Im unteren Kompetenzbereich differenzierter werden …

Am 21. September 2010, in der Hochphase der Diskussion über die Thesen des „Thilo Wunderlich“, in einer Zeit, als frankophile Bankenchefs Vererbung und Prägung durcheinander warfen, fiel mir ein wirklich guter Artikel von Harald Martenstein zum Thema Integration auf.

Er erschien in meiner liberalen Lieblingszeitung, der „ZEIT“ und auf „ZEIT ONLINE“.

Der Artikel war prägnant und lustig zugleich und heute, nach dem zeitlichen Abstand von zwei Monaten, will ich ihn hier auch einmal zeigen. Natürlich danke ich vor allem der „ZEIT ONLINE“ und verweise höflich darauf, dass Du Dir den Bericht hier auf „ZEIT ONLINE“ auch ansehen kannst.
Es geht um die Lieblingsthemen deutscher Schüler, um die Fähigkeit zum Lesen und die Fähigkeit von Verantwortlichen, Hürden so zu bauen, dass man sie auch tatsächlich überspringen kann.
Ob die Trainer in den Leichtathletikvereinen sich allerdings der Überlegung anschließen, dass dem Sportler, der beim Hochsprung immer frustriert scheitert, geholfen werden kann und muss, vermag ich nicht zu sagen.

Viel Spaß beim Lesen!

(Klicken zum Vergrößern … )

 

Wiederholung: 9/11 – der Tag, der unser aller Leben änderte …

Und wieder ist der 11. September, ein Tag, der in meinen Gedanken genauso unauslöschbar verankert ist wie ein 17. Juni, ein 3. Oktober oder ein 9. November.
Und wie der 9. November, der genauso die überschwängliche nationale Freude am Mauerfall symbolisiert (1989) wie auch die nationale Schande der Reichsprogromnacht, in der jüdische Synagogen in ganz Deutschland brannten, jüdische Häuser und Geschäfte geschändet und 91 Menschen getötet wurden und die von den Nazis dann verharmlosend „Reichskristallnacht“ genannt wurde (1938), symbolisiert für mich der 11. September das Entsetzen und Mitgefühl gleichermaßen wie auch den Verlust des Glaubens an die Gerechtigkeit und an die politischen Eliten.

Denn was am 11. September 2001 geschah war eine Aufführung, eine Inszenierung, ein „very big money deal“, das manche Menschen reich gemacht hat, der amerikanischen Politik einen Kriegsgrund für den „Krieg gegen den Terror“ gegeben hat und viele unschuldige Menschen das Leben gekostet hat. Und uns, den Zuschauern, wurde ein so schlecht gemachtes Drama vorgespielt, dass wir, als unser erstes Entsetzen vorbei war, das Mitgefühl der Vernunft gewichen ist, schnell durchschaut haben.

Lüge wurde an Lüge gereiht und heute wird täglich klarer und deutlicher, dass nicht die „Verschwörungstheorie“ von Verschwörern geschrieben wurde, sondern, dass das schlecht gemachte Drama die Verschwörung war. Heute wissen wir um die Macht der Bilder, wissen, wie George Bush senior mit Bildern die Öffentlichkeit vor dem ersten Irak-Krieg belogen hat …

(Exkurs ins Jahr 1990: Bush senior wollte den US-Krieg gegen Saddam Hussein begründen. Wir alle erinnern uns an die Bilder, die damals um die Welt gingen: böse irakische Soldaten drangen in ein kuwaitisches Krankenhaus ein, rissen die Babies aus den Brutkästen, warfen sie zu Boden, um sie dort sterben zu lassen und eine weinende Krankenschwester versuchte vergeblich, sich diesen Horden entgegen zu stellen. Diese „Krankenschwester“ war auch die kuwaitische Zeugin, die im Oktober 1990 vor dem Menschenrechtsausschuss des US-Repräsentantenhauses weinend von den irakischen Gräueln berichtete – heute wissen wir, dass die Krankenschwester die Tochter des kuwaitischen Botschafters in den USA war, dass es sich bei den Tränen um Krokodilstränen handelte und dass die ganze Geschichte von A bis Z erlogen war. Die Werbeagentur Hill and Knowlton hatte die Geschichte ausgeknobelt und sogar die Zeugin geschult hat. Aus Gerhard Wisnewski: verheimlicht, vertuscht, vergessen 2010, Seite 73).
Diese Lüge ging sogar als die „Brutkasten-Lüge“ in die Geschichte ein, nachzulesen hier bei Wikipedia.
Die Aussage der „Krankenschwester“ ging als „“Nurse Nayirah’s“ false testimony“ ebenfalls in die Geschichte an. Sieh Dir an, wie da „unter Tränen“ gelogen wurde:

… und dass George Doppeldoof Bush ebenfalls mit Bildern wieder die Welt an der Nase herumführen wollte – und es auch weitgehend geschafft hat, davon gehen mittlerweile Millionen sogenannter „Truethers“ aus.

Ich will an dieser Stelle den Artikel des letzten Jahres erneut aufrufen, weil es mir ein Herzensbedürfnis ist, weiterzutragen, dass wir uns von dieser Propaganda nicht einnehmen lassen dürfen:


12. September 2008 „Guten Tag, Wahrheit“: 30 Millionen Menschen sehen „ZERO“, den kritischen Film über 9/11

… und nun stehen 30 Millionen Zuschauern des ersten Fernsehprogramms die Haare zu Berge. Soeben haben sie den Dokumentarfilm „ZERO“ des italienischen Journalisten und Europa-Abgeordneten Giulietto Chiesa gesehen, der die offizielle Version der Anschläge in Frage stellt.
Und nun verfolgen sie eine Fernsehdiskussion, wie sie in dieser Offenheit noch nie stattgefunden hat. Zahlreiche Experten – Militärs, Journalisten, Geheimdienstler und Bauspezialisten – diskutieren in nie da gewesener Offenheit das Für und Wider der offiziellen Version der Ereignisse von 9/11, vom 11. September 2001.

Natürlich am Anfang nicht in Deutschland …

Nein, die Ausstrahlung fand im russischen Staatsfernsehen statt. Dort fasste man das Eisen an, das sich sonst kaum jemand anzufassen traute, und schon gar nicht in dieser Ausführlichkeit und auf einem solchen Sendeplatz.

Aber dann doch, auch bei uns:

10. September 2009 „9/11 Mysteries – Die Zerstörung des World Trade Centers“: einige Millionen Menschen sehen gestern Abend kritischen Film über 9/11 auf VOX
9-11

Jeder weiß, was er am 11. September 2001 gemacht hat. Jeder weiß, wo er sich an diesem Tag aufgehalten hat. Jeder hat die grauenhaften Bilder von den Flugzeugeinschlägen ins World Trade Center in New York gesehen – und das nicht nur einmal. Doch haben wir wirklich genau hingesehen?

Zweifellos: Am Morgen des 11. Septembers sind zwei Passagierflugzeuge in die Türme des WTC gerast und explodiert. Doch sind die Türme deshalb eingestürzt? War dies physikalisch überhaupt möglich? Die Autorin des Films ‚9/11 Mysteries – Die Zerstörung des World Trade Centers‘, die sich ‚Smallstorm‘ nennt, sagt:
Nein! Die Flugzeugeinschläge waren nicht die Ursache für den Zusammenbruch der Türme. Vielmehr …… müssen die Twin Tower gesprengt worden sein und sie beweist ihre Behauptung:

Die Hitze in den Türmen, die durch die Explosion der Flugzeuge entstanden war, war nicht groß genug, um deren Stahlgerüst ernsthaft zu schwächen. Dies stellt der Untersuchungsbericht des US-Katastrophenschutzes fest. Wieso brach die Konstruktion – bei der ein Flugzeugcrash eingeplant war – dann zusammen?
Minutiös untersuchte die Autorin in ihrem Film die Bilder und Berichte von den Einschlägen und dem Zusammenbruch der Türme. Sie führte Interviews mit Überlebenden und fand Hinweise auf eine kontrollierte Sprengung der Gebäude. Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Anschläge im World Trade Center aufgehalten haben, berichten …… von Explosionen in den Kellern der Gebäude – vor den Flugzeugeinschlägen! Andere berichten von mysteriösen Bauarbeiten mit schwerem Gerät in den Wochen vor dem 11. September.

Im Schutt der zusammengebrochenen Türme waren Reste von Stahlträgern gefunden worden, die ‚zerschnitten‘ aussahen. Durch gezielt angeordnete Explosionsladungen ‚zerschneiden‘ Sprengmeister Stahlträger, damit die Gebäude bei einer Sprengung in eine vorausberechnete Richtung fallen. Waren die Stahlträger des WTC ebenfalls zerschnitten worden?

Die Tower stürzten in nur zehn Sekunden zu Boden – im freien Fall. Laut Untersuchungsbericht hatten sich an der Stahlkonstruktion der Türme einzelne Stockwerke gelöst. …… Dabei rissen sie die darunterliegenden Etagen mit sich. Wenn dies stimmt, hätte dann der Zusammenbruch der Tower von den unteren Stockwerken nicht gebremst werden müssen? Physikalischen Berechnungen zufolge hätte dies mindestens 96 Sekunden gedauert – und nicht zehn.

Die Fundamente der Türme waren um einen halben Meter nach innen gedrückt worden. Warum, wenn die Gebäude lediglich aufgrund der Flugzeugeinschläge einstürzten? Wenn überhaupt, hätten die Fundamente durch den Druck des Schutts nicht nach außen gedrückt werden müssen?

Diese und vielen weiteren Fragen geht ‚Smallstorm‘ nach. Ihr Film wurde in seiner US-Version über zwei Millionen Mal aus dem Internet heruntergeladen oder als DVD …… bestellt.

Tatsache ist: Flugzeuge rasten ins World Trade Center. Tatsache ist aber auch: Die Frage nach der Ursache für den Zusammenbruch der Türme ist nicht hinreichend beantwortet – trotz aller Experten, die das Gegenteil behaupten.

Der Tag, der unser aller Leben veränderte ...

Futtern bis zum WM-Titel …

Ferrero: Punkte sammeln, bis das Trikot platzt


Ferrero: Punkte sammeln, bis das Trikot platzt

25.06.2010

Es ist Fußball-WM in Südafrika, die Zeit, sich zu freuen und glücklich zu sein. Es ist aber auch die Zeit, zu konsumieren. Viel zu konsumieren.
Food Watch, die „Essensretter“, eine Organisation, die ich liebend gerne unterstütze, gibt ein delikates Beispiel, was wir beispielsweise konsumieren könnten. Weil wir ja ein Fan-Trikot der Nationalmannschaft haben wollen Weil wir ja „unsere Jungs“ in Südafrika unterstützen wollen.

Die durch kluge Werbesprüche und wichtige Nahrungsmittelinformationen bekannte Firma Ferrero (Beispiel Nutella 400 Gramm Glas: „… mit dem Besten aus 1/3 Liter entrahmter Milch“, hoppla, was ist denn da noch Gutes drin?) wirbt jetzt auf seinen Produkten zur Fußball-WM mit einer Prämienaktion: Wer genug Punkte sammelt, kann sie gegen einen DFB Fußball oder ein Fan-Trikot eintauschen.

Doch um sich zum Beispiel ein Trikot zu verdienen, muss man ganze 500 (!) Kinder Riegel essen – und damit auch 5,5 Kilo Zucker, mehr als 3,5 Kilo Fett und 59.000 Kilokalorien

Wie viele andere Produkte, die mit der Fußball-Weltmeisterschaft beworben werden, haben die Erzeugnisse von Ferrero sehr wenig mit Sport zu tun, auch wenn uns die Werbespots von Nutella suggerieren wollen, dass ohne die Nuss-Nougat-Creme (Zuckeranteil: 54,3 Prozent, Fettanteil: 31 Prozent!) kein Querpass auf den frei stehenden Mann möglich ist.
So gibt es Ferrero-Produkte wie Kinder Riegel, Nutella, Milchschnitte oder Hanuta. Auf allen Produkte aus dem Hause Ferrero prangen zur Fußball-WM Sammelpunkte. Verbraucher können sie sammeln und gegen Preise eintauschen. Für 60 Punkte gibt es zum Beispiel einen Fußball, für 100 Punkte ein „DFB Fan-Trikot“ und für 130 Punkte eine Trainingsjacke.

Food Watch hat hier einmal nachgerechnet: Wieviele Kinder Riegel müssten wir zum Beispiel essen, um uns ein Fan-Trikot zu verdienen? Und welche Kalorien- und Zuckermengen nähmen wir damit zu uns? Und was müssen wir tun, um uns diese Zucker-, Kalorien- und Fettmenge wieder abzutrainieren, den negativen Einfluss auf den Säure/Basenhaushalt des Körpers und auf die Zähne im Mund mal unberücksichtigt?
Das Ergebnis findest Du in den folgenden vier Bildern von Food Watch:





Danke, Food Watch, dass Ihr uns mal wieder die Wahrheit hinter den Werbe-Lügen zeigt!

Eines Deutschen Sonderweg

Als junger Mensch habe ich häufig die politischen Debatten in Bonn verfolgt und war immer wieder überrascht über die Namen, die für bestimmte politische Ämter gehandelt wurden.
Unter der CDU-Regierung unter Helmut Kohl wurde oft der Name des damaligen BMW-Vorstandsvorsitzenden Eberhard von Kuehnheim als Wirtschaftminister gehandelt.
Gerhard Schröder trat mit dem Unternehmer Jost Stollmann als zukünftigem Wirtschaftsminister an und Merkel scheiterte als Kandidatin mit dem Kandidaten für das Amt des Finanzministers, mit Paul Kirchhof, der von Gerhard Schröder immer nur lapidar als „der Professor aus Heidelberg“ abgekanzelt wurde.
Michael Buback
war auch so ein Beispiel, wenngleich er „nur“ als Minister in der Landesregierung von Christian Wulff vorgesehen war.

Es gibt noch viel mehr Beispiele davon, wie Nicht-Politiker, die über eine fachlich hohe Reputation verfügten, als mögliche Minister vor den Wahlen gehandelt wurden, nach den Wahlen allerdings war stets alles anders. Da wollten dann die Parteigänger diesen Menschen keinen Platz lassen, Parteizugehörigkeit und eifriges Plakate kleben gingen über fachliche Kompetenz und der Abstieg Deutschlands von der wirtschaftlichen Großmacht zu dem, was davon heute noch davon geblieben ist, hängt auch mit derart unglücklichen Entscheidungen zusammen.

Gabor Steingard, Mit-Begründer der Grünen und heute Chefredakteur des Handelsblattes, hat diesen Abstieg Deutschlands in prägnanter Weise in seinem Buch: „Deutschland – Der Abstieg eines Superstars“ dokumentiert und analysiert.


Diese Nicht-Politiker wurden stets von der Politik missbraucht, erst als Köder für die Wähler und dann als Verhandlungsmasse bei der Besetzung der Ministerämter – zum Zuge kamen sie nie. Zur Belohnung wurden sie jedoch teilweise in einer Form kritisiert, die unerträglich war. Es ist kein Wunder, dass so kaum noch normale angesehene Bürger für die Politik und die Parteien eintreten und schon gar nicht für die Politik und die Parteien bereit stehen.

Aus dieser Reihe von Enttäuschungen trat dann ein Situation heraus. Ein echter Finanz-Fachmann, nahezu kein Politiker, sollte Staatspräsident werden. Horst Köhler, der von 1993 bis 1998 als Präsident den Deutschen Sparkassen- und Giroverband geführt hatte und danach für zwei Jahre der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) vorgesessen hatte, wurde im Jahr 2000 auf Vorschlag des Bundeskanzlers Gerhard Schröder zum Geschäftsführenden Direktor des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestellt, zudem wurde er Mitglieder der Trilateralen Kommission.
Im Herbst 2003 wurde Köhler von der Universität Tübingen zum Honorarprofessor ernannt.
Und dieser Horst Köhler sollte nun Bundespräsident werden, welch mutige Entscheidung!

Ich war froh, dass endlich die Gesellschaft Mut gezeigt hat und so eine Entscheidung getroffen hat.


Und die Entscheidung war gut. Wir alle erinnern uns an die 75% Zustimmung, die dieser Präsident bei der Bevölkerung genossen hat. Wir erinnern uns, dass er Gesetze nicht unterschreiben wollte und damit die Politik immer wieder in Schwierigkeiten gebracht hat. Auch die CDU/CSU hat während der ersten Amtszeit des Bundespräsidenten Köhler damit gedroht, ihn nicht wiederzuwählen, weil er eben seinen eigenen Kopf hatte.
Als „Nick-Onkel“, der brav das tut, was die Polit-Granden von ihm wollten, stand Horst Köhler nicht zur Verfügung. Spätestens dadurch wurde aus mir ein echter „Köhler-Fan“.

Wenn Horst Köhler sich heute entschieden hat, mit sofortiger Wirkung vom Amt des Bundespräsidenten zurückzutreten, dann ist das eine Ohrfeige an alle Polit-Granden. An Jürgen Trittin, der ihn als „rhetorische Dreckskanone“ bezeichnet hat, der die „Kanonenboot-Politik“ wieder haben wolle. Trittin verdächtigte Köhler sogar, „nicht mehr auf dem Boden des Grundgesetzes“ zu stehen.
Es ist aber auch eine Ohrfeige für Angela Merkel und Guido Westerwelle, die es beide versäumt haben, sich in der hitzig geführten Diskussion um Köhler’s Worte um die Sicherung von Handelslinien für das Staatsoberhaupt einzubringen und vor Horst Köhler zu stellen. Nicht nur das, Angela Merkel ließ sogar verlauten, sie habe „dazu nichts zu sagen“.

Es ist auch eine Ohrfeige für die keifende Presse. Eine überregionale Zeitung nannte ihn respektlos „Schwadroneur“, eine Berliner Zeitung war sich nicht zu schade, so zu titeln: „Köhler erklärt den Krieg“. Andere Medien sprachen von einer „medialen Luftnummer“ und manche beschuldigten ihn sogar der Wiederaufnahme einer historischen Schande – der Kanonenbootpolitik.

Zuletzt aber ist es auch eine Ohrfeige für die gesamte Gesellschaft. Wir alle lassen es zu, dass hohe und höchste Ämter durch Medien, politische Hinterbänkler und durch uns selbst an den Stammtischen dieses Landes in einer Art und Weise kritisiert und beschädigt werden, die nicht erträglich ist. Dafür schäme ich mich.

Wenn Horst Köhler nun mit Tränen in den Augen so spektakulär zurücktritt, dann schulden wir es ihm, für die Zukunft unseren Umgang mit Funktionären, Politikern, mit Unternehmensführern und mit anderen in der Öffentlichkeit stehenden Personen zu überdenken. Kritik an diesen Menschen muss erlaubt sein, sie ist wichtig und für demokratische Gebilde notwendig. Aber sie muss sachorientiert sein und darf nicht den Menschen, dessen Entscheidung diskutiert wird, demontieren.

Heute Abend werde ich für zehn Minuten der knapp sechs Jahre gedenken, in denen Horst Köhler unser Bundespräsident war. Und ich werde ihm im Geiste danken. Für mich war Host Köhler stets ein Vorbild.

Danke, Herr Köhler, dass Sie so geradlinig waren!

PS: der oben schon erwähnte Gabor Steingart ist heute ein bekennender Nichtwähler. Und diesen Glauben teilt er sich mit mehr als 50% der Deutschen, ein wenig abhängig von der „Bedeutung“ der Wahl. Er dokumentiert das so schön in seinem Buch: „Die Machtfrage – Ansichten eines Nichtwählers“. Niemals habe ich damit so sehr sympathisiert wie heute.

FOODWATCH: der GOLDENE WINDBEUTEL 2010 ist gekürt …

Und wieder hat FOODWATCH zur Wahl eingeladen. Zu einer wichtigen, einer bedeutenden Wahl.
Die Wahl fand nicht im Supermarkt statt, wo wir jeden Tag unser Wahl treffen können und treffen sollten, nein, sie befand sich auf der Internet-Seite von FOODWATCH.

Immerhin ging es um den wichtigen Titel des Goldenen Windbeutels 2010. Ein hart umkämpftes Rennen zwischen am Ende noch 6 Kandidaten. Und jeder der Kandidaten hatte gewichtige Argumente in die Waagschale geworfen.

Der eine Kandidat versuchte, mit einer verschlechterten Rezeptur auf sich aufmerksam zu machen, ein anderer Kandidat versuchte es mit der beliebten Verbrauchertäuschung und auch die anderen Kandidaten spornten sich gegenseitig zu Höchstleistungen an – aber es ist halt wie im Sport. Gewinnen kann eben nur einer.

Und der eine, der Siegertyp, der zeigte es allen. Als würdiger Nachfolger des letztjährigen Siegers, des Goldenen Windbeutels 2009, als Nachfolger von Actimel aus der internationalen Chemie-Schmiede DANONE, wusste ein Kandidat in allen Belangen zu überzeugen und erhielt ein Ergebnis, das wohl ab sofort stolz auf allen Arikeln des Hauses Zott abgedruckt wird.

Das Ergebnis der Internet-Abstimmung war eindeutig:
81.451 Verbraucher beteiligten sich an der Wahl zur dreistesten Werbelüge des Jahres und 37,5% stimmten für den „Monte Drink“ von Zott. Damit erhält die Großmolkerei aus dem bayerischen Mertingen ganz überzeugend den Titel des Goldenen Windbeutels 2010.
Und das aus gutem Grund, denn Zott suggeriert Verbrauchern, bei Monte handele es sich um ein gesundes und ausgewogenes Produkt und einen „idealen Begleiter für Schule und Freizeit“. In Wahrheit aber steckt in dem „Milchmischgetränk“ vor allem eines: jede Menge Zucker. Umgerechnet 8 Stück Würfelzucker enthält ein Fläschchen Monte – mehr als die gleiche Menge Cola.

Den Hersteller stört das nicht: Zott jubelt Eltern eine Zuckerbombe, die dazu noch mit Aromen und Zusatzstoffen aufgepeppt ist, als Zwischenmahlzeit für Kinder unter – unverschämter kann man nicht täuschen. Ich finde, dass hier ein wirklich wahrer únd würdiger Sieger der Umfrage entsprungen ist.


Und nun? Was können wir als Verbraucher tun, um den Sieger würdig zu ehren? Das Produkt kaufen? Mitnichten! Erstens ist es ein Milchprodukt, zweitens voller Zucker, drittens voller Geschmacksverstärker, Aromen und Zusatzstoffen und viertens Industrieabfall. Reif für den Sondermüll. Und für den Sonderpreis, den Titel des Goldenen Windbeutels 2010.

Aber wir können doch etwas tun. Wir können Zott beglückwünschen. „Gratulieren“ wir Zott zum Goldenen Windbeutels 2010 – und schicken wir „Glückwunschpost“ über die Online-Mitmachaktion von FOODWATCH!
FOODWATCH lädt Dich ein, folgende Mail an Zott zu schicken (info@zott.de):

Sehr geehrte Frau Weber, sehr geehrter Herr Marx, sehr geehrter Herr Hammer,

die Verbraucher haben Ihr Produkt „Monte Drink“ zur dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt. Damit haben Sie den „Goldenen Windbeutel 2010“ verdient. Und das zu Recht, denn Sie suggerieren Verbrauchern, „Monte Drink“ sei eine irgendwie gesunde „Zwischenmahlzeit“ und ein „idealer Begleiter für Schule und Freizeit“. Sie weisen auf der Verpackung außerdem ausdrücklich auf angeblich „wertvollen“ Traubenzucker hin, der im Produkt enthalten sei.

In Wahrheit handelt es sich bei „Monte Drink“ jedoch lediglich um Eine mit Aromen und Zusatzstoffen aufgepeppte Zuckerbombe. Wertvoll, gesund oder ausgewogen ist daran gar nichts. Ein Fläschchen enthält mit 8 Stück Würfelzucker mehr Zucker als Cola. Es ist unverantwortlich, Eltern und Kindern dieses Produkt als ausgewogene oder ideale „Zwischenmahlzeit“ unterzujubeln.

Sie sind ein verdienter Gewinner der Wahl zum „Goldenen Windbeutel 2010“. Nehmen Sie das Votum ernst und hören Sie auf, Verbraucher zu täuschen. Die Zott-Firmenphilosophie lautet: „Die Wünsche der Verbraucher bestimmen alle Entscheidungen.“ Wenn diese Firmenphilosophie mehr ist als hohle Marketing-Phrasendrescherei, hören Sie auf die Wünsche der mehr als 30.000 Verbraucher, die den „Monte Drink“ zur dreistesten Werbelüge des Jahres gewählt haben: Sorgen Sie dafür, dass keine Schwindelprodukte mehr Ihr Werk verlassen und machen Sie Schluss mit der schamlosen Irreführung. Nehmen Sie den Monte Drink vom Markt oder bewerben Sie ihn als das, was er ist: ein flüssige Süßigkeit.

Ich kann mich FOODWATCH nur anschließen und auch um diesen Artikel im Supermarkt-Regal einen weiten Bogen machen …