Vorerst mein letzter Eintrag …

– auf in die Schweiz, auf nach Genf!

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Ganz viel Ehre: gleich drei Regionalzeitungen berichteten über meinen 24-Stunden-Lauf in Delmenhorst.
So lange laufen! Das ist offensichtlich total spleenig für den Durchschnitts-Deutschen.
Mir soll es recht sein …

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Wahrscheinlich ist das für eine gute Woche mein letzter Eintrag. Ich glaube nicht, dass ich von der Schweiz aus diesen Blog bedienen kann.
Dafür berichte ich nach dem SwissJuraMarathon von 350 Kilometern Abenteuerlauf. Ich sage: „Tschüss bis Mitte Juli!“

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Vor dem SwissJuraMarathon …


N.T. carbon
Morgen Abend packe ich meine Sachen für den bis dahin längsten Lauf meines kleinen Lauflebens: 350 Kilometer an 7 Tagen mit 11.000 Höhenmetern.

Das sind noch 50 Kilometer mehr als beim GoreTex TransAlpineRun 2008 und das bei einem Lauftag weniger. Mal sehen, wie das wird.

Über die Veranstalter geärgert habe ich mich aber schon drei Mal: zuerst, als ich hörte, dass es seit zwei Jahren kein Funktions-Shirt mehr gibt, sondern nur noch eines aus Baumwolle. Und das kannst Du nicht bei Deinen Läufen tragen … tragisch, finde ich.
Und dann wieder, als der Speiseplan erschien. Da findest Du Fleisch, Fleisch, Fleisch. Für mich ist das eine kleine Katastrophe. Einzig die Supermärkte der einzelnen Orte werden sich freuen, dort werde ich täglicher Gast sein. Also wieder eine Stunde, die weg ist.
Besonders ärgerlich aber fand ich die Reaktion auf meine Bitte, doch auch ein vegetarisches Gericht anzubieten. So kalt und gleichgültig bin ich selten abgefertigt worden.
Und seit gestern habe ich ein weiteres Problem mit dem Veranstalter. Ich habe mich beim GoreTex TransAlpineRun 2008 so daran gewöhnt, die Bergpassagen mit meinen superleichten Comperdell Carbonsticks zu bewältigen. Beim SJM aber ist das vorgestern verboten worden.
Die Begründung: Stöcke hätte ja nicht jeder und so sei es eine Bevorteilung derer, die mit Stöcken laufen würden. Zudem sei das sowieso nur eine Mode, die vorbei gehen würde. Na ja, selbst die „Mutter aller Bergläufe“, der UTMB, empfiehlt Stöcke sogar ausdrücklich. Vielleicht sollten die Schweizer hier mal Nachhilfe nehmen und für 2010 etwas ändern.

Ich habe mir aber vorgenommen, ohne negative Assoziationen nach Genf zu fahren, deshalb habe ich mir heute ein Funktions-Shirt designed, das morgen in den Druck geht. Da freue ich mich drauf und ich werde das bei der ersten und bei der letzten Etappe tragen.

Währungs-, Wirtschafts- & Sozialunion – 1.7.`90

Heute etwas, das nur mittelbar etwas mit dem Laufen zu tun hat. Mittelbar? Was denn überhaupt? Nun, ohne die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, die heute vor 19 Jahren eingeführt wurde, könnten wir heute wahrscheinlich die tollen Läufe wie den „Rennsteiglauf“, den „Thüringen Ultra“ oder den „Mt. Everest Treppenmarathon“ in Radebeul nicht machen.

Hier findest Du drei alte DDR-Scheine und Informationen, die ich auf der Webseite der FDJ (http://www.fdj.de/JULI1.html) gefunden habe:


Für diesen Schein musste man fast 2 Std. arbeiten und erhielt dafür etwa:
– 200 Schrippen oder
– 15 Liter Vollmilch oder
– Mittagessen für 2 Personen inkl. Getränke (Preisstufe II) oder
– Porto für 50 Briefe oder
– 20mal Eintritt fürs Freibad oder
– 1 Paar Kinderschuhe oder
– 10 Eintrittskarten für die Fußballoberliga (Stehplatz) oder
– 1 Woche Kinderferienlager „all inclusive“ (max. 30 DM für 3 Wochen Inland)


Für diesen Schein musste man ca. 1 Tag arbeiten und erhielt dafür etwa:
– die Miete für einen Monat für eine Zwei-Raum-Wohnung oder
– 90 Tage Schul-Essen für ein Kind oder
– 25mal Eintritt fürs Hallenbad oder
– Berlin-Leipzig-Berlin mit dem D-Zug und 5 M zurück oder
– 98 kleine Glas Bier (Preisstufe II) oder
– 15-30mal Kino (je nach Platz) oder
– 96 Brote (1 kg) oder
– 4 % eines 2wöchigen Sommerurlaubs in Bulgarien (Jugendtourist)


Für diesen Schein musste man ca. 2 Tage arbeiten und erhielt dafür etwa:
– die Miete für einen Monat für eine Vier-Raum-Wohnung oder
– 2 Hundertstel eines Farbfernsehers oder
– 5 Tage Jugendtouristhotel mit Vollverpflegung oder
– 500 Fahrten mit dem öffentl. Nahverkehr, unbegrenzte Strecke oder
– 0,8 Prozent eines Trabant oder
– 1150 km Fahrt mit dem D-Zug oder
– 104mal Bockwurst mit Brot und Senf oder
– 10-30mal Theater (je nach Platz und Theater) bzw. 5 mal Staatsoper (teuerster Platz)

Die SPD schreibt auf Ihrer Homepage dazu:SPD - Anpacken. Für unser Land. (zur Startseite)

„Die Währungsunion stellt für die meisten DDR-Bürger zunächst den größten Einschnitt dar, da sie nun die Deutsche Mark (DM) in ihren Händen halten, die für sie, wie auch im Ausland, das Symbol für das Wirtschaftswunder und den bundesdeutschen Wohlstand ist.
Der Umtauschkurs wird speziell gestaffelt und variiert je nach Alter und Gegebenheit. So dürfen Bürger ab 60 Jahren bis zu 6.000, Erwachsene bis zu 4.000 und Kinder bis 14 Jahren bis zu 2.000 DDR-Mark zum Kurs von 1:1 umtauschen. Darüber liegende Sparguthaben werden zum Kurs 2:1 gewechselt, Schulden werden ebenfalls halbiert. Löhne, Gehälter, Stipendien, Renten, Mieten und Pachten sowie weitere wiederkehrende Zahlungen werden zum Kurs von 1:1 umgestellt.
Die Wirtschaftsunion legt in der DDR eine Reihe von Bestimmungen fest, wie sie in der Bundesrepublik bereits bestehen. Die soziale Marktwirtschaft ersetzt die Zentralverwaltungswirtschaft.  Die in der DDR bestehenden Volkseigenen Betriebe übernimmt die Treuhandanstalt. Nun besteht die Möglichkeit, durch privates Kapital einen freien Markt zu formen, der sich durch freie Preisbildung und Angebot und Nachfrage selbst regulieren kann. Außerdem übernimmt die DDR gesetzliche Regelungen des bundesdeutschen Arbeits- und Wirtschaftsrechtes. Durch die Anpassungen der DDR-Strukturen an die der Bundesrepublik rücken beide deutschen Staaten immer mehr zusammen.
Die Sozialunion umfasst eine Umstrukturierung der sozialen Gegebenheiten der DDR nach dem Vorbild der Bundesrepublik. Die bestehende Sozialversicherung in der DDR wird zur Renten-, Kranken-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung. Das Arbeitslosengeld und die Rentenkasse bekommt eine Anschubfinanzierung.
Die DDR-Bürger arbeiten nun nach westdeutschem Arbeitsrecht, was Koalitionsfreiheit, Tarifautonomie sowie Veränderungen an Arbeitskampfrecht (insbesondere Streikrecht) sowie Mitbestimmung und Kündigungsschutz beinhaltet.“

19 Jahre Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion, ich finde, heute ist ein ganz besonderer Tag!

Foto: Eine Familie hält vor Freude strahlend und von der Sparkasse kommend mehrere Hundert-Mark-Scheine in die Kamera.

Mail-Splitter …

Mein Freund Wolfgang Bernath hat mir eine Mail geschickt über eine Läuferin, die den berühmten Himalaya-Marathon gelaufen ist. Ich finde den Bericht interessant und lehrreich, aber lies bitte selbst …

https://i0.wp.com/www.heidifoto.com/privat/himalaya.jpg

Westerwälderin nimmt am höchstgelegenen Marathon der Welt teil – Extremlauf im Himalaya als eigenes Geschenk zum 60. Geburtstag

Brigitta Biermanski aus Steimel (Kreis Neuwied) kann das Laufen nicht lassen. Mal sind es nur zehn Kilometer, mal legt sie pro Tag gleich zwei Marathonstrecken zurück. Beim Trans-Europa-Marathon zwischen Lissabon und Moskau im Jahr 2003 brachte sie 4600 Kilometer in nur 64 Tagen hinter sich. Pünktlich zu ihrem 60. Geburtstag in diesem Jahr machte sie sich ihr eigenes und ganz besonderes Geschenk: die Teilnahme am Mount-Everest-Marathon, nach Angaben der Veranstalter der höchstgelegene Lauf der Welt über die klassische Distanz von 42,195 Kilometern.

„Dieser Marathon war wirklich mit Extremen verbunden“, berichtet Biermanski. Man müsse es nur wollen, dann könne man es schaffen, war ihre Zielvorgabe. „Da spielt eine gesunde Psyche eine wichtige Rolle“, sagt sie selbstbewusst.

Nach der Landung im nepalesischen Lukla, mit 2840 Metern über dem Meeresspiegel einer der höchstgelegenen Flughäfen der Welt, sei die Stimmung der Teilnehmer zunächst noch gut gewesen, erzählt die Extremsportlerin. Doch kurze Zeit später hätten sich bei den ersten Mitläufern aufgrund der dünnen Luft bereits erste Übelkeitsgefühle eingestellt.

Es folgte ein 14-tägiger Trekking-Marsch vom Flughafen aus zum eigentlichen Startort des Marathons, dem Mount-Everest-Basiscamp in 5300 Meter Höhe. Mehr als 2500 Höhenmeter mussten dabei überwunden werden. Der Weg führte über Geröllstrecken und vereiste Pisten. So mussten unter anderem mehr als 18 Kettenbrücken überwunden werden, die über tiefe Schluchten führten. „Mir machte das nichts aus“, berichtet Biermanski. Sie sei absolut frei von Höhenangst. Auch sonst habe sie nicht mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen gehabt.

Bei einigen Teilnehmern war dies anders. Je höher die Gruppe kam, desto stärker wurden die Beschwerden. Nachts sanken die Temperaturen bis auf minus 20 Grad. Geschlafen wurde in Hütten oder Zelten. Eimer, die im Schnee eingelassen wurden, dienten als Toiletten.

„Einige klagten über Atemnot und Husten, andere bekamen aufgrund der Höhe Kopfschmerzen und Brechdurchfall“, erzählt Biermanski. Sie wisse nicht, ob dieser eine medizinische Ursache hatte oder ob es nicht ganz einfach „die Angst war, hier heil wieder runterzukommen“.

Von manch einem sei bereits zu diesem Zeitpunkt das Ziel, am eigentlichen Marathon teilzunehmen, aufgegeben und der Rückmarsch ins Tal angetreten worden, sagt Biermanski. Sie selbst sei noch topfit gewesen und habe es sich nicht nehmen lassen, am letzten Tag des Anmarsches den Gipfel des 5545 Meter hohen Kala Patthar zu besteigen. „Von hier aus gibt es einen einmaligen Blick auf das Mount-Everest-Massiv“, schwärmt sie.

Beim eigentlichen Marathon starteten dann noch 113 Läufer, von denen 86 schließlich das Ziel erreichten, darunter auch Biermanski. Mit einer Zeit von etwas mehr als zehn Stunden legte sie als beste Europäerin die extreme Marathonstrecke zurück. „Ich würde es jederzeit gerne wiedermachen“, blickt sie zurück.

Für das laufende Jahr hat sie sich vorgenommen, noch an dem einen oder anderen Marathon in Deutschland teilzunehmen. Aber ein solcher Straßenlauf sei ja ohnehin nur „larifari“, sagt die 60-Jährige.

TV Altendorf-Ersdorf, mein Lauftreff …

„Doppelt hält besser,“ sagte meine Mutter immer. Ob das immer gilt?
Spontan fallen mir viele Situationen ein, bei denen „doppelt hält besser“ nicht geht oder nicht durchsetzbar ist.

Aber bei Laufgruppen passt es. Deshalb laufe ich meist mit dem TV Altendorf-Ersdorf, meinem Lauftreff, bei dem ich auch die ersten Schritte unternommen habe.
Das passiert Montags und Donnerstags, wenn immer ich das zeitlich hinbekomme. Nur am Mittwoch ziehe ich den „JOUR FIXE“, das Tennis in Grafschaft-Ringen, vor.
Und Samstag Mittags bin ich ja sowieso nie da, zwei Termine, wo die Altendorf-Ersdorfer Lauffreunde ohne mich unterwegs sein müssen.

Der Dienstag Abend aber ist der Abend des LT Grafschaft. Da starten wir in Grafschaft-Vettelhoven fast direkt vor meiner Haustüre. Und die Grafschafter laufen auch deutlich schneller als die Kollegen von Altendorf-Ersdorf, also ist dieser Abend gewissermaßen gleich mein Tempotraining.

Heute versuche ich es wieder mit dem Laufen, das erste Mal seit der DLV Challenge in Oldenburg. Nach 177,52o Kilometer vielleicht weitere 8 bis 12 Kilometer, je nachdem, welche Strecke gewählt wird …

Es wird schon gehen …