Braveheart Battle in Münnerstadt – mehr Arbeit für die Bestatterschule?

In der fränkischen Stadt Münnerstadt befindet sich nicht nur das Bundesausbildungszentrum Bestatter, sondern dort gibt es auch 30 Gräber, an denen niemals Trauernde stehen ...

Ob die Veranstalter des Braveheart Battle gerade Münnerstadt als Schlachtfeld ausgewählt haben, weil es dort eine Bestatterschule gibt? Im Zweifel hat das für uns Teilnehmer ja Vorteile, es entstehen nur geringe Wartezeiten, um nach dem Scheitern auf dem „Battlefield“ in die weiche, warme Erde zur letzten Ruhe gebettet zu werden. Was in diesem Fall wohl auf den Grabsteinen stehen würde?
Andererseits kann eine Beerdigung in Münnerstadt auch ein echtes Problem werden. Wenn die Schüler der Bestatterschule sich nicht sicher sind in dem, was sie tun, kann das übel enden.

Nicht übel enden aber wird unser Kampf auf dem Schlachtfeld gegen die Barrikaden, gegen kaltes Wasser, zähen Schlamm und gegen uns selbst. Und härter als die „langen Kanten“ im derzeitigen Schnee kann es ja eigentlich auch nicht werden. Gespannt bin ich, wie die Abschnitte sein werden, wo wir durch den Schlamm robben müssen. Beim ToughGuy sind nur wenige Zeitimeter über Dir Metalldrähte gespannt, gute Gründe, den Kopf auch tief unten zu halten und immer wieder von dem teigigen Schlamm zu kosten.

Beim ToughGuy gab es auch etwas höher gehängte Netze, die scheinbar leichter zu bewältigen sind. Sind sie aber nicht, weil ruckzuck eine Schnur des Netzes einen roten Striemen auf der Stirn hinterlässt und Dein Kopf gleichzeitig in den Nacken gestoßen wird. Noch nach mehr als einem Jahr denke ich an den Schmerz, den schon das erste Netz bei mir verursacht hat. Danach habe ich mir immer einen groß gewachsenen Vorläufer ausgesucht und bin hauteng hinter ihm unter den Netzen durchgelaufen, das hat geholfen.
Das Risiko aber war, dass sich Deine Nase, wenn der Vorläufer überraschend stehen geblieben ist, mitten in der Po-Ritze dieses Läufers bohrt und Deine Wangen nehmen unangenehmen Kontakt mit den Po-Backen von ihm auf. Aber besser als einen weiteren Striemen zu riskieren. Es riecht zwar, aber es tut nicht weh.

Gespannt bin ich auch darauf, ob wir durch Wasser laufen, im Wasser schwimmen oder sogar im Wasser tauchen müssen. Sicherlich wird dieses, bestimmt unappetitlich schmutzige Wasser Mitte März nicht nur wenige Grad über dem Gefrierpunkt kalt sein, das wird den Kontakt mit dem kühlen Nass angenehmer machen.

Ob aber die Veranstalter angenehmer sein werden als Mr. Mouse vom ToughGuy oder die professionellen Kollegen vom StrongManRun wage ich zu beweifeln. Während die Veranstaltungsagentur des StrongManRuns mit dem „Ausbilder Schmidt“ einen kabarettistischen Bundeswehr-General engagieren, der Dich mit liebevollen Worten wie „Los Du Lusche!“ motiviert, sind die Veranstalter des Braveheart Battle selbst und wirklich Drill-Inspektoren der „Truppe“.
Die Liegestützen, die wir machen müssen, wenn eine Übung misslingt, machen mir schon jetzt Kopfschmerzen und sie sind wohl noch die geringsten Strafen, die uns blühen, wenn wir schwach und ausgelaugt wirken.

Noch müssen wir harte 28 Tage, exakt einen Monat, warten, bis wir erst auf dem Schlachtfeld in Münnerstadt Erfolg haben und siegen werden, um dann eines der dreißig räber in Münnerstadt zu besichtigen, an denen niemals getrauert wird, weil es ja nur Übungsgräber sind.

Wir jedenfalls werden auch nicht trauern, sondern ein oder zwei der leckeren oberfränkischen Biere im Ziel austrinken, nicht um diese zu genießen, sondern, um denen zu gedenken, die am 13. März 2010 auf dem Schlachtfeld in Münnerstadt aufgeben müssen …
Und wir trinken auf die Sinnsprüche, die im Bundesausbildungszentrum Bestatter an der Wand hängen, so beispielsweise zwischen Raum 1.16 und der Übungskapelle:

„Den eigenen Tod immer ein bisschen im Auge behalten: das beruhigt und erfrischt zugleich.“ Oder:
„Meine Tante antwortete mir neulich auf die Frage, ob sie Angst vor dem Tode habe: ›Nein, nein. Nur ein bisschen Reisefieber.‹“

Das hässliche Entlein …

Es war der 02. März 2008 in Stein/NL, kurz vor dem Start zum 6-Stunden-Lauf.
Mein Lauffreund und Lauf-Urgestein Günter Meinhold kniff mir in die Seite und sagte: „Du hast gut gegessen über den Winter, TOM!“

Ein kleiner Satz und sofort spulte sich das alte Gedanken-Programm wieder ab. Und ich sah wieder den kleinen, dicken, hässlichen TOM mit seiner Hornbrille, den unvermeidlichen Knickerbocker-Lederhosen mit den Hosenträgern, die über der Brust die traditionelle bayrische Lederspange hatten, auf der ein weißer Plastik-Edelweiß befestigt war.
Und ich hörte wieder die anderen Kinder rufen: „Dicker fetter Pfannenkuchen!“
Und ich erinnerte mich an meinen schlanken blonden Bruder, der mich gegen diese Kinder verteidigt hatte.
Für einen kurzen Moment fühlte ich mich wieder jung, hässlich und ungeliebt. Dass ich direkt nach diesem 02. März 2008 mal wieder eine Diät machte, kannst Du wahrscheinlich nachvollziehen.

(klicken zum Vergrößern) - Meine Schwester, mein Bruder und ich im Wohnzimmer in den 60er Jahren. Erst mit 12 Jahren wurde ich schlanker.

Es war der 07. Februar 2010 in Herten-Bertlich, kurz vor dem Start zum Marathon der Bertlicher Straßenläufe.
Günter Meinhold war auch unter den Startern, glücklicherweise, nachdem er wegen körperlicher Probleme seinen Laufumfang eine Weile lang deutlich reduzieren musste. Günter schaute mich an und sagte: „Du bist zu dünn, TOM! Für den Ultralauf brauchst Du mehr Kraft – und die kommt aus dem Körpergewicht!“
Also war es wieder nicht richtig, wie ich war, aber ich gehe lieber als „zu dünn“ durch als dass ich mich wieder dick und hässlich fühle.

In der Tat habe ich in den letzten 12 Monaten deutlich Gewicht verloren. Das Gesicht ist länger geworden und die Laufshirts bekomme ich jetzt alle fast zwei Nummern kleiner. Aus XL wurde L und wenn die Armlänge kein Problem wäre, dann würde ich mir sogar M geben lassen. Niemals hätte ich mir so etwas träumen lassen …

Dabei war der 07. Februar 2010 ein für mich durchaus guter Tag. Denn nach 57 (!) Tagen ohne Marathon und nach einer ebenso langen Zeit ohne nennenswertes Training, ohne wirklich lange Läufe, fühlte ich mich schlapp und demotiviert und ich zweifelte sogar, ob ich auf der Marathonstrecke überhaupt noch akzeptable Zeiten hinbekommen würde. Seit dem Berlin-Marathon im September 2009 bin ich keinen Marathon mehr unter 4 Stunden gelaufen und auch beim diesem wunderschönen Lauf duckte ich mich im Stile eines Mambo-Tänzers nur äußerst knapp unter der 4-Stunden-Schwelle durch.
Die „langen Kanten“ vom Sommer 2009 haben Spuren hinterlassen, die Grundschnelligkeit schien genauso verloren wie die Motivation, relativ wenig attraktive Laufstrecken noch mit einem gewissen Druck anzugehen.

Da ist ein Lauf wie der „Unter-Tage-Marathon“ in Sondershausen natürlich anders, da motiviert Dich schon das Event und die Location an sich. Bei Bergläufen mit grandiosen Blicken ist es ähnlich. Aber drei Runden durch Bertlich und die wenig attraktive Umgebung laufen, ständig auf vom Winter stark beschädigten Nebenstraßen? Und das ohne Training, ohne rechte Lust und bei wenig attraktivem Wetter?
Aber ich wollte es wissen, ich wollte sehen, wie lange ich brauche, bis mein Körper müde wird.

Neben Günter Meinhold waren zuhauf erfahrene und bekannte Läufer am Start und außerdem waren ein paar Starter aus dem Freundeskreis dabei. Der „Ultrayogi“ Jörg Schranz zum Beispiel, mit dem ich mir am Ende der dann hoffentlich erfolgreich bestrittenen „TorTOUR de Ruhr“ ein „Erdinger Weißbier alkoholfrei“ teilen will und auch der „Extremsportler“ Gerhard Kotman, bei dem ich viele Parallelen in der läuferischen Karriere sehe. Ich erinnere mich an den Marathon in Glimmen/NL im Winter des Vorjahres, bei dem Gerhard und ich einige Zeit gemeinsam gelaufen sind und wo wir uns ausgiebig ausgetauscht haben.

Motiviert hat mich auch ein anderes Lauf-Urgestein, der mir gesagt hat, dass er jeden Marathon mit einer „3“ vorne abschließt. Großartig, dachte ich, bis er fortfuhr, dass es machmal auch eine 3:89 wäre. Welch fantastische Idee!
Sofort wusste ich in diesem Moment, dass ich diesem Lauf den Titel 3:68 Stunden gegeben hätte, wenn ich die 4-Stunden-Marke „gerissen“ hätte. Habe ich aber nicht.
3:55:23 Stunden war am Ende die Laufzeit und ich hätte durchaus besser sein können. Aber ich war nicht motiviert genug, mich anzustrengen, als mir klar war, dass ich auf jeden Fall unter 4 Stunden enden würde. 2:39:30 Stunden für die ersten 30 Kilometer und 1:15:53 Stunden für die 12,195 Kilometer danach. Aber hätte ich mich besser gefühlt, wenn ich mit 3:52:00 eingelaufen wäre? Sicher nicht. Und mehr wäre in meinem Trainingszustand und in der aktuellen mentalen Verfassung auch nicht drin gewesen.

Also freute ich mich daran, dass ich wohl nett anzusehen war. Ganz in schwarz gekleidet, sehr schlank und als Farbklecks eine orangene Laufbrille – mächtig cool. Da war nichts mehr von dem hässlichen Entlein, das ich mal war.

Und „Dicker fetter Pfannenkuchen!“ ruft mir schon seit 35 Jahren niemand mehr nach, nur manchmal, ganz manchmal, kann ich es noch hören …

Huub Stevens: „Die Null muss stehen!“

"Die Null muss stehen!" Mit diesem Ausspruch wurde Huub Stevens berühmt, holte als Trainer von Schalke 04 den Europapokal und er ist mein Vorbild für den Januar 2010!

Ich habe lange gebraucht, um Huub Stevens‘ Leitsatz für mich anzuwenden. Aber auch die, die länger brauchen, werden am Ende erfolgreich sein.

Zwar stimmt es, dass zwei geschäftliche Termine dazu kommen mussten, um dieses hervorragende Ergebnis zu erzielen. Erst war da das Jahrestreffen des Unternehmens, das am Vorabend des Senftenberger Hallenmarathons stattgefunden hat. Das dauerte fast bis Mitternacht und so war es nicht möglich, am nächsten Tag am Morgen in Senftenberg zu sein.
Und letzten Freitag musste ich in Heilbronn aushelfen und da war so viel los, dass ich erst so spät weggekommen bin, dass ich nur eine gute halbe Stunde des Dieter Nuhr – Programms „Nuhr die Ruhe“ in Sinzig erleben konnte.
Nach dem Programm ging es zwar gleich nach Hause, aber es war dennoch Mitternacht, bis ich ins Bettchen kam.

Am nächsten Morgen bin ich schon um 5.30 Uhr aufgestanden, um wenigstens noch die Dinge im Büro zu erledigen, die nicht aufschiebbar waren. Das waren ein paar Telefonate führen, das Erstellen eines digitalen Overlays für eine Samstag Abend Veranstaltung bei einer befreundeten Werbeagentur, das Lesen einiger eMails und das Einrichten eines WordPress-Blogs für das Schülerprojekt des Leistungskurses Erdkunde des Peter-Joerres-Gymnasiums in Bad Neuenahr, also für ein „OneWorld – OneFuture“ – Projekt in Tansania, wo die Schülerinnen und Schüler der 12. Klasse für drei Wochen auf dem Campus einer tansanischen Schule mit tansanischen Schülern gemeinsam leben und lernen wollen.

Dieses Blog heißt:
„Usambaraberge (www.usambaraberge.wordpress.com)“ und musste deshalb fertig werden, weil die Schüler gleich los ziehen wollten, um Sponsoren für das Projekt zu werben. Und da ist es ja nett, wenn man etwas zum Zeigen hat …

Ich merkte sehr schnell, dass ich mich zeitlich vollkommen verschätzt hatte und es war schon genau 7.30 Uhr, als ich auf die Uhr sah. Es war die spätest mögliche Zeit zum Losfahren zum RLT-Ultramarathon, weil ich die Startunterlagen in Rodgau bis spätestens 9.30 Uhr hätte abholen müssen. Und noch saß ich im Bademantel vor dem Rechner …
Ich hätte noch meine Sachen packen müssen, mich abkleben müssen, die Zehennägel wären noch zu schneiden gewesen und anziehen hätte ich mich wohl auch noch sollen.

Also beschloss ich, Huub Stevens Rat zu folgen und zumindest für diesen Januar festzulegen: „Die Null muss stehen!“

In 2010 will ich sowieso nicht so viele Wettkampf-Kilometer absolvieren wie in 2009, lieber konzentriere ich mich auf die wirklich langen und interessanten Läufe und bereite mich darauf gut vor. Gut vorbereiten bedeutet wiederum, dass die Grundlagenausdauer weiter trainiert werden muss. Ich habe in der letzten Zeit viel zu viele Läufe gemacht, aber auch viel zu wenige ruhige lange Trainingsläufe, die gezielt über die Pulsfrequenz gesteuert werden. Und weil Schnee wie Sand ist, wenngleich etwas kühler, dachte ich, dass es eine gute Idee wäre, lange ruhig durch den Schnee der Voreifel zu laufen.

Ich entschied mich für eine insgesamt 35,5 Kilometer lange Runde von meinem bescheidenen Häuschen über Bad Neuenahr-Ahrweiler, Altenahr und Kalenborn wieder nach Hause. Es war keine gute Entscheidung. Ich hätte nicht gedacht, wie anstrengend ein Lauf durch den tiefen und frischen Schnee ist. Ich bin auf Wegen gelaufen, die noch jungfräulich vor mir lagen, kein Mensch, kein Auto, niemand hatte den Schnee plattgedrückt. Spätestens kurz vor Altenahr war ich physisch und pyschisch fertig und ich gönnte mir eine Trinkpause in der Shell-Tankstelle meines Lauffreundes Peter Schmitz in Altenahr, um ein wenig zu regenerieren. Aber danach ging es gleichzeitig relativ steil nach oben, in immer tieferen Schnee hinein und es wurde später und später. Ich machte mir Sorgen, weil ich keine Stirnlampe mitgenommen hatte und versuchte, während des Laufens ein paar Freunde zu erreichen, immer mit dem Ziel, meine Botschaft zu übermitteln.
Und diese Botschaft hieß: bitte mache mir einen Gefallen und hole mich in Kalenborn ab!

Aber ich habe niemanden erreicht. Kein Wunder in einer Gegend und einer Jahreszeit, in der man entweder laufen geht oder sich auf einer Karnevals-Veranstaltung betrinkt. Zu Hause jedenfalls war niemand. Also musste ich noch die letzten 12 Kilometer über Esch und Gelsdorf laufen, aber ich entschied mich, einen Teil der Strecke neben der Straße zu laufen, um die Füße nicht so hoch heben zu müssen. Es war kurz vor der Dämmerung, als ich wieder zu Hause war. Trotz allem habe ich diesen Lauf genossen und habe Teile davon am gestrigen Sonntag noch einmal mit meiner Frau Gabi wiederholt, garniert mit einer parallel laufenden anderen Strecke.

All das im sonntäglichen Sonnenschein und nach erneut frisch gefallenem Schnee. Es war fantastisch und wunderschön. Wir sind an Wanderern vorbei gelaufen, haben seltene Exemplare der Spezies „Nordic Walker“ überholt, haben uns vor rund einem Dutzend frei laufender Hunde gefürchtet und haben Kinder gesehen, die jeden Abhang genutzt haben, um Schlitten zu fahren. Ein Sonntag im Schnee …
Schade, dass wir alle nebenbei noch ein wenig arbeiten müssen, sonst würde ich während der ganzen Winterzeit auf den Hügeln um Kalenborn herum meinen Körper bewegen.

Wenn ich nun aber an die bis zu 72 Kilometer-Etappen durch die marokkanische Wüste denke, dann bekomme ich schon gewisse Hemmungen und Ängste. Eigentlich sollten mir 230 Kilometer an 7 Tagen nichts ausmachen, aber wenn es nur durch Dünen geht, dann kommt da noch einiges an zusätzlicher Schwierigkeit dazu, von der Hitze und dem wenigen Wasser abgesehen. Das Schnee-Lauftraining vom Wochenende aber sollte mir beim „Marathon des Sables“ (MdS) helfen und wenn ich dort an die verschneiten Hügel der Voreifel denke, dann wird vielleicht auch die Hitze ein klein wenig erträglicher sein.

Auf jeden Fall habe ich so einen Lauf-Monat hinter mich gebracht, der tatsächlich eine Null bei Wettkampfkilometern stehen hat. Klasse Leistung, TomWingo!
Huub Stevens wäre stolz auf mich!

„NO ARMS, NO LEGS, NO WORRIES!“

Es war der 22. November 2009, der Sonntag direkt nach meinem Geburtstag, als es mal wieder mein Freund René Gräber war, der mich mit einem seiner vielen BLOG-Beiträge motivierte. Es war kurz vor dem harten Weihnachtsgeschäft und mitten in einer Zeit, in der ich mit meiner aktuellen Situation haderte – wieder mal.

Denn der Ultraläufer TomWingo ist ein Weichei. Im Geiste und im „real life“. Kaum ein Zipperlein lasse ich aus und gleich denke ich, dass ich den anderen Läufern gegenüber benachteiligt bin. Ob es meine „L5 Spondylose“ ist, die mir die Ausmusterung beim „Bund“ mit einer glatten „T5“ eingebracht hat und die mir hin und wieder nicht nur das Läuferleben schwer macht, oder ob es meine Fußnägel sind, die sich nach oben wölben und immer für Schmerzen und Sorgen gut sind, stets wünsche ich mir, meinen Körper partiell verändern zu können.

Und da kommt Nick Vujicic und sagt im dritten Teil der unten folgenden Videos: „Ich bin dankbar für meinen Körper und ich würde nichts an mir ändern, wenn ich es könnte!“ Und René Gräber schreibt, dazu, dass Schluss sein muss mit dem Gejammere, wir hätten ein schweres Leben.


Ich habe diese Gedanken von René Gräber schon am 2. Januar in meiner Liste guter Vorsätze (Weg damit!) für das Jahr 2010 übernommen und auch in einem der vielen Links auf den BLOG-Beitrag über Nick Vujicic hingewiesen. Bei der Vielzahl der Links in diesem Beitrag ist die gute Botschaft, die sich dahinter verborgen hat, bei den meisten aber untergegangen.

„Ich bin dankbar für meinen Körper und ich würde nichts an mir ändern, wenn ich es könnte!“ sagt Nick Vujicic – aber wer ist dieser Mann? Er ist Golfer, Surfer, Börsenspekulant und einer der Motivationsredner der Welt, der in der allerersten Reihe der Top-Speaker steht.
Er referiert in der ganzen Welt vor Hunderttausenden von begeisterten Menschen und er bringt dort seine Botschaft den Menschen nahe: Perpektiven, Visionen und Wahlmöglichkeiten („Perspective, visions and choices!“), das sind die Dinge, die uns ausmachen, die unsere Zukunft ausmachen.

Und was schreibt unser aller Lieblingszeitung, die „BILD“, am 1. August 2009 über ihn?

Surfer ohne Arme und Beine

Dieser Mann macht allen Behinderten Mut

Er hat weder Arme noch Beine – trotzdem strotzt Nick Vujicic (26) vor Lebensmut. Er schwimmt, surft und spielt Golf. Als Motivationsredner hilft er Menschen auf der ganzen Welt. Doch das war nicht immer so: Als kleiner Junge versuchte er sich umzubringen, berichtet die britische Zeitung „Daily Mail“.
Nick Vujicic kam ohne Gliedmaßen zur Welt. Der Grund: ein seltener Gendefekt, Phokomelie. Als sein Vater den Jungen zum ersten Mal sah, musste er sich übergeben. Seine Mutter war so geschockt, dass es vier Monate dauerte, bis sie ihr Kind in den Arm nehmen konnte.
Nick Vujicic: „Meine Mutter war Krankenschwester und hat während der Schwangerschaft alles richtig gemacht, trotzdem gibt sie sich noch immer die Schuld.“
Doch die Eltern, strenggläubige Christen, liebten ihren Sohn abgöttisch: „Es war schwer für sie, doch von Anfang an taten sie alles, um mich unabhängig zu machen.“

Heute spielt der Mann Golf, schwimmt wie ein Fisch im Wasser und macht 360-Grad-Drehungen auf dem Surfbrett. Die Surfmeisterin Bethany Hamilton (19) brachte ihm auf Hawaii das Surfen bei.
Binnen 48 Stunden landete Vujicic auf dem Titel der „Surfer Magazins“. Vujicic: „Das hat noch niemand in der Geschichte des Surfens geschafft.“ Und: „Ich habe einen sehr niedrigen Schwerpunkt und daher eine sehr gute Balance.“ Hamilton selbst hatte mit zwölf Jahren einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen – ein Hai riss ihr den linken Arm ab.

• Nick Vujicic wächst in Melbourne (Australien) auf. Bereits mit 18 Monaten bringt ihm sein Vater das Schwimmen bei. Am Oberschenkelansatz hat er einen kleinen Fuß mit zwei Zehen: Er nennt ihn „Drumstick“ (Trommelstock). Damit kann er Fußball spielen und schreiben. Der junge Mann: „Im Wasser nutze ich ihn als Propeller.
• Zu Nicks Hilfsmitteln gehören eine umgebaute Dusche und ein spezieller Rollstuhl. Doch obwohl er vieles allein bewältigen kann, braucht Vujicic ein Team von Helfern. Seine Eltern unterstützen ihn, wo sie nur können.
• Mit sechs Jahren lernt er, mit seinem Fuß einen Computer zu bedienen. Er besucht eine normale Schule, wo er jedoch grausam gemobbt wird.
• Als Schüler ist er schließlich so verzweifelt, dass er sich das Leben nehmen will: Mit zehn Jahren versucht er sich in der Badewanne zu ertränken, doch der Versuch misslingt.

Sein Glaube, seine Familie und Freunde halfen Nick Vujicic, sich im Leben doch noch als Gewinner zu fühlen.

Heute hat er einen Studienabschluss als Finanzberater und spricht als Motivationsredner vor tausenden Menschen. 24 Länder hat er schon bereist und lebt jetzt in Los Angeles. 1990 erhielt er in Australien sogar die Auszeichnung „Young Citizen of the Year Award“ für seinen Mut und seine Ausdauer. Im Herbst 2009 erschien sein erstes Buch, Titel: „Keine Arme, keine Beine, keine Sorgen“.
Nick: „Ich habe mich entschieden, dankbar zu sein für das, was ich tun kann und nicht wütend zu sein über das, was ich nicht tun kann.“

Das Video in drei Teilen, das mich so bewegt hat (nimm Dir die Zeit, die drei Teile anzusehen und ihm gut zuzuhören, es lohnt sich wirklich!):

Teil 1:

Teil 2:

Teil 3:

Respekt, Nick, Respekt. Und jetzt will ich nicht mehr über mögliche Blasen beim „Marathon des Sables“ (MdS) oder über die Strapazen bei der „TorTOUR de Ruhr“ (TTdR) oder dem „La Petite Trotte à Léon“ (PTL) lamentieren, sondern das alles annehmen. In Demut.

Der Wille zum Siegen ist nichts ohne den Willen zum Trainieren …

… aber wie besiegt man den „inneren Schweinehund“, der einen manchmal dazu bringt, eine Couchpotato zu sein?

In vielen Laufforen lese ich ständig davon, dass der wirkliche Wille zum Trainineren nicht gegeben ist, dass das Laufen scheinbar keinen wirklichen Spaß macht, sondern eher ein Kampf gegen sich selbst ist. Wie aber schafft man es, dass scheinbar wenig attraktive Dinge wirklich gerne gemacht werden?

Ich denke da an die Kindererziehung. Da gibt es ja oft Dinge, die Kinder machen müssen und es ist für Eltern immer eine Gratwanderung zwischen den Überlegungen, Zwang auszuüben und den Überlegungen, die Sache eventuell doch selbst zu erledigen, vor allem, wenn es sich um eine Kleinigkeit wie das Geschirr waschen oder das Tisch eindecken handelt.

Amerikaner, die Mädels und Jungs, die mitten im Spaß-Land wohnen, habe da eine ganz einfache Einstellung zu solchen Dingen. Sie sagen ganz einfach:
„Make them having fun doing something!“
Einfach gesagt, ist es aber auch einfach umzusetzen?

Ein großes gesellschaftspolitisches Problem ist, dass die Menschen immer dicker werden. Mangelnde Bewegung, falsche und zu üppige Ernährung, Stress und die allgegenwärtigen „Helferlein“ sind daran schuld. Gerade die „Helferlein“ sind es dabei, die die Menschen beqeuem machen. Wenn man auf diese „Helferlein“ verzichten würde, dann wäre schon ein großer Schritt in Richtung „bessere Volksgesundheit“ getan.

Wenn Aufzüge keine Verwendung finden würden, wenn Rolltreppen nicht benutzt würden, wenn die Rohrpost das Schreiben nicht von Abteilung zu Abteilung transportieren würde, wenn Autos erst ab ein paar Kilometern Distanz funktionieren würden und wenn die Flughäfen dieser Welt keine Laufbänder hätten …

Einem Unternehmensberater, dem ich auf Twitter gerne folge (Danke an RKoppWichmann) hat mich Ende vergangener Woche auf die „The Fun Theory.com“, auf schwedisch „Rolighetsteorin.se“ hingewiesen. Stelle Dir einen U-Bahn-Ausgang nach oben vor, rechts befindet sich eine Rolltreppe und links ist eine breite und einladende Treppe hinauf auf das Straßenniveau. Gehst Du nun nach rechts und lässt Dich hochrollen oder gehst Du nach links, um die Treppen zu Fuß zu nehmen? Und die anderen um Dich herum, wofür entscheiden die sich? Ganz sicher werden sich die meisten Menschen für die Rolltreppe entscheiden, auch wenn sie keine Koffer oder anderes schweres Gepäck zu tragen haben.

Wie schafft man es also, dass die Mehrheit der Passanten jetzt nach links geht, die Treppe nimmt und damit ein wenig Gutes für die Gesundheit tut? Geht das überhaupt?
Ich hatte dazu keine Idee. Und aus dem Treppensteigen einen Spaß machen? Wie soll das funktionieren?

Kurzum: es geht. Und zwar ganz einfach.

Nämlich so:

Ich war beeindruckt. Und Du?