Ich bin neu verliebt – das ist meine Neue …

Auf der Marathonmesse des Kopenhagen Marathons habe ich sie zum ersten Mal gesehen. Ich bin nicht sicher, ob ich sofort verliebt war, zumindest war ich aber sehr interessiert.
Sie war einfach schön und sagte zu mir: „Nimm mich an die Hand!“ Und ich schmolz dahin …

Richtig verliebt war ich dann aber, als ich sie das erste Mal angefasst hatte. Ich merkte sofort, dass das mehr ist als nur eine momentane Euphorie. Ich fühlte die Schmetterlinge im Bauch und dachte: „Die musst Du haben!“

Wir haben uns dann ein paar Mal wiedergesehen. Wie unter Läufern üblich irgendwo auf den Marathon-Messen dieser Welt. Immer, wenn ich sie sah, dachte ich darüber nach, was ich denn aktuell vermissen würde. Und sie traf genau das, was mir gefehlt hat: sie mag es feucht und ein wenig schmutzig – und sie hält einfach länger durch!
Das zu wissen war schon alleine ein Grund, mir innigst zu wünschen, mit ihr zusammen zu kommen – und seit heute, Mitternacht, können wir gemeinsam unsere Zukunft planen, unsere langen Läufe. Wir werden sehr gut harmonieren, da bin ich mir sicher.

Ist sie nicht bildschön? Dieses Profil, diese Anmut ...

Ich will sie Dir noch kurz vorstellen, meine neue Liebe, die den GARMIN FORERUNNER 305 ablösen wird:

Sie heißt GARMIN FORERUNNER 310XT, sie ist eine echte Multi-Sportlerin und Triathlon tauglich!
Endlich keine Sorgen mehr, wenn der Regen einsetzt, sie ist wasserdicht! Und sie verzeiht Schmutz und Dreck viel besser als der Vorgänger, aber der Hauptvorteil für mich ist, dass sie länger durchhält!
Verspricht der GARMIN FORERUNNER 305 eine Akkuverfügbarkeit von 10 bis 12 Stunden, wobei ich es unter sparsamer Verwendung der Lichtfunktionen in der Regel auf 14 1/2 Stunden gebracht habe, so darf man sich beim GARMIN FORERUNNER 310XT auf offizielle 20 Stunden freuen. Ich hoffe natürlich, dass mein neuer Schatz in der Praxis über 24 Stunden verwendbar sein wird.

Wenn ich mir vorstelle, wie ich 2004 mit dem Laufen begonnen habe! Da habe ich für 129,- EUR eine POLAR Uhr gekauft, die nichts anderes konnte als die Zeit nehmen, den Puls anzeigen und ein paar Grundfunktionen anzubieten. Gräßlich! Und dennoch empfand ich die 129,- EUR für so ein relativ einfaches und eher häßliches Plastikteil als überteuert.
Schon ein halbes Jahr später bekam ich dann endlich eine richtige Uhr, die POLAR 625X mit Fliehkraftmesser am Fuß. Endlich hatte ich eine Anzeige für die Geschwindigkeit und die Uhr sah auch optisch ansprechend aus. 2007 habe ich sie dann meinem Sohn geschenkt, der ihr heute zu ordentlich Frischluft verhilft.

Ich selbst habe dafür die GARMIN FORERUNNER 305 gekauft, die mir seither immer treue Dienste geleistet hat. Nur über zwei Mängel konnte ich nicht hinweg sehen. So ist sie sehr empfindlich, was Feuchtigkeit angeht und musste deshalb schon zwei Mal auf Kulanz von GARMIN ausgetauscht werden, DANKE an die Kollegen von GARMIN an dieser Stelle und der Akku hält eben maximal 14 1/2 Stunden lang. 14 1/2 Stunden lang … viel zu kurz! Vor fünf Jahren hätte ich diese Aussage für arrogant und unglaubwürdig gehalten, aber 2009 hat mir ein paar Mal gezeigt, dass es jenseits der 14 1/2 Stunden noch läuferische Aufgaben gibt.

Mit dem GARMIN FORERUNNER 310XT habe ich jetzt ein Liebchen am Arm, die mir versprochen hat, auf ewig bei mir zu bleiben. Und auch ich gelobe, ihr treu zu sein, sie zu lieben und zu ehren, solange ich laufe!
Geschenkt hat sie mir übrigens meine Frau Gabi, heute, zu meinem 48. Geburtstag, DANKE Gabi!

Adopt A StrongMan B.L.O.G.G.E.R

2008 habe ich zum ersten Mal beim StrongManRun teilgenommen.

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Ich bin von ganz hinten gestartet, weil ich mit meinem Freund Detlev und meiner Frau Gabi den Startschuss erleben wollte. Keine zwanzig Minuten nach dem Start wusste ich, dass es ein Fehler war.
Kein Fehler aber war, dort dabei zu sein, der StrongManRun (SMR) 2008 war einfach super und ich beschloss, in 2009 erneut zu starten.

Im Herbst 2008 wurde ich dann von Fisherman`s Friend eingeladen, ein paar Beiträge zu schreiben, anfangs für den SMR Blog und später dann für die SMR News. Gerne habe ich das gemacht und von meiner „Reise zum Mittelpunkt der Erde“, dem „Unter-Tage-Marathon“ in Sondershausen und ein paar anderen Wettkämpfen berichtet.

Am 32. Januar 2009 kam dann mein Start beim „ToughGuy“ im verschneiten England, ein sensationelles Erlebnis und der ultimative Test für den SMR 2009.

2009 habe ich zum zweiten Mal beim StrongManRun teilgenommen.

Startnummer StrongManRun

Dort wollte ich dann gleich ganz vorne starten, aber dafür war ich zu spät am Start. Obwohl wir in einem Hotel in Goch gewohnt hatten und wirklich nur wenige Kilometer Anreise hatten, sorgte der Stau vor Weeze dafür, dass meine Chance, im vorderen Starterfeld zu stehen, zunichte war. Also startete ich irgendwo von der Mitte aus und wiederum 20 Minuten nach dem Start wusste ich, dass auch das ein Fehler war. Aber der SMR 2009 war großartig, viel besser als im Vorjahr. Neue Hindernisse, tieferes Wasser und höhere Anforderungen an die Kondition machten Laune.

Und heute hat Fishererman`s Friend gemeint, dass sie meinen Blog auch verwenden würden, welch eine Ehre! Ich fühle mich adoptiert, ganz nach dem Motto:

Adopt A StrongMan B.L.O.G.G.E.R

Adopt

Heute wurde ich zum dritten Mal adoptiert: erst von meiner Mutter, dann von meinem Vater - und jetzt von Fisherman's Friend

Also werde ich ein drittes Mal beweisen, dass ich bereit bin für den stärksten Lauf der Welt! Und dieser dritte Start wird ein ganz besonderer sein: am Sonntag zuvor werde ich erst vom Wüstenlauf „Marathon des Sables“ zurück sein und am Samstag schon werde ich die Erfahrung von 240 Kilometern durch die südmarokkanische Wüste nutzen, um den StrongManRun 2010 zu bewältigen.

So gilt es mal wieder: sind sie zu stark bist Du zu schwach!

Ein Interview mit mir auf distqueror.com

Interview mit Tom Wingo

 

Posted Oct 31st, 2009

Ich könnte stundenlang auf anderen Laufseiten und Blogs rumsurfen und mir die Lauf- und Erfahrungsberichte von anderen Läufern durchlesen. Es ist schon fazinierend, welche Geschichte hinter jedem Einzelnen steht. Einen Sonderstatus genießen sicherlich die Ultraläufer, die Leistungen an den Tag legen, die wirklich ihresgleichen suchen. Beim Frankfurt Marathon habe ich bereits Yogi kurz persönlich kennenlernen dürfen, von dem in Kürze hier im Blog ein Interview erscheinen wird. Diese Woche hat sich Thomas Eller alias Tom Wingo von Mararthonundlaenger unseren Fragen gestellt. Seine Laufkarriere ist wirklich beeindruckend, wobei Thomas immer wieder auf der Suche nach neuen Herausforderungen ist. Sein Motto lautet “keep on running”, was er auch eindrucksvoll vorlebt:

Thomas alias Tom, du betreibst den Blog „Marathonundlaenger“- der Name ist bei dir Programm. Wie viele Läufe hast du mittlerweile auf dem Buckel, die mindestens über die Marathondistanz gingen?
Der Name ist Programm, das stimmt. Ich habe jetzt 81 Läufe hinter mir, die „MuL“ (Marathon und Länger) waren.
Wie war dein sportlicher Werdegang? Warst du schon immer eine „Sportskanone“?

Das ist ein wirklich wunder Punkt bei mir. Als Schüler habe ich es immer gehasst, im Sport nur Mittelmaß zu sein. Beim Straßenfussball haben die beiden besten Spieler je eine Mannschaft gemacht und haben nacheinander die nächst besten aufgerufen. Ich hatte immer Sorge, bis zum Schluss übrig zu bleiben.
Aber mir hat auch niemand Sport gezeigt. Meine Eltern haben es nicht vorgelebt und kein Lehrer hat sich die Mühe gemacht, uns anzuleiten. Es gab nur die Prüfungen und wenn Du nicht weit gesprungen bist, dann gab es eben nur eine „3“. Dass man aber trainieren muss und wie man das systematisch tut, das hat mir niemand gesagt.
Und so ging das weiter, bis ich es als Erwachsener geändert habe.
Was war dein bisher längster Lauf?

Streckenmäßig war es ein kleiner Minikringel von 1 km, den ich innerhalb der gesetzten Zeit von 24 Stunden 177,520 Mal gelaufen bin. Das war bei der DLV 24-h Challenge in Delmenhorst Mitte Juni 2009.
Zeitlich war es der UTMB (Ultra-Trail du Mont Blanc) 2009. Da habe ich für die 166 Kilometer 41:53:22 Stunden gebraucht, allerdings waren auch knapp über 9.400 Höhenmeter zu bewältigen.
Was würdest du lauftechnisch als deine bislang härteste Herausforderung bezeichnen?
Das war natürlich auch der UTMB. Ich weiß noch genau, wie absurd dieser Lauf für mich geklungen hat, als ich mich dafür angemeldet habe. Es war mehr der Druck von Lauffreunden, der mich dorthin gebracht hat, aber ich habe es geschafft.
Durch zwei Nächte durchlaufen? Durch eine Nacht laufen kannte ich ja schon aus Biel und von ein paar Nachtläufen, aber zwei?
Heute weiß ich, dass die zweite Nacht ein echtes Erlebnis ist. Ob Du betrunken läufst oder müde, der Unterschied ist nicht sehr groß.
Was würdest du als den emotionalsten Moment deiner Laufkarriere bezeichnen?
Es gab einige Läufe, wo ich im Ziel hemmungslos weinen musste. Zum ersten Mal passierte mir das 2007 bei meinem ersten Zieleinlauf in Biel. 100 Kilometer! Welche Distanz! Und was für ein Klassiker („Einmal im Leben musst Du nach Biel“)! Aber auch der Zieleinlauf am 8. Tag beim TransAlpineRun 2008 (TAR) in Sexten ließ die Tränen laufen. Nach 300 Kilometern und 15.000 Höhenmetern, mit Schmerzen und Oberschenkel-Tapes quälte ich mit meinem Laufpartner Heiko die letzten Kilometer ins Ziel. Das war schon ein Erlebnis, an das ich das ganze Leben lang denken werde. Ganz bestimmt war es die Tränen wert.
Was macht für dich den Reiz aus, dich regelmäßig diesen Bewährungsproben zu stellen? Hat es auch damit zu tun, dass du deine Leistungsgrenzen austesten möchtest?

Ganz bestimmt hat es etwas damit zu tun. Gleichzeitig ist das mein größtes Problem zurzeit. Am Anfang wollte ich etwas schaffen, was ich als „Nicht-Läufer“ für unerreichbar hielt: 100 Marathons, die Aufnahme in den „100 MC“. Dann wollte ich die 100 Kilometer schaffen und der TAR hat mich dann auf andere Ziele gebracht. Weiter, viel weiter. Und 2009 ging ich innerhalb von nur 10 Wochen drei Mal über die 100 Meilen (166 Kilometer). Und jetzt fehlen mir die weiteren Ziele.
Also will ich mich im April 2010 beim Marathon des Sables (MdS) in der Wüste testen und dann will ich im Mai an Jens Vieler’s TorTOUR de Ruhr 230 Kilometer nonstop wagen.
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass das, was Du schon geschafft hast, nur bedingt zählt. Es sind die Ziele und Träume nach „mehr“, nach „weiter“, die mich treiben.
Am Schluss dieser Träume könnte so etwas wie der TransEuropeanFootrace sein: rund 5.000 Kilometer an 64 Tagen, was für ein Ziel!
Allgemein sagt man, dass sich ein Körper nach einer Anstrengung wie z.B. einen Marathon erstmal ca. 14 Tage erholen muss. Wie hältst du es mit Ruhephasen und wie sehen die gegebenenfalls aus?

Ich bin kein Läufer, der an die Grenzen geht. Ich schalte immer schon runter, wenn es auf die letzten Kilometer geht. Wenn ich nach einem langen Lauf pausieren muss, dann meistens wegen der geschundenen Füße. Da leide ich wegen ein paar Fußdefekten besonders. Häufig verliere ich Zehennägel, Blasen sind leider ebenfalls normal. Aber ich mache oft wochenlang einen MuL an jedem Wochenende.
Wenn ich also pausieren muss, dann mache ich das bewusst und ich laufe gar nicht. Eine Woche ohne einen einzigen Schritt wirkt Wunder, finde ich. Und Muskelschmerzen enden spätestens am Donnerstag nach dem Lauf.
Woher nimmst du deine Motivation, um dich immer wieder auf so lange Distanzen zu begeben?

Vielleicht motiviere ich mich dadurch, dass ich mit Menschen laufe oder mich mit Läufern austausche, die meistenteils schneller sind als ich, die häufig länger laufen und deren Respekt zu bekommen ist ein großes Ziel. Ein Beispiel: der Extremläufer Norman Bücher zum Beispiel war in unserer UTMB-Vorbereitungsgruppe. Zweifellos ist er ein ganz Großer im Laufzirkus. Und nach dem UTMB haben Norman und ich einen gemeinsamen Bericht über den Lauf geschrieben und im Forum Ultramarathon von XING veröffentlicht.
Ergänze bitte den Satz: Laufen bedeutet für mich…
… die Chance zu haben, für ein paar Stunden frei von allen weltlichen Wünschen und damit wirklich glücklich zu sein.
Empfindest du beim Laufen noch „Glücksmomente“ oder ist es mittlerweile eher Routine?

Beides. Es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass mir der unbedeutende Marathon in Belgien mit 35 Teilnehmern heute noch Glücksgefühle machen würde. Er motiviert mich auch nicht mehr wirklich.
Wenn es aber keine „Glücksmomente“ mehr geben würde, dann würde ich etwas anderes machen. Schaue Dir doch mal das Foto an, dass Klaus Duwe, auch eines meiner Vorbilder, von mir im Ziel des UTMB in Chamonix gemacht hat: so sieht Glück aus!

 

Du bist Geschäftsmann und dein Trainingspensum wird auch entsprechend groß sein. Wie bringst du dies alles unter einen Hut? Bleibt da auch noch Platz für ein Privatleben?

Sicherlich könnte ich mehr trainieren. Aber alles geht halt nicht. Ein Privatleben leiste ich mir natürlich. Es ist die Basis meines Lebens. Ich habe zwei Kinder, die ich wachsen gesehen habe. Ganz sicher aber wäre all das, was ich tue, nicht möglich gewesen, wenn ich einen normalen Job hätte, wo ich morgens das Haus verlasse und erst am Abend wieder zurück bin. Ich arbeite zu Hause und meine Frau arbeitet direkt in Nachbarzimmer. Und die Kinder sind nach der Schule auch nur eine Wand weit weg.

Dazu kommt aber auch, dass meine Familie mein Hobby teilt. Meine Frau hat nun auch schon 8 Marathons gelaufen, die meisten davon im Ausland, wenn sie mich begleitet hat. Und mein Sohn hat die Chance, irgendwann besser zu sein als ich. Er bekommt das Vorbild „Vater“ und die Methodik des Trainings. Er ist mit seinen 15 Jahren Schülertrainer bei den TriKids Ahrweiler und immerhin rheinland-pfälzischer Meister im Duathlon seines Jahrgangs. Ich bin sehr stolz auf ihn.
Wie viele Stunden trainierst du ca. in der Woche, ohne Wettkämpfe?

Definitiv zu wenig und zu unstet. Manchmal nur zwei Mal eine Stunde, manchmal aber auch sechs Mal zwei Stunden. Ich liebe das Laufen, aber ich hasse es, mich zum Training verpflichtet zu fühlen.
Jemand der gerne läuft und sich nicht sicher ist, ob er mal einen Marathon laufen soll – was wären deine Argumente, um ihn zu überzeugen?

Jeder kann einen Marathon laufen, das ist wichtig zu wissen. Genauso wichtig ist es aber auch, sich gut auf diesen Lauf vorzubereiten. So lernt man Trainingspläne einzuhalten, sich selbst zu disziplinieren und sich einzuschätzen. Und wenn man dann dieses Ziel erreicht hat, dann ist man stolz auf sich selbst. So stolz, wie kein Anlass „von außen“ das vermag.
Was würdest du ihm speziell raten bzw. was wären deine grundlegenden Trainingstipps?
Akribisch vorbereiten, sein eigenes Leistungsvermögen richtig einschätzen und dann „sein Tempo“ laufen. Mit akribisch vorbereiten meine ich, dass vor allem die langen Trainingsläufe entscheidend sind. Und die müssen langsam gelaufen werden, damit man die Grundlagen für die Ausdauer schafft.
Mit Leistungsvermögen richtig einschätzen meine ich, dass man nicht auf 3:00 Stunden trainieren sollte, wenn man die 10K in über 50 Minuten macht – und umgekehrt.
Mit „sein Tempo“ laufen meine ich, dass man gerade beim ersten Marathon der Versuchung widerstehen muss, sich vom Pulk ziehen zu lassen. Ich habe so viele Menschen erlebt, die sich zu hohe Ziele gesetzt haben und so stark eingebrochen sind, dass sie am Ende weit hinter den Erwartungen blieben. Schnell loslaufen kann jeder, so gewinnst Du ein paar Minuten. Wenn Deine Muskeln aber übersäuert sind und Du nicht mehr laufen kannst, dann verlierst Du die gewonnenen Minuten oft bei einem einzigen Kilometer, der dann gegangen werden muss. Und von diesen Kilometern gibt es am Ende oft recht viele, also: langsam und konstant laufen!

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Heilfasten – Tage 6 und 7

Morgen früh ist alles vorbei …

… und ich freue mich auf die Birne, die ich mir schon am Anfang der Woche gekauft habe, damit sie schön reif ist, wenn ich sie mir zum Frühstück gönne!

Der sechste Tag war interessant: eingebunden in viel Arbeit habe ich überhaupt nicht gemerkt, dass ich nichts essen konnte. Der Einlauf am Morgen war hervorragend, ich hielt ihn ausnehmend lange und ich machte auch das Ölziehen fast 60 Minuten lang. Nach dem Motto „Viel hilft viel!“ wollte ich einfach mal übertreiben.

Grundsätzlich war es ein toller Tag mit der üblichen, schon oft erwähnten enormen Wassermenge. Aber am  späten Nachmittag und am Abend habe ich eine recht skurrile Szenerie erlebt: meine Schwägerin feierte ihren Geburtstag und als wir als Familie dort eintrafen, gab es das Übliche. Kuchen, Torte, Kaffee, Sahne …
… alles isst, außer ich.

Am Abend das Gleiche: es gab erst eine Kürbiskernsuppe mit Pesto, eigentlich sehr lecker, weil ich weiß, dass meine Schwägerin eine hervorragende Köchin ist …
… alle essen, außer ich.

Danach gab es Schweinelendchen mit schwäbischen Spätzle-Nudeln. Das bei uns, die wir seit Jahren fleischlos leben! Und es gab kein Gemüse, keinen Salat dazu …
Also aß mein Sohn die Nudeln trocken, meine Tochter und meine Frau aßen gar nichts …
… alle essen, außer die Familie Eller.

Der siebte Tag, heute, begann euphorisch und ich fühlte mich großartig. Ich fragte mich: wozu überhaupt noch essen? Ich hatte keinerlei Verlangen mehr danach. Das ist schon erstaunlich, oder?
Andererseits hatte ich schon zwei kleine Dellen in der Bauchdecke, obwohl rechts und links noch ein kleines Fettpölsterchen zu sehen ist. Zu sehen sind aber jetzt auch meine Rippen, das hatte ich als junger Mann immer – und ich habe es stets gehasst. Jetzt habe ich es wieder! Also doch wieder essen?

Am Vormittag hatte ich schon sehr früh einen Termin im Büro, so früh, dass ich weder zum Ölziehen noch zum Einlauf kam und zu Mittag hatten wir einen Auswärtstermin in Weilerswist. Dort gab es zwei Suppen, Canapées en masse und alkoholfreie Getränke, auch Wasser, dieses jedoch nur mit Kohlensäure. Da ich mein stilles Wasser „Pur Born“ vergessen hatte, musste ich also auf das Blubberwasser ausweichen und ich trank zwei Flaschen davon innerhalb von vielleicht 90 Minuten.

Als wir wieder zu Hause waren, war ich platt. Gehen geht kaum mehr, meine Oberschenkel vibrieren und ich fühle mich richtig schlecht und schwach. Vielleicht hilft mir die übliche „Suppe“ aus einem Teil Gemüsesaft und drei Teilen Wasser weiter, aber während ich das schreibe, hoffe ich sehr, dass morgen früh ist und ich mit dem Fastenbrechen beginnen darf. Momentan würde ich unter keinen Umständen noch einen Tag an die Heilfasten-Kur dranhängen.
Ist das so wie bei meinem Läufen? Auch da will ich nicht einen Meter weiter laufen, ich fange irgendwann an, im Kopf die Kilometer herunter zu zählen und so schaltet auch mein Gehirn auf „Schluss!“ und im Ziel beispielsweise eines Marathons frage ich mich dann stets: „Wie kannst Du 50, 60, 72,7, 75, 84,4, 100, 166, 171 oder sogar 177,520 Kilometer laufen? Ich bin doch heute wieder am Ende!“ Aber irgendwie geht immer alles, wenn Du Deinen Geist auf dieses größere Ziel programmierst! Oder liegt es daran, dass ich mir heute keinen Einlauf machen konnte, der eigentlich elementar zum Heilfasten gehört?

Aber dieses Heilfasten hat mir gezeigt, dass der Muskelabbau doch deutlich fühlbar ist, wenn Du nicht allzu viel Sport in der Woche treiben kannst. Und diese Woche war ich mangels Zeit und Motivation wirklich faul: ich bin nicht ein Mal gelaufen und ich habe nur eine Stunde lang Tennis gespielt.

Morgen werde ich nach den zwei Stunden Tennis Doppel noch 90 Minuten lang mit meiner Frau laufen gehen, am Abend spiele ich noch einmal eine Stunde Tennis Einzel.
Ab Montag wird dann wieder täglich gelaufen, am Freitag Abend beginnt dann das winterliche Spinning, damit ich wieder einigermaßen wiederhergestellt bin für den „schrägen O. Weg“ rund um Oberhausen mit dem Ultra-Yogi Jörg Schranz. Auf diesen Lauf freue ich mich zum einen deshalb, weil ich Jörg bisher noch nie persönlich kennengelernt habe und zum anderen, weil mein Lauffreund des SwissJuraMarathons, Achim Knacksterdt, der mit mir beim Marathon des Sables in Marokko sein wird, angedeutet hat, uns zu begleiten. Da der „schräge O. Weg“ ein Gruppenlauf ist, bleibt viel Zeit, mit den beiden ausgiebig über das Laufen und mir noch unbekannte Läufe zu reden.

Das Fastenbrechen morgen habe ich mir so gedacht: zum Frühstück gibt es eine Birne, in kleine und kleinste Stücke zerteilt. Nach dem Tennis gibt es eine Kürbissuppe, die aber keine Sahne enthält. Und am Abend will ich mir einen Rohkost-Teller gönnen, vielleicht auch mit einer kleinen Flasche Radler oder einem französichen Merlot! Das wäre dann mein erster bescheidener Alkohol nach bald 14 Tagen.

Noch 12 Stunden bis zur Birne …

Fastenbrechen

Der schräge O. Weg rund um Oberhausen

Die „TorTOUR de Ruhr“ wirft ihre Schatten voraus, 55 Kilometer Training für den 230 Kilometer-Lauf zu Pfingsten 2010

Ich habe ja geschrieben, dass ich am Samstag, den 31. Oktober wieder laufen werde und das nahe bei meiner Moerser Schwiegermutter.
Aber wo? In O.
Genauer gesagt laufe ich mit Jörg Schranz, Susanne Alexi und Michael Hechler den „schrägen O. Weg“ rund um Oberhausen.

Gasometer

Jörg Schranz, der den Lauf organisiert hat, schreibt dazu:

Endlich wird er gelaufen. Durch die Vorbereitungen auf die TorTOUR de Ruhr an Pfingsten 2010 bietet es sich an, auch zwischendurch mal realitätsnahes Training zu machen. Also warum dann nicht die 55km Route rund um Oberhausen als Selbstversorger auch mal laufen? Hier gibts den Weg mit Hinweisen als Zip-File. Ich werde vorher noch einmal den Weg mit dem Rad abfahren und mir die Versorgungsstellen (Kioske, Geschäfte, Tankstellen) notieren. Das werde ich wahrscheinlich am Samstag machen. Das Wetter soll ja auch schön werden.

Der erste Lauf ist dann für Samstag den 31.10.2009 geplant. Als Startzeit schlage ich 10:00 Uhr vor. Treffpunkt ist auf dem Parkplatz vor dem Haus Ripshorst. Der Weg geht hier direkt vorbei. Die Anfahrt erfolgt sehr einfach über die A42, Abfahrt Neue Mitte Oberhausen. Ob wir dann erstmal in Richtung Norden oder Süden laufen, entscheide ich, nachdem ich mir den Weg angeschaut habe. Die Richtung mache in dann von der Versorgung abhängig, sprich: beste Versorgung zum Schluß, damit auch keiner auf der Strecke bleibt.

Zusätzlich werde ich mich noch mit den Sehenswürdigkeiten am Wegesrand auseinandersetzen, um euch auch noch ein wenig Geschichtliches und Kulturelles erzählen zu können: Sightjogging der etwas längeren Art.

Grobe Anforderungen:
die ca. 55km solltet ihr locker laufen können, das Tempo wird so um die 6:30 +/- 30sec pro km liegen. Kleinere Pausen an Versorgungsständen oder sehenswerten Objekten sollten wir einplanen. Das Tempo orientiert sich am Langsamsten, das ist ja kein Wettkampf, sondern Spaß!
Ihr wisst selbst am besten, was ihr braucht an Trinkmengen und Essen. Ein Trinkgurt oder Rucksack ist empfehlenswert. Regenzeug bzw. zusätzlicher Kälteschutz auch. Geld für die Kioske, Tanken etc. natürlich. Wir werden in etwa 6-7h unterwegs sein. Ein Handy macht natürlich auch Sinn zum simsen, twittern oder einfach nur fürs Pizzataxi.

Wer also spontan mitkommen will, du bist herzlich eingeladen!

Das Ganze werden wir dann bis zur TorTOUR de Ruhr öfters als langen Trainingslauf anbieten, später auch im Rahmen des Sightjoggings in Oberhausen (für ganz verrückte TorTOURisten) und unter www.Laufen-in-Oberhausen.de
Kosten tut der ganze Spaß nichts, außer Zeit und ein wenig Profil an den Laufschuhen.

Bis jetzt dabei:
– Susanne Alexi aus Köln
– Thomas Eller aus
– Michael Hechler aus Essen