die Mühe machen, die Schönheiten zu suchen und die Augen nicht davor zu versperren. Holland ist wirklich auch ein schönes Land.

Ein wunderbarer Text, oder? Ich weiß nicht, ob meine Gabi und ich uns hätten auf „Holland“ einstellen können, ich hoffe aber doch, dass auch uns das gelungen wäre. Ich finde diesen Text wunderbar und voller Liebe und denke, dass dieser Text auch stellvertretend für andere Krankheiten, andere Situationen und andere Befindlichkeiten steht.

Bleiben wir tolerant, bleiben wir offen für das Leben, denn Leben ist das, was ist …