Eine „eierlegende Wollmilchsau“ ist es natürlich nicht, das TomTom Lauführchen, aber sollte das einen Vegetarier stören? Eier? Milch, Dairy Products? Schweinefleisch? Muss ich alles nicht haben. Ich will es in der Ernährung eher so, wie es die Amerikaner für ihr ganzes Leben empfehlen:
„K I S S“ – „Keep it simple, stupid“.
Ich war erstaunt, als mir angedient wurde, die brandneue TomTom Laufuhr zu testen. Zwar war und bin ich nicht der Erste, der das tut, aber eine solche Uhr selbst einem solchen Test unterziehen zu dürfen hat mich doch sehr gefreut. Und sie kam dann auch per Post, gleich am nächsten oder am übernächsten Tag.
Schon beim Auspacken dachte ich, dass die Uhr anders ist. Feiner, schöner, farbenfroher, variabler, Und sie ist auch leichter.
Eigentlich ist sie ideal auch als ganz normale Uhr zu tragen, dachte ich. Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich seit mindestens einem Vierteljahrhundert – ja, ich bin schon so alt – keine normale Uhr mehr trage. Ich schaue lieber auf mein Mobiltelefon, wenn ich die Uhrzeit wissen will. Und die, wie ich finde, oft peinliche Protzerei, die sich oft mit dem Uhrenkauf und Uhrenbesitz verbindet, brauche ich auch nicht, will ich auch nicht.
Mir ist es stets ein Rätsel geblieben, wie jemand 20.000 EUR für ein mörderschweres und abgrundhässliches Zuhälterteil von Rolex ausgeben kann. Und selbst die feinen, edlen Nobeluhren. wie die berühmte Wendeuhr „Reverso“ von Jaeger-LeCoultre beispielsweise, erwecken in mir nicht einmal ein Zucken.
Nein, sage ich, Uhren, Rennautos, Zigarren und all diesen Kram überlasse ich den echten Männern unter uns.
Aber die TomTom Laufuhr ist da anders. Vielleicht ist es schon der Name, der mich fasziniert, vielleicht ist es auch einfach das moderne und geradlinige Design, das anspricht, aber diese Uhr habe ich seither nicht wieder ausgezogen. Nicht beim Laufen, nicht im privaten Leben, nicht auf der Arbeit und auch nicht in der Nacht beim Schlafen.
Die TomTom Laufuhr ist ja eigentlich gar keine Laufuhr. Sie ist eine Multifunktionsuhr, ideal auch zum Radfahren geeignet. Wenn ich mir da ansehe, wie kompliziert das Anschnallen der Uhr bei Garmin und Co. funktioniert und wie logisch und einfach es bei diesem Modell ist! Der Grund liegt im Wesentlichen daran, dass man sich erst einmal des eigentlichen Armbandes entledigt. Das ist nämlich immer das, was stört. Und man ersetzt es durch ein leider weit weniger schönes Gummiteil, das aber sehr funktional ist.
Das Schwimmen mit der Uhr werde ich aber erst in den nächsten Tagen und Wochen testen können, das aber wird nachgeholt. Und da freue ich mich darauf.
Ich habe seither zwar jeden meiner wenigen Läufe mit der Uhr bestritten, aber in meinem Regenerationsmonat September war ich ja eher körperschonend unterwegs. Ich werde die TomTom Uhr aber beim langen Lauf über den Hermannsweg dabei haben. Da werden sich auch Sachen zeigen wie Speicherkapazität und auch die Akkuleistung.
Aufgefallen ist mir bisher, dass die Bedienung anders ist wie man das von anderen Uhren kennt. Ich finde sogar, dass sie nicht wirklich intuitiv ist. Aber dennoch habe ich das Ding dann schon am ersten Abend nach Erhalt beim Trainingsläufchen mit dem TV Altendorf-Ersdorf dabei gehabt. Und es wurde gleich bestaunt.
Mein erster Eindruck nach kurzer Zeit ist, dass ich den einen angezeigten Wert, den ich sehe, sehr gut finde. Das Umschalten auf die anderen Werte allerdings finde ich kompliziert. Wie das gehen soll, ohne langsam zu werden, wenn der Läufer am Limit läuft und die Atemfrequenz hoch, die Intelligenz aber situationsbedingt niedrig ist?
Aber so sind sie halt, die alten Männer. Neue Techniken lernen die eben nur noch sehr schwer.
Und man muss eben auch einräumen, dass beides eben nicht geht: eine schlanke Uhr mit nicht überdimensioniertem Display und alle wichtigen Daten im „first view“ Bereich.
Bei meiner Garmin Forerunner 310 habe ich stets vier Werte im Blick, meist die gleichen, manchmal aber stelle ich die Darstellung um.
Vor allem die Information, in welcher Höhe über dem Meeresspiegel ich gerade bin, brauche ich beim üblichen Trainingslauf nicht, aber die Laufzeit, die Laufgeschwindigkeit, die kumulierte Laufgeschwindigkeit und die zurückgelegte Strecke sind mir schon einigermaßen wichtig. Aber in den Bergen muss dann meist die Laufgeschwindigkeit eine Etage tiefer in den „second view“ Bereich rutschen, weil mir da das Wissen um die Höhe schon wichtig ist, damit ich mir die wenigen Kräfte noch so einteilen kann, dass ich es noch bis zum nächsten Gipfel schaffe.
All das fällt bei der TomTom Multifunktionsuhr aber schwer, dafür aber ist sie optisch ansehnlich und sie macht auch mit einem Sportsakko eine gute Figur.
Keine „eierlegende Wollmilchsau“ ist sie also. Aber das wäre ja auch ein wenig zu viel verlangt.
Von jetzt an werde ich sie fünf Wochen lang intensiver testen als bislang, die Laufumfänge werden sich ja nun auch wieder steigern. Und dann berichte ich erneut.
Egal aber, wie dieser Test ausgehen wird, eines bedauere ich schon jetzt.
Tom muss die TomTom wieder abgeben. Am 18. November, an Tom’s Geburtstag.
Ab dann wird Tom wieder ohne TomTom unterwegs sein müssen …

Oder ein anderes Beispiel: wenn
Welche Läufe tummeln sich dort alle auf dem Hermannsweg!
Als ich 2012 für The North Face ein wenig über deren Läufer und meinen alten Trans Alpine Run – Laufpartner Heiko Bahnmüller schreiben durfte, lernte ich zuerst Judy Ng, die für Denis Wischniewski’s Trail Magazin schrieb und dann ihren Lebenspartner Thomas Bohne kennen. Thomas ist ein junger und sehr schneller Läufer, auch in der unsäglich nassen Nacht von Chamonix 2012. Und Judy, Thomas und ich verstanden uns spontan ausnehmend gut.
Außergewöhnlich war auch die Idee der beiden, mitten in Chamonix ein „Deutsches Haus“ einzurichten. Mit der Unterstützung des Trail Magazins, von Patagonia, Erdinger Weißbier Alkoholfrei und 4Deserts.com wurde also ein großes Chalet gemietet, in das sich deutsche Athleten und Medienvertreter einmieten konnten. Und ich war wohl der erste Läufer, der dafür zugesagt hatte. Dabei ging es den beiden darum, eine Anlaufstelle für die doch relativ wenigen vor Ort weilenden deutschen Teilnehmer zu schaffen. Eben so, wie man es beispielsweise auch von den Olympischen Spielen kennt.
Als ich am Sonntag vor dem UTMB am frühen Abend endlich in Chamonix ankam, brauchte ich schon eine Weile, um das „Deutsche Haus“ zu finden. Eine verdächtige schwarz-rot-goldene Fahne hat mir aber schließlich doch verraten, welches der vielen Chalets damit gemeint war. Außer Judy, Thomas und Marius Keil war noch niemand da, ich bezog mein Einzelzimmer, richtete mich ein und gewöhnte mich langsam an das weiche und sehr hohe Bett.



Aber Eberhard war, außer Läufer zu sein, noch mehr. Bergsteiger, Abenteurer mit einem hohen Ziel, dem höchsten, dass man auf dieser Erde anstreben kann. Henk hatte keine hohen Ziele, seine Höhenangst hinderte ihn, von der Welt über den Wolken zu träumen.
Als der Nepalese Tenzing Norgay Sherpa und der Neuseeländer Sir Edmund Hillary 1953 den Gipfel zum wahrscheinlich ersten Mal in der Menschheitsgeschichte betraten, war die Regenzeit noch etwas später, seit Jahren aber kommt sie früher und früher, eine der vielen Folgen der Klimaerwärmung.









