Wenn Du gestern um 15.30 Uhr im MDR die Sendung „BIWAK“ verpasst hast …

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…, die sich mit den armen Irren auf der Spitzhaustreppe in Radebeul befasst hat, dann kannst Du den Film hier noch nachträglich ansehen.

Entstanden ist und gesendet wurde ein wirklich interessanter Filmbericht, der in drei Teilen auf die gesamte Sendung verteilt wurde und der die Stimmung auf der Treppen gut einfing. Ich finde ihn sehenswert und lohnend.
Aber beachte bitte: wenn Du Dir die Sendung „BIWAK“ ansiehst und plötzlich das Thema „Volksmusik“ kommt, dann denke nicht, dass der Bericht von der Treppe schon vorbei wäre. Nein, es geht weiter.
Und verzweifle nicht wegen der schrägen Töne, sondern schiebe den Fortschrittsbalken einfach nach rechts bis es wieder schön wird für die Augen und erträglich für die Ohren.

Und das gleiche machst Du, wenn später dann plötzlich das Thema „Richtiges Fahren von Wohnmobilen auf einem Testgelände“ kommt. Auch danach folgt ein weiterer Teil der Geschichte über den „Sächsischen Mt. Everest Treppenmarathon 2010“ der vergangenen Woche.

Besonders interessant ist die Sendung für Michael Eßer, für Rainer Wachsmann, für Ulf Kühne und auch für HUPSI aus Berlin, aber irgendwann sieht man wirklich jeden, der bei diesem Event dabei war.
Ich sage an dieser Stelle ein herzliches „DANKESCHÖN“ an den Twitterer Jens Friebe, Twitter-Name SAUHUNDBESIEGER, der mich auf die MDR Mediathek hingewiesen hat.

Was schwätz‘ ich die ganze Zeit: Twitter ist halt einfach eine verdammt tolle Sache!

MdS 4: „Das kleine Schwarze mit den hochhackigen Pumps?“

Der „Marathon des Sables“ (MdS) ist so etwas wie eine Modenschau. Oder etwas wie ein Testgelände für Laufklamotten. Wahrscheinlich aber ist der „Marathon des Sables“ beides.

Eine der wichtigsten Fragen vor dem Event war für mich die nach den Laufklamotten, in denen ich laufen will. Sechs Etappen, sieben Tage lang sollen sie kühlen, Schutz vor der Sonne geben und sie dürfen keinesfalls irgendwo scheuern. Na ja – und gut aussehen sollen sie natürlich auch noch, man weiß ja nie, wozu man das braucht.
Bei jeder anderen Laufserie hätte ich eine Batterie Laufshirts und zumindest drei, vier Laufhosen sowie ein Dutzend Brillen eingepackt.
Bei jeder anderen Laufserie hätte ich jeden Tag frische Sachen angehabt – und jeden Tag etwas anderes.
Bei jeder anderen Laufserie hätten die Veranstalter uns das Gepäck stets von Etappenstart zu Etappenziel transportiert und sich bei mir gewundert, warum ich stets mehr Sachen dabei habe wie die Anderen.
Aber beim „Marathon des Sables“ ist eben alles anders – da bist Du allein auf Dich gestellt und Du weißt: ein Satz Laufklamotten muss reichen, also wähle bewusst!

Und wenn Du sieben Tage lang die gleichen Sachen anhaben musst, dann wirst Du richtig nervös. Ich wurde es zumindest. Und ich fühlte mich wie „Dumpfbacke“ Kelly Bundy aus „Eine schrecklich nette Familie“ (Amerikanischer Originaltitel: „Married with Children“) am Samstag Abend vor dem Kleiderschrank, immer wieder fragte ich mich, was ich wohl anziehen sollte. Ich las viel über Laufklamotten im Internet, wusste, was andere ausgewählt hatten, aber ich war mir auch im Klaren, dass bei mir manches anders ist.


Ich habe große Angst vor der Sonne – und das, obwohl mir das Schicksal ein paar südländische Gene eingepflanzt hat. Für mich war also klar, dass ich entweder mit einem langen Shirt oder mit Armlingen laufen werde. Ich schwitze lieber als dass ich Angst haben muss, mir einen Sonnenbrand zu holen, aus dem am langen Ende irgendwann vielleicht sogar Schlimmeres entstehen könnte.
Die Beine sind bei mir wie bei den meisten Läufern vollkommen unempfindlich, da wollte ich also kurzbehost durch die Wüste tingeln.
Aber oben herum? Ich schwankte und probierte, zog mich immer wieder an und aus, ich diskutierte mit vielen, die den „Marathon des Sables“ schon gefinished hatten und ich las viel und dann kam mit das Glück zu Hilfe.

In der „Nacht der Entscheidung in Lilienthal“ hatte ich zum ersten Mal von X-BIONIC gelesen. Und wir bekamen beim Start ein schwarzes Schweißband für den Arm, das mir gut gefallen hatte. Besonders hatten es mir die orangenen Einschlüsse angetan, die nur sichtbar werden, wenn das Schweißband ein wenig gedehnt wird.
Und dann war da auf der Marathon-Messe in Rom am Tag vor dem Start dort ein großer Stand von X-BIONIC und ich habe mir die Sachen mal genauer angesehen. Ganz spontan habe ich mich entschlossen, mir dann die Armlinge zu holen, die ich wirklich cool fand, am Ende des Beratungsgesprächs habe ich mich von dem netten italienischen Verkäufer am Stand überzeugen lassen, vom Kopf bis zum Fuß in X-BIONIC zu laufen.
Eine Kappe speziell für die Wüste, ein kurzes, aber cooles Oberteil mit leichten Kompressionseigenschaften, die Armlinge, die mir so gut gefallen haben, eine ganz weiche Laufhose in dem für X-BIONIC typischen Riffelmuster, kurze Socken, die sogar doppelwandig sind, um die Reibung im Schuh zu reduzieren und dann noch zwei Sachen, die ich aber in der Wüste gar nicht gebraucht hatte: die Beinlinge kamen nicht einmal bei der Nachtetappe zum Einsatz, weil die Nächte viel wärmer waren als ich sie befürchtet hatte und die langen Kompressionsstrümpfe habe ich auch zuerst am vergangenen Wochenende getragen.
Unter dem Strich war es eine recht gewaltige Rechnung, aber der Messepreis half mir, diese Entscheidung dennoch so zu treffen.

Natürlich war meine Sorge, hier eine riskante Entscheidung getroffen zu haben und am Ende der einzige Marathon des Sables – Läufer zu sein, der sich für diese Lösung entschieden hat. Aber weit gefehlt: ich war erstaunt, wie viele Läuferinnen und Läufer sich ähnlich wie ich entschieden haben, wenngleich die gewählten Farben oft anders waren als die von mir gewählten dunklen Farben. Aber als, wie die Farb- und Stilberatung sagen würde, „Wintertyp“ muss ich ja viel schwarz tragen. Das tue ich ja auch im zivilen Leben. Schwarz oder klare, kräftige Farben.

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Gewaschen habe ich die Sachen nach der vierten Etappe ein Mal. In einer aufgeschnittenen Wasserflasche habe ich die von Sand und Salz verschmutzten Sachen gebadet, ein Waschmittel hatte ich ja nicht. Aber am nächsten Tag, als alles wieder trocken war, war ich froh, wieder einigermaßen frisch auszusehen und mich auch so zu fühlen. Dennoch bin ich heute, mehr als eine Woche nach dem Event, noch immer erstaunt, wie wenig Salzränder man dort gesehen hat, wie angenehm diese Sachen zu tragen waren. Klar, dass ich diese neu erstandenen Dinge auch gleich mit auf die Radebeuler Spitzhaus-Treppe mitgenommen habe. Und beim „Oberelbe-Marathon“ (OEM) werden sie mich voraussichtlich auch begleiten, dann aber ohne die Armlinge, dafür aber wieder mit dem super schönen Schweißband.

Und wie „Dumpfbacke“, die am Samstag Abend die Klamotten sowieso nur so auswählt, dass sie den Jungs in der Abend-Disco gefällt, fühlte ich mich auch wohl und ich fand, dass ich einigermaßen cool aussah – für einen Mann fortgeschrittenen Alters, versteht sich.

Die andere wichtige Frage, die sich mir stets vor dem „Marathon des Sables“ gestellt hat, nämlich die: „Was esse ich an diesen sieben Tagen?“ werde ich in der nächsten Woche beantworten. Auch hier ist einiges anders, weil ich ja bekanntermaßen weder Fleisch esse noch Kaffeeprodukte zu mir nehme. Aber es gibt ja für alles eine Lösung …

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Also gut, einigen wir uns auf „unentschieden“ …

Wie der schwarze Ritter im fairen und unerbittlichen Kampf gegen König Arthus in Monty Phyton’s „Die Ritter der Kokosnuss“ ein klares „unentschieden“ aus dem Schwerter kreuzen herausgeholt hat, ging auch das Duell TomWingo gegen die Spitzhaustreppe ebenfalls unentschieden aus.

Während die Spitzhaustreppe geglaubt hat, ich würde wegen der brennenden Hacken erst gar nicht starten, habe ich sie eines Besseren belehren können. Obwohl die Blasen vom „Marathon des Sables“ (MdS) höllisch weh taten, als ich nach knapp einer Woche in Haus-Schlappen erstmals wieder Schuhe angezogen hatte, bin ich guten Mutes auf die lange Reise über die 39.700 Treppenstufen gegangen. Aber ich wusste von Anfang an, dass der Lauf unter diesen Bedingungen sehr, sehr schwer werden würde.
Erstaunlicherweise nahmen die Schmerzen an den Hacken schnell ab, man gewöhnt sich eben an alles, wenn der Körper voller Adrenalin und voller Endorphine ist …

Aber ein neuer Schmerz kam dazu, mit dem ich gar nicht mehr gerechnet hatte: bei der langen Etappe des „Marathon des Sables“ bekam ich in etwa nach der Hälfte der 82 zu absolvierenden Kilometer einen permanenten Stich in das linke Knie, der nicht wieder aufhörte. An den beiden nachfolgenden, kürzeren Etappen allerdings traten diese Schmerzen nicht erneut auf, sodass ich glaubte, es läge vor allem an dem permanent schiefen Auftreten auf die Dünen, das Sehnen und Bänder enorm belastet hat. Aber auf der Spitzhaustreppe waren diese Schmerzen wieder da.
Ob es an der schiefen Straße lag, die nach der Spitzhaustreppe zu laufen war?

„Leer wie ein Eimer“ aber war ich noch muskulär. Aber ich wusste es nicht, noch nicht. Als ich jedoch meine Runden zog und sehr konsequent Rundenzeiten von 12 Minuten erlaufen habe, merkte ich spätestens ab der 20. Runde, dass die Oberschenkel dieser Belastung nicht standhalten würden, sie begannen, leicht zu krampfen. Nach knapp 4 Stunden hatte ich 20 Runden gedreht, nach knapp 5 Stunden hatte ich 25 Runden hinter mir – und die Nase voll.

Mein Lauffreund Michael aus Köln hatte wegen einer Fußball-Blessur schon aufgehört zu laufen und da ich kein Auto in Radebeul stehen hatte, war er auch mein Ticket für die Heimfahrt. Die Laune im Keller, Schmerzen in den Hacken, Schmerzen an den kleinen Zehen des rechten Fußes, Oberschenkel, die weh taten und mir sagten, dass ich, wenn ich wenigstens den Marathon hinter mich hätte bringen wollen, viel zu leiden hätte, die Aussicht auf ein Frühstück zu Hause mit der Familie, alles drehte sich bei mir in jener 25. Runde.

Und ich sprach mit der Spitzhaustreppe und schlug ihr vor: „Also gut, einigen wir uns auf „unentschieden“ …“

Und so sind wir verblieben und wir werden unser Duell fortsetzen – in einem der nächsten Jahre. Noch 39.700 …

Es gibt Tage, an denen ich weinen könnte …

… heute ist beispielsweise so ein Tag gewesen.

Nicht, weil ich mit jedem Tag, der vergeht, nervöser werde und immer mehr unbeantwortete Fragen über den Marathon des Sables (MdS) finde.
Fragen, was ich in der Nacht trage, Fragen, welche Strümpfe, welche Armlinge und welche speziellen Wüstenteile ich wähle. Fragen, was ich an diesen sieben Tagen essen soll, worauf ich mich bette und ob das, was ich mir vorstelle, auch wirklich alles richtig ist und Fragen, ob ich das ganze Gewicht werde stemmen können.

Nein, ich hatte Tränen in den Augen wegen etwas anderem.

Auf FACEBOOK hat mich heute der große Achim Achilles von sich aus auf die Kontaktliste gefügt, das motiviert schon sehr. Aber sollte es mir Tränen der Freude und des Glücks in die Augen treiben?
Das nun auch wieder nicht, obwohl wir Läufer alle stets aufs Neue von seinen Geschichten erfreut werden. Wir alle kennen den „Klemmbrett-Karraß“, seine Frau Mona und seine Probleme mit dem Laufen, wo jede einzelne Geschichte aus unserem eigenen kleinen unwichtigen Läuferleben sein könnten. Und wir alle denken über Walker das, was Achim für uns vordenkt.

Nein, die Tränen in die Augen trieb mir ausgerechnet die freundliche Postbotin der Deutschen Post AG, die jeden Tag bei uns ins Büro kommt, um uns mit unserer Post zu versorgen. Und in dieser Post war etwas drin. Für mich. Für mich ganz allein.
Es war ein Buch des Verlages Groh „Ich drück dir fest die Daumen!“
Und an dem Buch hing noch etwas, ein kleines Kamel von NICI beauties:
Und ein Brief war dabei, ein Brief meines lieben Läuferfreundes Kurt Süsser, derjenige unter uns, der stets erst an die anderen Menschen denkt und erst danach an sich selbst.

Kurt ist auch derjenige, mit dem ich eigentlich diesen Wüstentrip geplant hatte. Und er hätte mich auch begleitet, wenn seine Frau nicht eine so schwere Lebensprüfung erlitten hätte, eine Lebensprüfung für beide, die auch Kurt mehr zu Hause hält als ihm lieb ist. An dieser Stelle schicke ich „gute Gefühle“ Richtung Ulm. Gute Besserung, Cherie!

„Viel Glück!“ steht handschriftlich im Buchdeckel innen.
Mit „Ich wünsche Dir viel Glück und Erfolg, …, großes Abenteuer, neue Eindrücke und Erlebnisse …“ beginnt der beiliegende Brief. „Das Kamel ist dafür, dass Du immer genügend zu trinken hast …,“ steht da weiterhin. Gerade das Trinken ist so wichtig und ein großer Teil meiner Sorgen, mit dem Kamel aber sollte es einfacher werden. Und Kurt weiter schreibt von einer Oase, damit ich immer einen Lichtblick in der Wüste hätte und auch wenn ich mit den Augen nur Sand sehen könnte, so würde meine Seele und meine Vorstellungskraft das sehen und spüren, was ich möchte. Wie lieb und wahr!

„Ich wollte so gern mit Dir zusammen laufen,“ schreibt Kurt und sagt, dass er mit mir gemeinsam diesen Lauf gemeistert hätte. Daran zweifle ich keine Sekunde, Kurt ist ein erfahrener Ultraläufer, dem ich meist nur hinterher schauen kann.
Zuletzt tat ich das beim Rennsteiglauf 2009 und auch beim Trans Alpine Run 2008 haben Kurt und sein Laufpartner Walter stets besser abgeschnitten als das „TEAM ERIMA SPORTSWEAR“, das aus Heiko und aus mir als Bremser bestand.

Mit den Worten „Ich werde … jeden Tag an Dich denken“ endet der Brief.

Lieber Kurt, ich werde das gleiche tun. Und ich werde das Kamel mit auf die große Reise nehmen, am Rucksack befestigen und bei jedem Schluck Wasser noch ein paar „gute Gedanken“ Richtung Deutschland schicken.

Danke für diese Tränen, Kurt, das hat mich heute stolz und glücklich gemacht.

Am Wochenende gibt es original fränkischen Pfefferkarpfen …

Pfefferkarpfen mit Polenta – Muffins

Pfefferkarpfen:
Die Karpfenstücke mit Knoblauch einreiben, salzen und pfeffern und in eine feuerfeste Auflaufform legen, dazwischen die Erdäpfelscheiben, Zwiebel- und Paprikaringe und die Karottenstücke geben.
Das Ganze mit Wasser aufgießen, sodass die Filetstücke bedeckt sind. In weiterer Folge den Saft der Zitrone, einige Pfefferkörner, 1 EL Butter und den halben Suppenwürfel dazugeben.
Zum Schluß alles mit gehackten Kräutern bestreuen, mit Alufolie abdecken und ins Backrohr bei 200 Grad Celsius für 40 bis 50 Minuten geben.

Polenta – Muffins:
1/2 Liter Milch, 1/2 Liter Wasser, 3 Eckerlkäse und Salz zum Kochen bringen.
250 g Maisgrieß einrieseln lassen und ca. 10 Minuten auf kleiner Stufe quellen lassen, öfters umrühren. Danach gehackte Kräuter und 50 g Parmesan dazugeben und etwas stehen lassen.
Zwischenzeitlich ein Muffinsbackblech einfetten und mit Brösel ausstreuen, die Polentamasse dann einfüllen und bei ca. 200 Grad 20 bis 25 Minuten im Rohr backen.

Schwierigkeitsgrad: leicht
Personen: 4
Zubereitungszeit: 50 Minuten
Vorbereitungszeit: 30 Minuten
Zutaten:
2 St Karpfenfilets in portionsgroße Stücke geschnitten, Salz, Pfeffer nach Geschmack
1/2 St Suppenwürfel, Knoblauch, 1 St Zwiebel (in Scheiben/Ringe geschnitten)
2-3 St kleinere Erdäpfel (in Scheiben geschnitten)
1 EL Butter, Saft einer Zitrone, gehackte Kräuter, Pfefferkörner
je 1 St roter Paprika, Karotte (geschnitten)


Du weißt ja vielleicht, dass ich ein gebürtiger Franke bin, ein Nürnberger, um genau zu sein. Ich weiß aber nicht, ob ich an einem Freitag geboren wurde, aber falls es ein Freitag gewesen sein sollte, dann gab es zu Mittag bestimmt eine typisch fränkische Spezialität: den fränkischen Pfefferkarpfen.

Als Baby hatte ich sicherlich auf den Pfefferkarpfen wenig Lust, wahrscheinlich war mir ein Gläschen mit Karottenmus oder Griesbrei lieber. Und am Wochenende, wenn es wieder fränkischen Pfefferkarpfen gibt, werde ich wohl auch nicht mitschlemmen, sondern einen vegetarischen Gemüseauflauf bevorzugen. Die fränkischen Pfefferkarpfen überlasse ich den 29 anderen Läufern und den 5 Helfern, sie werden sich das Essen durch fleißiges Laufen redlich verdient haben.

Wobei wir beim Laufen wären, beim Pfefferkarpfen-Lauf. Im Steppenhahn-Forum habe ich zuerst von diesem Lauf gelesen, als sich ein paar Läufer darüber gestritten haben, ob es nun der Pfefferkarpfen-Lauf oder der Pfefferkrapfen-Lauf sei. Als Franke war mir natürlich klar, dass es sich um den Fisch handeln musste, aber einen Krapfen (Berliner), gefüllt mit frischem scharfen Pfeffer, inspiriert auch sehr. Ich liebe ja bittere Schokolade, die mit Chili gefüllt ist, vielleicht wäre ich auch ein Fan dieser neuen Backspezialität?
Mitte der Woche erzählte mir dann mein lieber Laufkumpel Kurt Süsser, dass er am Wochenende beim Pfefferkarpfen-Lauf dabei wäre. Er war es auch, der mir die entsprechende Einladung besorgt und so mein Mitlaufen möglich gemacht hat.

So geht es am Samstag 54 Kilometer lang als Gruppenlauf von Nürnberg-Schnepfenreuth Richtung Pommersfelden. Dort gibt es im Pommersfeldener Hotel „Grüner Baum“ für die Läufer und die Helfer eben diesen fränkischen Pfefferkarpfen. Und nach einer wahrscheinlich kurzen Nacht geht es dann am Sonntag wieder die 54 Kilometer zurück nach Nürnberg. Aber am Sonntag heißt es dann, sich zu sputen, damit ich mein Tennisspiel um 20 Uhr in Bad Neuenahr nicht verpasse.

Die ganz besondere Freude aber hatte ich heute, als die Teilnehmer-Liste per Mail erhielt. Außer dem Veranstalter Olaf Schmalfuß und Kurt Süsser sind weitere 27 Läuferinnen und Läufer dabei. Nicht alle Namen sagen mir etwas, aber auf manche freue ich mich ganz besonders.
Vor allem freue ich mich auf den lieben Gottfried „Gotti“ Oel, den ich 2009 beim SwissJuraMarathon kennen- und schätzen gelernt habe, lies dazu mal meinen Bericht „Vom ersten bis zum letzten Tag“. Wir werden sicher viel zu tratschen haben …

Klaus Neumann, der König der Ultra-Marathons, ist auch dabei. Ihn habe ich zuletzt beim Sondershausener „Unter-Tage-Marathon“ gesehen. Bewundernswert und rekordverdächtig sind seine 109 Ultra-Marathons im Jahr 2009, einfach sensationell.
Als Teilnehmer des „TransEurop-FootRace“ kamen alleine dadurch letztes Jahr 72 Ultras auf sein Konto und so beschloss er, in 2009 die 100 Ultras voll zu machen und da muss er sich wohl irgendwann ein wenig verzählt haben …
Ich erinnere mich bei Klaus auch seine Antwort auf meine erste Frage an ihn. Es war beim Eisweinlauf vor einigen Jahren und ich hatte eben erst erfahren, dass Klaus drei Mal Spartathlon und zwei Mal Badwater erfolgreich hinter sicht gebracht hat. Ich nannte das „cool!“ Klaus aber antwortete: „Nein, nicht cool. Das war heiß, extrem heiß!“

Den letzten Mitläufer, den ich erwähnen will, ist Alexander von Uleniecki aus Berlin. Mit ihm habe ich mich in den letzten Wochen ein paar Mal per Mail ausgetauscht, weil er der Ausrichter der „Berliner Mauerläufe“ ist. Ich bin sehr froh, ihn bei dieser Gelegenheit auch persönlich kennen zu lernen. Interessant ist es übrigens, die Teilnehmerliste der Mauerläufe anzusehen. Viele der Läuferinnen und Läufer des kommenden Wochenendes finden sich dort wieder. Ich bin also umgeben mit hervorragenden Läuferinnen und Läufern, Menschen mit viel Erfahrung und interessanten eigenen Geschichten.

Vielleicht erzähle ich an dieser Stelle die eine oder andere davon in den nächsten Wochen, aber nur, wenn die Läufer nicht so still sind wie die fränkischen Pfefferkarpfen, die am Samstag Abend bei den meisten von uns auf dem Speiseplan stehen.